Wirkung von Schmerzmitteln

Hallo,

viel mir gerade so ein:

Warum gibt es starke und schwache Schmerzmittel?
Klar, für starke und schwache Schmerzen. Aber woher weiß das Mittel, dass ich starke Schmerzen habe und wirken die dann anders?

Wirken die Stoffe anders, werden anders aufgenommen, setzten an unterschiedlichen Stellen an?

Was genau ist der Unterschied?

Gruß Jenny

Hallo,

also ich weiß nur, dass es im Körper spezielle Opiat/ Opioid-Rezeptoren gibt. Medikamente, die einen Stoff aus dieser Gruppe als Wirkstoff haben, setzen dann an diesen Rezeptoren an.

Wie es bei anderen Schmerzmitteln ist, das weiß ich nicht. Aber vermutlich läuft es auch ähnlich ab.

Gruß

Rohy

Hallo Jenny,

es fängt an das man sich verletzt ob man sich in den Finger schneidet oder bei einem Autounfall schwerstverletzt ist dabei erst einmal egal der Körper reagiert darauf mit Schmerz!

Wenn ich eine Verletzung habe schüttet der Körper verstärkt Hormone aus hier Prostaglandin und Serotonin! Die Hormonausschüttung ist der Verletzung entsprechend angepasst!
Die Schmerzrezeptoren registrieren das und senden eine Schmerzinformation an das Gehirn! Wenn man nun das Enzym Cyclooxygenase hemmt wird weniger Prostaglandin ausgeschüttet! Dies hat zur Folge, dass das Schmerzempfinden oder auch Schmerzstärke nachlässt! Man nennt diese Schmerzmittel auch periphere Schmerzmittel
Diese Schmerzmittel nimmt man in dem Fall, dass der Schmerz verhältnismäßig einzugrenzen ist! Das heißt bei kurzeitigen Kopfschmerzen oder leichten Verletzungen in der Küche… meinetwegen!

Bei stärkeren Schmerzen z.B. bei Koliken udgl. schweren Verletzungen gibt es eine weitere Variante! Diese Schmerzmittel sind dem Morphin ähnlich (“Opiade“)! Sie wirken direkt auf das zentrale Nervensystem und hemmen da die Schmerzweiterleitung sowie deren Bewertung und Empfindung!
Die Schmerzmittel werden entsprechend den Schmerzstärke und den Umständen ausgewählt und angepasst!
Das heißt es gibt bei den meisten Schmerzmitteln unterschiedliche Wirkstoffstärken je nach Bedarf! Dabei müsste ein Arzt auch z.B. eine Schwangerschaft beachten …
Wichtig ist überhaupt das man überhaupt den Beipackzettel beachtet!
So die Wirkung auf Magen/ Darm - Konzentrationsfähigkeit z.B. führen von Fahrzeugen!
Bei starken Schmerzmitteln sollte man auch beachten, dass sie süchtig machen können! Also ein schnelles absetzen schon schwierig sein kann!
Man kann sich an Schmerzmittel gewöhnen, so dass man mitunter die Wirkstoffhöhe anpassen muss soweit das noch möglich ist!
Es gibt Monopräparate und Präparate mit mehreren Wirkstoffen (mehr Nebenwirkungen) ! Man sollte sich besser auf ein Monopräparat beschränken!
Bei Schmerzmitteln sollte man schon einmal nachfragen ob das Mittel evtl. wegen schwerer Nebenwirkungen in anderen Ländern bereits verboten ist! (Bsp. Propyphenazon rezeptfrei)

VG Joe

PS. Leider kann man nicht alles mit ein /zwei Sätzen erklären!

Hallo Jenny,

„Woher weiß das Mittel, dass ich starke Schmerzen habe und wirken die dann anders?“

Das Schmerzmittel weiß gar nichts.
Die Frage stellt sich immer nach dem Grund der Schmerzen und dementsprechend wird der behandelnde Arzt auch die Schmerzmttel verschreiben.

Der Schmerz nach einer OP wird sicher anders sein,wie Kopfschmerzen,Migräne oder Schmerzen durch eine Nervenschädigung
durch eine OP.

Ich gehöre leider zur den 30% der Patienten,die nach einer Bandscheiben OP mit der Bildung von Narbengewebe belastet ist.
Auf gut Deutsch,die Narbenbildung hat bei mir das Nervensystem im
rechten Fuß derart geschädigt,das ich mit chronischen Schmerzen
leben muß.

Diese Diagnose wurde mir von mehreren Ärzten gestellt.Es gab für mich
nur drei Alternativen um ein halbwegs normales Leben zu führen.

Die Erste wäre:Schmerzmittel (oral) zur Linderung der Schmerzen,was zur Folge hätte,weitere Medikamente zur Linderung der Nebenwirkungen.

Das Zweite wäre:smiley:ie Implantation eine Schmerzpumpe,mit deren Nebenwirkungen von Opiaten und die Langzeitabhängigkeit.

Die Dritte wäre:smiley:ie Implantation einer Rückenmarkselektrode und einem
Neurostimulator,in Verbindung mit leichten Schmerzmitteln.

Ich habe mich für die dritte Alternative entschieden und es nicht bereut.

Wenn die Schmerzen im Fuß trotz der Schmerzmittel zu groß werden,
habe ich die Möglichkeit mit dem Neurostimulator diese „wegzudrücken“
ohne starke Medikamente zu nehmen.

Meine Lebensqualität hat sich mit diese Behandlungsmethode erhöht
und ich kann,wenn erwünscht,meine Erfahrungen gerne weiter geben.

LG Bollfried