WLan Antennenabstand

Servus,

ich habe einen WLan-Accesspoint Cisco 1200-Serie. Dieser hat zwei (im Rahmen der Verkabelung) frei plazierbare Stabantennen. Leider habe ich in der Montageanleitung und an anderer Stelle keine Information gefunden, in welchem Abstand voneinander die Antennen am sinnvollsten plaziert werden.

Gibt es dafür irgendwelche Richtwerte, ist dies möglicherweise auch noch abhängig vom gefahrenen Protokoll 802b/g, oder muss man da abhängig von den individuellen Bedingungen vor Ort per Trial und Error den besten Abstand ermitteln?

Ausgeleuchtet werden soll eine Lagerhalle ca. 100x60x7 m. Die Transferrate ist zweitrangig (es werden Barcode-Scanner mit AS400-Emulation betrieben), eine flächendeckende Ausleuchtung wesentlich wichtiger. Beim Lagergut handelt es sich übrigens um lückenlos in Reihen aneinander gestapelte Papierrollen von ~ 1,5 m. Durchmesser.

TiA
Schorsch

Servus,

Hi,

ich habe einen WLan-Accesspoint Cisco 1200-Serie.

Kenn ich nicht. Hat der zwei HF-Generatoren, die getrennt arbeiten? Oder laufen die Antennenanschluesse (wie bei vielen SOHO-Geraeten) auf eine Sende- und Empfangseinheit. (Das merkt man spaetestens daran, dass sich mehrere Kanaele fuer das WLAN konfigurieren lassen.) Im weiteren gehe ich von einem Generator aus.

Dieser hat zwei (im Rahmen der Verkabelung) frei plazierbare
Stabantennen. Leider habe ich in der Montageanleitung und an
anderer Stelle keine Information gefunden, in welchem Abstand
voneinander die Antennen am sinnvollsten plaziert werden.

Gibt es dafür irgendwelche Richtwerte, ist dies möglicherweise
auch noch abhängig vom gefahrenen Protokoll 802b/g, oder muss
man da abhängig von den individuellen Bedingungen vor Ort per
Trial und Error den besten Abstand ermitteln?

Es kann im Bereich der Wellenlaenge der elektromagnetischen Welle zu Ausloeschungen durch Reflexionen kommen . (Hm, oder war es \lambda/2?) Daher stellt man die Antennen sinnvollerweise im Abstand der Wellenlaenge auf. Bei 2.4GHz sind das \lambda=c/f =~12.5cm, bei 5GHz entsprechend ~6cm (bzw. ganzzahlige Vielfache davon).

HTH,
Gruss vom Frank.

Und da die Lagerhallenwände aus Blech sind, muss man auch mit Interferenzmuster rechnen. (Funklöcher). Das heißt Try and Error.
Aber normalerweise dürfte es kein Problem geben. Und ihr könnt von Glück sagen, dass ihr nur Papierrollen im Lager habt. Bei Motorblöcken oder zusammengelegten Gerüste hochgestapelt, da wird es erst lustig.

Kenn ich nicht. Hat der zwei HF-Generatoren, die getrennt
arbeiten? Oder laufen die Antennenanschluesse (wie bei vielen
SOHO-Geraeten) auf eine Sende- und Empfangseinheit. (Das
merkt man spaetestens daran, dass sich mehrere Kanaele fuer
das WLAN konfigurieren lassen.) Im weiteren gehe ich von
einem Generator aus.

Ach Gott, ich stell hier 'ne einfache Frage, und der geht gleich ans eingemachte:wink: Mittlerweile habe ich aber noch einen Haufen Doku gefunden, den ich heut morgen wohl übersehen habe.

Also, zwei HF-Generatoren hat der AccessPoint schon, nämlich einmal für 2,4 und einmal für fünf GHz. Aber die externen Antennen scheinen nur für 2,4 GHz zuständig, die Beschreibung http://www.cisco.com/en/US/products/hw/wireless/ps43… sagt: _Antenna:

  • 2,4 GHz: A diversity system with two reverse-TNC connectors (Cisco antennas are sold separately). Modulation: Direct Sequence Spread Spectrum (DSSS)

  • 5 GHz: A diversity system consisting of two integrated omnidirectional and two integrated directional antennas. Modulation: Orthogonal Frequency Division Multiplex (OFDM)_

Ein Haufen Begriffe, mit denen ich auf Anhieb nicht wirklich viel anfangen kann. Ist doch immer schön, wenn man irgendwelche Hardware vor die Füsse geschmissen kriegt und darauf dann eine neue Infrastruktur aufbauen darf. Da weiss man dann, warum man die externen Berater teuer bezahlt hat. Und ich hab wirklich gedacht, die richten das ganze fertig ein, und ich muss mich nur noch um die Sicherheit kümmern.

Ich denke, das beste wird sein, wenn ich mir nächste Woche einen Tag Zeit nehme, erstmal vor Ort den geeignetesten Betriebsmodus ermittele und mich dann um so Kleinigkeiten wie den Antennenabstand kümmere.

HTH,

Hoffe ich auch. Danke,
Schorsch

Aber normalerweise dürfte es kein Problem geben. Und ihr
könnt von Glück sagen, dass ihr nur Papierrollen im Lager
habt. Bei Motorblöcken oder zusammengelegten Gerüste
hochgestapelt, da wird es erst lustig.

Das nennst du Glück? Na, hoffentlich. Ich hab ehrlich gesagt die schlimmsten Befürchtungen. Wir haben vor ein paar Jahren in einem anderen Werk mal ein ähnliches Projekt geplant gehabt, aber dann mit einer Offline-Lösung realisiert, weil die Verkäufer von Scannerlösungen damals vom Einsatz von Funk in einem Papierlager schwer abgeraten haben. Das war allerdings noch eine andere Technologie, mit dem heutigen WLan nicht vergleichbar.

Naja, nächste Woche bin ich schlauer. Wenn gewünscht werde ich dann auch gerne über meine Erfahrungen berichten.

Gruss
Schorsch

Signalverstärkung im Wlanbereich ist heute kein wirkliches Problem mehr. Da kommen wie bei Ethernet Repeater zum Einsatz. Repeater vergrößern die Reichweite eines kabellosen Netzwerkes in Verbindung mit einem WDS-fähigen WLAN-Router. So ähnlich ist es auch bei den verkabelten Netzwerken.

Ja, Erfahrungsberichte höre ich immer wieder gerne.
Wie hoch sind den eigentlich die Papierrollen oder welchen Durchmesser haben die Rollen? Sind sie in Regale gestapelt, oder schon so mächtig, dass die einfach im Raum stehen?
Müssen WLansignale auch „durch Wände“, weil ein Client in einem Büroraum auch erreicht werden muss?

Grundkenntnisse in Übertragungstechnik sind in diesen Projekt sicherlich von Vorteil. Auch sind Kenntnisse in Modellberechnungen sicherlich angeraten. Modellberechnungen geben zwar kein genaues Abbild der Realität wieder, aber sie können dir das Ausmaß des Projektes annähernd verdeutlichen. Da gibt es sicherlich Programme dazu.
Da ich Übertragungstechnik im nächsten Semester haben werde, und auch solche Probleme in Zukunft zu meinem Alltagsgeschäft werden, werde ich mich aus eigenem Interesse mal umhören. Es gilt immer: In der Theorie berechnen, in der Praxis verfeinern. Und was dann nicht passt, wird passend gemacht.

Einfacher, praktikabler und billiger ist es einfach mal, einen Access Point mal aufzustellen. Da kann man dann mit einem Notebook, Wlan Adapter, Programme und Begehung des Lagers, die Netzabdeckung im Lager verfolgen und mögliche Interferenzmuster (Funklöcher) ausmachen und diese auf einem Umriss des Lagers festhalten. Vielleicht reicht auch schon die interne Windows Xp SP2 Wlananzeige, was ich erstmal mit Vorsicht bezweifle. Dort, wo es dann nötig sein wird, wird dann, wenn es auch möglich ist, ein Repeater hingesellt.

Viel Glück, und ich bin mal gespannt, wie das Ergebnis sein wird. :wink:

P.S. Wenn viel Kohle oder viel Druck von oben hinter einem Projekt steht, ist es natürlich nicht witzig und auch eine ernsthafte Sache. Gar keine Frage. Aber mit einer gewissen Lockerheit dem gegenüber zu treten ist ab und zu sehr hilfreich.

Gruß

Jan

Ja, Erfahrungsberichte höre ich immer wieder gerne.
Wie hoch sind den eigentlich die Papierrollen oder welchen
Durchmesser haben die Rollen? Sind sie in Regale gestapelt,
oder schon so mächtig, dass die einfach im Raum stehen?
Müssen WLansignale auch „durch Wände“, weil ein Client in
einem Büroraum auch erreicht werden muss?

Wir haben in versch. Lägern getestet. Im extremsten Fall Jumbo-Rollen (Durchmesser -1,5 m, Höhe 2 m), jeweils 3 Stück stehend aufeinander, nahezu unstrukturiert gestapelt, ein wahres Papier-Himalaya von 40 auf 30 m, in einem anderen Fall ähnliche Rollen liegend gelagert, darauf zwei Schienen und eine weitere Schicht Rollen, schliesslich auch ein klassisches Hochregallager mit palettierten Rollen bis 8 m Höhe.

Die Hallen übrigens alle aus gutem alten Stahlbeton oder gar Sandstein, lediglich die Decke teilweise in Wellblech.

Einfacher, praktikabler und billiger ist es einfach mal, einen
Access Point mal aufzustellen. Da kann man dann mit einem
Notebook, Wlan Adapter, Programme und Begehung des Lagers, die
Netzabdeckung im Lager verfolgen und mögliche
Interferenzmuster (Funklöcher) ausmachen und diese auf einem
Umriss des Lagers festhalten. Vielleicht reicht auch schon die
interne Windows Xp SP2 Wlananzeige, was ich erstmal mit
Vorsicht bezweifle. Dort, wo es dann nötig sein wird, wird
dann, wenn es auch möglich ist, ein Repeater hingesellt.

Das haben wir dann auch gemacht. Halt nicht aufgestellt, sondern schon unter die Decke gehängt (Tipp am Rande: In 8 m. Höhe, gehoben von einem Stapler, ungesichert an der Decke montierend, sollte man nicht hinabschauen. Auch nicht daran denken, wie’s unten aussehen könnte. Und mind. zwei Kollegen Schmiere stellen, um den Sicherheitsbeauftragten abzufangen).

Zunächst haben wir zwecks einfacherer Handhabe alle Elemente von unseren Elektrikern auf eine Montageplatte schrauben lassen, die haben dann auch den Antennenabstand festgelegt. Ob einfach nur so, oder geraten, oder tatsächlich entspr. der Wellenlänge, weiss ich nicht.

Wir haben nicht die XP-WLan-Anzeige verwendet, sondern die recht detaillierte Anzeige der einzusetzenden Appliances: Signalstärke in % und dbm, Signalqualität in %, Störsignalstärke in dbm, Signal2Noise Ratio in db. Mit Ausnahme der der praktisch nicht vorhandenen Störsignale und entspr. sehr guter Ratio schienen die Ergebnisse zunächst katastrophal. Die Signalstärke hat, insbesondere in den sehr schmalen Gängen zw. zwei Papierstapeln, sehr rasch auf 1 oder 0% abgenommen. Soweit das Umfeld ansonsten frei war, haben aber auch 10 Meter Papier zwischen AP und Endgerät wider meine Erwartung kaum messbaren Einfluss auf den Empfang gehabt (Unser AP könnte übrigens 2,4 und 5 GHz, gekauft haben wir aber nur 2,4 [802.11g]).

Ich habe mir aber überlegt, ob diese Ergebnisse wirklich Aussagekraft besitzen, insbesondere da die Appliances lediglich AS400 Terminalemulationen (Telnet-Sessions) bedienen sollen und hier die Übertragungsrate keine und die Zugriffszeiten nur eine geringe Rolle spielen. Daher habe ich im Weiteren lediglich einen kontinuierlichen ping auf ein hinter dem AP stehendes Notebook abgesetzt.

Und mit einem Accesspoint zwei durch eine fast meterdicke Mauer getrennte Läger nahezu 100% ausleuchten können. 100 x 120 m. Und bin dann rausgegangen. Über den riesigen LKW-Wendeplatz. Hinter das Transformatorengebäude. Bis zum nächsten Bahnhof, wo der ping dann abgerissen ist, und ich den nächsten Zug zurück genommen habe:wink:

Also das Ergebnis war weit jenseits meiner Befürchtungen und überaus zufriedenstellend. Zwar hat sich gezeigt, dass Papier tatsächlich WLan-feindlich ist, mitten in die Schluchten des Papierhimalayas gequetscht war der Empfang, nahezu unabhängig von der Entfernung zum AP, gleich null, entspr. der ping; in den üblichen Gängen aber, in denen die Geräte auch tatsächlich eingesetzt werden, haben sich diese gewaltigen Mengen Papier in keiner Weise nachteilig ausgewirkt.

Gruss
Schorsch