Hallo Tato,
ich sags gleich: eine große Hilfe ist mein Artikel wahrscheinlich nicht;
kann es so einen zu Deiner Frage überhaupt geben?
meine Dozentin an der Uni fordert genaue Quellenangaben. Dies
ist ja auch soweit verständlich. Jedoch möchte sie auch
Quellenangaben für bereits vorhandenes Wissen.
also für fachspezfisches Grundwissen?
Da könntest Du Dir ja überlegen, welche Einführungsbände Du gelesen hast, welche Vorlesungen Du besucht hast, und z.B. dann angeben:
„… kognitive Dissonanz* …“
* vgl. die Vorlesung bei Prof. XY, Titel, SoSe 2017;
vgl. außerdem: XY, Buchteil, Seite
So würden bestimmt eine ganz schöne Menge Quellenangaben zusammenkommen.
Bisher kenne ich es so, dass man für die Inhalte Quellen
angeben muss, die man aus anderen Werken übernommen hat und
nicht aus dem eigenen Wissen stammen.
schon richtig, aber nicht nur;
auch bei eigenem Wissen ist es üblich, Orte in der Literatur anzugeben, an denen dieses Wissen diskutiert wird, etwa so:
* vgl. dazu die A-B-Debatte in Autor, Titel, 1588
(dass dies nur zu wenigen Teilen Deines Wissens so gehandhabt werden kann, versteht sich von selbst)
Ich schreibe gerade über die verschiedenen Betreuungsformen
für behinderte Kinder. In den meisten Einrichtungen habe ich
bereits ein Praktikum absolviert und Erfahrungen gesammelt.
Wenn ich z.B. schreibe, dass in einer Integrationsgruppe
meistens drei Betreuer/Innen arbeiten, soll ich diesen
Abschnitt mit einer Quellenangabe belegen.
Wenn die Prof. es so will, warum nicht?
Unter Umständen kennst Du Texte, die fordern, dass in einer IG mind. 3 Betreuer arbeiten sollen, dann kannst Du sie nennen;
ansonsten kannst Du ja solche Angaben machen:
„* beruht auf meinen praktischen Erfahrungen, erworben in den Einrichtungen A,B,C und D“ oder dergleichen.
Ist das immer so? Ich finde das doch sehr verrückt, da man ja
für jedes Wissen gleichzeitig eine Quelle zur Hand haben muss.
;–)))
aus didaktischen Gründen kann so ein Vorgehen durchaus mal sinnvoll sein, weil es dazu zwingt, möglichst „reflektiert“ zu schreiben, und außerdem dazu, sein Wissen unter Umständen ein wenig zu ent-selbstverständlich-en, wenn man sich Gedanken über dessen Herkunft machen muss.
Ansonsten scheint Deine Frau Prof. reichlich strange zu sein.
Habt ihr eine Idee, wie man damit umgeht?
Ich hoffe, ein paar Anregungen waren vielleicht hilfreich
(könnt Ihr nicht die Prof. selbst dazu befragen?)
Wo findet man so
viele Quellen mit „Basiswissen“.
Noch ein Tipp: Von einigen Quellen kann man berechtigterweise annehmen, dass Frau Prof. diese unmöglich überprüfen wird können, z.B. von persönlichen Unterredungen oder Erfahrungen …
Viele Grüße
franz