Wissenschaftliche Ausarbeitung - Quellen

Hallo,

meine Dozentin an der Uni fordert genaue Quellenangaben. Dies ist ja auch soweit verständlich. Jedoch möchte sie auch Quellenangaben für bereits vorhandenes Wissen.
Bisher kenne ich es so, dass man für die Inhalte Quellen angeben muss, die man aus anderen Werken übernommen hat und nicht aus dem eigenen Wissen stammen.

Ich schreibe gerade über die verschiedenen Betreuungsformen für behinderte Kinder. In den meisten Einrichtungen habe ich bereits ein Praktikum absolviert und Erfahrungen gesammelt. Wenn ich z.B. schreibe, dass in einer Integrationsgruppe meistens drei Betreuer/Innen arbeiten, soll ich diesen Abschnitt mit einer Quellenangabe belegen.
Ist das immer so? Ich finde das doch sehr verrückt, da man ja für jedes Wissen gleichzeitig eine Quelle zur Hand haben muss.

Habt ihr eine Idee, wie man damit umgeht? Wo findet man so viele Quellen mit „Basiswissen“.

Gruß
Tato & Kommilitoninnen

Hallo Tato,

Ich schreibe gerade über die verschiedenen Betreuungsformen
für behinderte Kinder. In den meisten Einrichtungen habe ich
bereits ein Praktikum absolviert und Erfahrungen gesammelt.
Wenn ich z.B. schreibe, dass in einer Integrationsgruppe
meistens drei Betreuer/Innen arbeiten, soll ich diesen
Abschnitt mit einer Quellenangabe belegen.
Ist das immer so? Ich finde das doch sehr verrückt, da man ja
für jedes Wissen gleichzeitig eine Quelle zur Hand haben muss.

  1. Es könnte darauf ankommen, wie du es formulierst (In der Ernst-Fröhlich-Förderschule arbeiten drei … vs. in Förderschulen arbeiten…)
  2. Es kann auch gemeint sein, dass du die Grundlagen für die Arbeit in der Einrichtung benennst (z.B. In der Ernst-Fröhlich-Förderschule wird das Konzept von Karl Gustav [Gustav 1897) umgesetzt.)

Ciao maxet.

Hallo Maxet,

  1. Es könnte darauf ankommen, wie du es formulierst (In der
    Ernst-Fröhlich-Förderschule arbeiten drei … vs. in
    Förderschulen arbeiten…)
  2. Es kann auch gemeint sein, dass du die Grundlagen für die
    Arbeit in der Einrichtung benennst (z.B. In der
    Ernst-Fröhlich-Förderschule wird das Konzept von Karl Gustav
    [Gustav 1897) umgesetzt.)

Gute Idee, nur leider wollte ich gar nicht auf irgendwelche Einrichtungen eingehen. Vielleicht kann ich aber deinen Vorschlag doch z.T. umsetzen.
Die Dozentin will grundsätzlich Quellen haben, meines war nur ein Beispiel. Es weiß jeder, dass in einem Kindergarten Erzieherinnen arbeiten, aber soll ich das belegen? Ihrer Meinung nach wohl ja. Nach jedem Gedankengang / Abschnitt soll eine Quellenangabe folgen.
Das wundert mich.
Wir haben so viele Fakten in der Ausarbeitung (und wenig individuelle Gedankengänge einiger Wissenschaftler), so dass die Beweisführung sehr schwer ist. Alternativ verändern wir halt unsere Ausarbeitung entsprechend, aber das wollten wir eigentlich nicht.

Gruß
Tato

Hallo Tato,

ich sags gleich: eine große Hilfe ist mein Artikel wahrscheinlich nicht;
kann es so einen zu Deiner Frage überhaupt geben?

meine Dozentin an der Uni fordert genaue Quellenangaben. Dies
ist ja auch soweit verständlich. Jedoch möchte sie auch
Quellenangaben für bereits vorhandenes Wissen.

also für fachspezfisches Grundwissen?
Da könntest Du Dir ja überlegen, welche Einführungsbände Du gelesen hast, welche Vorlesungen Du besucht hast, und z.B. dann angeben:
„… kognitive Dissonanz* …“

* vgl. die Vorlesung bei Prof. XY, Titel, SoSe 2017;
vgl. außerdem: XY, Buchteil, Seite

So würden bestimmt eine ganz schöne Menge Quellenangaben zusammenkommen.

Bisher kenne ich es so, dass man für die Inhalte Quellen
angeben muss, die man aus anderen Werken übernommen hat und
nicht aus dem eigenen Wissen stammen.

schon richtig, aber nicht nur;

auch bei eigenem Wissen ist es üblich, Orte in der Literatur anzugeben, an denen dieses Wissen diskutiert wird, etwa so:

* vgl. dazu die A-B-Debatte in Autor, Titel, 1588

(dass dies nur zu wenigen Teilen Deines Wissens so gehandhabt werden kann, versteht sich von selbst)

Ich schreibe gerade über die verschiedenen Betreuungsformen
für behinderte Kinder. In den meisten Einrichtungen habe ich
bereits ein Praktikum absolviert und Erfahrungen gesammelt.
Wenn ich z.B. schreibe, dass in einer Integrationsgruppe
meistens drei Betreuer/Innen arbeiten, soll ich diesen
Abschnitt mit einer Quellenangabe belegen.

Wenn die Prof. es so will, warum nicht?

Unter Umständen kennst Du Texte, die fordern, dass in einer IG mind. 3 Betreuer arbeiten sollen, dann kannst Du sie nennen;
ansonsten kannst Du ja solche Angaben machen:
„* beruht auf meinen praktischen Erfahrungen, erworben in den Einrichtungen A,B,C und D“ oder dergleichen.

Ist das immer so? Ich finde das doch sehr verrückt, da man ja
für jedes Wissen gleichzeitig eine Quelle zur Hand haben muss.

;–)))

aus didaktischen Gründen kann so ein Vorgehen durchaus mal sinnvoll sein, weil es dazu zwingt, möglichst „reflektiert“ zu schreiben, und außerdem dazu, sein Wissen unter Umständen ein wenig zu ent-selbstverständlich-en, wenn man sich Gedanken über dessen Herkunft machen muss.

Ansonsten scheint Deine Frau Prof. reichlich strange zu sein.

Habt ihr eine Idee, wie man damit umgeht?

Ich hoffe, ein paar Anregungen waren vielleicht hilfreich
(könnt Ihr nicht die Prof. selbst dazu befragen?)

Wo findet man so
viele Quellen mit „Basiswissen“.

Noch ein Tipp: Von einigen Quellen kann man berechtigterweise annehmen, dass Frau Prof. diese unmöglich überprüfen wird können, z.B. von persönlichen Unterredungen oder Erfahrungen …

Viele Grüße
franz

Hallo Franz,

ich sags gleich: eine große Hilfe ist mein Artikel
wahrscheinlich nicht;

Doch…

Da könntest Du Dir ja überlegen, welche Einführungsbände Du
gelesen hast, welche Vorlesungen Du besucht hast, und z.B.
dann angeben:

Dieses Wissen habe ich in meiner vierjährigen Ausbildung mit den dazugehörigen Prakika und anschließender Berufstätigkeit erworben.
Das Wissen wurde weniger aus Büchern, sondern mittels Unterricht vermittelt.

„* beruht auf meinen praktischen Erfahrungen, erworben in den
Einrichtungen A,B,C und D“

Das ist gut. Ebenso könnte ich ja die Ausbildung (ggf. sogar Klasse, Fach und Lehrer) als Quelle angeben. Ich werde die Dozentin mal darauf ansprechen.

(könnt Ihr nicht die Prof. selbst dazu befragen?)

Ist eine Blockveranstaltung, die nur aus den Referaten der Studenten und eben dieser Ausarbeitung besteht. In einer Mail wird sie nur das gleiche wiederholen, daher möchte ich ihr einen Vorschlag unterbreiten.

Gruß & Dank
Tato

Hallo nochmal,

darf ich als Quelle auch eigene Praktikumsberichte angeben? Diese sind natürlich total unwissenschaftlich, aber ich hätte etwas geschriebenes…

Gruß
Tato

Hallo Tato,

darf ich als Quelle auch eigene Praktikumsberichte angeben?
Diese sind natürlich total unwissenschaftlich, aber ich hätte
etwas geschriebenes…

Aus meiner Sicht ja, aber entscheidend ist natürlich die Sicht der Dozentin …

Normalerweise wäre es „wissenschaftlich“ nicht unbedingt sinnvoll, so etwas anzugeben, aber die Anforderung, die die Dozentin stellt, ist ja ebenfalls nicht „wissenschaftlicher“ Usus;
dies würde ich u.U. auch explizit bei der ersten Quellenangabe so benennen, d.h. ich würde in einem kleinen „Exkurs“ begründen, warum dieses und jenes Quellenmaterial angeführt wird/werden muss.

Ich würde aber bei solchen Quellenangaben dann auch dafür sorgen, dass diese grundsätzlich nachvollziehbar sind, also dass die Dozentin diese prinziell einsehen könnte; evtl. durch Einbindung in eine Homepage oder Beilegen einer CD-Rom, etc.

(vgl. dazu das, was Peter im Thread weiter oben dazu geschrieben hat)

Viele Grüße
franz

Hallo Tato,

  1. Es könnte darauf ankommen, wie du es formulierst (In der
    Ernst-Fröhlich-Förderschule arbeiten drei … vs. in
    Förderschulen arbeiten…)
  2. Es kann auch gemeint sein, dass du die Grundlagen für die
    Arbeit in der Einrichtung benennst (z.B. In der
    Ernst-Fröhlich-Förderschule wird das Konzept von Karl Gustav
    [Gustav 1897] umgesetzt.)

Gute Idee, nur leider wollte ich gar nicht auf irgendwelche
Einrichtungen eingehen. Vielleicht kann ich aber deinen
Vorschlag doch z.T. umsetzen.
Die Dozentin will grundsätzlich Quellen haben, meines war nur
ein Beispiel. Es weiß jeder, dass in einem Kindergarten
Erzieherinnen arbeiten, aber soll ich das belegen?

Die Frage ist aber, wie viele und mit welcher Qualifikation (1 Uni-studierte und zwei Aupairs/FSJler/Zivis vs. 3 mit Fachschulbildung vs. 2 Uni-studierte vs. … Dass hängt ja an dem pädagogischen Konzept.

Wir haben so viele Fakten in der Ausarbeitung (und wenig
individuelle Gedankengänge einiger Wissenschaftler), so dass
die Beweisführung sehr schwer ist. Alternativ verändern wir
halt unsere Ausarbeitung entsprechend, aber das wollten wir
eigentlich nicht.

zu den protokollen. ich würde si als Anlagen zu der Arbeit zupacken. Im theorieteil darauf eingehen und das wichtigste einführen, ansonsten auf die Anhänge B1, B2- B5 verweisen.

Ciao maxet.