Hallo,
ich habe hier eine Animation zum Thema „Prinzip von Huygens“,
die Erklären soll, warum das Licht einen Knick macht, wenn es
durch Medien unterschiedlicher Berchzahl geht.
Die Animation unter
http://www.walter-fendt.de/ph14d/huygens.htm.
Das hab ich soweit verstanden.
Es bildet sich eine neue Wellenfront aus, weil sich im neuen
Medium alle von der ersten Wellenfront angeregten Wellen
überlagern.
Nun sieht man da aber auch sehr schön, dass die einzelnen
Wellenzentren nicht nur Licht in Richtung neuer Wellenfront
aussenden, sondern auch nach hinten, unten, oben.
Folglich müsste man doch, wenn man also Licht von Luft durch
einen Glasbaustein schickt, im ganzen Glas Licht finden. Also
auch wenn man Licht von links oben nach rechts unten schickt,
müsste man doch auch links unten und rechts oben gestreutes
Licht finden, wenn ich die Animation richtig gedeutet habe.
Stimmt das also, dass man im ganzen Baustein Licht findet,
auch wenn der Lichtstrahl, der auf den Glasbaustein trifft, im
Vergleich zur Dicke des Bausteins, dünn ist?
Nein, das Licht wird bei Huygens nicht gestreut, sondern gebeugt (Stw. Beugung am Spalt) oder gebrochen (Stw. Brechungsgesetz). So genau weiß ich das auch nicht, und würde mich freuen, wenn der eine und andere Experte mich korrigiert oder ergänzt.
Bei der Streuung des Lichtes ist das Medium dünn. Das Licht wird da tatsächlich ‚gestreut‘ und die Wahrscheinlichkeit, wie viel in eine Richtung gestreut wird, hängt vom Streuwinkel und der Wellenlänge (Energie) ab. Der blaue Himmel lässt sich so erklären.
Bei der Beugung und Brechung hat man es dagegen mit Interferenzproblemen zu tun. Ich beschränke mich auf die Frage: „(geometrische) Beugung des Strahles auf Grund des Brechungsindex“.
Mit gebeugt meint man hier also die geometrische Form des Strahles. Wir sollten aber lieber „Brechung des Strahles“ verwenden.
Bei der Brechung hat man die Situation, das das Medium dicht ist und homogen erscheint. Obwohl das Licht nicht kohärent ist, tritt Interferenz auf.
Grund: Ein und derselbe Strahl ist an einer Stelle des Mediums und einer kleinen Umgebung um diese Stelle Ausgangspunkt von vielen vielen Kugelwellen, die auf Grund der räumlichen und zeitlichen Nähe untereinander kohärent sind und auch dieselbe Polarisation haben. Da diese vielen Wellen viele optische Gangunterschiede haben (deswegen das homogene Medium), löschen sie sich perfekt aus. Nur in zwei Richtungen nicht: vorwärts und rückwärts.
Das rückwärts findet in der Natur natürlich nicht statt und ist ein Artefakt des Huygensschen Prinzipes. Kirchhoff hat die Theorie verfeinert und gezeigt, dass sich das Licht tatsächlich nur vorwärts ausbreitet.
Das Ganze nennt man übrigens Geometrische Optik und ist ein theoretischer Grenzfall für Wellenlänge -> unendlich (aka homogenes Medium). Es beschreibt approximativ eines von vielen Effekten bei der Ausbreitung von Licht in Materie.
Vielen Dank
Tim