Ja, Erfahrungsberichte höre ich immer wieder gerne.
Wie hoch sind den eigentlich die Papierrollen oder welchen
Durchmesser haben die Rollen? Sind sie in Regale gestapelt,
oder schon so mächtig, dass die einfach im Raum stehen?
Müssen WLansignale auch „durch Wände“, weil ein Client in
einem Büroraum auch erreicht werden muss?
Wir haben in versch. Lägern getestet. Im extremsten Fall Jumbo-Rollen (Durchmesser -1,5 m, Höhe 2 m), jeweils 3 Stück stehend aufeinander, nahezu unstrukturiert gestapelt, ein wahres Papier-Himalaya von 40 auf 30 m, in einem anderen Fall ähnliche Rollen liegend gelagert, darauf zwei Schienen und eine weitere Schicht Rollen, schliesslich auch ein klassisches Hochregallager mit palettierten Rollen bis 8 m Höhe.
Die Hallen übrigens alle aus gutem alten Stahlbeton oder gar Sandstein, lediglich die Decke teilweise in Wellblech.
Einfacher, praktikabler und billiger ist es einfach mal, einen
Access Point mal aufzustellen. Da kann man dann mit einem
Notebook, Wlan Adapter, Programme und Begehung des Lagers, die
Netzabdeckung im Lager verfolgen und mögliche
Interferenzmuster (Funklöcher) ausmachen und diese auf einem
Umriss des Lagers festhalten. Vielleicht reicht auch schon die
interne Windows Xp SP2 Wlananzeige, was ich erstmal mit
Vorsicht bezweifle. Dort, wo es dann nötig sein wird, wird
dann, wenn es auch möglich ist, ein Repeater hingesellt.
Das haben wir dann auch gemacht. Halt nicht aufgestellt, sondern schon unter die Decke gehängt (Tipp am Rande: In 8 m. Höhe, gehoben von einem Stapler, ungesichert an der Decke montierend, sollte man nicht hinabschauen. Auch nicht daran denken, wie’s unten aussehen könnte. Und mind. zwei Kollegen Schmiere stellen, um den Sicherheitsbeauftragten abzufangen).
Zunächst haben wir zwecks einfacherer Handhabe alle Elemente von unseren Elektrikern auf eine Montageplatte schrauben lassen, die haben dann auch den Antennenabstand festgelegt. Ob einfach nur so, oder geraten, oder tatsächlich entspr. der Wellenlänge, weiss ich nicht.
Wir haben nicht die XP-WLan-Anzeige verwendet, sondern die recht detaillierte Anzeige der einzusetzenden Appliances: Signalstärke in % und dbm, Signalqualität in %, Störsignalstärke in dbm, Signal2Noise Ratio in db. Mit Ausnahme der der praktisch nicht vorhandenen Störsignale und entspr. sehr guter Ratio schienen die Ergebnisse zunächst katastrophal. Die Signalstärke hat, insbesondere in den sehr schmalen Gängen zw. zwei Papierstapeln, sehr rasch auf 1 oder 0% abgenommen. Soweit das Umfeld ansonsten frei war, haben aber auch 10 Meter Papier zwischen AP und Endgerät wider meine Erwartung kaum messbaren Einfluss auf den Empfang gehabt (Unser AP könnte übrigens 2,4 und 5 GHz, gekauft haben wir aber nur 2,4 [802.11g]).
Ich habe mir aber überlegt, ob diese Ergebnisse wirklich Aussagekraft besitzen, insbesondere da die Appliances lediglich AS400 Terminalemulationen (Telnet-Sessions) bedienen sollen und hier die Übertragungsrate keine und die Zugriffszeiten nur eine geringe Rolle spielen. Daher habe ich im Weiteren lediglich einen kontinuierlichen ping auf ein hinter dem AP stehendes Notebook abgesetzt.
Und mit einem Accesspoint zwei durch eine fast meterdicke Mauer getrennte Läger nahezu 100% ausleuchten können. 100 x 120 m. Und bin dann rausgegangen. Über den riesigen LKW-Wendeplatz. Hinter das Transformatorengebäude. Bis zum nächsten Bahnhof, wo der ping dann abgerissen ist, und ich den nächsten Zug zurück genommen habe:wink:
Also das Ergebnis war weit jenseits meiner Befürchtungen und überaus zufriedenstellend. Zwar hat sich gezeigt, dass Papier tatsächlich WLan-feindlich ist, mitten in die Schluchten des Papierhimalayas gequetscht war der Empfang, nahezu unabhängig von der Entfernung zum AP, gleich null, entspr. der ping; in den üblichen Gängen aber, in denen die Geräte auch tatsächlich eingesetzt werden, haben sich diese gewaltigen Mengen Papier in keiner Weise nachteilig ausgewirkt.
Gruss
Schorsch