… und finden im Spiegel 8/2003 die Schöpfung „Ein Thesenpapier (…) liest sich viel versprechender“. Fehlt hier nicht etwas? Das müsste doch heißen „viel viel versprechender“ oder „mehr versprechender“, oder?
ein wunderbares Beispiel für die (leider recht zahlreichen) Macken der neuen Rechtschreibung, nach der es eben keinen orthographischen Unterschied mehr gibt zwischen „viel versprechend“ und „vielversprechend“. (Wobei ja zum Beispiel ein mieser Geschäftsmann viel versprechend sein kann ohne ein vielversprechendes Angebot zu machen.)
Dabei wird nicht berücksichtigt, dass „vielversprechend“ gar nicht mehr zum Verbparadigma gehört, sondern eine semantische und syntaktische Veränderung hin zum Adjektiv durchlaufen hat.
Es ist zum Beispiel prädikativ verwendbar: Das Angebot ist vielversprechend / *Das Kind ist lachend. / *Der Geschäftsmann ist viel versprechend.
Dabei ist es aber nach den neuen Regeln okay, dass es nicht „mehr versprechend“ heißt, weil man zwar getrennt schreibt, wenn der erste Bestandteil gesteigert werden kann, man aber nicht bei jedem getrennt geschriebenen Partizip den ersten Bestandteil steigern kann.
Aber am tränensten lacht, wer dann im Duden liest: „In Zweifelsfällen, die nicht eindeutig zu klären sind, ist Getrennt- oder Zusammenschreibung zulässig.“ Juchu, da haben wir uns aber fein aus der Affäre gezogen. *ggg*
Aber am tränensten lacht, wer dann im Duden liest: „In
Zweifelsfällen, die nicht eindeutig zu klären sind, ist
Getrennt- oder Zusammenschreibung zulässig.“ Juchu, da haben
wir uns aber fein aus der Affäre gezogen. *ggg*
Aber genau das macht doch einen gewaltigen Gewinn der NRS aus, diese Freiheiten bot die alte nicht!