Servus,
Gibt es eine „offizielle“ Übersetzung für „Comparative
Institutional Advantage“, oder analog dazu für „Comparative
Economic Advantage“?
Daran zweifle ich. Weil es sich (allgemein) bei „comparative advantage“ auf Deutsch um einen „komparativen Standortvorteil“ handelt, der Begriff stammt aus der Standortlehre - zur Allokationstheorie. Dass hier zwischen „institutionellen“ und „ökonomischen“ komparativen Standortvorteilen differenziert wird, scheint spezifisch zu diesem Text, zu diesem Autor zu gehören.
Die Theorie dazu kann ich Dir aus dem Stegreif nicht mehr herbeten, dafür sind die Examina zu lang her. Aber mit dem Stichwort „Komparativer Standortvorteil“ ist in der Einführungsliteratur, z.B. Henrichsmeyer/Gans/Evers, vieles zu finden.
Zweite Frage: Gibt es eine wirtschaftstheoretische
Ausrichtung, die sich „endogenous growth“-Theorie nennt? Wie
heißt die dann auf Deutsch?
Zu dieser weiss ich nichts - das war APO II, da hab ich nie aufgepasst…
„Some explain the growth of trade, and intra-industry trade in
particular, as the result of efforts to concentrate production
in order to secure returns to scale.“
Einige Autoren erklären das wachsende Handelsvolumen, insbesondere des Handels zwischen industriellen Partnern, als Ergebnis der Bemühungen, die Produktion (an einem Standort) zu konzentrieren, um Skalenerträge zu realisieren.
Der Anfang ist klar, aber was ist mit return to scale gemeint?
Hier geht es um Größenkostenersparnisse. Insbesondere in der industriellen Produktion gibt es unterschiedliche Kostenstrukturen, die von der Betriebsgröße abhängen. Kostenersparnis, die auf die Betriebsgröße zurückzuführen ist, heißt Skalenertrag. Betriebsgröße spielt etwa beim Grad der Automatisierung eine Rolle: Eine Maschine für irgendwas, die eine bestimmte Kapazität hat, ist nicht sinnvoll einsetzbar, wenn die geforderte Kapazität darunter liegt. Greifbare Vergleiche bieten z.B. Druckmaschinen, Webstühle und andere Klassiker aus der frühen Industrie; auch z.B. die LPGs der DDR, die in einigen Bereichen - Tierproduktion vor allem - auch nach Reprivatisierung noch die besseren Kostenstrukturen haben als die bäuerlichen Betriebsgrößen in den gebrauchten Bundesländern.
Oder einfach: Was heißt scale in diesem Zusammenhang?
Allgemein geht es immer noch darum, zu erklären, warum nicht
alle Länder das gleiche produzieren.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Geschichte der österreichischen und der Schweizer Kfz-Industrie; auch die argentinische Rindfleischproduktion usw.
Achja, und als Bonbon…was könnte in dem Zusammenhang mit
„firms’ efforts to secure the positive externalities generated
by a group of firms engaged in related endeavours at the same
site“ gemeint sein?
Mal ins Grobe:
Die Bemühungen von Unternehmen, von positiven externen Effekten zu profitieren, die von einigen Unternehmen erzeugt werden, die sich am gleichen Standort mit ähnlichen Aktivitäten/Zielsetzungen/Anstrengungen beschäftigen.
Auch der Begriff der „externen Effekte“ ist ein bissel zu weit, um hier abgehandelt zu werden. Aber illustrieren lässt er sich:
Auf Manufakturniveau der Thüringer Leiterwinkel, die Rabenauer Stuhlmacher, die Häfnerhaslacher Töpfereien.
Auf Industrieniveau die Stahlreviere in Saarlorlux und Rhein/Ruhr; Silicon Valley; Schiffsabwrackreviere in Ostasien; das Oberlausitzer Textilgebiet usw.
Hoffe, dass das einige Anhaltspunkte zum Weiterstöbern waren.
Schöne Grüße
MM