Hallo,
Ich halte mich für ausgesprochen ungeschickt in Punkto Umgang mit Freunden. Vielleicht ist es auch etwas übertrieben. Ich bin an sich sehr kommunikativ usw., doch wenn ich z.B. in den Kindergarten gehe und schnell in die Arbeit muß oder einfach noch meinen Morgengedanken nachhänge, dann schaffe ich es meist nicht, meine Umgebung (andere Mütter) mit sinnvollen Fragen oder netter Unterhaltung anzusprechen. Ich bin kein Morgenmuffel nein, aber ich denke es ist mir von meinen Eltern sehr wenig bis gar nicht vorgelebt worden, wie man mit Freunden umgeht. Ich halte das irgendwie für ein Manko ?!
Wir haben wenige Verwandte und mir sind Kontakte schon sehr wichtig, aber manchmal denke ich, ich weiß nicht, ich überlege einfach, ob es so paßt, wie es ist.
Ich habe eine Freundin, die sehr krank ist. Sie hat Polyarthritis und sie hat es nicht leicht! Sie bekommt (bzw. bekam bisher) leider keine Kinder. Sie mag unser Kind sehr gerne, auch wenn es ihr sicher oft auch schwer fällt, weil sie selbst keines hat
und ich weiß, wie sehr sie gerne eines hätte. Ich mag sie sehr und sie ist meine längste Freundin, wir waren schon im Kindergarten miteinander. Sie ist eher der ruhige Typ und meldet sich jetzt nicht dauernd. Ich glaube, sie will nicht lästig sein oder so, was sie ja nicht ist!
Wir haben uns total gerne, das weiß ich, ich glaube und weiß es denke ich auch, dass es bei ihr aus vollem Herzen ist und das bedeutet mir unheimlich viel! Manchmal weiß ich nicht, wie ich mit ihr am besten umgehen könnte. Denn wenn ich über Alltagsdinge sprechen möchte und ich mich manchmal (schäm) über Kleinigkeiten ärgere, dann kommt es mir verwerflich vor, ihr das zu erzählen, weil es für sie eine Lappalie sein muß! Andererseits erzähle ich es oft so ulkig, dass sie auch oft lacht über mich und ich ja auch über mich selbst lachen kann. Und so in der Konstellation ist es vermutlich nicht so schlimm, wenn ich ihr manchmal auch solchen Schwachsinn erzähle. 
Ich habe überhaupt immer wenn dann eher ruhigere Typen als Freundinnen, wenn es engere Freundschaften sind.
Meine engere Freundin aus der Abi-Zeit ist mir abhanden gekommen, da sie sich nur am Leben ihrer Eltern orientiert hat und irgendwie ganz eigenbrötlerisch geworden ist.
Dann habe ich noch eine zweite engere Freundin, die ich auch sehr gerne mag, wir können auch super miteinander lachen und da stimmt dann auch die Chemie total. Auch wenn sie wiederum ein ganz anderer Typ ist (muß bei mir scheinbar so sein??). Sie hat einen Mann geheiratet, der selbst schon Kinder hat und sie kümmert sich lieb um diese. Sie sind jetzt schon älter und es ist schon sehr anstrengend für sie kommt mir vor, aber eben nicht so wie bei Kleinkindern, wo das ganz intensiv ist.
Selber möchte sie keine Kinder haben.
Alleine diese beiden Freundschaften bedeuten mir sehr viel. Wir haben halt nur telefonisch z.B. selten Kontakt bzw. wenn, dann sehen wir uns.
Ich bin dann noch Taufpatin und dieses Freundespaar ist auch sehr nett, auch wenn wir nicht überall immer die selbe Wellenlänge haben, aber das muß auch nicht sein.
Ich habe natürlich auch noch andere Freunde, nur mir kommt halt immer vor, jetzt nicht sooo enge Freundschaften. Und ich habe in der Karenz viele Mütter kennengelernt, wo ich mir einbildete, das wären Freundinnen. Eine davon ist z.B., obwohl man es ihr nicht ansehen würde, ein ur herzloses Ding (sie kränkt mich mit Sachen, die mir wirklich weh tun. Dass ich keine Mama mehr habe, da betont sie immer die Oma ihres Kindes. Das macht sie, obwohl ich sie darauf angesprochen habe. Aber es wird mir schon egaler, ich hatte mich einmal so gekränkt, weil ich dachte, sie möchte mich nur verletzen, wenn sie das wirklich möchte, dann wird sie künftig ins Leere rennen, weil es juckt mich kaum mehr. Oder die Tatsache, dass wir kein zweites Kind haben und vielleicht auch nie eines bekommen werden, wir aber mit unserem sehr sehr glücklich sind. Das muß auch immer zwischendurch betont werden. Das hat mich schon oft sehr gekränkt. Aber ich erachte es jetzt nicht mehr als wichtig. Bei ihr ist es z.B. so, dass man sich denkt, sie hat total viele Verwandte und auch ihre Eltern noch komplett. Ich habe leider meine Mutter nicht mehr, auch keine Schwiegermutter und das fehlt mir schon sehr. Ich habe mit Mama schon auch oft gestritten, aber wir hatten uns total lieb! Oftmals denke ich, mit welcher Frau, die wirklich herzlich ist und es gut meint, kann ich reden? V.a. in Kinder oder Kindergartentehmatischer Hinsicht. usw. Aber man sieht wohl immer nur das, was man nicht hat und nicht das, was man hat? Bei dieser Kiga-Mutter-Freundin läutet dauernd das Handy und ich habe auch das Gefühl, bei ihr ist immer alles Wonne-Sonnenschein. …
Jetzt haben wir auch noch irgendwie begonnen, zu Konkurrieren in Punkto, wer kennt mehr Eltern der Kiga-Freunde usw. … Ich mag das aber nicht. Ich mache das nur, weil ich nicht wie meine Mutter, die keine Kontakte im Ort haben wollte das so machen will, sondern schon auch für mein Kind Kontakte haben möchte. Und Mama wollte das sogar eher nicht, weil sie war in einer öffentl. Einrichtung arbeiten und kannte sehr viele. Ich finde es jetzt schade, da wir eben wenige enge Kontakte haben.
Ehrliche Meinung von euch? Was fällt euch dazu ein?
