Wirbelstürme drehen auf der einen Erdhalbkugel in der einen Richtung, auf der anderen in die andere. Gibts da keine Ausnahmen?
So viel ich weiß hängt das mit der CORIOLISKRAFT zusammen.
Ich kann mir das bei größeren Wetterphänomenen vorstellen, aber bei einem relativ lokalem Wetterereignis? Wie funktioniert das?
Hallo Herbert,
je kleiner das Phänomen, um so mehr spielen die geologischen Verhältnisse, künstliche Bauten, die lokalen Luftströmungen u.v.m eine Rolle. Da die Corioliskraft sehr klein und somit kaum wahrnehmbar ist, macht sie sich nur auf langen Wegen so richtig bemerkbar, Großer Wirbel drehen daher auf der Nordhalbkugel immer links, auf der Südhalbkugel immer rechts herum. In Straßen kann man aber z.B. Wirbel in beide Richtungen „tanzen“ sehen, je nachdem um welche Hausecke der Wind gerade fegt. Wasserstrudel im Badezimmerabfluß drehen auch je nach Lust und Laune (oder Wannenform) bei mir recht beim Nachbarn links herum.
Wie es z.B. bei Tornados ist, wüßte ich auch gerne. Ich könnte mir vorstellen, daß auch hier die Corioliskraft zu gering ist, um den Wirbel in eine bestimmte Richtung zu zwingen. Da spielen wohl eher die lokalen Warm- und Kaltluftbewegungen eine Rolle.
Gruß
TheDesigner
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Wie es z.B. bei Tornados ist, wüßte ich
auch gerne. Ich könnte mir vorstellen,
daß auch hier die Corioliskraft zu gering
ist, um den Wirbel in eine bestimmte
Richtung zu zwingen. Da spielen wohl eher
die lokalen Warm- und Kaltluftbewegungen
eine Rolle.
Wenn aber die Corioliskraft nur eine kleine Rolle spielt, was ist es dann? Oder ist es so: Kleine Wirkung große Ursache?
Wenn aber die Corioliskraft nur eine
kleine Rolle spielt, was ist es dann?
Oder ist es so: Kleine Wirkung große
Ursache?
Das Chaos laesst gruessen!
Wirbel sind immer recht komplexe Systeme.
Die kleinste Aenderung kann bewirken dass
sich der Wirbel voellig anders verhaelt,
sei es nur ein Staubkorn „zur falschen Zeit
am falschen Ort“. Kleine Ursache, grosse
Wirkung passt wohl eher.
Wirbelstürme drehen auf der einen
Erdhalbkugel in der einen Richtung, auf
der anderen in die andere. Gibts da keine
Ausnahmen?
So viel ich weiß hängt das mit der
CORIOLISKRAFT zusammen.
Ich kann mir das bei größeren
Wetterphänomenen vorstellen, aber bei
einem relativ lokalem Wetterereignis? Wie
funktioniert das?
Ich habe mal gelesen, dass die Korioliskraft bei einem Schnellzug, der mit 300Km/h fährt 1/10.000 des Gewichts des Zuges ausmacht, daher wuerde ich versmuten, dass sie auch bei Tornados keine grosse Rolle spielt. Kann aber gut sein, dass man statistisch eine gewisse Häufung bestimmter Drehrichtungen je nach Hemisphaere findet.
Das mit den Wirbelstürmen (drehen sich auf der Nordhalbkugel linksrum) stimmt deshalb, weil sie aus Tiefdruckgebieten bestehen. Hochdruckgebiete drehen sich auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn.
Der Grund liegt in der Tat in der Corioliskraft. Die Erde dreht sich sozusagen unter den ins Tief hinein oder aus dem Hoch hinausströmenden Luftmassen hinweg.
Max
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Coriolis
Die Corioliskraft macht sich auf der Erdkugel besonders auf langen Wegen bemerkbar. Auf der Nordhalbkugel werden Luftströmungen in Nord-Süd-Richtung (und umgekehrt) nach rechts abgelenkt. Wenn also aus allen Richtungen die Luft mehrere hundert Kilometer in ein Tiefdruckgebiet strömt, treffen die Luftmassen nicht direkt aufeinander, sondern schieben sich zunächst aneinander vorbei. Die von Süden wandern ein bißchen weiter nach Osten, die von Norden ein bißchen nach Westen. Im eigentlichen Tiefdruckzentrum reißen sich dann alle Luftmassen (ungeachtet der Corioliskraft) links herum mit und in das tiefdruckzentrum hinein.
Soweit bei den großen Wirbeln. Bei einem kleinen Wirbel (ich denke da z.B. auch an Tornados, obwohl ich immer noch NUR vermute, das das auch für Ts gilt) wird die Luft durch Unterdruck wohl genauso angesaugt, aber da dürfte ein Luftstrom nur um einige Millimeter (wenn überhaupt) abgelenkt werden, also fast geradeaus in die Tiefdruckzone fließen. Wirbel bilden sich aber bei solchen Strömungen fast immer, und in welche Richtung diese sich winden, hängt (s.a. anderes Posting zum Chaos) u.U. vom Flügelschlag eines Schmetterlings auf der anderen Seite der Erde ab.
MfG
TheDesigner
Wie es z.B. bei Tornados ist, wüßte ich
auch gerne. Ich könnte mir vorstellen,
daß auch hier die Corioliskraft zu gering
ist, um den Wirbel in eine bestimmte
Richtung zu zwingen. Da spielen wohl eher
die lokalen Warm- und Kaltluftbewegungen
eine Rolle.
Wenn aber die Corioliskraft nur eine
kleine Rolle spielt, was ist es dann?
Oder ist es so: Kleine Wirkung große
Ursache?
Die Coriolis-Kraft ist im Grune eine fiktive Kraft, die nur in Ausnahmefällen bei form- oder reibschlüssigen, bewegten System direkt meßbar ist z.B. Eisenbahn, Teufelsrad auf Jahrmärkten.
Bei sich frei bewegenden Körpern in drehenden Systemen existiert sie nicht. Ein anschauliches Beispiel:
Jemand wirft nahe vom Zentrum eines sich drehenden Karussels einen Apfel nach außen.
Wenn der Apfel die Hand verläßt, hat er eine relativ geringe Tangentialgeschwindigkeit (Nähe zur Drehachse). Diese behält er aufgrund der Trägheitsgesetze bei, d.h. er fliegt ungestört nach außen. Wenn er den äußeren Rand des Karussels passiert müßte er an dieser Stelle eine höhere Tangentialgeschwindigkeit haben, aber was hätte ihn beschleunigen sollen? Also sieht der Werfer den Apfel auf einer gekrümmten Bahn fliegen, entgegen der Drehrichtung abgelenkt, und ein äußerer Beobachter sieht eine schnurgerade Flugbahn. Um die Ablenkung analytisch behandeln zu können führte man die Coriolis-Kraft ein, die die scheinbare Bahnkrümmung beschreibt.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim