Hallo Gregor,
Schon die vorhergehenden Fragestellungen allein tun weh. Ich erlaube sie mir einmal zu karrigieren.
Also ich gehe ab und zu am fruehen Morgens zum Christen und kaufe mir bei ihm meine Broetchen. Leider hat es in der Gegend keinen juedischen oder moslemischen Baecker ausser in der Innenstadt. Aber so richtig Angst habe ich erst vor der christen-pharma-lobby hierzulande, die machen uns alle kaputt und krank.
Du verstehst?
Welche Grundprinzipien/-philosophien verfolgen die Juden im
Leben?
Leben an sich denke ich mal, wie alle anderen auch, gelle? Juden scheinen fuer viele Leute bis dato aufgrund von Unwissenheit und alter, gefaehrlicher und unwahrer Klischees geheimnissvolle Wesen zu sein. Das entnehme ich Deinen Fragen wieder einmal. Uebrigens, wer Jude ist, ist mehrfach bestimmt. Die innerjuedische Definition lautet: Jude ist, wessen Mutter juedisch ist oder wer zum Judentum uebergetreten ist, egal wie juedisch auch immer nach der Religion diejenige Person lebt. Im Islam aehnlich, nur hier ist es der Vater, aber wohl nicht so festgeschrieben als Definition. Im Christentum ist es die Taufe, egal was die Person sonst dazu sagt. Nun die „gaengige“ ausserjuedische Definition sagt, dass Jude ist, wer eine juedische Mutter hat (im besten Falle, es geht noch schlimmer, Vater, Grossvater etc.), egal ob jemand auch zum Judentum uebergetreten ist oder in der anderen Richtung mit seinem Judentum voellig als Religion an sich bricht. Die Atheistenquote ist aehnlich hoch wie bei Christen bzw. bei christlich sozialisierten Leuten btw. Da hat sich schon manch „Jude“ beschwert, der zu einer anderen Religion uebergetreten ist oder aber Judentum als Religion ablehnt oder bzw. Religionen allgemein aus Ueberzeugung ablehnt. So aehnlich ging es beispielsweise Heinrich Heine oder auch Trotzki. Der eine trat zum Christentum ueber fuer gesellschaftlichen Status, der andere wird von russischen Juden als Antisemit angesehen. Das Resumee: Judentum ist eine Religion und eine gemeinschaftliche Zugehoerigkeit. Wer daraus Fragestellungen machen moechte, was einzelne juedische Menschen (wie religioes sie auch immer juedisch leben oder eben nicht) oder noch bekloppter „alle Juden gemeinsam“ an Wirtschaftskraft innehaben hat schon verloren und ist fuer rassistische Wahnideen anfaellig, ist bereits reingefallen oder propagiert sie boeswillig.
Du schreibst: „Welche Grundprinzipien/-philosophien verfolgen die Juden im Leben?“
„Die Juden“ gibt es nicht, Du kannst hoechstens nach Inhalten der Religion und der Ausrichtungen innerhalb der Religion fragen, ansonsten verfolgen „die Juden“ die selben Ziele fuer ihr Leben, wie Hindus, Christen, etc.
was schnell und leicht und doch umfassend zu lesen ist ueber die religion ist: Norman Solomon „Judentum Eine kurze Einfuehrung“ Reclam-Verlag, A6, 170 Seiten oder ein Zentimeter, muesste jetzt zwischen 4 und 5 Euro kosten, meine ehrliche Empfehlung.
viele Gruesse, peter