Wirtschaftsenglisch

Hallo,

ich beiße mich grade durch einen ganz schön schweren kapitalismustheoretischen Text. Folgende Fragen kann ich immerhin konkretisieren:

Gibt es eine „offizielle“ Übersetzung für „Comparative Institutional Advantage“, oder analog dazu für „Comparative Economic Advantage“?

Mit „Vergleichbarem institutionellem/wirtschaftlichem Vorteil“ kann ich nicht so viel anfangen; es scheint sich zumindest bei ersterem um eine Art allgemein bekannter Theorie zu handeln (zu allem Überfluss bin ich wirtschaftlich nicht grade versiert), die unter anderem erklärt, warum Nationen sich auf die Produktion bestimmter Güter spezialisieren und ansonsten fleißig handeln.

Wenn mir einer diese Theorie entweder erklären oder mir den deutschen Namen dafür geben kann, wenn es ihn gibt, dann bin ich schon froh…

Zweite Frage: Gibt es eine wirtschaftstheoretische Ausrichtung, die sich „endogenous growth“-Theorie nennt? Wie heißt die dann auf Deutsch?

Und bei einem Satz wäre ich sehr glücklich, wenn jemand den sinngemäß übersetzen könnte:

„Some explain the growth of trade, and intra-industry trade in particular, as the result of efforts to concentrate production in order to secure returns to scale.“

Der Anfang ist klar, aber was ist mit return to scale gemeint? Oder einfach: Was heißt scale in diesem Zusammenhang? Allgemein geht es immer noch darum, zu erklären, warum nicht alle Länder das gleiche produzieren.

Achja, und als Bonbon…was könnte in dem Zusammenhang mit „firms’ efforts to secure the positive externalities generated by a group of firms engaged in related endeavours at the same site“ gemeint sein?

Hoffentlich weiß das wer…

Grüße
Sonja

Hallo, Ihdre,
advantage heißt ja nicht nur Vorteil, sondern man kann es auch als „Überlegenheit“ übersetzen. Und dass man Standortvorteile nutzt ist ja nun einmal selbstverständlich.
Gruß
Eckard

Hallo, Sonja,

eine korrekte Übersetzung kann ich mangels entsprechender Kenntnisse im wirtschaftlichen Bereich nicht bieten, aber vielleicht helfen ein paar Hinweise weiter:

Gibt es eine „offizielle“ Übersetzung für „Comparative
Institutional Advantage“, oder analog dazu für „Comparative
Economic Advantage“?
Wenn mir einer diese Theorie entweder erklären oder mir den
deutschen Namen dafür geben kann, wenn es ihn gibt, dann bin
ich schon froh…

„Komparativer Vorteil“ ist ein fester Begriff, erklärt auf http://209.85.135.104/search?q=cache:7yxu7BLi7pAJ:ww…

Zweite Frage: Gibt es eine wirtschaftstheoretische
Ausrichtung, die sich „endogenous growth“-Theorie nennt? Wie
heißt die dann auf Deutsch?

Sie wird offenbar auch in deutschen Texten oft als „endogenous growth theory“ bezeichnet, übersetzt wäre es „Endogene Wachstumstheorie“, siehe http://209.85.129.104/search?q=cache:open_mouth:tYR6t89Ge4J:ww…

was ist mit return to scale gemeint?
Oder einfach: Was heißt scale in diesem Zusammenhang?

Lt. LEO kann „returns to scale“ übersetzt werden mit „die Niveaugrenzerträge“, „das Niveaugrenzprodukt“, „die Skalenerträge“ (was immer das alles bedeuten mag…).
http://dict.leo.org/?lp=ende&p=&minPrio=0x200432d2d0…

Gruß
Kreszenz

Servus,

Gibt es eine „offizielle“ Übersetzung für „Comparative
Institutional Advantage“, oder analog dazu für „Comparative
Economic Advantage“?

Daran zweifle ich. Weil es sich (allgemein) bei „comparative advantage“ auf Deutsch um einen „komparativen Standortvorteil“ handelt, der Begriff stammt aus der Standortlehre - zur Allokationstheorie. Dass hier zwischen „institutionellen“ und „ökonomischen“ komparativen Standortvorteilen differenziert wird, scheint spezifisch zu diesem Text, zu diesem Autor zu gehören.

Die Theorie dazu kann ich Dir aus dem Stegreif nicht mehr herbeten, dafür sind die Examina zu lang her. Aber mit dem Stichwort „Komparativer Standortvorteil“ ist in der Einführungsliteratur, z.B. Henrichsmeyer/Gans/Evers, vieles zu finden.

Zweite Frage: Gibt es eine wirtschaftstheoretische
Ausrichtung, die sich „endogenous growth“-Theorie nennt? Wie
heißt die dann auf Deutsch?

Zu dieser weiss ich nichts - das war APO II, da hab ich nie aufgepasst…

„Some explain the growth of trade, and intra-industry trade in
particular, as the result of efforts to concentrate production
in order to secure returns to scale.“

Einige Autoren erklären das wachsende Handelsvolumen, insbesondere des Handels zwischen industriellen Partnern, als Ergebnis der Bemühungen, die Produktion (an einem Standort) zu konzentrieren, um Skalenerträge zu realisieren.

Der Anfang ist klar, aber was ist mit return to scale gemeint?

Hier geht es um Größenkostenersparnisse. Insbesondere in der industriellen Produktion gibt es unterschiedliche Kostenstrukturen, die von der Betriebsgröße abhängen. Kostenersparnis, die auf die Betriebsgröße zurückzuführen ist, heißt Skalenertrag. Betriebsgröße spielt etwa beim Grad der Automatisierung eine Rolle: Eine Maschine für irgendwas, die eine bestimmte Kapazität hat, ist nicht sinnvoll einsetzbar, wenn die geforderte Kapazität darunter liegt. Greifbare Vergleiche bieten z.B. Druckmaschinen, Webstühle und andere Klassiker aus der frühen Industrie; auch z.B. die LPGs der DDR, die in einigen Bereichen - Tierproduktion vor allem - auch nach Reprivatisierung noch die besseren Kostenstrukturen haben als die bäuerlichen Betriebsgrößen in den gebrauchten Bundesländern.

Oder einfach: Was heißt scale in diesem Zusammenhang?
Allgemein geht es immer noch darum, zu erklären, warum nicht
alle Länder das gleiche produzieren.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Geschichte der österreichischen und der Schweizer Kfz-Industrie; auch die argentinische Rindfleischproduktion usw.

Achja, und als Bonbon…was könnte in dem Zusammenhang mit
„firms’ efforts to secure the positive externalities generated
by a group of firms engaged in related endeavours at the same
site“ gemeint sein?

Mal ins Grobe:

Die Bemühungen von Unternehmen, von positiven externen Effekten zu profitieren, die von einigen Unternehmen erzeugt werden, die sich am gleichen Standort mit ähnlichen Aktivitäten/Zielsetzungen/Anstrengungen beschäftigen.

Auch der Begriff der „externen Effekte“ ist ein bissel zu weit, um hier abgehandelt zu werden. Aber illustrieren lässt er sich:

Auf Manufakturniveau der Thüringer Leiterwinkel, die Rabenauer Stuhlmacher, die Häfnerhaslacher Töpfereien.

Auf Industrieniveau die Stahlreviere in Saarlorlux und Rhein/Ruhr; Silicon Valley; Schiffsabwrackreviere in Ostasien; das Oberlausitzer Textilgebiet usw.

Hoffe, dass das einige Anhaltspunkte zum Weiterstöbern waren.

Schöne Grüße

MM

Danke…

… damit komme ich jetzt hoffentlich klar ;-/ Der Text ist übrigens von Hall und Soskice und scheinbar total zentral, falls das jemanden interessiert.

Da ich dazu auch noch eine Vertiefung schreiben muss, freu ich mich besonders über Martins weitere Beispiele und Anregungen :wink:

Grüße
Sonja