Wissenschaftl. Arbeit mit Postscript,Formatverlust

Hallihallo,

ich habe mal eine Frage über die Postscript-Treiber in Verwendung mit Word!
Es geht um das gefürchtete Problem -zumindest unter Meinesgleichen-, ein Word-Dokument, das unter lokalen Standarddruckereinstellungen erstellt wurde, auf einem anderen Rechner -als dem eigenen- mit anderem Drucker oder als pdf in einer Druckerei öffnen und ausdrucken zu lassen. Dabei soll die Formatierung verändert werden, wel das Dokument nicht unter den PS-Einstellungen erstellt wurde.
Ich verstehe nicht, wieso das so ist. Kann mir das jemand in den Grundsätzen erklären.

Nun habe ich, wie unter „http://www.ub.uni-siegen.de/epub/diss/psdatei.htm“ erklärt, die PS-Treiber auf XP installiert und die Einstellungen vorgenommen.
Wenn ich jetzt dieses Dokument als *.ps abgespeichert habe und will es nun an einem Bürolaserdrucker ausdrucken, wie gehe ich dann dort vor? Mit was kann ich den PS öffnen…?

Bitte um Hilfe!

Danke und ciao
Judaszeuger

Noch mal ich!

Was mich auch brennend interessiert, ist, wie erstelle ich denn einen formatverlustfreien Text in Word, den ich dann egal wo mit der selben bestehenbleibenden Formatierung ausdrucken kann?
Was nehme ich da für Einstellungen in den Word-Optionen vor? Einstellungen, die dann fix sind.
Bitte um Hilfe!

Ciao & Danke
Judaszeuger

Hallo,

denn einen formatverlustfreien Text in Word,

Das ist ein Widerspruch in sich :wink:

Man installiere gleichzeitig einen PDF-Drucker, erzeuge auf DEM PC die PDF-Datei und verteile diese zum Drucken weiter. PDF-Dateien „verändern“ sich nicht auf anderen PCs.

Beatrix

hallo

zunächst mal: jeder Drucker hat eine andere Auflösung - sprich kann entweder mehr oder weniger Punkte pro Zoll (dot per inch = dpi) drucken. Ausserem können die Drucker immer etwas unterschiedlich gut Positionen ansteuern. Der Duckertreiber kennt alle diese Möglichkeiten des Druckers und gibt sie an Word weiter. Wenn Word nun eine Seite formatiert, muss Word wissen, wieviele Buchstaben auf eine Zeile passen. Bei Proportionalschriften haben die Buchstaben unterschiedliche Breiten. Word „fragt“ daher im Prinzip den Druckertreiber, wie der Text in den vorhandenen Platz (v.a. die Seitenbreite) gequetscht werden kann (ok, ist intern viel komplizierter, stimmt aber so ungefähr). Da eben jeder Drucker etwas andere Möglichkeiten hat, schaut ein umfangreiches Dokument eben auf versiedenen Druckern teilweise unterschiedlich aus.

Warum ist das genau so? Nun - der eine Drucker kann aufgrund seiner Auflösung einen Buchstaben mehr pro Zeile drucken. Damit kann es sein, dass bei einem Text der Zeilenumbruch erst nach einem bestimmten Wort kommt und nicht davor. Es geht hier immer nur um max. einen Millimeter - nur bei langen Dokumenten kann sich so ein „Fehler“ schon ordentlich aufaddieren und bewirken, dass das Dokument plötzlich zwei bis drei Zeilen weniger hat. Verstärkt wird der Effekt durch spezielle Absatzformate - z.b. das zwingende Zusammenhalten von Absätzen oder die Absatzkontrolle. Ein 200 Seiten langes Dokument kann auf einem anderen Drucker druchaus plötzlich nur mehr 199 Seiten haben - im Extremfall noch weniger oder mehr.

Word ist nun mal eine Textverarbeitung und kein Layout-Programm. Es sieht seine Existenzberechtigung eher in der der Bearbeitung von Texten mit den entsprechenden Automatismen (Inhaltsverzeichnis, Querverweise etc.) und weniger in der absolut pixelgenauen Wiedergabe von Dokumentlayouts (dafür gibt es Desktop-Publishing-Programme).

Was kannst du also tun, damit du halbwegs saubere Layouts zusammenbekommst?

  • Wenn dir das Layout wirklich so wichtig ist, dann hast du die falsche Anwendung. Verwende eher LaTeX - das erzeugt perfekte Layouts, die auf allen Druckern gleich aussieht, ist aber streng genommen was ganz anderes als Word. LaTeX ist mehr eine stark formalisierte Seitenbeschreibungssprache - ähnlich wie HTML nur um einiges mächtiger und vor allem genauer. Allerdings hat LaTeX nicht gerade einen intuitiven Ansatz, d.h. du wirst schon mal ca. 2 Wochen Einarbeitungszeit investieren müssen, um was halbwegs brauchbares produzieren zu können.
  • Du stellst sicher, dass auf jedem PC, auf dem dein Dokument geöffnet wird, genau die selbe Word-Version und GENAU der selbe Druckertreiber installiert ist.
  • Du installierst dir einen PDF-Druckertreiber (FreePDF XP oder PDFCreator sind relativ gut) und druckst nur auf diesen aus. Erst im zweiten Schritt das PDF-Dokument öffnen und von dort am Drucker ausdrucken. PDF ist eher für Layout-Echtheit hin optimiert und weniger zur Textverarbeitung, hat daher nicht die prinzipiellen Probleme von Word.

Natürlich kannst du auch direkt auf Postscript drucken und dir den Output als Datei speichern lassen. Nur hast du dann das Problem, dass du entweder einen Postscript-fähigen Drucker brauchst (die Postscript-Lizenzen sind relativ teuer, daher hat nicht jeder Drucker Postscript integriert) oder über einen Konvertierer. Adobe Destiller macht z.b. aus PS-Dateien ein PDF-Dokument. Im Freeware-Bereich gibt es das ghostscript-Paket, dass z.b. im Linux-Bereich lange Zeit Standard war (dort druckten ursprünglich ALLE Programme in Postscript und nutzten ghostscript, um die PS-Dateien auf nicht postscriptfähigen Druckern auszugeben). Mit ghostscript kannst du ps-Dateien entweder in PDF konvertieren (nichts anders machen z.b. FreePDF XP oder PDFCreator ) oder direkt auf dem Drucker ausgeben.

Auf alten Postscript-Druckern mit Parallelanschluss ging es übrigens ganz einfach, PS-Dateien zu drucken. Einfach ein

copy /B ausgabe.ps LPT1

und schon wurde die Datei gedruckt. Ob es ähnlich einfache Möglichkeiten bei USB oder LAN-Druckern gibt, weiss ich nicht (hab ich bisher noch nicht gebraucht).

lg
Erwin

Danke für die sehr umfassende Antwort! Sehr nett.

Nunja ich habe Deine Alternative mit dem Freepdf XP, welches das Ghostscript verlangte, gewählt und installliert.

Muss ich nun noch irgendwelche besonderen Einstellungen vornehmen?
Wenn ich nun mein Dokument öffne und dann das Layout für den Ausdruck auf einem fremden Rechner und Drucker festlegen will, muss ja das freepdf als Drucker angewählt sein, oder?
Sind da noch andere Besonderheiten, z.B. in den Optionen?

Dann erzeuge ich nur noch das pdf und das öffne und drucke ich aus mit Foxit Reader 2.0 Beta?

Wenn ich nun weiß, dass ich auf einem bestimmten Laserdrucker die Arbeit drucken werde, dann könnte ich mir auch den pdf-Schritt sparen und den passenden Druckertreiber bei mir installieren und auf diesem und MS-Word das Dokument ins richtige Layout bringen und später wo anders ausdrucken?

Bitte noch mal um Hilfestellung!

Danke und ciao
Judaszeuger

hallo

Nunja ich habe Deine Alternative mit dem Freepdf XP, welches
das Ghostscript verlangte, gewählt und installliert.

soweit so gut…

Muss ich nun noch irgendwelche besonderen Einstellungen
vornehmen?
Wenn ich nun mein Dokument öffne und dann das Layout für den
Ausdruck auf einem fremden Rechner und Drucker festlegen will,
muss ja das freepdf als Drucker angewählt sein, oder?
Sind da noch andere Besonderheiten, z.B. in den Optionen?

bin nicht sicher, ob du mich richtig verstanden hast. du öffnest das word-dokument, stellst den drucker auf den von freepdf um, kontrollierst nochmal das layout und druckst das dokument in ein pdf-dokument. dann gibst du das pdf-dokument weiter. pdf stellt dabei sicher, dass das dokument nun auf allen druckern gleich aussieht. ausnahme: einige schriften werden nicht explizit gespeichert sondern dynamisch vom drucker ersetzt. es kann da schon noch zu erheblichen darstellungsproblemen kommen, sofern du irgendwelche sonderfonts verwendest oder viel mit unicode-zeichen hantierst.

wenn du das word-dokument weitergibst, garantiert dir erst wieder niemand, dass der empfänger das dokument genauso sieht, wie du es siehst.

Dann erzeuge ich nur noch das pdf und das öffne und drucke ich
aus mit Foxit Reader 2.0 Beta?

eigentlich sollte jeder pdf-reader, der sich halbwegs an den standard hält, das grundlayout richtig darstellen.

Wenn ich nun weiß, dass ich auf einem bestimmten Laserdrucker
die Arbeit drucken werde, dann könnte ich mir auch den
pdf-Schritt sparen und den passenden Druckertreiber bei mir
installieren und auf diesem und MS-Word das Dokument ins
richtige Layout bringen und später wo anders ausdrucken?

im prinzip ja…

theoretisch kannst du auch bei dir in eine datei drucken und am zielrechner die datei direkt an den drucker schicken. geht aber nur auf paralleldruckern ohne zusatztools.

ABER!!!
wie word ein dokument anzeigt, hängt von weitaus mehr ab als nur vom druckertreiber. es reicht, dass der pc, auf dem das dokument geöffnet wird, einfach eine blöde dokumentvorlage installiert hat und schon erkennst du dein dokument nicht mehr wieder. dann kennt word noch ein paar globale einstellungen (v.a. die kompatibilitätsoptionen), die das verhalten teilweise massiv beeinflussen können.

mit anderen worten: wenn du ein dokument weitergeben willst und dabei noch haben willst, dass das dokument am zielrechner wenigstens annähernd genauso aussieht wie bei dir, dann ist das word-format das denkbar ungeeignetste. es ist schlicht und ergreifend nichtmal annähernd für diesen zweck geschaffen worden.

du benötigst dafür ein format, dass keine dynamischen formate mehr zulässt sondern die formate irgendwie fixiert. das sind eben pdf, dvi (das format, dass mit tex, latex und so bevorzugt erzeugt wird) oder gleich ein grafikformat (z.b. tiff). natürlich kannst du auch das microsoft office dokument image format nehmen, wenn es schon was proprietäres sein soll, das sonst niemand versteht. aber ALLE normalen dokumentformate (auch openoffice.org) haben das problem, dass formatierungen prinzipbedingt von lokalen einstellungen abhängig sind, was genau deinem einsatzzweck widerspricht.

lg
erwin

Mhmm…
Wirklich vielen Dank!

Ich bleibe mal bei den beiden Alternativen:

  1. freepdf mit GS
    oder
  2. Laserdrucker vom Büro bei mir installiert

Beim Office-2003-Paket handelt es sich um dasselbe, aber die beiden Rechner, privat und Büro, unterscheiden sich durch das OS, also Vista und XP.
Ich hoffe mal, dass das funktionieren wird.

Dass ich mich jetzt noch in Latex einarbeite ist inakzeptabel, weil der Stapel in drei Wochen abzugeben ist. Von Latex -außer im Fetischbereich- habe ich erst zwei Mal gehört. Ich hätte unbedingt früher damit anfangen sollen. Dann wäre der ganze Schamass darauf entstanden. Naja in so etwas bin ich echt der Noob.

1000-Dank für die gute Hilfe und ich hoffe, dass ich vorerst damit auskommen werde!
Bis bald…
Judaszeuger