Winziges Schwarzes Loch

Hallo,

ich habe mal irgendwo gelesen, daß man mithilfe einer entsprechenden konzentrisch angeordneten Nukleardetonation ein kleines Schwarzes Loch (SL) von ca. Faustgröße erzeugen könnte. Angenommen, es würde einem Team von verrückten Wissenschaftlern gelingen, ein solches Schwarzes Loch zu erzeugen, was würde passieren?

Das SL würde doch wahrscheinlich als erstes auf die Erde fallen und beginnen, alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in sich hineinzusaugen, also auch die atmosphärische Luft, Wasser, Staub, Lebewesen etc.

Wie groß wäre der Ereignishorizont rund um dieses SL herum?

Würde es bei dem Versuch, sich die Erde einzuverleiben, an deren Größe „verschlucken“ und sehr schnell seine SL-Eigenschaften verlieren? Wie würde die aus einem solchen schwarzen Loch dann „ausgewürgte“ Materie aussehen, welche Eigenschaften hätte sie? Oder würde sich das SL langsam, dabei immer mächtiger werdend, in Richtung Erdmittelpunkt in die Erde „hineinschmelzen“ und diese im Laufe der Zeit langsam immer weiter in sich hineinsaugen?

Gruß, Uwe

Auch hallo.

Also was „Schwarze Löcher“ angeht, scheint man der Wahrheit immer näher zu kommen: http://62.27.84.81/cgi-bin/onchange/anzeige.pl?kennu…

mfg M.L.

ich habe mal irgendwo gelesen, daß man mithilfe einer
entsprechenden konzentrisch angeordneten Nukleardetonation ein
kleines Schwarzes Loch (SL) von ca. Faustgröße erzeugen
könnte.

Das kannst Du getrost vergessen. Davon abgesehen, dass ein Schwarzes Loch „von ca. Faustgröße“ alles andere als klein und viel schwärer wäre als die Erde, können Schwarze Löcher nicht durch nukleare Explosionen erzeugt werden. Selbst die stärkste bekannte thermonukleare Explosion - eine Supernova vom Typ Ia - führt nicht zur Bildung eines schwarzen Loches.

Das SL würde doch wahrscheinlich als erstes auf die Erde
fallen

Ein faustgroßes Loch würde nicht auf die Erde fallen, sondern die Erde auf das Loch. Aber nehmen wir mal an, es würde sich um ein sehr kleines Loch - sagen wir mal mit der Masse des Mount Everest - handeln. Dann würde es tatsächlich zur Erde Fallen.

und beginnen, alles, was nicht niet- und nagelfest ist,
in sich hineinzusaugen

Es würde auch alles in sich hinein saugen, was niet- und nagelfest ist.

also auch die atmosphärische Luft,
Wasser, Staub, Lebewesen etc.

So ist es.

Wie groß wäre der Ereignishorizont rund um dieses SL herum?

Dein faustgroßes Loch wäre natürlich faustgroß. Ein Loch mit der Masse des Mount Everest wäre ein paar Picometer „groß“ - also kleiner als ein Atom.

Würde es bei dem Versuch, sich die Erde einzuverleiben, an
deren Größe „verschlucken“ und sehr schnell seine
SL-Eigenschaften verlieren?

Schwarze Löcher verschlucken sich nicht und sie verlieren nur ihre SL-Eigenschaften, wenn sie zu lange nichts zu fressen kriegen. Dann verdampfen sie nämlich.

Wie würde die aus einem solchen
schwarzen Loch dann „ausgewürgte“ Materie aussehen, welche
Eigenschaften hätte sie?

Das einzige, was Schwarze Löcher „auswürgen“, ist Hwaking-Strahlung und selbst die kommt nicht aus dem Loch, sondern entsteht außerhalb des Ereignishorizontes.

Oder würde sich das SL langsam, dabei
immer mächtiger werdend, in Richtung Erdmittelpunkt in die
Erde „hineinschmelzen“

Nein. Das Loch würde nahezu ungebremst durch die Erde fallen und sich in einer immer enger werdenden Spiralbahn dem Mittelpunkt nähern.

und diese im Laufe der Zeit langsam
immer weiter in sich hineinsaugen?

So ist es. Allerdings würde dabei so viel Energie freiwerden, dass der Großteil der Erde in handlichen Stücken weggesprengt werden würde.

Huhu!

Das kannst Du getrost vergessen. Davon abgesehen, dass ein
Schwarzes Loch „von ca. Faustgröße“ alles andere als klein und
viel schwärer wäre als die Erde, können Schwarze Löcher nicht
durch nukleare Explosionen erzeugt werden. Selbst die stärkste
bekannte thermonukleare Explosion - eine Supernova vom Typ IIa

  • führt nicht zur Bildung eines schwarzen Loches.

Die ist auch nicht auf einen Punkt gerichtet.
Ich bin mir nicht sicher, was für Kräfte wirken müßen, um Materie stark genug zu komprimieren, aber wären nicht jede Menge Sprenköpfe, die ihre Ladungen auf einen Punkt konzentrieren, theoretisch stark genug für ein kleines Schwarzes Loch?
(Bin gerade viel zu faul, auf die Mathematik einzusteigen, die man braucht, um das auszurechnen. Wobei das immer noch theoretisch bleibt, weil man wohl schwerlich Explosionen einer solchen Größenordnung auf einen Punkt konzentrieren könnte.
Bzw. auf eine Masse.)

Viele Grüße!
Ph.

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Hi,

Das SL würde doch wahrscheinlich als erstes auf die Erde
fallen und beginnen, alles, was nicht niet- und nagelfest ist,
in sich hineinzusaugen, also auch die atmosphärische Luft,
Wasser, Staub, Lebewesen etc.

1.) wie geschrieben, ein schwarzes Loch muss schwerer als die Erde sein, sonst kann es nicht entstehen.

Wie groß wäre der Ereignishorizont rund um dieses SL herum?

Zur Größe eines SL: Schwarze Löcher weisen Singularität auf, die ganze Masse ist in einem mathematischen Punkt konzentriert (unendliche Dichte, Zeit steht still, keine Ausdehnung…) sie haben daher, egal wie massereich sie sind, keine Größe. Die angegebene Größe des schwarzen Loches ist immer die des Ereignishorzontes, der abhängig ist von der Masse.

mfg Alexander H.

Schwarze Löcher verschlucken sich nicht und sie verlieren nur
ihre SL-Eigenschaften, wenn sie zu lange nichts zu fressen
kriegen. Dann verdampfen sie nämlich.

Was allerdings so seine Zeit dauern kann =) Geht man nicht sogar davon aus, dass dies solange dauern würde, dass es nichteinaml theoretisch schon bei irgendeinem SL schon so weit sein könnte? Außerdem kommt mir das schon sehr theoretisch vor, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass es einen Bereich im Weltall gibt, der solange so leer ist…
Aber ich weiß, das ist alles theoretisch.

Dazu hätt ich aber schon eine Frage auch noch: Wenn das ganze schwarze Loch verdampft ist, muss die Materie das Loch ja verlassen. Tut sie das nur in Form der Hawkingstrahlung? Aber die entsteht doch gar nicht innerhalb des Ereignishorizontes? Was kommt oder wie oder wann kommt sie wirklich wieder weg?

mfg Alexander H.

Schwarze Löcher verschlucken sich nicht und sie verlieren nur
ihre SL-Eigenschaften, wenn sie zu lange nichts zu fressen
kriegen. Dann verdampfen sie nämlich.

Was allerdings so seine Zeit dauern kann =) Geht man nicht
sogar davon aus, dass dies solange dauern würde, dass es
nichteinaml theoretisch schon bei irgendeinem SL schon so weit
sein könnte?

Bei SL die durch Gravitationskollaps entstanden sind, ist das sicher richtig. Aber primordiale Schwarze Löcher, die beim Urknall entstanden sind, können sehr klein sein und deshalb heute schon verdampfen. Es gab sogar Spekulationen, nach denen einige Gamma-Ray-Bursts auf verdampfenden Schwarze Löcher zurückzuführen sind.

Dazu hätt ich aber schon eine Frage auch noch: Wenn das ganze
schwarze Loch verdampft ist, muss die Materie das Loch ja
verlassen.

Nein, das muß sie nicht. Selbst wenn es dort Materie gäbe, käme sie nicht heraus. Ein Schwarzes Loch ist eine ultimative Einbahnstraße. Man kommt zwar hinein, aber es führt kein Weg hinaus - nicht einmal theoretisch. Schwarze Löcher verdampfen deshalb auch nicht, indem Energie heraus kommt, sondern indem - sehr vereinfacht ausgedrückt - innerhalb des Ereignishorizontes negative Energie entsteht.