So, das hier ist eine Frage aus dem SF-Bereich, ich würde aber gerne dazu in der Lage sein, sie mit Hilfe von Physik zu beantworten.
Also, für alle die die Ringwelt nicht kennen:
Man lege ein Band, so hoch wie der Umfang der Erde, und lege es in einem Abstand von einer AE um die Sonne, läßt das Ding rotieren (weil wegen Schwerkraft) und setzt einen 2. Ring aus Sonnenblenden in die Mitte, um Tag und Nach zu kriegen.
(Die Idee ist von Larry Niven, das Buch heißt Ringwelt)
Was ich nun gerne ausrechnen würde (wenn man das überhaupt kann):
Kann man auf so einer Ringwelt Sommer und Winter erzeugen?
Wenn man z.B. mit Hilfe der Sonnenblenden einfach mehr Sonnenlicht blockt, müßte es kühler werden - wie immer man das erreicht. (Ist egal).
Also, letztlich lautet die Frage, ob es reicht, weniger Sonnenlicht durchkommen zu lassen, um einen Winter auszulösen, oder man noch andere Bedingungen erfüllen muß - und ob (und wie) man berechnen kann, wieviel Sonnenlicht man blocken muß, wenn man eine Sonne wie unsere Voraussetzt.
Ich hab leider zu wenig Ahnung von Physik und Meterologie um auch nur zu wissen, wo ich mit dem recherchieren anfangen soll.
Kann man auf so einer Ringwelt Sommer und Winter erzeugen?
Wenn man z.B. mit Hilfe der Sonnenblenden einfach mehr
Sonnenlicht blockt, müßte es kühler werden - wie immer man das
erreicht. (Ist egal).
Entweder das, oder man „legt“ die Sonne nicht genau in die Mitte des Rings, sondern etwas außerhalb. Dann bekommt der Teil, der weiter weg ist, weniger Energie (Licht) und es ist dort kälter.
Passt natürlich von der (Himmels-)Mechanik her nicht, aber wer sowas bauen kann . . .
Vor diese Aufgabe gestellt, würde ich einen zweiten Ring Sonnenblenden anbringen, die mit dem ersten ein wenig asynchron laufen und dadurch eine allmähliche Veränderung der Tageslängen verursachen.
Winter auf der Rundwelt ist ja eine Folge der Präzession. Die Analogie dazu auf der Ringwelt wäre, das Band zu kippen. Damit würde aber der Schwere(Fliehkraft-)Vektor nitch mitgekippt; die Bewohner würden im Winter also praktisch an einem steilen Abhang wohnen…
Einfacher wäre dann sicher, im Tag/Nacht-Blendenring statt simpler „Löcher“ (stufenlos) dimmbare Scheiben einzusetzen. ZB. könnte man viele parallele, drehbare Blenden einsetzen, so dass man durch deren Stellung bestimmen kann, wieviel (Tages-)Licht die Ringwelt ereicht. Mit einer entsprechenden tagesabhängigen Regulierung der Blendenstellung kann man auch die annualen Tageslängenvariationen simulieren. Auf die lichtundurchlässigen Abschnitte in diesem Beldenring kann man dann verzichten.
Winter auf der Rundwelt ist ja eine Folge der Präzession.
Sorry, dass ich Dir schon wieder widersprechen muss. Ursache für die Jahreszeiten ist die Schräglage der Erdachse. Die Erdpräzession hat eine erheblich längere Periodendauer, nämlich ca. 26000 Jahre.
Kann man auf so einer Ringwelt Sommer und Winter erzeugen?
Wenn man z.B. mit Hilfe der Sonnenblenden einfach mehr
Sonnenlicht blockt, müßte es kühler werden - wie immer man das
erreicht. (Ist egal).
Die Idee mit den Sonnenblenden gibt schon keine korrekten Tag/Nacht-Zyklus. Die Sonne steht nämlich für einen Bewohner der Ringwelt immer am selben Fleck und wandert nicht über den Himmel. Sonnenauf- und Sonnenuntergang (mit Dämmerung) gibt es demnach auch nicht.
Man könnte sicherlich durch getönte Blenden, unterschiedliche Größen der Blenden, … auch den Effekt erzielen, dass es im „Winter“ kälter ist. Aber das wären genausowenig Jahreszeiten, wie die Wechsel von hell und dunkel echte Tageszeiten sind.
Eine bessere Illusion würde man kriegen, wenn man die Blenden zusätzlich mit komplizierten Optiken ausstattet, die das Licht entsprechend brechen.
Ich meinte die Ekliptikschiefe bzw. 90° - diese Schiefe, also den Winkel, in dem die Erdachse auf der Ekliptikebene steht. Die Präzession erfolgt zwar _mit_ diesem Winkel, aber sie _ist_ nicht dieser Winkel.
Sorry, dass ich Dir schon wieder widersprechen muss.
Ich muss mich entschuldigen. Und danke für die Richtigstellung!
Ist dir schon mal aufgefallen, dass klare Nächte kälter sind als stark bewölkte ?
Auf der Tagseite nimmt die Erde die Sonnenenergie auf und strahlt sie auf der Nachtseite bei klaren Nächten wieder in den Weltraum ab.
Bei Bewölkung kann wesentlich weniger Energie angestrahlt werden …
Der Tagmechanismus bei deiner Ringwelt funktioniert gleich wie bei unserer.
Deine Blenden machen nun aber zwei Probleme.
Die dem Ring abgewandte Seite wird wird von der Sonne erhitzt.
Deine Ringwelt, kann bei „Nacht“ keine Energie an den Weltraum abgeben, da die Blenden das schon mal verhindern.
Zudem kann die Erde nicht gegen den kalten Weltraum abstrahlen, sondern müsste gegen die Sonne strahlen.
Deine Ringwelt würde wohl einen Hitzetod erleiden.
Deine Ringwelt würde wohl einen Hitzetod erleiden.
Nö. Die Unterseite ist doch ständig der Sonne abgewandt und dient als Kühlfläche. Der permanente Sturm transportiert die Wärme dort hin.
Gruß
loderunner
Deine Ringwelt würde wohl einen Hitzetod erleiden.
Nö. Die Unterseite ist doch ständig der Sonne abgewandt und
dient als Kühlfläche. Der permanente Sturm transportiert die
Wärme dort hin.
Welcher Sturm ?
Die konstruktion ist ja nicht ganz eindeutig: Man lege ein Band, so hoch wie der Umfang der Erde, und lege es in einem Abstand von einer AE um die Sonne, läßt das Ding rotieren (weil wegen Schwerkraft) und setzt einen 2. Ring aus Sonnenblenden in die Mitte, um Tag und Nach zu kriegen.
Das einzige was ich daraus entnehmen kann ist, dass das Band nicht alzu dick sein kann. Bei einer Dicke mit ungefähr dem halben Erddurchmesser würde die Gravitation normal sein.
Allerdings frage ich mich, wie ohne Gravitation die Atmosphäre erhalten werden soll ?
Aus meiner Sicht gibt es da noch ein paar grundsätzlich Probleme, welche zuerst gelöst werden müssen, bevor man sich mit Tag/Nacht und Sommer/Winter beschäftigt.
Entweder das, oder man „legt“ die Sonne nicht genau in die
Mitte des Rings, sondern etwas außerhalb. Dann bekommt der
Teil, der weiter weg ist, weniger Energie (Licht) und es ist
dort kälter.
Ich glaub, das Problem ist, das dann die Ringwelt „eiern“ müßte - wenn es ein stabiler Orbit wäre, bei dem halt immer ein Teil der Ringwelt weiter weg ist, dann müßte jeder Teil der Ringwelt einmal pro Rotationsperiode Winter kriegen - wenn ich mich recht erinnere, war das ca. alle 10 Tage einmal.
Vor diese Aufgabe gestellt, würde ich einen zweiten Ring
Sonnenblenden anbringen, die mit dem ersten ein wenig
asynchron laufen und dadurch eine allmähliche Veränderung der
Tageslängen verursachen.
Stimmt, das ist eine gute Idee!
Ich glaube, so würde ich das auch machen - das ist einfach als jede Art von komplizierter Automatik.
Allerdings frage ich mich, wie ohne Gravitation die Atmosphäre
erhalten werden soll ?
Aus meiner Sicht gibt es da noch ein paar grundsätzlich
Probleme, welche zuerst gelöst werden müssen, bevor man sich
mit Tag/Nacht und Sommer/Winter beschäftigt.
Ich fürchte, ich habe mir die Ringwelt nicht ausgedacht, das war Larry Niven in inzwischen glaub ich 4 Büchern.
Der hat da auch die meisten auftretenden Probleme gelöst, teilweise mit externer Hilfe.
(Das Ursprungsdesign war Fehlerhaft, was eine Studentengruppe vom MIT gemerkt hat, die dann auf dem nächsten Con mit einen Sprechchor „Die Ringwelt ist Instabil!“ skandiert haben)
Man braucht halt SEHR zugstabiles Zeug (Kohlenstoffnanoröhrchen sind theoretisch stabil genug, glaub ich), und läßt das Ding dann rotieren, mit, und zwar mit so ca. 700 km/s (meine ich). Das sorgt für ~Erdschwere.
Die Atmosphäre erhält man mit ca. 1000 Meilen hohen „Randwällen“.
Außerdem rutscht dank Erosion und Schwerkraft regelmäßig Mutterboden auf den Ozeanboden, also braucht man ein Matsch-Rückflusssystem …
Etc.
Nur Jahreszeiten hat Hr. Niven nicht eingebaut, darum wollte ich mal nach den Ideen hier fragen.