Wenn ein Medikament sein Wirkmaximum nach einer Stunde erreicht, die Terminale Halbwertszeit bei 7 Stunden liegt, und die Wirkdauer bei 24 Stunden…
…bedeutet das, dass die Wirkung von der zweiten Stunde an exponentiell abnimmt, bis sie in der zehnten Stunde nur noch halb so stark ist?
Oder sinkt nur die Menge des verbleibenden Wirkstoffs und die maximale Wirkung bleibt 24 Stunden lang erhalten?
Anders ausgedrückt: Wenn man die Wirkung eines solchen Medikaments tagsüber spüren will, ist es sinnvoller, es morgens einzunehmen als abends oder macht das keinen Unterschied?
du benutzt das Wort „exponentiell“ in diesem Zusammenhang falsch.
In der Regel ist es so, dass du ein Medikament eben nimmst, nach einer bestimmten Zeit x hat es sein Wirkmaximum erreicht; bei Blutdrucktabletten wäre dann z.B. der niedrigste Blutdruck erreicht. Nach einer Zeit y ist es halb abgebaut und nach einer bestimmten Zeit z wirkt es nicht mehr. Das heißt dann nicht, dass es nach einer Zeit z ganz abgebaut ist, sondern dass der Plasmaspiegel des Medikaments nicht mehr hoch genug ist, um eine Wirkung auszuüben. (s. auch "therapeutische Breite)
Die Abnahme ist in der Regel linear. Die Zeiten unterscheiden sich zwischen Medikamenten, einigen Zuständen (z.B. Nierenversagen oder weitere Medis) und einzelnen Patienten. Heißt: Die Medikamentenmenge, die deine Leber pro Zeit verstoffwechselt (=abbaut, bzw. in vielen Fällen unwirksam macht), ist höchstwahrscheinlich eine andere als meine.
Anders ausgedrückt: Wenn man die Wirkung eines solchen Medikaments :tagsüber spüren will, ist es sinnvoller, es morgens einzunehmen als :abends oder macht das keinen Unterschied?
Ich würde es - natürlich unter Beachtung dessen, was Arzt und/oder Apotheker dazu sagen und um welches Medikament es sich handelt - morgens nehmen.
Beispiel Antidepressiva: Manche von denen haben ähnliche Profile wie dein Beispiel und wirken antriebssteigernd. Wenn man die abends nimmt, macht man vielleicht kein Auge zu, weswgen die meist morgens eingenommen werden.
du benutzt das Wort „exponentiell“ in diesem Zusammenhang
falsch.
Weil es sich um eine lineare Funktion handelt? Ich bin davon ausgegangen, dass immer wenn von einer Halbwertszeit die Rede ist, ein Wert mit der Zeit exponentiell abnimmt. Liege ich da falsch?
Die Abnahme ist in der Regel linear.
Es ist also bei den meisten Medikamenten wie beim Alkohol, verstehe ich das richtig? Die Konzentration im Blut und der Wirkungsgrad nehmen gleichmäßig ab, nachdem das Wirkmaximum erreicht ist. Wenn im Beispiel das Wirkmaximum nach einer Stunde erreicht ist, ist der Wirkungsgrad nach 2 Stunden etwas kleiner, nach 3 Stunden noch etwas kleiner, und so weiter. Stimmt das so?