Wird Assange jetzt verurteilt?

Die Auslieferung Julian Assanges nach Schweden ist rechtens. Dort droht dem WikiLeaks-Gründer ein Strafverfahren wegen Vergewaltigung. Aber ist diese Auslieferung wirklich wegen den im vorgeworfenen Vergewaltigungen, oder ist das nur ein Vorwand? Und wie wahrscheinlich ist eine Verurteilung?

Ich persönlich halte den ganzen Vergewaltigungsvorwurf für konstruiert. Inzwischen gibt es ja auch Meldungen, die besagen, es handele sich gar nicht um eine klassische Vergewaltigung, da der GV einvernehmlich erfolgt sei, vielmehr sei ungeschützter Verkehr erfolgt, der von der Dame so nicht gewünscht bzw gewollt gewesen sei. Ich denke, es ist ein Vorwand, um einen unbequemen Zeitgenossen aus dem Verkehr zu ziehen. Ob eine Veruteilung erfolgt, kann ich nicht beurteilen, da mir zu wenig Fakten zur Verfügung stehen, halte es aber auch für nicht unwahrscheinlich.
Gruß
Tobi

Sie ist in 1. Instanz rechtens - ich würde vermuten, dass Assange dagegen vorgeht.
Im Strafverfahren gegen Assange ist noch keine Anklage erhoben - die Staatsanwältin wollte ihn erst selbst hören. Dies muss sie bei hinreichendem Verdacht tun. Ob dann tatsächlich Anklage erhoben wird - weiß niemand. Die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung kann man in diesem Fall, wenn noch nicht einmal eine Anklage draußen ist und Assange noch nichts dazu gesagt hat, überhaupt nicht seriös beurteilen. Selbst bei einer Anklage ist dies sehr schwierig, da das Beweismittel der Zeugenaussagen, auf denen hier ja wohl alles beruht, das schwächste sind. Abgesehen davon ist gerade in Vergewaltigungsverfahren der Ausgang häufig nicht vorauszusagen, da es komplett auf die Glaubhaftigkeit der Zeugin ankommt und diese Aussagesituation für Frauen häufig auch sehr schwierig ist und zu vielfältigen Reaktionen führen kann.
Ob es nur ein Vorwand ist - schlecht zu sagen. Liefert Schweden wirklich so viel leichter aus als England? Noch ist keine Anklage oder auch nur ein echter rechtlicher Vorwurf aus den USA zu vernehmen. Angesichts der bisherigen Sachlage drängt sich einem schon der Eindruck auf, dass es sich um eine gezielte Kampagne gegen Assange handeln könnte, die ihn ruinieren soll - aber auch dies ist unsicher und ob es wirklich in einer Auslieferung endet - schlecht zu sagen. Man muss dazu sagen, dass Schweden tatsächlich ein sehr viel strikteres STrafrecht im Bereich Vergewaltigung hat als wir, weshalb eine Auslieferung als noch nicht so ungewöhnlich einzustufen wäre.