Wir eine abgelehnte Finanzierung gespeichert?

Sachlage:

  • es existiert eine junge Firma (5 Jahre am Markt)
  • die letzten zwei Jahre hat diese 1-Mann-Firma Gewinne erwirtschaftet
  • die Gewinne waren ca. 50% des Umsatzes
  • das Unternehmen soll nun wachsen
  • daher wurde bei der Hausbank eine Finanzierungsanfrage gestellt
  • es existiert ein professioneller Businessplan
  • die Finanzierung wurde abgelehnt (Gruende sind bekannt)

Fragen:

  • Kann man nun mit einem geaenderten Businessplan zur naechsten Bank laufen?
  • Wird man da nicht gleich automatisch abgelehnt, weil die erste Anfrage einsehbar ist?
  • Werden diese negativen Antraege irgendwo gespeichert (Schufa?)?
  • Wie lange muss man warten, bevor dieser Eintrag wieder geloescht wird?

Hallo!

  • Kann man nun mit einem :geaenderten Businessplan zur
    naechsten Bank laufen?

Ja.

  • Wird man da nicht gleich :automatisch abgelehnt, weil :die erste Anfrage einsehbar :ist?

Nein.

  • Werden diese negativen :Antraege irgendwo gespeichert
    (Schufa?)?

Kreditanfragen im Privatkundenbereich werden evtl. ein paar Tage gespeichert. Das ist aber nach etwa 10 Tagen Geschichte. Außerdem: Bei einem Finanzierungswunsch für ein Unternehmen bist Du bei einer Bank, die derart formalisiert vorgeht, ohne sich ein eigenes Urteil zu bilden, ohnehin an der falschen Adresse.

Gruß
Wolfgang

Was sind die Versagungsgründe ?
Hallo …

Kreditanfragen werden bei der Schufa maximal für 14 Tage gespeichert, wird innerhalb dieser Zeit bei einer zweiten Bank nachgefragt, dann erscheint der Hinweis, dass bereits eine Anfrage gestellt wurde und man bekommt ein Angebot mit einem höheren Zinssatz.

Zunächst sollte aber vordringlich festgestellt werden, warum die Hausbank eine ergänzende Begleitung abgelehnt hat, denn eine Ablehnung der Hausbank, noch dazu nach 5-jähriger Begleitung, ist sofort das KO-Kriterium bei jeder Anfrage an eine neu aufzubauende Hausbank.

Haben Sie der Bank denn konkret vorgeschlagen, mit welchen Instrumenten Sie sich eine Finanzierung vorstellen ?

MfG
BEBOUB

PS: Da der Gewinn bei Einzelunternehmen stets den Unternehmerlohn und noch zu zahlende Steuern beinhaltet, ist der Begriff „Umsatzrendite von 50%“ relativ wenig aussagekräftig, weil nicht bekannt ist, wieviel „Eigenkapital“ nach Entnahmen und Steuerzahlungen gebildet wird, um hiervon evt. Darlehen bedienen zu können.

Hallo Beboub,

Kreditanfragen werden bei der Schufa maximal für 14 Tage
gespeichert, wird innerhalb dieser Zeit bei einer zweiten Bank
nachgefragt, dann erscheint der Hinweis, dass bereits eine
Anfrage gestellt wurde und man bekommt ein Angebot mit einem
höheren Zinssatz.

ganz sicher? Und was ist mit dem Scoring (Schufa)?

Zunächst sollte aber vordringlich festgestellt werden, warum
die Hausbank eine ergänzende Begleitung abgelehnt hat, denn
eine Ablehnung der Hausbank, noch dazu nach 5-jähriger
Begleitung, ist sofort das KO-Kriterium bei jeder Anfrage an
eine neu aufzubauende Hausbank.

Mit der Investitionsspritze sollten 3 Arbeitsplaetzte geschaffen werden. Hierfuer braucht man groessere Raeume und eine gute EDV-Ausstattung (Investion). Ferner wurden die Lohnkosten fuer die ersten 6 Monate mit eingerechnet, damit die Leute, die in den ersten Monaten eingearbeitet werden und in der Regel kein Geld verdienen, bezahlt werden koennen. Diese Lohnkosten/Gehaelter (inkl. der eigenen Gehaltskosten als Geschaeftsfuehrer) gehoeren lt. Aussage der Bank nicht zum Investitionsvolumen dazu. Fazit: Die Bank will Investitionen foerdern aber keine Gehaelter vorfinanzieren.

Haben Sie der Bank denn konkret vorgeschlagen, mit welchen
Instrumenten Sie sich eine Finanzierung vorstellen ?

Vorgeschlagen waren Nbank, Kfw, etc. Die wollten natuerlich sofort Ihre eigenen Produkte platzieren. Der Unternehmer hatte die Moeglichkeit eine Grundschuld ueber den gesamten Betrag (100 TEUR) auf eines der vorhandenen Grundstuecke und Haeuser einzutragen. Es wurde aber dennoch abgelehnt.

PS: Da der Gewinn bei Einzelunternehmen stets den
Unternehmerlohn und noch zu zahlende Steuern beinhaltet, ist
der Begriff „Umsatzrendite von 50%“ relativ wenig
aussagekräftig, weil nicht bekannt ist, wieviel „Eigenkapital“
nach Entnahmen und Steuerzahlungen gebildet wird, um hiervon
evt. Darlehen bedienen zu können.

Der Gewinn vor Steuern 2004 war 34 TEUR (abzgl. 6 TEUR Steuern). Der Gewinn vor Steuern 2005 war 38 TEUR (Stichtag 30.09. - abgzl. 8 TEUR Steuern).

Gruss
fugazi

Der Gewinn ist nicht sehr hoch !
Hallo …

wenn man bei den geringen Informationen eine Prognose wagt, so scheint es, dass die Bank abgelehnt hat, weil der Gewinn einerseits sehr gering ist und die Bank andererseits wenig an den öffentlichen Krediten verdient.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, inwieweit Liquidität durch Ansparabschreibungen gesichert wurde (es hat den Anschein, dass dies nicht erfolgte!?) um eine Expansion vorzubereiten.

Wenn man das vorläufige Ergebnis bis zum 30.09. zugrunde legt, dann könnte in 2005 vermutlich ein Gewinn von 50’€ erzielt werden (richtig?). Bei einer Kreditaufnahme von 100’€ zu 8% Zinsen und bei einer Laufzeit von 10 Jahren, fallen 8’€ an Zinsen an und 10’€ an Tilgung. Das Ergebnis würde durch die Zinsen auf 42’€ fallen, an Steuern wären knapp 8’€ zu zahlen, sodass 34’€ zur Verfügung wären, die um die Tilgung vermindert werden würden, sodass 24’€ zum Leben übrig bleiben würden.

Dies ist für einen Unternehmer nicht sehr viel, denn Risikovorsorge kann so nicht betrieben werden !

Scoring hin oder her… die Problematik liegt vermutlich eher in der geringen Rendite und dem Risiko für die Hausbank, denn das finanzielle Hemdchen ist wirklich sehr kurz.

Man müßte die Finanzierungssumme zunächst aufsplitten in Investitionen und Betriebsmittel (beides wird gefördert, nur unterschiedlich abgesichert), Potentiale ausloten, die eine Steuererstattung möglich machen und zukünftige Steuerbelastungen verschieben und dann ermitteln, welche Möglichkeiten der Finanzierung tatsächlich bestehen.

Sollte sich herausstellen, dass eine Finanzierung realistisch möglich ist, dann kann man ggf. darüber nachdenken, ein langfristiges Darlehen bei der Hausbank aufzunehmen, dass durch eine Ausfallbürgschaft gesichert ist, momentan hat es eher den Anschein, dass die Rendite des Geschäfts sehr gering ist.

Aus dem Businessplan (Teil Investitions-, Finanzplanung) scheint dies nicht konkret hervorzugehen, sonst würden die gestellten Fragen nicht aufgekommen sein, dieser muss also neu überarbeitet werden.

Im übrigen schreiben Sie stets von „Geschäftsführer“, gemäß Ihrer Web-Präsenz sind Sie aber Gewerbetreibender… welche Rechtsform besitzen Sie denn oder streben Sie an ?

MfG
BEBOUB

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Vielen Dank fuer die Infos.

Die Einzelunternehmung sollte in eine GmbH umgewandelt werden.

Die ersten 3 Jahre wurde das Gewerbe nebenberuflich betrieben. Seit fast 2 Jahren hauptberuflich.

Ich bin mit der Entwicklung sehr zufrieden und habe erteilte Auftraege von mehr als 35 TEUR fuer die ersten zwei Quartale 2006 bereits vorliegen.

Es wurde sehr viel Geld in die Firma investiert, was die Banken natürlich gesehen hat. Die Firma hat auch Eigentum (Bueroraeume) und eine sehr gute Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die ca. 15.000,- EUR hohen Abschreibungen sieht man bei den wenigen Zahlen, die hier diskutiert wurden ja auch nicht. Das Ergebnis war und ist sehr gut, dass haben die Banken auch sofort erkannt, gesagt und mehrfach erwähnt.

Der Investitionsplan war das Problem, nicht der Umsatz oder der Gewinn.

Der Gewinn ist nicht sehr hoch !
Hallo …

Danke für die Rückmeldung und die ergänzenden Informationen.

Bezüglich der Abschreibungen könnten Sie vielleicht einmal erläutern ob es sich um substanzerhaltende Abschreibungen oder um Ansparabschreibungen handelt.

Handelt es sich um substanzerhaltende Abschreibungen, dann ist der Gewinn zu niedrig, denn die gewonnene Liquidität muss zukünftig zur Erhaltung der Substanz wieder verwendet werden.

Handelt es sich um Ansparabschreibungen auf zukünftig zu erwerbende Wirtschaftsgüter und Entnahmen+Steuern mindern nicht das Eigenkapital (Überentnahmen), dann wäre tatsächlich der „sehr gute Gewinn“ erwirtschaftet worden, denn in einer Bilanzanalyse würde man die Ansparabschreibungen jeweils hälftig dem Eigenkapital und den kurzfristigen Verbindlichkeiten zur Zahlung der Steuern zuführen.

Die ausgewiesenen Gewinne machen aber eher den Eindruck, dass keine Ansparabschreibungen gebildet wurden, denn üblicherweise hätte man den Gewinn dann bis zum Grundfreibetrag heruntergedrückt, um eine Null-Besteuerung zu erreichen, der Gewinn aus 2004 z.B. liegt mit 34’€ aber weit darüber.

Da die Investitionen über die Abschreibungen (Bilanzplanung) wieder in die Ergebnis- und Liquiditätsplanung mit einfliessen, kann es nicht alleine an der Investitionsplanung liegen, denn die Ergebnisplanung wird dadurch gleichermassen berührt (Gewinn).

Es wäre daher ganz interessant, wenn Sie mitteilen würden, warum es Ihrer Meinung nach die Investitionsplanung ist, die die Bank bemängelt.

MfG
BEBOUB