Hallo Danielle,
da ich mich selber verändert habe und mit Menschen arbeite, die Veränderung anstreben, antworte ich Dir mal mit meinen Erfahrungen.
(Erfahrungen sind für Dich hoffentlich keine Phrasen)
Fast alle Menschen mit denen ich zu tun hatte, haben den Entschluss zur Veränderung an einem Punkt in ihrem Leben getroffen, an dem es nicht mehr weiter ging. Was ich sagen will: Veränderung wird oft erst dann ins Auge gefasst, wenn es schon brennt. Der Raucher, der aufhört, hat bereits gesundheitlich Probleme.
Warum sollte jemand an seiner Lebenssituation auch nur das Geringste ändern, wenn alles prima läuft? Das ist ja auch o.k., viele handeln aber nach der Devise: So lange es irgendwie geht, brauche ich ja nichts ändern. Veränderung macht vielen ANGST. Was ich nicht kenne, ist ungewiss und verunsichert.
Manchmal sind wir aber gezwungen, etwas zu verändern und für einige ist es schon schwer von Hamburg nach München zu ziehen.
Ich musste damals mein Leben von Grund auf ändern und meine Verhaltensweisen ändern. Das geht nicht von heute auf morgen- und AN MIR ARBEITEN wollte ich schon gar nicht. Das hört sich ja furchtbar an.
Für mich war es EINFACH- ich wäre sonst gestorben-die Sucht hätte mich umgebracht- ich hatte gar keine andere Wahl- also es konnte ja nicht schlimmer werden.
Wenn nichts mehr geht, dann verändern sich die Menschen, weil es ja nur besser werden kann!
Wie ist es bei mir abgelaufen: Ich habe herausgefunden, warum ich zu dem Menschen geworden bin, der ich damals war- es hatte viel mit meiner Erziehung und mit meinem Umfeld zu tun- mir wurde bewußt warum ich in bestimmten Situationen dieses, oder jenes Verhalten hatte.
Mein neues Leben setzte andere Verhaltensweisen voraus und die WOLLTE ich erlernen. Bei mir ist fast alles über AUSPROBIEREN gelaufen, experimentieren, anders machen- jeden Tag etwas anders machen- das war meine Devise. Niemals den gleichen Bus zur selben Uhrzeit. Immer wieder ein anderer Weg zu einem bestimmten Ort. Möbel umstellen. Um 10.OO Uhr aufstehen, um 5.00 Uhr usw.
Ich habe mein Verhalten und mein Leben von Grund auf geändert, aber ich habe NIE an mir GEARBEITET und HART erst recht nicht- für mich war es ein Abenteuer NEUES zu erleben- als die unbegründete Angst verschwand, hat es Spaß gemacht, die Sache wurde interessant und so bin ich auch heute noch bestrebt, nichts in meinem Leben zur Gewohnheit werden zu lassen.
(das macht den dauerhaften Erfolg bei mir aus)
Das Leben ist wesentlich aufregender und interessanter, wenn Du die Dinge STÄNDIG änderst!!
Natürlich habe ich Therapien gemacht und Therapeuten gehabt, die mir geholfen haben- aber als Arbeit habe ich das niemals empfunden und so kann ich so manchen Spruch von Leuten nicht verstehen: Ich habe ja auch hart dafür gearbeitet.
Aber wie gesagt, für mich war es ja auch EINFACH- ich hatte ja keine andere WAHL.
Es gibt tausend Gründe,
Dinge nicht zu verändern und zu belassen,
Es gibt einen Grund,
etwas zu ändern,
ich halte es einfach nicht mehr aus.
LG
Frank