Wir schenken uns nichts

Werte Gemeinde,

Die Festtage nahen und man hört nun wieder allerorten:

!Wir schenken uns nichts, den Streß tun wir uns nicht an."

Ehrlich gesagt, habe ich das nie verstanden und stelle das nunmehr in Frage:

Gemeint ist wahrscheinlich: „Wir muten niemandem zu, unseretwegen durch volle Hallen zu gehen, nur damit er etwas kauft, was wir schon mehrfach haben.“

Dem würde ich entgegenhalten: Es besteht das ganze Jahr über die Möglichkeit, an seine Lieben zu denken und für wenig oder kein Geld oder auch ganz im Grünen Andenken und Befreudungen für seine Mitmenschen zu sammeln.
Einige kann man direkt austeilen, andere kann man horten, bis die Feiertage da sind.

Mir kommt das Nicht-Schenken so vor, als fiele den Menschen gar nicht mehr ein, dass Geschenke weder im Dezember noch unbedingt käuflich erworben werden müssen?

Ich bin konsumtechnisch ein echter Geizkragen und es würde mir im Traum nicht einfallen „wertige“ Geschenke zu erwerben, weil sie im prospekt stehen.
Aber ich finde den Vorgang des Schenkens ungeheuer schön. Vor allem den des Beschenkens.

Tilli,

P.S. Auf der Suche nach Potlasch fand ich dies: http://www.philosophische-praxis.at/philosophicum.htm

So ist es!
Hallo tilli!

Bin voll deiner Meinung, ich hab einen „Geschenkeschrank“, der übers Jahr befüllt wird und dann zu irgendwelchen Anlässen werden die Geschenke ausgegeben :wink:

Ich bekomme gerne Geschenke und beschenke auch gerne meine Lieben. „Nichts“ schenken find ich total doof und wird in meiner Familie auch nicht eingeführt, so!

Aber wer´s ohne Geschenke mag, meinetwegen!

Vorweihnachtliche Grüße
finnie

(Hier hats tatsächlich über Nacht ca 10cm Schnee gegeben, das ist in unseren Breiten schon fast ne Schneekatastrophe :wink:)

Hallo,

also die Sache mit dem Einkaufsstress ist im Internetzeitalter doch wirklich vorgeschoben. Ich bin aktuell auch mal wieder beruflich viel unterwegs, und hätte auch keine Lust auf die letzten Tage durch die Großstadt zu rennen. Aber mit einer guten Tasse Tee haben wir am letzten Sonntag den PC im Wohnzimmer angemacht, und auf dem Fernseher den ein oder anderen Shop angesteuert, und dabei problemlos alle Einkäufe erledigt, die jetzt ins Haus geliefert werden.

Mehr oder weniger finanzielle Gründe verstehe ich schon eher, wenn es wirklich knapp ist, oder wenn man einfach in einem Jahr sich so viele Dinge gegönnt hat, dass man einfach auch mal sagen kann, dass das auch so reicht. So haben wir es letztes Jahr gemacht, und haben einfach unseren neuen Kaminofen als gemeinsames Weihnachtsgeschenk betrachtet. Eigentlich hatten wir auch dieses Jahr vor, weil gerade vor ein paar Wochen ein nettes kleines Spaßauto vor die Tür kam, aber andererseits habe ich letztes Jahr doch die von mir so geliebte Bescherungssituation etwas vermisst, und ich denke, ich werde mich gleich noch mal mit meiner Frau hinsetzen, und wir werden uns eine Kleinigkeit überlegen, die wir uns trotzdem noch zu Weihnachten schenken.

Aber genau dieses Überlegen ist natürlich auch etwas, was vielen Menschen schwer fällt. Ich hasse diese Geschenke um der Geschenke willen, bei denen man sofort merkt, dass sich da jemand überhaupt keine Minute mal einen Gedanken darüber gemacht hat, worüber sich der andere freuen würde, oder auch die teueren Geschenke, mit denen einfach anstehende, zwingende Investitionen übernommen werden. Selbst als mich einmal so richtig der Frust über solche empfangenen Geschenke gepackt hatte, und ich auch mal passend zurück schlagen wollte, habe ich dies dann doch nicht ganz übers Herz gebracht, und trotz minimiertem Aufwand noch ausreichend individuelle Geschenke gemacht.

Gruß vom Wiz

Wertes Mitglied, *g*

Die Festtage nahen und man hört nun wieder allerorten:

!Wir schenken uns nichts, den Streß tun wir uns nicht an."

so auch bei uns.

Gemeint ist wahrscheinlich: „Wir muten niemandem zu,
unseretwegen durch volle Hallen zu gehen, nur damit er etwas
kauft, was wir schon mehrfach haben.“

Nein, zumindestens bei uns nicht. Bei uns ist gemeint: „Schön, dass wir hier an Heilig Abend zusammensitzen, schnuckelig Raclette mit leckeren Kartoffeln futten, Zeit füreinander haben. Wat sollen wir uns da noch große Gedanken darüber machen, was zu solchen Zwangsgeschenkveranstaltungen zu schenken sei!“.

Dem würde ich entgegenhalten: Es besteht das ganze Jahr über
die Möglichkeit, an seine Lieben zu denken und für wenig oder
kein Geld oder auch ganz im Grünen Andenken und Befreudungen
für seine Mitmenschen zu sammeln.

Genau, und da dies oft mit einer Bedarfssituation einhergeht, wird das Geschenk auch mal zum „Nichtgeburtstag“ vergeben.

Einige kann man direkt austeilen, andere kann man horten, bis
die Feiertage da sind.

Und warum dann das? Weil es so üblich ist? Auch wenn es uns komisch vorkommt, wenn jeder vor dem Essen noch schnell in irgendwelchen Winkeln (meine Tochter inzwischen in ihrer Reisetasche) kramt, um Geschenke hervorzuholen?!?!? Den Weihnachtsbaumstress haben wir nämlich schon vor 14 Jahren in einen „Zweige-Stress“ umgewandelt und jetzt ganz sein lassen, seitdem die Tochter erwachsen ist. Somit auch keine Geschenke unter dem Baum usw.

Mir kommt das Nicht-Schenken so vor, als fiele den Menschen
gar nicht mehr ein, dass Geschenke weder im Dezember noch
unbedingt käuflich erworben werden müssen?

Mir kommt das bei uns so vor, dass Geschenke nicht notwendigerweise am 24. Dezember gemacht werden müssen.

Aber ich finde den Vorgang des Schenkens ungeheuer schön. Vor
allem den des Beschenkens.

Ich auch, wenn ich mir den Zeitpunkt zum Schenken auch noch aussuchen darf.

Übrigens: Ich gönne jedem anderen sein Weihnachten mit Geschenken. Nur für uns finde ich es doof. Vielleicht kommt das auch daher, dass ich aus einer großen Familie stamme, in der das Gegenseitig-Beschenken zwischendurch echt in Stress ausgeartet ist, bis wir auch im Geschwisterkreis beschlossen haben: Wir schenken uns nichts.

Nochmal übrigens: Zeit füreinander schenken wir an Heilig Abend (weil es halt mit der Freizeit so passt) und, wenn gewünscht, auch an Geburtstagsfeiern. Da muss nicht auch noch ein Sachwert (oder Sachnichtwert) dazukommen.

Gruß, Karin

Hi,

ich würde auch gerne zu Weihnachten nichts schenken - aber ich scheitere mit meinen Vorstößen regelmäßig.

Für mich ist es wichtig, daß die Geschenke zum Beschenkten passen und nicht irgendwas geschenkt wird. Genauso gerne, wie ich verschenke verpacke ich auch Geschenke.

Na ja, so gibt es schon seit einigen Jahren die üblichen Weihnachtsgeschenke (bisher habe ich immer was passendes gefunden) und unter dem Jahr, wenn ich etwas besonderes für eine Person passendes finde auch dieses.

Und was den Stress angeht… ich wohne hier im nicht-ganz-so-platten Sauerland, hier gibt es den Einkaufsgrundbedarf. Aber wehe man möchte was anderes haben, dann muss man bis in die nächste größere Stadt fahren. Hat man dann noch die letzten Schnarchnasen im Auto vor sich (Öffis gibt es quasi auch nicht) ist man durchaus schon mal genervt bis man am Ziel ist. Dann noch bölkende Kleinkinder die unbedingt das neue Barbie-Lego-Bauernhof-Zauberland haben wollen, Eltern, die Klaus-Torben das in der gleichen Lautstärke ausreden und ich will nur noch eins: raus aus dem Laden und rein in mein Wohnzimmer.

Daher kaufe ich schon seit einigen Jahren ganz entspannt im Internet ein. Da findet man auch für den gemeinen Sauerländer exotische Sachen, so was wie Filz-Ei-Pott-Taschen und so :wink:

Gruss,
Little.
packt gerne ein und aus

Hi,

Und was den Stress angeht… ich wohne hier im
nicht-ganz-so-platten Sauerland, hier gibt es den
Einkaufsgrundbedarf. Aber wehe man möchte was anderes haben,
dann muss man bis in die nächste größere Stadt fahren.

also nach Erlangen…

:wink:

tilli

???
Ähem tilli,

http://www.youtube.com/watch?v=WKA5jY2S05g

Zitat M. Goldt:

„Merken Sie sich eines: Erlangen liegt nicht im Sauerland!“

Besten Gruß

Annie

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Hallo,

wir Erwachsene schenken uns nichts, war mal die Idee von meiner jüngeren Schwester und mir vor vielen Jahren gewesen. Geschenke für die Kinder ausgenommen.

Tja, dann war Weihnachten endlich eingetroffen. Meine Schwester kommt mit Familie. Die Kinder bekommen gegenseitig ihre Geschenke.

Dann rückt meine Schwester raus: „Duuuuu, mir kam das so blöd vor, dass wir uns nichts schenken. Ich habe Dir und Deinem Mann trotzdem eine Kleinigkeit besorgt.“

Ratet mal was ich gemacht hatte? Jaaa, genau das: ich hatte vorher auch eine Kleinigkeit liebevoll ausgesucht.

Seither hatten wir nie mehr die Idee, dass wir uns nichts gegenseitig schenken. Im Gegenteil ich habe für Überraschungsgäste (oftmals bringen Familienangehörige noch jemanden mit) immer kleine neutrale Geschenke (für Frauen hübsche Vasen, Schalen u. ä. Nippes und für Männer eine gute Flasche Wein o. ä.) hübsch verpackt vorrätig.

Die Freude der Überraschungsgäste, dass sie bei der gegenseitigen Schenkerei nicht leer ausgehen, entschädigt mich für den kleinen Aufwand.

Für mich kommt es nicht auf den finanziellen Wert an, sondern dass jemand an mich gedacht und sich Gedanken gemacht hat, was mir Freude bereiten würde.

Euch allen eine schöne restliche Adventszeit
Ingrid

Hi,

also wir schenken uns was. Und zwar dann, wenn wir Lust haben. Wenn wir was finden, was der andere braucht. Und wenn wir ne Freude machen wollen. Und wir schenken uns nix, wenn wir das nicht wollen oder keine Lust haben.

Das Leben kann soo einfach sein :smile:

*wink*

Petzi

Hi Tilli,

ich bin total froh, dass wir in unserer Familie die Schenkerei zu Weihnachten aufgegeben haben (mit einer Ausnahme, s.h unten). Wir feiern lieber schön in dem wir ALLE zusammen gemütlich den Heiligabend verbringen. Alle heißt, meine Eltern, meine Schwiegereltern, alle Geschwister mit Anhang und meist auch noch Freunde die sonst Heiligabend alleine wären. DAS ist für mich persönlich Weihnachten und nicht das ewige Beschenken.

Zum Geburtstag schenken wir uns alle dennoch etwas, denn das ist meiner Meinung nach ein ganz persönlicher Tag an dem sich nicht jeder Gegenseitig mit Geschenken überhäuft. Deswegen ist meine Ma an Heiligabend die einzige die ein Geschenk bekommt, weil die Arme an Heiligabend Geburtstag hat :wink:

Mein Mann und ich sind sogar dazu übergegangen uns nichts mehr zum Geburtstag zu schenken. Wir fahren statt dessen über unseren Geburtstag (die liegen nur 3 Tage auseinander) immer in den Urlaub. Da wir uns während des Jahres auch mal kleine Aufmerksamkeiten zukommen lassen, mögen wir das so am liebsten.

Ich finde aber das sollte jeder so handhaben wie es für die potentiell Beschenkten am schönsten ist. Denn es kommt ja darauf an, dass Freude bereitet wird.

just my 2 cents

Viele Grüße

Samira

Hallo Ingrid,

hoffentlich komme ich nie mal als „Überraschungsgast“ zu Dir und muss solche Geschenke annehmen:

(für Frauen hübsche Vasen, Schalen u. ä. Nippes

mit solchen Staubfängern kannst Du mich jagen!

und für Männer eine gute
Flasche Wein o. ä.) hübsch verpackt vorrätig.

und den Wein, den ich so 3- bis 4-mal im Jahr trinke, suche ich mir auch lieber selber aus.

Euch allen eine schöne restliche Adventszeit

Die hingegen wünsche ich Dir auch, ganz ohne „neutrale Geschenke“.

Gruß, Karin

Ähem tilli,

http://www.youtube.com/watch?v=WKA5jY2S05g

Zitat M. Goldt:

„Merken Sie sich eines: Erlangen liegt nicht im Sauerland!“

sehr, sehr gut!!!

du hast es verstanden.

tilli

(für Frauen hübsche Vasen, Schalen u. ä. Nippes

mit solchen Staubfängern kannst Du mich jagen!

dich vielleicht. aber du hast sicher verstanden, wie sie es gemeint hat? auf ihre gäste wird es gut passen. dafür haben positive rückmeldungen sicher gesorgt.

das vertrackte an der schenkerei ist ja grad, dass eine horde mehr oder weniger denselben kodex haben muß, damit schenker und beschenkte die dinge in den richtigen hals kriegen.

in japan scheint es listen zu geben, in denen die preise der geschenke drinstehen. für japaner eine wunderbare erleichterung, für uns ein graus.

tilli

Denn wir tun das übers Jahr, so wie es grade paßt.
Zumindest meine Frau und ich.
Letztendlich sind wir reich - wir haben ein Dach überm Kopf, genug anzuziehen, reichlich zu essen und stets einen guten Tropfen im Keller.
Der teuren Notwendigkeiten entbehren wir nicht.

Aber die Kleinig- und Großigkeiten, die sich immer wieder mal anbieten, die gönnen wir uns.
So finden sich
auf meinen Dienstreisen eine regionale Spezialität,
der Schlüsselanhänger in Pokerchipform,
die spontane Reise zum Oktoberfest und vieles mehr.
Eben Dinge, die dem einen begegnen und die zum anderen (oder zu beiden) passen.
Kurz vor Weihnachten mal gemütlich in der Stadt eine Glühwein trinken und den Dollen zugucken, die wie frisch gefickte Eichhörnchen durch die Gegend hetzen, weil sie noch nichts für Großtante Amalia haben :wink:)

Unser Geschenk zu Weihnachten ist und bleibt in erster Linie: Streßfrei und gesellig sein. Keine Verwandtenrallye. Kein 6-Gangmenue für 15 Leute, von denen man 10 nur an Weihnachten sieht.

Unsere Feiertage sind dieses Jahr so gestaltet:

Heiligabend muß meine Frau bis 14:00h arbeiten. Ich dagegen habe ab dem 23. frei. Wenn sie nach hause kommt, dann ist alles fertig, was ich einkaufen/vorbereiten/putzen/aufräumen konnte. Wir gehen meine Mutter besuchen, denn die hat dann Geburtstag.
Zu Hause gibt´s später ein „selbstkochendes“ Essen bzw. Kurzgebratenes, weil Heiligabend kein Wettbewerb im In-der-Küche-stehen ist. Dies Jahr sind wir zu dritt (eine Tochter kommt dazu), es gibt Steaks, Ofenkartoffeln in Butter, Bohnen aus dem eigenen Garten, Obstsalat. Und guten Wein.

Am ersten Feiertag sind wir bei meinen Eltern, ganz in Ruhe.
Vielleicht abends ein Bierchen in der Stammkneipe, Freunde treffen, klönen, gute Gemeinschaft halten.

Am zweiten Feiertag kommen beide Töchter mit Partner, die Pute brät sich fast von selbst, Kartoffeln und Gemüse machen kaum Arbeit, den Pudding koche ich (natürlich komplett selbst, bleibste mich wech mit Oetker!).
Gut essen und gut trinken, Spieletag mit allen (Poker, Catan, Monopoly, Kniffel, Risiko, Doppelkopf etc.)

Uns fehlt nichts.

Gruß
AKQJ10s

Hallo Karin,

da die Mitglieder unserer Familie nur Freunde haben die eine nette freundliche Aufmerksamkeit als das zu schätzen wissen, als was sie gemeint ist, kommst Du vermutlich eh nicht in den „Genuss“ uns über Weihnachten als Überraschungsgast zu besuchen bzw. besuchen zu müssen.

Gruß
Ingrid

Wir gehen meine Mutter besuchen, denn die hat dann
Geburtstag.

selbst ich kenne drei leute, die am 24. geburtstag haben.
sind ungeheuer viele…

In-der-Küche-stehen ist. Dies Jahr sind wir zu dritt (eine

n.

sagte meine oma mal. ich , der opa und ein karpfen.

Uns fehlt nichts.

seid willkommen. wunderbar!

tilli