Winterreifepflicht bei Mietwagen & deren Kosten

Moin zusammen,

aktuelle wurde im Internet ein Bericht über die Praxis von Autovermietern veröffentlicht, die bis zu 19€ extra pro Tag für Winterreifen verlangen.
Leider, so sagt die Verbraucherzentrale ist das ok, sofern der Preis korrekt ausgewiesen wird.

Meine Fragen:
Darf ein Autovermieter einen Mietwagen bei eindeutig winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen vermieten oder muß der Kunde die Reifen mitbuchen, egal ob er will oder nicht?

Wenn der Kunde bei winterlichen Verhältnissen dennoch mit Sommerreifen unterwegs wäre und in eine Kontrolle gerät - wird nur der Fahrer oder auch der Halter, in dem Fall der Vermieter mit einem Verwarnungsgeld belegt?

CU - Dominik

Hallo,

Leider, so sagt die Verbraucherzentrale ist das ok, sofern der
Preis korrekt ausgewiesen wird.

Ja, denn man braucht den Mietvertrag ja nicht abzuschließen.

Zu den anderen Fragen:
Für den ordnungsgemäßen Zustand ist immer der Fahrer verantwortlich. Bei Kontrollen wird also er selbst herangezogen. Letzten Endes ist der Fahrer derjenige, der entscheidet, mit was für einem Fahrzeug er am Straßenverkehr teilnimmt. Wenn er nur gegen Mehrpreis ein ordnungsgemäßes Fahrzeug bekommt, hat er die Möglichkeit, den Mehrpreis zu zahlen, eine andere Vermietung aufzusuchen oder eben ein nicht den Witterungsverhältnissen angepasstes Fahrzeug zu nehmen.
Aus welchem Grund sollte er seine verantwortung auf die Vermietung abwälzen können?
Wie das Handeln der Vermietungen mralisch zu bewerten ist, bleibt dabei außen vor.

Gruß, Niels

Anmerkung o.T.
Hallo,

Wie das Handeln der Vermietungen mralisch zu bewerten ist,
bleibt dabei außen vor.

was genau sollte amoralisch daran sein, höhere Kosten an die Kunden weiter zu reichen? Oder höhere Gewinne raus zu schlagen, wenn der Kunde halt zahlt? Ist ein Kaufmann neuerdings verpflichtet, zum ihm niedrigstmöglichen Preis zu verkaufen?
Gruß
loderunner

Moin,

nun ist es m.E. nach in diesem speziellen Fall doch so - das ein Winterreifen sofern nicht mitten im Schnee gekauft, nicht groß teurer als ein Sommerreifen. Und da die Autos nach jeder Vermietung eh gecheckt und gereinigt werden könnte man auch zweimal im jahr die jeweils 15 Minuten zum Räderwechsel investieren.

Und wenn ich die Preisgestaltung sehe, bei 19€ pro Tag für Winterreifen, ich nach ca. 20 Vermietungstagen der Kaufpreis von Reifen drin - danach Reingewinn.

Ich bin ja nicht gegen Gewinnerzielung, von irgendwas müssen die leben - aber im Winter extra geld dafür zu verlangen, im Sommer nicht - was ist an Sommerreifen anders? Dann kann ich auch gleich extra Geld für ein Lenkrad verlangen :smile:

Ich find´s komisch und bin froh nicht auf Mietwagen angewiesen zu sein.
Danke an Euch für die Antworten.

CU - Dominik

1 „Gefällt mir“

Ich hatte vor 4 Wochen einen Mietwangen mit Winterreifen ohne das Kreuzchen zu machen und die 19 eur zu bezahlen.

Gruss
Nils

Eigene Erfahrung…
…wer risikofreudig ist und vor allem kurzfristig bucht, der könnte auch Glück haben, wenn er die Winterbereifung nicht explizit bestellt. Denn da wird ganz sicher nicht mal schnell jemand zur Werkstatt fahren und schnell Sommerreifen aufziehen, nur weil sie nicht gebucht wurden. Insofern dürfte man davon ausgehen, dass die überwiegende Anzahl von Mietfahrzeugen Winterreifen drauf hat.
Falls man kurzfristig bucht, kann man einfach vorher schauen, welche Autos da stehen und ob sie Winterreifen haben (Kennung „M+S“) und dann explizit bei Anmietung, welches Auto man haben möchte.

Ich persönlich halte es auch nicht für unmoralisch. Ich halte es für kundenunfreundlich. Da meines Wissens nicht alle Vermietungen das machen, könnte es auch kurzsichtig sein.

Gruß, Niels

Moin,

nun ist es m.E. nach in diesem speziellen Fall doch so - das
ein Winterreifen sofern nicht mitten im Schnee gekauft, nicht
groß teurer als ein Sommerreifen.

Man muss sie aber erstmal anschaffen, zusätzlich zu den Sommerreifen. Und montieren muss man sie auch. Und die Sommerreifen irgendwo einlagern, obwohl das Fahrzeug sich über ganz D hinweg bewegt. Und was ist mit den Felgen? Auch doppelt? Und das alles bei Fahrzeugen, die man nur ein halbes Jahr benutzt und dann eh’ verkauft?

Und da die Autos nach jeder
Vermietung eh gecheckt und gereinigt werden könnte man auch
zweimal im jahr die jeweils 15 Minuten zum Räderwechsel
investieren.

Jaja. Und natürlich kostet das nichts, die Leute sind ja sowieso da.
Die alte Leier.

Und wenn ich die Preisgestaltung sehe, bei 19€ pro Tag für
Winterreifen, ich nach ca. 20 Vermietungstagen der Kaufpreis
von Reifen drin - danach Reingewinn.

Wenn man denn 20 Tage vermietet und das Fahrzeug nicht nur auf dem Hof steht - mit den Winterreifen.

Ich bin ja nicht gegen Gewinnerzielung, von irgendwas müssen
die leben - aber im Winter extra geld dafür zu verlangen, im
Sommer nicht - was ist an Sommerreifen anders? Dann kann ich
auch gleich extra Geld für ein Lenkrad verlangen :smile:

Unsinn, s.o.

Gruß
loderunner

Hallo,

die Fragestellung ist für mich recht eindeutig,deshalb verstehe ich leider einige Beiträge nicht so richtig.

Als Mieter eines Leihwagen muss man doch m.E. davon ausgehen dürfen,ein verkehrssicheres Fahrzeug zu mieten.Warum sollte dann der Mieter für den ordnungsgemässen Zustand des KFZ verantwortlich sein?
Würde ja bedeuten,das man erst mal das Fahrzeug komplett auf seine Verkehrssicherheit durchchecken muß(Bremsen,Lenkung,Stoßdämpfer,etc.),
bevor es dann gemietet wird.Dann hätten wir wohl bald afrikanische Verhältnisse.Jeder Vermieter würde sich dann mit dem Satz"Gemietet wie besehen" aus der Affäre ziehen.
Die Preisgestaltung der Mietwagenfirmen ist die eine,die Vermietung eines strassenverkehrstüchtigen Fahrzeugs(selbstverständlich den jeweiligen Witterungsverhältnissen angepasst) eine andere Sache.

mfg Bollfried

Hallo,

Als Mieter eines Leihwagen muss man doch m.E. davon ausgehen
dürfen,ein verkehrssicheres Fahrzeug zu mieten.

Ja. Aber warum ist ein Auto ohne Winterreifen nicht verkehrssicher?
Gruß
loderunner

Du vergleichst hier meines Erachtens zwei völlig unterschiedliche Dinge.

das eine ist, dass der Mietwagen für den Laien schwer erkennbare Mängel hat (abgenutzte Bremsbeläge etc.). Hier kann man von der Firma sicher ein fahrtüchtiges Auto verlangen.

Etwas anderes ist, wenn die Firma Dir direkt sagt, dass da keine Winterreifen drauf sind, ein Fahrzeug mit Winterreifen aber x Euro mehr kostet. Du gehst da also das Risiko in voller Kenntnis der Sachlage ein.

Ums Auto rumgehen solltest Du sowieso um Kratzer zu suchen, die man Dir dann nicht in die Schuhe schieben kann. Außerdem ist ein Check z.B. der Beleuchtung nicht schlecht. Die Vermietung kann auch nicht permanent kontrollieren, was auf ihrem Parkplatz passiert.

Wie gesagt: Rechtlich ist der Fahrer (nicht der Mieter!) für den verkehrssicheren Zustand des Fahrzeugs verantwortlich. Vermutlich kann er bei versteckten Mängeln die Vermietung mit in die Verantwortung ziehen. Aber bei dem Hinweis „da sind keine Winterreifen drauf“ wird das schon schwieriger. Da kann er dann nicht mehr „von etwas ausgehen“.

Gruß, Niels

Hallo,

die Frage kann sich dann jeder stellen,der ein Auto mit Sommerreifen
fährt,einen vermeidbaren Unfall verursacht(eben weil keine Winterreifen) mit eventuell großen Personenschäden und anschließend jammert,„Ach hätte ich nur…!“
Die physikalischen Eigenschaften von Sommer und Winterreifen sind nun mal an die jeweilige Witterung angepasst und sollen eben für mehr Sicherheit im Strassenverkehr sorgen.Dazu zählt man auch vermeidbare
Unfälle,Behinderungen,etc.

mfg Bollfried

Hallo,

die Frage kann sich dann jeder stellen,der ein Auto mit

man auch vermeidbare Unfälle,Behinderungen,etc.

Und was genau soll uns dieser ganze Sermon nun sagen? Dass Winterreifen prinzipiell und immer besser sind als Sommerreifen? Warum fährt man sie denn dann nicht das ganze Jahr über?

Ich sag’s Dir: weil das Unsinn ist. Winterreifen sind auf Schnee und Eis besser als Sommerreifen. Aber es liegt ja nicht im ganzen Winter und überall Schnee und Eis. Es gibt auch mal Regen oder trockene Straßen. Montierst Du dann jedes mal die Reifen um, weil die Winterreifen dann schlecht sind? Und dann gibt es ja auch gute und schlechte Reifen. Sind die schlechten etwa verboten? Oder wenigstens für Mietwagen die teuren vorgeschrieben?

Erst nachdenken, dann dem Pawlow freien Lauf lassen.
Gruß
loderunner