Winterjacken Unterschiede?

Hallo Mode-Experten!

Habe eine Winterjacke für 90,- Euro gekauft, die regendicht, atmungsaktiv und warm sein soll.

Was ist denn nun an einer 300-Euro-Winterjacke von Globetrotter besser? Hält die einfach länger? Hält Beanspruchungen mehr stand? Oder gar nix?

Interessierte Grüße!
Karl

Hallo Karl,

gegenüber deiner Jacke könnte eine teurere Jacke aus entsprechenden Outdoor-Geschäften z.B. für extremere Belastungen, d.h. für niedrigere Temperaturen, stärkere Reiß-Beanspruchung etc. gemacht sein.
Diese Erfordernisse sind bei dir ggf. gar nicht nötig, sodass es für dich sinnvoller war, sich für die preislich günstigere Jacke zu entscheiden.

(Ich schreibe „könnte“ und „ggf.“, da ich nicht weiß, was deine Jacke konkret aushält und was du brauchst.)

Desweiteren ist es, neben tatsächlicher höherer Leistungsfähigkeit von Produkten (egal ob Kleidung, oder auch ganz anderes) gegenüber „No-Name“ sehr häufig so, dass man auch ein Stück weit „den guten Namen“ mitzahlt.

Viele Grüße,
Nina

Hallo Karl,

Habe eine Winterjacke für 90,- Euro gekauft, die regendicht,
atmungsaktiv und warm sein soll.

und ist sie das wirklich? Würdest du es merken, wenn man mit falschen Tatsachen geworben hätte? Ich denke für den Alltagsgebrauch reicht diese Jacke auch dann aus, falls die beworbenene Eigenschaften nicht zu 100% zutreffen.

Was ist denn nun an einer 300-Euro-Winterjacke von
Globetrotter besser? Hält die einfach länger? Hält
Beanspruchungen mehr stand? Oder gar nix?

Markenhersteller investieren viel Geld in Forschung/Entwicklung und Marketing. Die können es sich nicht erlauben, wenn die Sachen nix taugen. Der ganze Aufwand will natürlich bezahlt werden. Entsprechend teuer werden die Produkte.
Es gibt Fachzeitschriften die regelmäßige Tests machen bzw. oft werden die teuren Klamotten auch von Alpinbergsteigern genutzt. Die Anforderungen sind höher und die Erwartungen der Kunden müssen auf jeden Fall erfüllt werden. Wenn nicht, dann kauft das Zeug in Zukunft keiner mehr und die können den Laden zumachen. Dementsprechend wird auf sehr hohe Qualität gesetzt, was seinen Preis hat.
Es gibt Leute, die brauchen diese Kleidung zur Ausübung ihrer Hobbies. Fürs Hobby machen die Leute gerne mal viel Geld locker, wenn es denn sein muss. Dann gibt es natürlich auch die Leute, die sich die teure Outdoor-Kleidung kaufen, weil es schick ist, oder um sich dadurch abzuheben. Wenn man sich in den Fußgängerzonen so umschaut, dann trägt doch schon jeder 4. eine Outdoorjacke von einem Markenhersteller.

Ich oute mich jetzt auch mal als Großstadt-Abenteurer. Outdoor-Kleidung ist praktisch und bequem. Wenn ich solche Kleidung kaufe, dann möchte ich nicht was Teures, um damit anzugeben, sondern weil ich mir hin und wieder auch mal was gönnen möchte. Je größer die persönlichen finanziellen Möglichkeiten, umso teurer wird es. Eine Jacke für 90€ mag ihren Zweck voll und ganz erfüllen. Wenn es aber nur um die Zweckerfüllung ginge, dann bräuchte ich mir keine neue Jacke zu kaufen, weil ich schon mehre habe. Dementsprechend muss es schon etwas ganz besonderes sein, damit ich das Gefühl bekomme mir etwas gegönnt zu haben. Viele Hersteller nutzen dieses Verhalten sicher aus indem sie die Preise noch weiter anheben. Ich weiß, dass das alles ziemlich dekadent klingt und ich betrachte mein eigenes Konsumverhalten mittlerweile auch sehr kritisch. Früher habe ich mich immer gefragt, warum man sich z.B. eine Armbanduhr für mehre Tausend Euros kauft. Die Antwort lautet ganz einfach: Weil man es sich leisten kann und einem der „billige Kram“ keine Freude bereitet.

MfG
Stephan

Hi Stephan,

Früher habe ich mich immer gefragt, warum man sich
z.B. eine Armbanduhr für mehre Tausend Euros kauft. Die
Antwort lautet ganz einfach: Weil man es sich leisten kann und
einem der „billige Kram“ keine Freude bereitet.

Also, wenn du mal nicht weißt, wie du dein Geld loswerden sollst:
Ich könnte etwas Geld gebrauchen, wirklich! So 1000,-€ wären super, 2000,-€ würden mich richtig glücklich machen. Würde dir das nicht auch Freude bereiten, andere glücklich zu machen?? :smile:) Überleg´s dir mal! :smile:

@UP: Bei sehr vielen Firmen zahlst du einfach nur den teuren Namen. Aber Stephan hat auch recht: Manche Firmen möchten mit ihrem Namen unbedingt Qualität verbinden. Wenn du dir allerdings anschaust, um wieviel der Preis häufig reduziert werden kann, kannst du dir ja in etwa vorstellen, wieviel wir den Firmen und dem Läden stets in den Rachen stecken…

Ich habe eine 25,-€ Winterjacke aus´m C&…, die ist super; ne andere Winterjacke für 120,-€ hat nicht lange gehalten…
Bezweifle, dass man eine Aussage zum Preis-Leistungs-Verhältnis nicht pauschalisieren kann…

Und was mir noch dazu einfällt: Auf ner Ausstellung habe ich mal ein Plakat gesehen, auf dem eine Markenjeans abgebildet war, hergestellt ich glaube es war in Nicaragua. Die Näherin der Jeans erhält (umgerechnet) einen halben! cent! pro! Jeans!
Bekäme sie das Doppelte (=nur einen cent!) könnte sie mit ihrer Familie gut davon leben ohne hungern zu müssen.
Der Großteil, ich glaube, es waren 50%, verdienen die, die ihren Namen für die Sachen hergeben…

Nun, ich befürchte, ich drifte zu weit ab… :smile:

Dennoch dir viel Erfolg mit der Jacke, dass sie verspricht was sie hält. :smile:)
Der Versprecher war unabsichtlich, aber ist doch nett so…

Schönen Gruß,
jeanne

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Hallo,
da sind bei hochwertigen Winterjacken viele Details funktionell geloest, ich meine funktionell im Sinne „Die Funktion bestimmt und der Preis ergibt sich daraus“.

Die Reissverschluesse der Taschen gehen von oben nach unten auf. Es faellt der Kleinkram nicht raus, wenn die Hand schon reingreift.

Dazu hat die Reissverschlusstasche noch Knoepfe, wenn Eis im Reissverschluss die Funktion behindert.

Und Zipper damit die Handschuhe den Reissverschlussoeffner finden.

Vorbeistreifende Aeste verhaken sich nicht am Teissverschluss, eine Stofflasche liegt von vorn darueber.

Der Rucksackgurt scheuert nicht nach 3 Wochen die Jackenschulter durch, die untrainierte Haut darunter allerdings.

Regenwasser laeuft nicht durch den Frontreissverschluss rein. Es ist ein Stoffstreifen ueber dem Reissverschluss. Dieser Streifen ist so breit, dass sich beim Schliessen eine Laengsfalte bilden muss.

Ausserhalb des Frontreissverschlusses gibt es eine Tasche.

Die Kapuze ist versteckt im Kragen.
Nach Ausklappen der Kapuze hat man eine Schirmmuetzenkante. Die Kapuze laesst sich zuziehen. Die Groesse der Kapuze laesst sich obenhinten einstellen. Bei Windstaerke 7 von vorn kommt kein Wind rein und die Kapuze fliegt nicht weg.

Die Aermel sind eng verschliessbar.

Die Unterseite der Jacke kann eng anliegend verstellt werden, der Wind kann nicht von unten rein.

Der Reissverschluss vorn geht hoch bis an die Nase und klemmt nicht die Barthaare ein.

So zugeknoepft kann Mann im Stehen urinieren, weil die Jacke vorn auch von unten oeffnet, Windrichtung beachten :smile:

Als Winterjacke gibt es ein duennes Innenfutter und eine extra Innenjacke, zum Herausnehmen.

Die Innenjacke kan bisweilen einzeln getragen werden, hat viele Taschen, kann als Wendejacke mit glatter UND Fleeceoberflaeche fuer zwei Temperaturbereiche dienen. Mit Aussenjacke dann fuer vier Temperaturen.

Die Innenjacke kann abnehmbare Aermel haben und zur Weste werden.

Innen-und Aussenjacke koennen unter den Armen Belueftungen haben, und zwar zum Oeffnen und Verschliessen.

Vermutlich habe ich damit die Haelfte der Details schon gefunden.

Stell Dir einfach vor, Du bist bei Lhasa am Gletscher und frierst, weil die Jacke 50 Euro billiger war, welcher Fehler beim Kauf. Oder Du legst sie in die Sporthalle und sie wird geklaut, weil sie 50 Euro teurer war. So kommst Du zu Deiner persoenlich optimalen Jacke.

Eine sehr gute Jacke haelt uebrigens vergleichsweise ewig und ist keiner Mode unterworfen. Das ergibt geringe Jahreskosten.

Gruss Helmut

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten! owt
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