Hallo!
Was ist die korrekte Antwort?
Ich kenne keine Lösung oder
Ich weiß keine Lösung
Wie kann man ‚wissen‘ und ‚kennen‘ auseinanderhalten und richtig anwenden? Gibt es einen Anhaltspunkt, an dem man sich orientieren kann?
Danke sehr
Hallo!
Was ist die korrekte Antwort?
Ich kenne keine Lösung oder
Ich weiß keine Lösung
Wie kann man ‚wissen‘ und ‚kennen‘ auseinanderhalten und richtig anwenden? Gibt es einen Anhaltspunkt, an dem man sich orientieren kann?
Danke sehr
Servus,
auf Verdacht, in Gefahr, als Kümmelspalter zu gelten:
Ich kenne keine Lösung, weiß aber, dass es eine gibt.
Ich weiß keine Lösung, nicht einmal, ob es eine gibt.
Ich würde aber niemanden darauf festnageln. So wie mein spanischer Freund zu seiner deutschen Liebsten immer sagte, wenn sie ihn verbessert hat: „Du hast mi abba vastande, gelle?“
Gruß
Ralf
Hallo Nadja,
Offtoptic
ich liebe Deine Fragen: ganz einfach weil sie das hinterfragen, was ich intuitiv, ohne es erklären zu können, anwende.
/Offtopic
Ich würde den Unterschied so definieren:
Beispiel: ich kenne Berlin. (Ich bin in Berlin unterwegs gewesen, habe viel gesehen. Mir sind Menschen, durchschnittliche Verhaltensweisen, typische Essen geläufig.)
Ich weiß wo Regensburg liegt. (Ich war noch nie in Regensburg, habe die Stadt noch nie gesehen, noch nicht mal lange Berichte im Fernsehen. Ich halbe also keine eigenen Erfahrungen mit Regensburg gemacht, kann auch nicht auf die vermittelten Erfahrungen Dritter zurück greifen.)
Was bedeutet das für die Frage: ich kenne keine Lösung vs. ich weiß keine Lösung? Aus meiner Sicht kommt es auf das Problem an, dessen Lösung man sucht, also auf den Kontext.
Ist die Lösung des Problems eine Erfahrung, die Du weitergibst, ist kennen das richtige Wort.
Beispiel:
„Nadja, meine Tapeten haften einfach nicht an der Wand, lösen sich immer wieder ab.“ Du antwortest: „Ich kenne die Lösung: Frank der Anstreicher. Der hat meine ganze Wohnung tapeziert.“
Hier hast Du selbst die Erfahrung gemacht, dass Frank das Problem lösen kann.
Ich weiß die Lösung würde ich hingegen nur bei rein theoretischen Problemen benutzen: Mathematik-Aufgaben, wenn ich jemandem im technisch-physikalischen Bereich einen Lösungsvorschlag mache, der „nur“ durch Denken in meinem Kopf entstanden ist, ohne dass ich es selbst praktisch versucht habe.
Aber wie schon oben geschrieben: das ist die Erklärung, die mir nach längerem Denken einfiel, für meine intuitive Verwendung.
Oh! Danke für die Blumen ![]()
Servus,
zum Verb wissen mit Akkusativ steht im Grimm:
wissen verlangt ein ihm inhaltlich verwandtes object, also etwas wiszbares oder mitteilbares. bei anderen objecten, so bei concreten begriffen, erfährt der wissensinhalt eine charakteristische einschränkung
Konkret also hier: „Ich kenne keine Lösung“ ist die allgemeinere Formulierung, aber in diesem sind beide gleichbedeutend.
Im sprachlich recht konservativen Süden wird das Verb wissen übrigens mit Akkusativ (und hübscherweise ggf. noch mit Dativobjekt ergänzt) auch in ganz konkretem Zusammenhang verwendet, demnach scheint das die ältere Konstruktion zu sein:
„Woisch mer koin Beck dohannarom wo gscheide Säla machd?“ - wörtlich „Weißt Du mir keinen Bäcker in dieser Gegend, der ordentliche Seelen bäckt?“
Schöne Grüße
MM