Winterreifen/Sommerreifen

Hallo!

Ich habe momentan noch Winterreifen an meinem Auto. Der
Reifenwechsel incl. Auswuchten wird mich mindestens 50 - 60 EUR
kosten, und das naturgemäß zwei Mal im Jahr. Also pro Jahr etwa
100 - 120 Euro. Jetzt habe ich wohl gehört, daß ein Fahrzeug
mit Winterreifen mehr Benzin verbraucht als eines mit
Sommerreifen. Aber ist das sooo viel? Denn ich stelle mir (und
somit Euch) nun die Frage, ob es nicht unterm Strich preiswerter
ist, die Winterreifen drauf zu lassen. Schaden kann das doch im
Prinzip wohl nicht, oder? Ich fahre übrigens etwa 5000 km pro
Jahr und tanke Normal. Wer auf diesem Gebiet Erfahrung hat, der
möge doch bitte hier antworten und mich völligen Laien ins Bild
setzen. Herzlichen Dank!

Hi Bea,
bei nur 5.000km im Jahr könnte man tatsächlich schon das rechnen anfangen. Aber Winterreifen „rubbeln“ sich auf trockener Strasse deutlich schneller runter als Sommerreifen und können auf der Autobahn schon unangenehm laut werden.
Gruss Sebastian

Hallo Bea,
bei 5000 Km im Jahr würde ich nur noch Winterreifen fahren…
Nach 4 Jahren einfach wieder neue Reifen kaufen.Nach 8 Jahren ein neues Auto.

Gruß Feudelio
(der 25000Km im Jahr fährt)

frische Erfahrungen
Hi,

ich habe gerade letzte Woche gewechselt und die erste Fahrt war im Vergleich zu vorher ein wahrer Traum in bezug auf Laufruhe und Traktion. Der Spritverbrauch liegt ca. 1,2-1,5 Liter/100 km niedriger. Da ist die Rechnung schnell dahin, mal ganz von der Abnutzung abgesehen.

Gruß
Christian

Hi,

wie wäre es mit Ganzjahresreifen?

Ich zahle für den reinen Wechsel knapp 20 Euro, für die Lagerung nochmal 25, Auswuchten kannst Du Dir m.E. bei Stahlfelgen ohnehin sparen. Zu Spritverbrauch und Fahrgefühl hab ich mich unten schon geäußert, wobei das natürlich nicht unbedingt repräsentativ ist. Ich traue auf der Autobahn meinen Winterreifen jedenfalls nur halb so weit wie meinen Sommerreifen.

Gruß
Christian

MOD: Auf Wunsch des Autors einen kombinierten Tipp,- Denkfehler korrigiert (DL)

Hallo Bea!

ich selbst fahre seit JAhren Ganzjahresreifen und bin damit sehr zufrieden.

Im Sommer sind sie gut genug, im Herbst hat man bei Temperaturen unter 7°C wo die Sommerschlappen schon nachlassen erhöhten Grip, im Winter reichen Sie für die Vorderpfälzischen Schneemassen (und den letzten vielen auch) aus. Bei Eis braucht man keine besonderen Reifen, da hilft eben nix außer die (verbotenen) Spikes.

Ich selbst fahre auf meinen beiden Starlets Goodyear Vector 3.

Selbst die Fahrt nach Marokko bei 40° Fahrtwindtemperatur an der Saharagrenze haben die Vector 3 auf dem alten Starlet gut überstanden. Nur manchmal haben sie ein bißchen „gequietscht“.
Aber nennenswert abgerieben haben sie sich auch nicht auf den 8200km.

gruß

dennis

Hi Christian,
nun hängt die Verbrauchsersparnis aber nicht nur an den Reifen.
Mein Auto verbraucht im Winter (Licht,Gebläse und Heckscheibenheizung eingeschaltet) auch so einen Liter mehr als in der wärmeren Jahreszeit. Ich fahre übrigens nie mit Winterreifen.
Gruss Sebastian

Hallo Sebastian,

Mein Auto verbraucht im Winter (Licht,Gebläse und
Heckscheibenheizung eingeschaltet) auch so einen Liter mehr
als in der wärmeren Jahreszeit.

ist schon klar. Das war jedoch ein Vergleich von heute auf gestern bei einer mir sehr bekannten Strecke. Der Minderverbrauch ließe sich zwar normalerweise per Tankvergleich nicht feststellen, aber „zum Glück“ habe ich so ein ansonsten nutzloses Fahrerinformationssystem, daß mir im Zweifel auch meinen Blutdruck im 37 Stunden-Vergleich anzeigen könnte.

Gruß
Christian

Hi Christian,
wenn das mal nicht daran lag, das Du gaaanz langsam gefahren bist, wegen den leicht bekleideten Mädels :wink:
Was zeigt Dein Blutdruckmesser denn dann an ?
Gruss Sebastian

Guten Morgen Sebastian,

wenn das mal nicht daran lag, das Du gaaanz langsam gefahren
bist, wegen den leicht bekleideten Mädels :wink:

och nö, die werden hier leider außerhalb geschlossener Ortschaften Gebäude noch nicht gesichtet. Ich fahre die Strecke, um die es geht rund 50 mal im Jahr und der Spritverbracuch schwankt dabei um ca. 1%, insofern ist die Veränderung schon signifikant.

Und ich hatte auch bei der vorherigen Messung keine leicht oder sonstwie bekleidete Begleitung :wink:

Gruß
Christian

Hallo Bea,

das hängt von verschiedenen Faktoren ab, die du berücksichtigen solltest:

  1. Der Spritverbrauch auf Sommerreifen ist niedriger (bei mir ca 1,5l pro 100km) - bei 5000km im Jahr sparst du da ca. die kosten für den reifenwechsel…
  2. wie schnell du denn fährst? denn winterreifen im sommer (wie winter) sind in sachen hächstgeschwindigkeit natürlich limitert.
    Ich persönlich hätte Angst, daß mir die um die Ohren fliegen…
  3. nutzen sie sich schneller ab bei warem temperaturen

Dazukommt, daß die sommer und Winterreifen dafür sorgen, daß dir die Reifen länger halten.

Wenn dir der Kauf bei so wenig Kilometer zu teuer ist, würde ich überlegen ob ich mir nicht gleich Ganzjahresreifen kaufe.

Gruß Ivo

Hallo Ivo,

Dazukommt, daß die sommer und Winterreifen dafür sorgen, daß
dir die Reifen länger halten.

oder aber zu lange halten: bei 5.000 km im Jahr und einer Nutzungsdauer von 70.000 km (40.000 Sommer / 30.000 Winterreifen) kommt man auf eine Nutzungsdauer von 14 Jahre => zu lange, denn Gummi altert.

Wenn dir der Kauf bei so wenig Kilometer zu teuer ist, würde
ich überlegen ob ich mir nicht gleich Ganzjahresreifen kaufe.

Halte ich für den besseren Weg.

Grüsse

Sven

Hallo,

Ich habe momentan noch Winterreifen an meinem Auto. Der
Reifenwechsel incl. Auswuchten wird mich mindestens 50 - 60
EUR kosten,

wo lässt du das denn machen? Ich habe immer 20 DM pro Reifen bezahlt!
Hast du mal an selber wechseln gedacht? Das mache ich seit ein paar Jahren und lasse nur ab und zu wuchten.
Das Wechseln dauert eine gute Stunde. Macht nen echt klasse Stundenlohn. Du solltest dann aber einen Drehmomentschlüssel haben.

Wieviel Mehrverbrauch die Winterreifen haben hängt stark vom Reifentyp ab. Ich habe meine nach besten Verbrauchs- und Nass/Trockeneigenschaften gekauft. Schnee ist bei uns weniger wichtig. Im Moment liege ich (mit WiReifen) bei 8,5 l/100 km. Ich glaube kaum, dass ich bei meinem 11 Jahre alten Omega mit Sommerreifen mehr als einen halben Liter rausholen kann.

Gruss, Niels

Hallo Bea!

Durch die Aussagen meiner Vorredner ensteht teilweise m.E. ein falsches Bild, daher gebe ich auch noch meinen Senf dazu.

Es wurde gesagt, dass man im Sommer problemlos die Winterreifen drauflassen könne, es würde sich nur der Verschleiß erhöhen. Das stimmt soweit, allerdings ist bei hohen Temperaturen und hoher Belastung die Sicherheit der im Sommer ja viel weicher als vorgesehen werdenden Winterreifen nicht mehr gewährleistet, ausserdem dürfte in den allermeisten Fällen die Bremsleistung bei warmem Wetter mit Sommerreifen besser sein.
Diesen Beweis haben wir gerade vergangenen Sommer mit einem Fiat Panda geführt (keine neuen Reifen mehr gekauft, da Entsorgung anstand), das Fahrverhalten mit (1 Jahr alten) Winterreifen bei warmem Wetter und Regen waren unter aller S…

Hier kommen wir dann zum Thema Sommerreifen im Winter. Das würde ich lassen, die Bremswirkung bei Eis und Schnee ist meistens derjenigen mit Winterreifen stark unterlegen. Auch den Beweis habe ich mit einem frühen Golf 3 vor einigen Jahren geführt. Ich lernte daraus: Sommerreifen im Winter bremsen nicht ordentlich und Winterreifen sind billiger als eine neue Front für den Wagen…

Bleibt also der Alljahresreifen. Er bietet Sommer wie Winter ordentliche Eigenschaften und man spart sich den Wechsel. Manche Leute behaupten, die Wintertauglichkeit wäre stark eingeschränkt.
Ich persönlich würde das vom Automodell abhängig machen. Früher hatte ich einen Golf 2 mit 50 PS und 155/13er Alljahresbereifung (Vector) und war mehr als zufrieden. Ich lebe in München, fahre viel Ski und hatte täglich 25 km Schulweg, teilweise über noch verschneite Landstraßen. Viele meiner Bekannten mit kleineren Autos hier in Oberbayern fahren nach wie vor Alljahresreifen, keiner hat Probleme, wir sind alle gnadenlose Wintersportler.

Bei etwas schwereren und schnelleren Autos empfiehlt sich das dann wohl nicht mehr, ich hatte die letzten 10 Jahre immer getrennte Sommer- und Winterreifen, da ich auch sehr viel und sehr sportlich fuhr.
Für meinen 5er BMW wollte ich aufgrund des fahrerischen Reifeprozesses, welchen ich mittlerweile durchlaufen habe und der daraus resultierenden sanfteren Fahrweise nun wieder Alljahresreifen haben, aber es gibt keine für das Modell.

Mein Fazit: sage mir was Du fährst und ich sage Dir was Du bist…:wink: Nein, ich meine natürlich: sage mir was Du fährst und ich kann Dir einen genaueren Tip geben. Bei Kleinwagen und Golf bis 100 PS würde ich persönlich jedenfalls nur noch Alljahresreifen fahren, denn die richtig harten Witterungsverhältnisse haben aufgrund des guten Winterdienstes heute wohl nur noch Almbauern, und die fahren Geländewägen mit Stollenreifen oder gleich mit der Pferdekutsche/-schlitten, was natürlich eine äusserst umweltfreundliche Alternative ist…

Grüße,

Mathias

MOD: Rechtschreibfehler „Bremslsietung“ korrigiert (DL)

Hi Mathias,

Diesen Beweis haben wir gerade vergangenen Sommer mit einem
Fiat Panda geführt (keine neuen Reifen mehr gekauft, da
Entsorgung anstand), das Fahrverhalten mit (1 Jahr alten)
Winterreifen bei warmem Wetter und Regen waren unter aller
S…

Ist das Fahrverhalten eines Fiat Panda nicht unter jeglichen Bedingungen unter aller S…? :wink:

Aber prinzipiell hast Du schon recht. Nur wohne ich im nordischen Flachland. Ich fahre nun seit 21 Jahren Auto. Immer mit Sommerreifen und noch nie gabs Probleme. Allerdings würde ich es bei BMW und Mercedes schon empfehlen, da wurde es aufgrund des Heckantriebs manchmal kritisch. Aber im letzten Winter brauchte ich nicht einmal das Anfahrhilfeprogramm der Automatik und auch ASR und ABS kamen trotz allem nie zum Einsatz.
Gruss Sebastian

Hie !

Diesen Beweis haben wir gerade vergangenen Sommer mit einem
Fiat Panda geführt (keine neuen Reifen mehr gekauft, da
Entsorgung anstand), das Fahrverhalten mit (1 Jahr alten)
Winterreifen bei warmem Wetter und Regen waren unter aller
S…

Ist das Fahrverhalten eines Fiat Panda nicht unter
jeglichen Bedingungen unter aller S…? :wink:

Eigentlich nicht.
Man bleibt allein schon durch die massiven Schläge auf den verlängferten Rücken beim Überfahren von Kiesesteinen wach und das Fahren mit dem Panda ist wunderbar direkt. Keine Servolenkung, kein Bremskraftverstärker, kein ABS, kein Airbag - ein echtes Männerauto eben…

Aber prinzipiell hast Du schon recht. Nur wohne ich im
nordischen Flachland. Ich fahre nun seit 21 Jahren Auto. Immer
mit Sommerreifen und noch nie gabs Probleme. Allerdings würde
ich es bei BMW und Mercedes schon empfehlen, da wurde es
aufgrund des Heckantriebs manchmal kritisch. Aber im letzten
Winter brauchte ich nicht einmal das Anfahrhilfeprogramm der
Automatik und auch ASR und ABS kamen trotz allem nie zum
Einsatz.

Das ist alles schön und gut, solange Du dann nicht den Winterurlaub bei uns hier unten verbingen möchtest und dann, wie es tausende Nordlichter jedes Jahr machen, den gesamten Verkehr hier mit Deiner mangelhaften Ausrüstung lahmlegst… :wink:

Grüße,

Mathias

Hallo Bea,

es ist ja schon viel geschrieben worden, also nur noch eines dazu:

Winterreifen sind bei gleicher Temperatur wesentlich weicher als Sommerreifen, das ist so gewollt, damit sie bei niedrigen Temperaturen gute Hafteigenschaften aufweisen. Ein Sommerreifen ist im Winter steinhart (schlechte Traktion), ein Winterreifen ist im Sommer sehr weich (mehr Abnutzung).

Leider hat das auch die Folge, dass Winterreifen bei sommerlichen Temperaturen mehr walken, d.h. die Formveränderung beim Abrollen ist größer. Dadurch erwärmen sich die Reifen stärker (ähnlich wie bei zu geringem Luftdruck). Wärmer = weicher, die Reifen werden also noch weicher, walken noch mehr, erwärmen sich noch mehr, werden noch weicher, walken noch mehr usw. usw.

Begrenzt wird das Ganze durch die Fahrtwindkühlung. Trotzdem neigen Winterreifen im Sommer, insbesondere bei hochsommerlichen Temperaturen, zum Überhitzen, und dieses wiederrum kann zum Platzen der Reifen bzw. zum Lösen der Lauffläche führen.

Fazit: Man sollte bei hohen Außentemperaturen die Geschwindigkeitsgrenze der Reifen niedriger ansetzen als eh schon vorgeschrieben. Nach längeren Fahrten sollte man mal vorsichtig mit der Hand prüfen (Vorsicht, da kann man sich ordentlich verbrennen!).

Ich persönlich hätte ein ungutes Gefühl mit Winterreifen im Sommer, besonders bei höheren Geschwindigkeiten und längeren Fahrten.

Grüße
Sebastian

P.S.: Der Hat-sich-der-Reifen-stark-erhitzt-Test durch Handauflegen deckt übrigens auch Druckverlust und manchen sich anbahnenden Reifendefekt auf, ich mache das routinemäßig bei längeren Fahrten.