Hallo, eine Frage mal (auch wenn das vielleicht gar nicht zu Literatur in dem Sinne paßt 
Ich hatte mich heute mit einer Bekannten unterhalten. Ich sagte, ich wollte mal versuchen einige meiner Geschichten in Illustrierten veröffentlichen zu lassen, auch wenn das nicht gerade ein hohes Niveau hat. Ich denke nämlich, wenn ich derzeit Geld verdienen will (muß) und auch ein paar Fingerübungen machen will in Sachen Schreiben und sich was ausdenken, dann wäre das doch eine gute Idee. Einige Sachen hab ich ja schon geschrieben, dramatisch zumeist, aber ich denke, es ist eine Herausforderung, auch was in Thema Liebe zu schreiben, denn das wollen die ja haben. Wahrscheinlich ist die Chance dort veröffentlicht zu werden und was dafür zu bekommen, größer als mit „Buchtexten“. Nun meinte meine Bekannte, dann würde ich mich quasi unmöglich in der Branche machen und nie wieder ernst genommen werden, wenn ich später (wenns die Zeit zuläßt) auch was Anspruchsvolles veröffentlichen lassen will in einem Verlag oder so. Was meint ihr? Irgendwie verunsichert mich das…
Danke für die Antworten, Tschüssi Kerstin
Hallo Kerstin
Ich hatte mich heute mit einer Bekannten
unterhalten. Ich sagte, ich wollte mal
versuchen einige meiner Geschichten in
Illustrierten veröffentlichen zu lassen,
Warum auch nicht? Versuchen kann man´s immer mal.
auch wenn das nicht gerade ein hohes
Niveau hat.
Wieso das?
Ich denke nämlich, wenn ich
derzeit Geld verdienen will (muß) und
auch ein paar Fingerübungen machen will
in Sachen Schreiben und sich was
ausdenken, dann wäre das doch eine gute
Idee.
Es wäre eine gute Idee um sozusagen in Übung zu bleiben.
Auf die Idee ‚ich schreib mal schnell war Kurzes für ne Illustrierte‘ bist Du hoffentlich nicht gekommen, oder?
Kurze Texte sind auf keinen Fall einfacher zu schreiben, als lange! Im Gegenteil.
Einige Sachen hab ich ja schon
geschrieben, dramatisch zumeist, aber ich
denke, es ist eine Herausforderung, auch
was in Thema Liebe zu schreiben, denn das
wollen die ja haben.
Hmmm, an welche Zeitschriften hattest Du da denn so gedacht?
Natürlich geht es in solchen Texten auch um das Thema Liebe. Aber auch um viele, viele andere Themen und Genres.
Irgendwie drängt sich mir der Verdacht auf, dass Du Zeitschrift mit ‚niveaulos‘ und ‚unter der Würde eines Autoren‘ einordnest.
Wenn Du das tust, dann lass es lieber gleich bleiben. Zum einen kann man bestimmt nicht alles, was so auf dem Zeitschriftenmarkt erscheint über einen Kamm scheren und zum anderen würde es man Deinen Texten ohnehin anmerken, wären sie mit einer ‚Es-ist-ja-eh-nur-für-ne-Zeitschrift-Attitude‘ geschrieben und würde sie natürlich ablehnen.
Wie gesagt, es gibt alle möglichen Zeitschriften und Anspruch ist bestimmt nicht auf ein Medium (in diesem Fall Buch) festgelegt.
Wahrscheinlich ist
die Chance dort veröffentlicht zu werden
und was dafür zu bekommen, größer als mit
„Buchtexten“.
Wie kommst Du darauf?
Letztendlich kommt es nur auf eins an: es muss passen. Egal ob Buch oder Zeitschrift.
Zeitschriften sind keinesfalls diejenigen, die all das veröffentlichen, wo´s sozusagen für ein Buch nicht gereicht hat.
Nun meinte meine Bekannte,
dann würde ich mich quasi unmöglich in
der Branche machen und nie wieder ernst
genommen werden, wenn ich später (wenns
die Zeit zuläßt) auch was Anspruchsvolles
veröffentlichen lassen will in einem
Verlag oder so.
Hmmm, wie gesagt wenn Du ‚Anspruch‘ nur daran festmachst, dass es in Buchform erscheint, dann lass das Ganze lieber bleiben. Der Inhalt ist das, was zählt!
Die Lektoren, die ich kenne, denen ist es herzlich egal, ob ihre Autoren vorher schon in der Amica oder sonstwo veröffentlich haben. Sie finden es eher gut, weil sie sich so ein besseres Bild von dem jeweiligen Autoren machen können.
Unmöglich machst Du Dich m.E. nach deswegen nicht. Ist doch schön, wenn Du Deinem zukünftigen Lektor schon einige Veröffentlichungen vorweisen kannst. Schafft Dir vielleicht den klitzekleinen Vorteil, den Du brauchst um den Kampf zu überleben.
Durchschnittlich flattern so nem Lektor 20 oder mehr unverlangte Manuskripte auf den Tisch (täglich!). Da ist alles gut, was einen von der Masse der Mitbewerber heraushebt. Und mit vorangegangenen Veröffentlichungen hast Du schon mal ansatzweise bewiesen, dass Du ‚tauglich‘ bist.
Wenn Du allerdings zu grosse Skrupel hast, unter Deinem eigenen Namen zu veröffentlichen - warum dann nicht einfach unter nem Pseudonym?
Viel Glück im Dschungel 
Gudrun
P.S.: Noch was zum Thema Geldverdienen, das Du oben angeschnitten hast. Schon mal daran gedacht, für diese Romanheftreihen zu schreiben? Julia, Romana, Dr. Irgendwas, Krankenhaus Sowieso…
Das deckt sich zwar nicht mit den allgemeinen Vorstellungen von Anspruch, aber es lässt sich wohl ganz gut Kohle damit machen.
Schriftstellerische Erfüllung solltest Du Dir allerdings nicht erhoffen - es ist vor allem ein Knochenjob. Du schreibst am Fliesband und verpackst eigentlich dieselben paar Grundideen immer wieder in neue Geschichten.
wenn du die veröffentlichung wegen des geldes machen willst, dann sind illustrierte m.e. der falsche ansatz. ich glaube nicht, dass du da einen pfennig siehst.
ansonsten kannst du dir ja einen künstlernamen zulegen jetzt oder später, wenn du meinst, das dich dein frühwerk an später hindern könnte. und natürlich ist zeitschrift nicht gleich zeitschrift.
ich bin allerdings keine expertin.
Viele bekannte Autoren schreiben nebenbei noch für Zeitschriften und Illustrierten.
Unter Umständen kann das sogar als seriös erscheinen, wenn in Deiner Biographie steht, du hättest schon öfters woanders veröffentlicht. Außerdem kannst Du ja unter einem Pseudonym schreiben.
Grüße
Kai
Nur Mut…
Kann ich ja leicht sagen, hab ichs doch selbst auch noch nicht gemacht.
Aber in den Staaten z.B. ist es viel mehr Usus für Zeitschriften zu schreiben. Viele Berühmheiten haben ihre ersten Geschichten dort veröffentlicht (John Irving, TC Boyle etc.) Bei uns ist das eben nicht so verbreitet, es fehlen auch die passenden Zeitungen, denke ich (in den USA z.B. der New Yorker oder auch der Playboy - da nicht ganz so als Schmuddelblatt verschrien wie hier.)
Gruss und Toitoitoi, O.