Wir helfen Sie

Diesen Text höre ich hin und wieder in Werbesendungen.
Was ist denn das für ein Deutsch? Die Werbefuzzis werden sicher wissen, warum sie solche Texte verbreiten, aber ich weiß das nicht.
Wer kann mir was dazu sagen?

Jochen, der sich bemüht, verständliches und richtiges Deutsch anzuwenden.

Da werden Sie geholfen…
Hallo Jochen,

aha, die Telegate-Werbung mit Verona Feldbusch!

Was ist denn das für ein Deutsch?

„Veronas Deutsch“. Es ist kein Geheimnis, daß Verona die deutsche Grammatik nicht unbedingt perfekt beherrscht (mir/mich, etc.). Allerdings macht sie keinen Hehl daraus; mehr noch: sie hat die kleine Schwäche zu ihrem Markenzeichen gemacht und ist damit berühmt geworden. Genau das machen sich die Werbefuzzis zunutze (mit großem Erfolg!).

Gruß

Tessa

Wer ist Verona?

Wer ist Verona?

Verona Feldbusch - Kurzbiografie
Ich hoffe, Du meinst Deine Frage ernst, denn dann wirst Du geholfen …

Geburt und Herkunft
Verona Feldbusch wurde am 30. April 1968 als Tochter eines deutschen Maschinenbautechnikers und einer bolivianischen Friseuse in La Paz, Bolivien, geboren, wuchs aber in Hamburg auf, wo ihre Mutter zeitweise einen Frisiersalon betrieb.

Ausbildung
Bis 1990 besuchte F. (ohne Abschluss) in Hamburg die Handelsschule Holstenwall, danach begann sie eine Schneiderlehre. Zeitweise soll sie sich auch an einem Modedesign-Studium versucht haben.

Berufliches Wirken
Schon als Fünfzehnjährige versuchte sich die attraktive und durchaus karrierebewusste F. als Model. Als Neunzehnjährige wurde sie „Miss Hamburg“, als Zwanzigjährige eröffnete sie ein eigenes Modeatelier in Hamburg. Daneben versuchte sie sich trotz ihrer „schlecht ausjustierten Singstimme“ (FAZ, 25.2.1998) mit einigem Erfolg als Popsängerin und spielte mehrere Singles ein. Mit ihrem Titel „Ritmo de la Noche“ brachte sie es 1990 sogar (unter dem Künstlernamen „Chocolate“) zu einer Goldenen Schallplatte. 1993 wurde sie zur „Miss Germany“ gewählt, 1994 zur „Miss Intercontinental World“, 1995 als erste Deutsche zur „Miss American Dream“. Dazu kamen erste kleine Rollen in TV-Serien.
Anfang 1996 lernte F. den deutschen Musikproduzenten und Popsänger Dieter Bohlen („Modern Talking“) kennen, den sie wenig später, im Mai des Jahres, in Las Vegas heiratete. Die Verbindung hielt nur vier Wochen, sorgte aber dank mehrerer erfolgloser Versöhnungsversuche und spektakulärer öffentlicher Auseinandersetzungen (u. a. reichte F. eine einstweilige Verfügung ein, dass ihr Mann sie nicht mehr schlagen dürfe) monatelang für Schlagzeilen in der Regenbogenpresse, die der bis dahin kaum bekannten F. zu breiter Popularität verhalfen. Im Mai 1997 wurde die Ehe endgültig geschieden. Bereits im Aug. 1996 hatte F. als Moderatorin der RTL2-Erotiksendung „peep!“ eine überraschend steile TV-Karriere begonnen, obwohl die Kritik nicht müde wurde, sowohl die Qualifikation der Moderatorin als auch die Show selbst („erotisch wie eine Hühnerauktion“) in Frage zu stellen. Zeitweise wurde F. als neues Sexsymbol mit Kultstatus gefeiert, obwohl sie sich im Juni 1999 von der Erotik-Show mit der Begründung zurückzog, das Magazin sei ihr „zu pornographisch“ geworden. Bereits im Aug. 1998 hatte sie bei RTL unter dem Titel „Veronas Welt“ eine eigene Late-Night-Comedy-Talkshow erhalten, die der Fernsehproduzent Till Stein nach dem Motto „Ihre Schwächen sind ihre Stärken“ eigens für sie konzipiert hatte und die Lob und Kritik gleichermaßen herausforderte. Tatsächlich wird F., die außer wenigen Vorbereitungsstunden bei der renommierten Moderatorin- und Schauspieler-Trainerin Prof. Helga von Wangenheim keinen Schauspielunterricht genossen hat, eine ganze Reihe von Unzulänglichkeiten nachgesagt, die von sprachlichen Problemen bis zu einem schwachen Kurzzeitgedächtnis reichen. Die Woche (28.5.1998) entdeckte bei ihr eine „süße Mausimäßigkeit“ und machte ihr zum Vorwurf, sie habe den „frenetischen Dilettantismus zur Kunstform erhoben“. Die FAZ (25.2.1998) attestierte ihren Moderationen „eine solch erbarmungswürdige Dürftigkeit und Steifheit, dass man F. für eine Parodie halten muss“. Der SPIEGEL (12/1998) apostrophierte sie als „frivoles Comicgirl der Mediengesellschaft“. Andere wiederum sagten ihr coole Cleverness und geniales PR-Geschick nach, darunter auch F. selbst, die keine Identitätsprobleme zu kennen scheint: „Meine naive Art ist eine Marktlücke.“ Und der Medienexperte Lutz Hachmeister meinte: „Sie lässt Kritik gar nicht erst zu, ist gegen alle Vorbehalte immun, da sie sich selber auf die Schippe nimmt“ (Schw. Z., 6.8.1998).
Neben ihrer Fernseharbeit bemühte sich F. mit wachsendem Erfolg auch um schauspielerische Aufgaben. U. a. sah man sie als deutsche Geheimagentin in der US-Serie „Acapulco Heat“ und als schlagkräftiges Dorfmädchen Tarr in der US-Serie „Conan“. Mit „Wer liebt, dem wachsen Flügel“ drehte sie 1998 ihren ersten Kinofilm. 1999 sah man sie neben Ulrich Noethen in dem Streifen „Die polnische Jungfrau“. Im Okt. 1999 zeigte RTL ein einstündiges TV-Porträt der Künstlerin unter dem Titel „Verona Feldbusch ungeschminkt“. Auf sich aufmerksam machte F. auch mit Werbespots für die Firmen Iglu und Telegate.
18. - 19. Mai 2000 - Verona Feldbusch absolviert in Köln einen PR-trächtigen Auftritt im „Big-Brother“-Haus von RTL2.
Juli 2000 - Die Geschäftsleitung der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover startet angesichts der enttäuschenden Besucherzahlen eine Werbekampagne mit Sir Peter Ustinov und Verona Feldbusch. Die beiden sollen als „Weiser“ und als „Neugierige“ in sechs Spots in Sketchform neues Interesse an der Expo wecken. Für die Kampagne stehen 50 Mio. DM zur Verfügung. Expo-Chefin Breuel räumte zuvor erstmals ein, dass die angestrebte Gesamtbesucherzahl von 40 Mio. nicht erreicht werden könne. Statt wie erwartet 350.000 Besucher kamen bislang täglich nur 80.000 bis 100.000. Es wird ein Milliardendefizit befürchtet. Ursprünglich ging man von Verlusten von 400 Mio. DM aus. Die Expo-Sprecherin Wibke Bruhns wirft Bund und Ländern eine falsche Kalkulation vor.

Werke und Publikationen
1999 - Verona Feldbusch: „Kochen mit dem Blubb. Mein erstes Spinatkochbuch aller Zeiten“

Literatur
Jürgen Roth: „Verona Feldbusch. Geschichte eines Lebens. Unautorisierte Biographie“ (2000)

Familie/Interessen/Hobbies
F. war von 1996 bis 1997 mit dem Musikproduzenten Dieter Bohlen (s. o.) verheiratet; die Ehe wurde geschieden. Ungeachtet ihres TV-Images als Erotik-Star führt sie seither ein praktisch skandalfreies Privatleben.

Gruß!
Chris

4 „Gefällt mir“

Danke–Eigentlich, hätte „Model und Schauspielerin“ gereicht.

–KIM

Fuzzis
Tag, allerseits

die Werbefuzzis

Woran, bitte schoen, ist ein Fuzzi zu erkennen? Ist das Wort total negativ oder eher komisch-neckisch? Ist es eine Abkuerzung? Gleicht das Wort ungefaehr „Heini“ in Konstruktionen wie, vielleicht „Werbeheinis?“ Welche andere Beispiele koennte man mir geben?

v.D.i.Voraus
Jim

Fuzzis, Heinis & Co.
Hi Jim,

die Werbefuzzis
Woran, bitte schoen, ist ein Fuzzi zu erkennen?

Tja, also bestimmte Fuzzi-Merkmale gibt es meines Wissens nicht, deswegen wird es mit dem Erkennen ein bißchen schwierig.:smile:

Negativ ist das Wort eigentlich nicht, eher schon ironisch. Gleiches gilt für Heini. So ist halt die detusche Umgangssprache.

Ciao

Tessa

Hi,

Woran, bitte schoen, ist ein Fuzzi zu erkennen?

Der Begriff ist etwas schwammig definiert, deswegen arbeiten die mir bekannten Algorithmen alle mit Fuzzi-Logik :smile:

Gruß

J.

Tag, allerseits

die Werbefuzzis

Woran, bitte schoen, ist ein Fuzzi zu erkennen? Ist das Wort
total negativ oder eher komisch-neckisch? Ist es eine
Abkuerzung? Gleicht das Wort ungefaehr „Heini“ in
Konstruktionen wie, vielleicht „Werbeheinis?“ Welche andere
Beispiele koennte man mir geben?

es ist eine eher neckische bezeichnung, so, wie werbeheinis.
andere beispiele, meinst du synonyme für „fuzzis“?

danke
gerne gelesen, und die hohen lesezahlen für deinen beitrag zeigen: ich bin nicht allein
dietmar, noch immer über die blöde kuh kichernd

Fuzzy Garhammer?
Ist das der Namensgeber? In Dudens Großem Wörterbuch der Deutschen Sprache heißt es:
"Fuzzi (nach der gleichnamigen Gestalt einer amerik. Wildwestfilmserie), salopp, meist abwertend: (nicht ganz ernst zu nehmender) Mensch, Typ.

Ich kann mich an einen Wildwest-Fuzzi nicht erinnern… kennt den jemand? schnellsuche bei google half nicht weiter
dietmar

Ich kann mich an einen Wildwest-Fuzzi nicht erinnern… kennt
den jemand? schnellsuche bei google half nicht weiter
dietmar

Ich komm jetzt zwar nicht mehr auf den genauen Titel der Serie, aber es war irgendwas mit „Klamotten-Kiste“ oder „Väter der Klamotte“.
Hab ich früher immer gerne geguckt, war nämlich ziemlich lustig.

Gruß
Pia

Hi,

"Fuzzi (nach der gleichnamigen Gestalt einer amerik.
Wildwestfilmserie), salopp, meist abwertend: (nicht ganz ernst
zu nehmender) Mensch, Typ.

Ich kann mich an einen Wildwest-Fuzzi nicht erinnern… kennt
den jemand? schnellsuche bei google half nicht weiter

das dürfte sich auf den Schauspieler Al St. John (1893-1963) beziehen. Als Neffe von Fatty Arbuckle eigentlich Slapstick-Star aus der Stummfilmzeit. Spielte in über 200 Wildwestfilmen komödiantische Handlanger-Rollen und in der Serie „Lash of the West“ den Deputy Fuzzy Q. Jones. Den Spitznamen Fuzzy hatte er wegen seines Aussehens. Erinnert sich einer an den Sam Hawkins aus den Winnetou-Filmen? Ungefähr so.

Gruss
Peter

War gar nicht schlecht, der Typ, die Serie hiess glaub ich: Western von Gestern.
Aber Festus in Rauchende Colts war besser.
:wink:
Rainer