Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen

Hallo Experten,

ich weiß nicht in welches Brett diese Frage passt - aber da ja letztendlich immer alles ums Geld geht :wink:

Was haltet ihr vom Thema Photovoltaik (Privathaushalt, 6KW, Netzeinspeisung, 50% KfW/50% Eigenkapital)?
Besonders unter den Aspekten Rendite, Sicherheit etc.
Versprochen wird einem ja viel(4-5 % Rendite + Restwert der Anlage nach 20 Jahren, überschaubare Kosten etc.)

Ökologische Aspekte lasse ich mal bewusst aus, um den Artikelbaum übersichtlich zu halten.

Beste Grüße
Sera

Hallo,

eine Photovoltaik-Anlage ist kein Bundesschaftbrief sondern eine unternehmerische Tätigkeit mit Risiken.

Wobei das Hauptrisiko, nämlich einen Abnehmer für die erzeugten Produkte zu finden, durch die Subventionen in den ersten 20 Jahren abgedeckt ist.

Dennoch bleibt Arbeit (Steuern, Buchführung, Wartung) und Risiken (Feuer, Blitz, Hagel, schlechtes Wetter).

Mir wäre die geringe Mehrrendite gegenüber anderen Geldanlagen der Spaß nicht wert.

Hallo und Danke für die Antwort,

aber so viel mehr Arbeit als Festgeld macht die Anlage nun auch wieder nicht. Und das Thema Steuern eröffnet neben der Rendite ja auch noch andere Spar-Möglichkeiten. Versicherung + Wartung ist in den Anlagenkosten bereits enthalten (ca. jeweils 0,2%/Jahr). Schlechtes Wetter dürfte die Rendite nicht drücken, da in der klakulatiion Durchschnittswerte von 20 jahren genommen werden. nebenbei macht man noch etwas für die Umwelt (bei mir ca 7 t CO2/ Jahr weniger). Und ich habe nach 20 Jahren die abgeschriebene aber noch funktionierende Anlage.
Oder ???
Gruß Sera

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Hallo,

Versicherung +
Wartung ist in den Anlagenkosten bereits enthalten (ca.
jeweils 0,2%/Jahr). Schlechtes Wetter dürfte die Rendite nicht
drücken, da in der klakulatiion Durchschnittswerte von 20
jahren genommen werden.

Dennoch bleibt das Risiko. Was ist bei unvorhergesehenen Defekten der Anlage, Versicherungsprämienerhöhungen (wegen der vielen Hagelschauer…) etc. Natürlich behandelt man diese Risiken kalkulatorisch, indem man Sicherheitsaufschläge kalkuliert, Durchschnittswerte zugrunde legt etc. Nur: Eine Garantie, dass diese Zuschläge reichen, die Durchschnittswerte auch in Zukunft zutreffen gibt es nicht.

Jeder Anlageberater, der Aktienfonds als sichere Anlage verkauft, da diese im Schnitt der letzten 20 Jahre jählich 8 % erwirtschaftet haben, würde (zu Recht) als unseriös betrachtet werden. Das gleiche gilt für jemanden, der aus dem Wetter der letzten 20 Jahre das der nächsten ableitet und nicht auf die Risiken hinweist.

nebenbei macht man noch etwas für die
Umwelt (bei mir ca 7 t CO2/ Jahr weniger).

Gemäß dem Ursprungsthread sollte dieser Aspekt außen vor bleiben. Ich gestatte mir dennoch die Bemerkung, dass mit einer gleich hohen Investition in Wärmedämmung bei Wohnhäusern die vielfache CO2-Menge eingespart werden kann.

Und ich habe nach
20 Jahren die abgeschriebene aber noch funktionierende Anlage.

Nur: Wie lange die Anlage noch läuft (und mit welchem Wirkungsgrad). Hier muss man sich wohl auf die Angaben des Herstellers verlassen (der selbst keine 20 Jahre Erfahrung hat und keine Garantie übernimmt).

Vor allem aber: Wieviel der nach Ablauf der 20 Jahren erzeugte Strom noch wert ist, kann niemand sagen. Wenn die Subventionen auslaufen, wird der Abnehmer nur noch Marktwerte zahlen. Und damit liegen die Erlöse plötzlich um den Faktor 10 - 20 unter dem jetzigen garantiert Stand. Und damit ist die Anlage weitgehend wertlos. Es sei denn, die Strompreise steigen bis dahin kräftig…

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Hallo Experten,

Auch Hallo,

ich weiß nicht in welches Brett diese Frage passt - aber da ja
letztendlich immer alles ums Geld geht :wink:

okay–manche Themen dazu standen auch schon im Umweltbrett…

Was haltet ihr vom Thema Photovoltaik (Privathaushalt, 6KW,
Netzeinspeisung, 50% KfW/50% Eigenkapital)?

Ich gehe jetzt davon aus, dass Du auf Deinem eigenen Haus eine PV-Anlage errichten möchtest (wichtig für die folgenden Ausführungen!)

Besonders unter den Aspekten Rendite, Sicherheit etc.
Versprochen wird einem ja viel(4-5 % Rendite + Restwert der
Anlage nach 20 Jahren, überschaubare Kosten etc.)

Entscheidend für den unternehmerischen Erfolg mit der PV-Anlage sind viele Faktoren, zB:

  • Lage des Hauses / Dachneigung (hier sollte eine Ausrichtung nach Süden bevorzugt werden)
  • Einschätzung der durchschnittlich zu erwartenden Sonnenstunden an Deinem Standort!! Entsprechend verlässliche Gutachten liefert zB der DWD (Kosten zwischen 500 und 1000 Euro – die Angebotserstellung für ein solches Gutachten kostet nix…)
  • der Typ der zu verwenden PV-Module in kombination mit dem Wechselrichter (hier gibt es verschiedene Typen und Hersteller) - Informationen gibt es zB beim Bundesverband Solar oder in diversen Marktübersichten — Der Typ der geplanten Module in Verbindung mit dem „Solargutachten“ ergibt die kalkulatorische Größe des zu erwartenden Jahresenergie-Ertrages in kWh pro Jahr – das ist ein Durchschnittswert!
  • Der Preis der Komplettmontage sollte keinesfalls 4.800 Euro je kW peak überschreiten - günstiger wäre besser, ist aber derzeit weniger realistisch
  • die Baugenehmigungsbehörde fragen, ob eine Genehmigung erforderlich ist (manche Bebauungspläne können PV-Anlagen ausschließene)
  • das zuständige Energieversorgunsgunternehmen befragen, ob ein Anschluss überhaupt möglich ist (und was es kostet) – es sei denn, das ist im Leistungsumfang des Systemliefernaten enthalten…
  • I.d.R. geben die Hersteller 10 Jahre Gewährleistung - nach Möglichkeit dies mit einer Bürgschaft absichern
  • In der Finanzplanung bitte die Alterung der Module mit 1% bis 2% pro Jahr berücksichtigen (meist ist das nicht linear, sonder eher degressiv, sinkt jedoch nicht auf Null)
  • Wichtig: Es besteht die Pflicht des Energieversorgers, die erzeugte Menge an elektrischer Leistung abzunehmen und zu vergüten. Die Höhe der Vergütung richtet sich dabei nach dem Gesetz zum Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG genannt), findest Du beim googeln :wink:
    Dies ist ein Gesetz! Das heißt, Du hast kalkulatorisch relative Sicherheit über einen Zeitraum von 20 Jahren. Was danach ist, weiß kein Mensch…die Anlage ist danach bezahlt und produziert trotzdem noch Energie; zu welchem Preis dann gekauft / vergütet wird, kann niemand sagen - derzeit würde ich von 3 cent je kWh ausgehen…(nach 20 Jahren)
  • Versicherungen sind zu empfehlen, bei Dachanlagen aber bezahlbar und kein großer Kostenfaktor.
  • Buchhaltung bekommst Du selber hin (dürfte kein großer Aufwand sein)
  • kleiner Tipp am Rande: Ansparabschreibung ist möglich und sollte auch genutzt werden, das bringt einen kleinen Steuervorteil, der gut für die Liquidität ist.
  • evtl. über einen Wartungsvertrag mit dem Hersteller / Anbieter nachdenken (Kosten/Leistungen miteinander abwägen) – hängt auch davon ab, wie technisch versiert Du bist…(theoretisch kann bei Dachmodulen nicht viel passieren; ich denke, die größten Risiken sind derzeit Hagelschlag, Schneelast, Vandalismus – dagegen kann und siollte man sich versichern); als technisches Risiko sehe ich Alterung der Module (kommt bei jedem Modul vor, ist nicht auszuschließen - muss kalkulatorisch berücksichtigt werden) sowie Kurzschlüsse in der elektrischen Anlage / Wechselrichter, die durch das Netz des Energieversorgers kommen (kann man technisch lösen-Kosten? oder vertraglich mit dem EVU oder durch Versicherung)
  • eine erfahrene Versicherung auf dem Gebiet PV ist die Gothaer Versicherung

–> Unterm Strich: Eine Investition in PV, basierend auf einer serilösen Kalkulation kann durchaus Sinn machen. Bitte unbedingt auf die Liquidität achten während der Laufzeit der Darlehen! (Soll heißen: bitte keine Illusion darüber, dass innerhalb der ersten 10 Jahre viel Geld mit der PV-Anlage verdient wird, in dem Sinne, das es zum Ausgeben zur eErfügung steht…)

Ökologische Aspekte lasse ich mal bewusst aus, um den
Artikelbaum übersichtlich zu halten.

okay, habe ich auch weg gelassen…

Beste Grüße
Sera

Ich hoffe, ich konnte helfen
Gruß von Fennchurch

Hallo,

noch eine Ergänzung zu den bisherigen Postings:
Sprich auch mal mit dem Steuerberater.
Nach meinem letzten Stand gibt es zwei Optionen:
Die im Kaufpreis der PV-Anlage enthaltenen Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen, dann muß allerdings später auch regelmäßig Umsatzsteuer von den Erlösen abgeführt werden.
Meiner Erfahrung nach ist die enthaltenen USt in den Rentabilitätsrechnungen der PV-Hersteller häufig als Einnahme kalkuliert. Und knapp 20% weniger Ertrag dürfte die Rendite doch schmälern.

Oder Freistellung von der USt, dann gibt es weder Vorsteuerabzug, noch USt-Abführung.

Gruß
Jürgen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

danke für umfangreiche und gute antwort (o.T.) !!
.

Hallo,
kann interessant sein, muss aber nicht. Ist sehr von der individuellen Kalkulation und auch von der Art der Finanzierung abhängig.
Es besteht u.a. das Risiko, dass der Verkäufer mit einer bestimmten durchschnittlichen Sonnenscheindauer pro Jahr rechnet, die am konkreten Standort gar nicht erreicht wird. Und - maximale Modulleistung wird i.d.R. nur bei annähernd geradem Auftreffen der Sonnenstrahlen (90 Grad-Winkel zur Modulfläche) erzielt. Das ist in der Praxis jedoch kaum zu erreichen, da Dachneigung und -Ausrichtung stimmen muss, zudem die Sonne im Laufe des Tages wie bekannt von Osten nach Westen „wandert“ und im Sommer und Winter unterschiedlich hoch steht. Manche Hersteller gehen von einer mittleren Leistungsdauer der Module von 20 - 25 Jahren aus, d.h. die Leistung kann im längeren Zeitraum durchaus nachlassen.
Zur finanziellen Kalkulation gehört einerseits die Einbeziehung der Finanzierungskosten (Darlehenszinsen u. Gebühren) und andererseits die „Gegenrechnung“, welchen Zinsgewinn dein Eigenkapital über die angenommene Laufzeit erwirtschaften könnte, wenn du keine Photovoltaikanlage kaufst, sondern das Geld anderweitig anlegst.

Viele Grüße
Uwe

Hallo zusammen,

bitte eines berücksichtigen:

eine PV-Anlage lässt sich ohne Eigenkapital finanzieren (Ein Aktiendepot nicht).

Bei guter Lage und solider Finanzierung erzielst Du so nach 20 Jahren zwischen 5.000,-- und 15.000,-- Euro Ertrag nach Steuern und Finanzierungskosten. Wohlgemerkt: ohne Eigenkapitaleinsatz. Dein EK kannst Du dann in sicheren Bundesobligationen anlegen.

Unternehmerisches Risiko gegen die Wetterschwankungen sollte auch nicht überschätzt werden - jeder, der längere Zeit in einer Gegend wohnt kann das Wetter einigermassen - im Zeitablauf! - abschätzen (die Psychologie der Aktienmärkte eher nicht) und so die Berechnungen des Anbieters plausibilisieren. Gegen Hagel, Sturm etc. kann man sich versichern. Bei meiner Versicherung kostet das einen Aufschlag von 10 Euro p.a. auf die Gebäudeversicherung.

Gruß

Frank

Hallo Experten,

ich weiß nicht in welches Brett diese Frage passt - aber da ja
letztendlich immer alles ums Geld geht :wink:

Was haltet ihr vom Thema Photovoltaik (Privathaushalt, 6KW,
Netzeinspeisung, 50% KfW/50% Eigenkapital)?
Besonders unter den Aspekten Rendite, Sicherheit etc.
Versprochen wird einem ja viel(4-5 % Rendite + Restwert der
Anlage nach 20 Jahren, überschaubare Kosten etc.)

Ökologische Aspekte lasse ich mal bewusst aus, um den
Artikelbaum übersichtlich zu halten.

Beste Grüße
Sera