Wirksamkeitsnachweis von Medikamentkombinationen

Guten Tag…

ich lese momentan ein nicht allzu aktuelles Buch über Psychopharmaka (ca.1970). In dem heisst es das ein Wirksamkeitsnachweis für Kombinationsmedikamente (d.h. bekannte Wirkstoffe werden miteinander kombiniert und als neues Medikament auf den Markt gebracht) „demnächst“ eingeführt werden soll. Nun ist meine Frage: Gibt es ihn mittlerweile??

vielen dank im Vorraus…

mfg
Matze

Hi !

Mein Gott, welche Präparate werden denn in dem Buch empfohlen ?

Grundsätzlich wäre mir jetzt spontan kein Kombinationspräparat aus dem Bereich der Psychiatrie bekannt, das diese Anforderungen erfüllen würde. Die meisten heute eingesetzten Psychopharmaka sind relativ (!) nebenwirkungsarm bzw. sehr spezifisch wirksam. Eine Kombination ist zwar manchmal notwendig, aber selten standarddosismässig möglich. Dazu ist die medikamentöse Behandlung doch von zu vielen Einzelfaktoren abhängig.

In der Inneren Medizin (z.B. Kombination aus Blutdruckmittel und Wassertablette) ist dies schon geläufiger).

Martin

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Hi Martin…

Mein Gott, welche Präparate werden denn in dem Buch empfohlen?

sagen wir es mal so, das Buch setzt sich ‚kritisch‘ mit Medikamenten auseinander… (Titel: Psychopharmaka - die verordnete Anpassung :smile: hat auch nen leicht ‚anti-kapitalistischen Touch‘ *g*

Okay meine Frage ist da vielleicht ein bisschen blöd gestellt gewesen, da es auch um ‚Medikamentkombinationen‘ allgemein ging, nicht ausdrücklich um Psychopharmaka…

Weil ich würde es krass finden, wenn ein Chemiekonzern einfach zwei Medikamente zusammenmixt, ihm einen neuen Namen gibt, und nicht mal die Wirksamkeit nachweisen muss d.h. dass das Medikament nur aus Gründen der Gewinnmaximierung auf den Markt gebracht wird.

Theoretisch könnte es doch sein das durch die Kombination (unbekannte?) Wechselwirkungen entstehen… naja, wie gesagt, das wäre nicht sooo toll…

gruss
Matze

Hi Matze!

Weil ich würde es krass finden, wenn ein Chemiekonzern einfach
zwei Medikamente zusammenmixt, ihm einen neuen Namen gibt, und
nicht mal die Wirksamkeit nachweisen muss d.h. dass das
Medikament nur aus Gründen der Gewinnmaximierung auf den Markt
gebracht wird.

Du wirst begeistert sein, wenn Du Dich damit beschäftigst, wieviele Medikamente und Methoden auf dem Markt sind, die nie ihre Wirksamkeit bewiesen haben. Erstaunlicherweise machen hier die Produkte der bösen Chemiekonzerne wahrscheinlich den geringsten Teil aus.

Gruß
Peter

Hallo Peter,

Da kommt der gute alte Placebo-Effekt ins Spiel, man kennt ja die verschiednsten Apparaturen zur Abwehr böser Erdstrahlen. Ohne das jetzt in einen Topf schmeissen zu wohlen (das kann ich eh nicht beurteilen), muss man ja auch sagen das die gesamte Homöopathie an sich in ihrer Wirkung ja auch nicht wissenschaftlich belegbar |* ist (soweit ich weiss…)

Ich teile die Meinung des Authors nicht 100%ig, der ist ein bisschen arg anti (Pharmachemie ist mein Berufswunsch…). Klar weiss ich das ein Chemiekonzern ein wirtschaftliches Unternehmen ist und somit auch Gewinne erzielen will, nur -auf Kosten des Konsumenten, die doch meist blind der Pharmaindustrie trauen (müssen)?

Das ist nicht gut…

gruss
Matze

|* okay ich bin diplomatisch, und sage statt ‚belegbar‘ ‚erklärbar‘ :wink:

Antwort
Habe mittlerweile selber ne Antwort gefunden:

Es werden die ‚Crout’schen Kriterien‘ zur Bewertung herangezogen. Diese sind auch im deutschen Arzneimittelgesetz untergebracht. Studien zur Wirkung sind anscheinend aber nicht Pflicht (wahrscheinlich auch nicht nötig da die Wirkung im Vorfeld erst bewiesen sein muss, ansonsten wird ein Kombinationspräparat nicht zugelassen)

Sollte es jemand noch weitergehend interessieren:
http://www.medikamente-im-test.de/home/methodik/komb…

vielen Dank an alle Antworter
mfg
Matze