Wlan - ukw

Hallo!

Im Technologie-Brett kam gerade die Diskussion über die Austauschbarkeit von WLAN und UKW auf.
Normale UKW-Radio-Sender haben ja schon so eine Leistung um 100 Watt.
Wie sähe es aus, wenn ich nun einen WLAN-Router mit der gleichen Leistung betriebe?
WLAN funktioniert ja ungefähr auf der gleichen Wellenlänge wie Mikrowellen (Die Dinger zum Essen aufwärmen.).
Ein 100-Watt-WLAN-Sender würde also alles in der Umgebung merklich erhitzen. Ist die Wärmeübertragung genau die gleiche wie bei einem 100-Watt-UKW-Sender? Eigentlich müsste sie es ja, da die Strahlung die gleiche Intensität hat. Merkt man es bloß nicht, weil die Sender meistens auf hohen Türmen stehen?
In Bezug auf Zellschädigungen müsste WLAN ja deutlich gefährlicher sein, da die Frequenz höher liegt.
Ist die Reichweite von WLAN bei gleicher Sendeleistung geringer?

Welche Problem gäbe es also, wenn man WLAN-Geräte mit der Leistung von UKW-Radio-Sendern betriebe?
Gruß,
Paul

Hallo,

Im Technologie-Brett kam gerade die Diskussion über die
Austauschbarkeit von WLAN und UKW auf.
Normale UKW-Radio-Sender haben ja schon so eine Leistung um
100 Watt.

eigentlich haben die Sender Leistungen im zwei- und dreistelligen Kilowatt-Bereich.

merklich erhitzen. Ist die Wärmeübertragung genau die gleiche
wie bei einem 100-Watt-UKW-Sender? Eigentlich müsste sie es
ja, da die Strahlung die gleiche Intensität hat. Merkt man es
bloß nicht, weil die Sender meistens auf hohen Türmen stehen?
In Bezug auf Zellschädigungen müsste WLAN ja deutlich
gefährlicher sein, da die Frequenz höher liegt.

Die Frequenz ist ziemlich genau die gleiche: Magnetron im Mikrowellenherd: 2,455 GHz; WLAN 2,4 GHz. UKW übrigens auf rd. 90-110 MHz.

Welche Problem gäbe es also, wenn man WLAN-Geräte mit der
Leistung von UKW-Radio-Sendern betriebe?

Ich nehme an, man würde sich - wenn überhaupt - nur für ein paar Sekunden an der Wahnsinnsverbindung erfreuen können.

Gruß
Christian

Ich nehme an, man würde sich - wenn überhaupt - nur für ein
paar Sekunden an der Wahnsinnsverbindung erfreuen können.

Wieso das?

Ich nehme an, man würde sich - wenn überhaupt - nur für ein
paar Sekunden an der Wahnsinnsverbindung erfreuen können.

Wieso das?

Es hat einen guten Grund, warum Mikrowellenherde als Faradaysche Käfige konstruiert werden. Es ist einfach uncool, wenn man auf einmal anfängt zu kochen, nur weil man dem Kartoffeleintopf beim Warmwerden zuschauen will. Zur Erinnerung: Mikrowellenherde 500-1000 Watt; UKW-Sender gerne mal 150 Kilowatt.

Gruß
Christian

Ja und jetzt wüsste ich gerne, WIESO das so ist.
Es handelt sich doch um die gleiche Intensität der Strahlung.
1k-Watt-UKW-Sender: Man kocht nicht.
1k-Watt-WLAN-Sender: Man kocht.

Hi…

Ja und jetzt wüsste ich gerne, WIESO das so ist.
Es handelt sich doch um die gleiche Intensität der Strahlung.
1k-Watt-UKW-Sender: Man kocht nicht.
1k-Watt-WLAN-Sender: Man kocht.

Dazu empfehle ich Dir http://de.wikipedia.org/wiki/Mikrowellenherd#Wirkung…

Je höher die Frequenz, desto besser heizt sie Wasser auf. Die Frequenz des Mikrowellenherdes ist 240mal so groß wie die des UKW-Senders.

Bei gleicher Entfernung zur Sendeantenne (10-20 cm) wirkt ein 200 kW UKW-Sender etwa genausogut wie ein Mikrowellenherd. Aus diesem Grund ist die nähere Umgebung solcher Sender abgesperrt. Die Heizleistung sinkt mit dem Quadrat der Entfernung, d.h. 150 m vor der Antenne entspricht die Heizleistung nurmehr der eines Handys am Ohr.

genumi

Je höher die Frequenz, desto besser heizt sie Wasser auf. Die
Frequenz des Mikrowellenherdes ist 240mal so groß wie die des
UKW-Senders.

Bei Sendern mit der gleichen Leistung kommt doch die gleiche Energie pro Fläche an. Wieso erhitzt sich eine mit UKW-Strahlung bestrahlte Tomate weniger als die mit Mikrowellenstrahlung? Weil die Tomate die UKW-Strahlung nicht richtig absorbieren kann?

Hallo Physiker,

die UKW-Grundnetzsender liefern um 10 kW an die Antenne. Diese bündelt die Strahlung, dass sie horzontal so stark wird, als ob sie dorthin 100 kW (EIRP) abstrahlt.
Dafür werden meistens 64 Dipole verwendet, jeder Dipol erhält also 10kW / 64 = 160W.

Davon muss man einige Meter Abstand halten. Die Feldstärke-Grenzwerte betragen 27,5 V/m für 100 MHz (UKW) und 61 V/m für 2,5 GHz (WLAN gem. IEEE 802.11b/g). Bei 2,5 GHz ist die Antenne jedoch mechanisch viel kleiner und die Feldstärke im Nahfeld dadurch viel höher.

Die Reichweite ist bei höheren Frequenzen etwas geringer, da Baustoffe, Pflanzen usw. stärker dämpfen. Dazu kommt, dass auf der Empfangsseite bei hohen Frequenzen meistens auch kleinere Antennen verwendet werden, die dann weniger Leistung aus dem Feld holen.

Ein großer Unterschied muss noch beachtet werden: Beim UKW-Rundfunk gibt es nur eine Signalrichtung vom Sender zum Empfänger. Bei WLAN arbeiten beide Seiten sowohl als Empfänger als auch als Sender. Der Aufwand muss auf beiden Seiten getrieben wedern. Es nutzt nichts, wenn der Access Point weit strahlt, er seine Clients aber nicht hört.

Bernhard

… Wieso erhitzt sich eine mit UKW-Strahlung bestrahlte Tomate weniger als die mit Mikrowellenstrahlung? Weil die Tomate die UKW-Strahlung nicht richtig absorbieren kann?

Ja. Eine Tomate ist viel kleiner als die Wellenlänge bei UKW (3 m). D. h. die lokale Feldstärke auf beiden Seiten der Tomate ist kaum unterschiedlich. Bei rel. großen Körpern dringt die Strahlung weinige Wellenlängen tief ein.

Bei UKW kommt hinzu: Menschen sind etwa eine halbe Wellenlänge groß und damit rel. gut absorbierend. Bei D-Netz-Handys entspricht halbe Wellenlänge etwa Kopfdurchmesser.

Hinweis: Die Frequenz des Mikrowellenherdes ist 24 mal so groß als bei UKW.

Bernhard

Ja und jetzt wüsste ich gerne, WIESO das so ist.
Es handelt sich doch um die gleiche Intensität der Strahlung.
1k-Watt-UKW-Sender: Man kocht nicht.
1k-Watt-WLAN-Sender: Man kocht.

Die Mikrowellenstrahlung, die mit der von WLAN-Sendern nahezu identisch ist, dient dem Erhitzen von Wasser (stimmt nicht ganz, soll aber mal egal sein). Die Wellenlänge wird bewußt so gewählt, daß genau dieser Effekt eintritt. Mit der Größe der Tomate oder der Rübe auf dem Hals hat das im übrigen nichts zu tun, sondern mit der Größe von Molekülen, aber sei es drum.

Die Wellenlänge eines UKW-Senders ist eine völlig andere und hat dementsprechend auch nicht diesen Effekt.

Gruß
Christian

körperabhängig
Aha!
Die Absorption hängt vom Körper ab. Wenn eine Wellenlänge nicht ganz in den Körper passt, dann kann er auch nicht die gesamte Energie aufnehmen. Doch wenn die Wellenlänge kleiner als die Körperlänge ist, müsste er doch 100% aufnhemen.
Oder nicht?

Moin Paul

Oder nicht?

überleg mal, warum es unterschiedlich farbige Körper gibt, oder tranparente und undurchsichtige.

Klar?

Gandalf

überleg mal, warum es unterschiedlich farbige Körper gibt,
oder tranparente und undurchsichtige.

Ja, das hängt dann von der Eindringtiefe bzw. der Leitfähigkeit des Körpers ab. Meine Angaben oben beziehen sich auf die Beispielkörper (Tomate, Mensch, Kopf), die ähnliche Leitfähigkeit besitzen.

Geringe Leitfähigkeit --> hohe Eindringtiefe. Ist der Körper wesentlich länger als die Eindringtiefe, wird die Energie darin in therm. Energie umgewandelt. Ist die Leitfähigkeit sehr hoch, wird die Energie reflektiert. Elektrisch gut leitfähige Körper (z. B. Metalle) reflektieren auch immer Licht.

Das das auch noch frequenzabhängig unterschiedlich ist, zeigen Gandalfs Beispiele.

Bernhard

Jo, stimmt.
Ich habe meine Erfahrungen mit Licht irgendwie gegenüber elektromagnetischen Wellen abgekoppelt. Ist ja aber eigentlich das selbe.