Wissenschaftliche Rätselfreunde aufgepasst: Wir ko

#Hallo Kubi,

Wäre Generalistentum hier im
Vorteil, hätte sich auch keine
Spezialisierung entwickeln können.

#Die Natur hat AUF DER ERDE eine Spezialisierung der Zellen, Organe und Organismen hervorgebracht, daneben aber auch die Generalisten (z.B. Amöben) fortbestehen lassen.
Das bringt mich zum Ausgangspunkt zurück, nämlich zu der Frage, wie ausserirdisches Leben aussehen könnte. Und da könnte ich mir eben vorstellen, dass es dort ausschließlich oder vor allem generalistische Lebewesen geben könnte.
Ausserdem zeigt die Evolution auf der Erde durchaus keine mehr oder weniger geraden Linien vom Niederen zum Höheren, sondern viel öfter Sprünge, die auf vielerlei Zufälle, Großkatastrophen usw. zurückzuführen sein können. Hätte z.B. die Katastrophe nicht stattgefunden, die zum Aussterben der Dinosaurier führte - wer weiss, wie dann die Evolution weitergegangen wäre?

Es gibt keine Bakterien, die alle
möglichen Umweltbedingungen gleich gut
aushalten. Sie sind alle auf bestimmte
Umgebung spezialisiert.

Das Wildschwein ist spezialisiert auf
Wald- und Feld in gemäßigten Zonen. Bring
Dein Wildschwein mal nach Alaska oder in
die Sahara oder in den Himalaya und Du
wirst sehen, wie schnell es von den auf
die dort herrschenden Bedingungen
angepaßten Tiere verdrängt wird…

#Na gut, dann nehme ich den Menschen als Beispiel, der sich mittels Werkzeugen und Technik zu einem - was die Überlebensmöglichkeit betrifft, Generalisten entwickelt hat und tatsächlich in Mitteleuropa, Alaska oder im Himalaja lebt, was eben Koalabär, Kolibris oder Reptilien aufgrund ihrer Temperatur- bzw. Nahrungsspezialisierung nicht können.

Ähnlich wie die
Eskimos mit ihren 12 Wörtern für
verschiedene Schneesorten, aber ohne ein
allgemeines Wort für „Schnee“.

#Oder südamerikanische Waldindianer ohne ein Wort für „Wald“.
Die Araber haben übrigens für die Charakterisierung von Gegenden zwei Begriffe, die es bei uns in dieser Definition nicht gibt, nämlich „hadhar“ für ‚zivilisierte Gegend mit Städten und festen Dörfern‘ und „rif“ für ‚Wüste, Steppe, nicht oder nur von Nomaden bewohntes Gebiet‘. Städter bezeichnen aber auch oft dörfliche Regionen mit „rif“ (leicht abfällig, so wie im Deutschen „Provinz“ im Gegensatz zur Großstadt).
Gruß, Helmut

Hallo Helmut,

#Die Natur hat AUF DER ERDE eine
Spezialisierung der Zellen, Organe und
Organismen hervorgebracht, daneben aber
auch die Generalisten (z.B. Amöben)
fortbestehen lassen.

Stimmt. Aber da die Naturgesetze, soweit wir es überprüfen konnten, im ganzen Universum die gleichen sind, kann man davon ausgehen, daß auch die Evolution gleiche Wege eingeschlagen hat. Natürlich nicht in dem Sinne, daß bestimmte Tierarten oder auch nur Zellen den unseren irgendwie ähneln, sondern in den „generellen Ausprägungen“ wie z.B. „Höhere Organismen setzen sich aus niedrigeren zusammen“.

Das bringt mich zum Ausgangspunkt zurück,
nämlich zu der Frage, wie ausserirdisches
Leben aussehen könnte. Und da könnte ich
mir eben vorstellen, dass es dort
ausschließlich oder vor allem
generalistische Lebewesen geben könnte.

Ich versuche hier nicht, zu sagen, daß am Ende jedes Lebewesen Spezialist wird. Ich sehe einen sehr großen Unterschied zwischen - nennen wir’s „Primärorganimus“ und „Sekundärorganismus“. Primärorganismen sind einzelne Zellen oder Einzeller. Diese neigen unweigerlich zur Spezialisierung. Sekundärorganismen sind aus Einheiten von Primärorganismen zusammengesetzte Einheiten, deren Spezialisierung mehr oder weniger ausgeprägt sein kann. Hier kann sich Generalistentum durchaus gut behaupten - aber nur, weil die grundlegenden Primärorganismen sehr hochgradig spezialisiert sind.

Ausserdem zeigt die Evolution auf der
Erde durchaus keine mehr oder weniger
geraden Linien vom Niederen zum Höheren,
sondern viel öfter Sprünge, die auf
vielerlei Zufälle, Großkatastrophen usw.
zurückzuführen sein können.

Das ist richtig, ändert aber nichts am Prinzip, nur an den Details.

Hätte z.B.

die Katastrophe nicht stattgefunden, die
zum Aussterben der Dinosaurier führte -
wer weiss, wie dann die Evolution
weitergegangen wäre?

Ich bin davon überzeugt, daß es genauso weitergegangen wäre, nur langsamer. Die Säugetiere hatten einfach unaufholbare Vorteile. Sicherlich hätten ein paar Dinos überlebt, aber die Säugetiere wären trotz allem zur „höchsten“ Lebensform (im Moment) aufgestiegen.
Und natürlich war diese Katastrophe paläontologisch gesehen eher eine kleine. Vor der kambrischen Explosion muß sich eine um ein vielfaches heftigere abgespielt haben.

#Na gut, dann nehme ich den Menschen als
Beispiel, der sich mittels Werkzeugen und
Technik zu einem - was die
Überlebensmöglichkeit betrifft,
Generalisten entwickelt hat und
tatsächlich in Mitteleuropa, Alaska oder
im Himalaja lebt, was eben Koalabär,
Kolibris oder Reptilien aufgrund ihrer
Temperatur- bzw. Nahrungsspezialisierung
nicht können.

Klar - er hat auch die mit am stärksten spezialisierten Zellen überhaupt. Und er muß sich seine sämtlichen Lebensräume mit spezialisierten Einzellern teilen, die sogar - Ironie der Natur - ihn selbst als Lebensraum besiedeln, und dazu viele Nischen, in denen der Mensch nur unter äußerstem technischen Aufwand überleben könnte, wenn überhaupt.

Die Araber haben übrigens für die
Charakterisierung von Gegenden zwei
Begriffe, die es bei uns in dieser
Definition nicht gibt, nämlich „hadhar“
für ‚zivilisierte Gegend mit Städten und
festen Dörfern‘ und „rif“ für ‚Wüste,
Steppe, nicht oder nur von Nomaden
bewohntes Gebiet‘. Städter bezeichnen
aber auch oft dörfliche Regionen mit
„rif“ (leicht abfällig, so wie im
Deutschen „Provinz“ im Gegensatz zur
Großstadt).

Ja, derartige Beispiele gibt’s massenhaft. Und wenn man dann die verschiedenen Grammatiken miteinander vergleicht, stellt man fest, daß auch da eine Menge Sachen doch deutlich von dem abweichen, was man als Deutscher für selbstverständlich zu halten geneigt ist - eine Widerspiegelung der verschiedenen Kulturen und Mentalitäten.

Gruß, Kubi

Hallo Kubi,

Aber da die Naturgesetze, soweit

wir es überprüfen konnten, im ganzen
Universum die gleichen sind, kann man
davon ausgehen, daß auch die Evolution
gleiche Wege eingeschlagen hat.

#Die Betonung liegt hier auf „soweit wir es überprüfen können“! Ja, wie weit denn? Auf den unmittelbaren Nachbarplaneten abgesetzte Sonden haben gerade mal ein paar Stunden funktioniert, und ansonsten beschränken wir uns bislang auf die Messung von Helligkeiten, Spektrallinien, Bewegungen usw. im All. Ich bin nicht so vermessen, aus diesen physikalisch-chemisch-astronomischen Daten zu schließen, dass so komplizierte Abläufe wie die irdische Evolution anderswo ähnlich ablaufen müssen. Ich kann nur wiederholen: Solange wir kein außerirdisches Leben entdeckt bzw. als solches erkannt haben, bleiben all diese Überlegungen reine Spekulation mit einem Wahrscheinlichkeitsgrad von 50:50.

Gruß, Helmut

Hallo Helmut,

#Die Betonung liegt hier auf „soweit wir
es überprüfen können“! Ja, wie weit denn?
Auf den unmittelbaren Nachbarplaneten
abgesetzte Sonden haben gerade mal ein
paar Stunden funktioniert, und ansonsten
beschränken wir uns bislang auf die
Messung von Helligkeiten, Spektrallinien,
Bewegungen usw. im All.

Das ist doch schon 'ne ganze Menge. Es sagt uns immerhin, daß die physikalischen und chemischen Grundlagen immer dann, wenn wir es getestet haben, die gleichen waren wie auf der Erde.

Ich bin nicht so

vermessen, aus diesen
physikalisch-chemisch-astronomischen
Daten zu schließen, dass so komplizierte
Abläufe wie die irdische Evolution
anderswo ähnlich ablaufen müssen.

Und aus oben gesagtem leite ich ab, daß auch die Biologie auf den gleichen Grungdgesetzen beruhen dürfte.

Ich

kann nur wiederholen: Solange wir kein
außerirdisches Leben entdeckt bzw. als
solches erkannt haben, bleiben all diese
Überlegungen reine Spekulation mit einem
Wahrscheinlichkeitsgrad von 50:50.

Nicht ganz. Spekulation ja, aber solange es nur Bestätigungen und keine Widerlegungen zu der Hypothese gibt, die uns bekannten Naturgesetze sind universell gültig, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher als 50%.

Gruß, Kubi