im Rahmen eines Seminars wurden Rollen verteilt.
Ich habe die Rolle des „Computerspielgegners“ bzw. „Befürworter eines Verbots“ erhalten.
Ich suche gerade wissenschaftliche Untersuchungen die zu dem Schluss kommen, dass Computerspiele ganz doll böse sind.
Bei meiner Recherche finde ich aber nur Untersuchungen, die zu dem Schluss kommen, dass Computerspiele neutral auf Menschen wirken. Oder sogar positiv sind(Reflexe, Hand/Augenkoordination, taktisches Denken, Entscheidungsfreude, schnelles Denken, Kleingruppentaktik/dynamik).
Ich habe nur eine Untersuchung gefunden, die zu einem negativen Ergebnis kommt. Und dies ist die Untersuchung mit dem Knopf und Stromschlag den ein Schauspieler angeblich erhält, Verhalten vor und nach Computerspielen. Mein Problem ist, dass diese Untersuchung von der akademischen Fachwelt als Fehlerhaft abgelehnt wird.
In den ganzen Fernsehsendungen nach verschiedenen Amokläufen wurde doch immer behauptet, dass es zahlreiche Untersuchungen gibt, die zeigen, dass Computerspiele schlecht sind. Ich finde diese aber nicht.
Kennt ihr welche?
PS: Ich suche wissenschaftliche Arbeiten, deswegen hab ich dies bewusst nicht ins Computerspielforum gesetzt.
ich finde das klasse, dass du nichts rechtes findest
Jetzt steckst du in den Schuhen von Leuten, die trotz der vehementen Abwesenheit wissenschaflicher Evidez für ihre Thesen bei ihren Überzeugungen bleiben. Davon gibt es ja leider mehr als genug. Ist sicher eine wertvolle Erfahrung zu lernen, wie solche Leute „ticken“.
Jetzt steckst du in den Schuhen von Leuten, die trotz der
vehementen Abwesenheit wissenschaflicher Evidez für ihre
Thesen bei ihren Überzeugungen bleiben.
Ich finde nur gemein, dass ich das bin. Dass die Rolle niemand freiwillig haben wollte und ich leider ausgelost wurde ist deprimierend. Ich will aber trotzdem eine gute Note.
Ich kann ja nicht einfach etwas erfinden. Das würde ja in der Luft zerfetzt.
Und jemand der davon echt überzeugt ist hat wenigstens Motivation.
Ich hab zwar ein paar Argumente gefunden aber nix mit Substanz.
Wissenschftlich fundierte Tatsachen wären daher schön.
Halte doch so ein weichgespültes Plädoyer, das letztlich gar
keines dagegen ist - so wie der Pflichtverteidiger eines
Kindermörders.
Erfolgreicher sind die „Plädoyers“ von Managern, ihre Firmen- und Gehaltspolitik zu rechtfertigen. Da würde ich schauen, wie die das machen. Z.B ist es empirisch sehr gut belegt, dass zB. Boni KEINE Verbesserung von Leistungen in kreativen oder intellektuell anspruchsvollen Arbeiten bringen. De facto werden aber Manager nach sochen Systemen besoldet. Entweder, ihre Arbeit ist weder kreativ noch intellektuell anspruchsvoll oder das System ist grundverkehrt. In jedem Fall argumentieren aber alle Betroffenen genau andersrum, und haben Erfolg damit. Warum?
Oder die Pladoyers von Politikern, die für einen Ausbau des Verkehrsnetzes eintreten. Oder von solchen, die dringend Neubaugebiete erschließen wollen. Oder Einkaufzentren auf die Grüne Wiese bauen wollen, um die Innenstadt wieder zu beleben (original so gehört!). Alles empirisch widerlegt, trotzdem sind die immer wieder erfolgreich. Warum?
Man muss die „besonderen Umstände“ betonen, Argumentationen aus Zusammenhängen herausnehmen, in andere einbetten und die Nebenbedingungen bei vorliegenden Studien, die das Gegenteil zeigen, als unpassend beurteilen. Dann geht das schon.
Hallo Safrael, eine wissenschaftlich fundierte Studie kann ich leider auch nicht nennen. Aber es könnte andere Wege geben, diese Argumentation inhaltlich aufzubauen.
Gleich vorweg: ich bin auch nicht der Meinung, dass Computerspiele generell problematisches Verhalten fördern oder hervorrufen. Allerdings kann ich mir die Befürchtungen der Computerspiel-Gegener gewissenmaßen so erklären:
Jugendliche verbringen viel Zeit mit diesen Spielen, was zur Folge haben soll, dass die soziale Kompetenz abnimmt (also weniger „Training“ im Umgang mit anderen Menschen stattfindet). Hinzu kommen Befürchtungen, dass Bewegungsmangel und ungünstige Körperhaltungen zu physischen Problemen führen, die wiederum die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben negativ beeinflussen können.
Entwicklungspsychologisch, z.B. nach Piaget, wird befürchtet, dass sich durch Assimilation und Akkomodation die Wahrnehmung verändert und auf Problemlösestrategien oder das Erleben von Komplexität Einfluss hat.
In der Persönlichkeitspsychologie gibt es die Ansicht, dass z.B. im Behaviorismus nach Dollard & Miller die sofortige „Belohnung“ des Spiels verstärkend auf Handlungsmuster wirken und letztlich Persönlichkeitsverändernt sein könnte. Ähnlich auch im Sinne der „Selbstwirksamkeit“ nach A. Banduras, erlebt sich der Spieler womöglich (nur) am Computer als kompetent oder erfolgreich. Daraufhin wird das Spielen verstärkt und andere Bereiche vernachlässigt.
Zudem ließe sich gemäß der humanistischen Persönlichkeitstheorie dies so verstehen, dass die Interaktion mit dem Spielgeschehen einseitig ist und die resultierende Wertschätzung an die Bedingung zu „siegen“ geknüpft ist. Die Persönlichkeit kann in dieser Interaktion nicht reifen oder wachsen.
Ob das jemals richtig untersucht wurde, weiß ich nicht. Aber auf den ersten, oberflächlichen Blick erscheint es nachvollziehbar. Ich bitte um Korrektur, falls ich mich in irgendeiner Darstellung geirrt haben sollte.