Hallo Vanessa,
SAD = seasonal affective disorder (= saisonabhängige Depression, Winterdepression)
Wie Enno bereits gesagt hat, wird durch fehlendes Licht nicht genügend Serotonin im Gehirn gebildet. Es kommt zu Störungen bei Schlaf (Ein- und Durchschlafstörungen), Antrieb und Stimmung. Serotoninmangel ist auch ein Auslöser von Depressionen.
Bei Dunkelheit wird müde machendes Melatonin produziert, bei genügend Licht wird die Produktion gestoppt. Geraten wir durch Lichtmangel aus dem Rhythmus, kann es zu Krankheiten und Befindensstörungen kommen.
Womit kann man den (Tryptophan- und) Serotoninstoffwechsel mobilisieren?
Außer Licht beeinflussen Substanzen wie z. B. Koffein, Zucker und Alkohol den Serotoninspiegel, aber auch Nikotin. Die
ersten beiden fördern seine Bildung, während der Alkohol den Abbau verzögert.
Der bereits erwähnte Zucker hat deshalb im Winter (Weihnachten) Hochkonjunktur - aber der richtige Weg ist er sicher nicht, ebenso wie die restlichen Genusstoffe, die allessamt aus diesem Grund (Neurotransmitterbildung) süchtig machen.
eine mögliche Behandlung:
- (SSRI = Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer), welche die
Serotoninwirkung im Gehirn steigern, eine Winterdepression bessern können.
- besser: die künstliche Licht- oder Fototherapie. Dabei können sich Winterdepressive mittels spezieller Geräte eine zusätzliche intensive Lichtquelle verschaffen, deren Zusammensetzung dem Sonnenlicht sehr nahe kommt. Unterstützend wirken Medikamente, vor allem das pflanzliche und gut verträgliche Antidepressivum Johanniskraut. Beide Therapien sollte man mit seinem Arzt besprechen, um Dosierungsfehler zu vermeiden und eine optimale Wirkung zu erreichen.
- noch besser: Das Optimalste ist ein Spaziergang im Freien. Wer einen mindestens einstündigen „Gesundmarsch“ bei Tageslicht regelmäßig in sein tägliches Programm aufnimmt, wirkt nicht nur dem Bewegungsmangel entgegen. Er erbeutet selbst bei verhangenem Himmel weitaus mehr natürliche Sonnenstrahlen, als jede künstliche Fototherapie zu vermitteln vermag. Und so sorgen sogar reichlich Bewegung und Sport für die Bildung von Endorphin, das die Stresshormone wiederum in Schach hält.
Das Solarium ist kein Ersatz für die Lichttherapie!
Da die UV-Strahlung die Augen schädigen würden, hält man sie hier ohnehin geschlossen.
Die Lichttherapie kann natürlich auch von niedergelassenen Ärzten durchgeführt werden. Die Behandlung erfolgt mit speziellen Leuchtstoffröhren, so genannten Lichtboxen, die eine Lichtintensität von 2.500 bis 10.000 Lux erzeugen können. Zum Vergleich:
Eine durchschnittliche Büro- oder Wohnungsbeleuchtung erzeugt etwa 300-500 Lux. Um die positive Wirkung des Lichts zu spüren, sind Lichtquellen mit einer Stärke von 2.500 Lux nötig, da erst bei dieser Lichtintensität die Produktion des Schlafhormons Melatonin im Gehirn reduziert wird. Während der Lichttherapie sitzen die Patienten abhängig von der Lichtintensität zwischen vierzig Minuten und einer Stunde vor den Lichtquellen. Da man nicht zwingend in die Lichtquelle sehen muss, kann man während der Behandlung auch lesen, fernsehen oder arbeiten. Erste Besserungen der Beschwerden zeigen sich nach wenigen Tagen. Der volle Effekt tritt meist innerhalb der ersten zwei Wochen ein.
Am Wirkungsvollsten ist aber im Winter die Stunde im Freien, vor allem, wenn die Sonne scheint nix wie raus, in der Mittagspause, am Wochenende! Bloß nicht einigeln bei heruntergelassenen Rolläden, die das bisschen Tageslicht auch noch abhalten, wie man oft genug beobachten kann.
Viele Grüße, Renate
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