Hallo,
Was passiert denn mit dem Geld, das die Unternehmen gestern
noch mehr wert waren als heute, nun da ihr Aktienwert gesunken
ist. Wo ist denn das Geld hin, das gestern noch im Aktienfond
war? Wem „gehört“ das denn jetzt?
So lange eine Aktie im Depot ist, hat sie ja prinzipiell erst einmal keinen Wert. Man hat irgendwann mal Geld dafür bezahlt. Das Geld ist bei der Bank, und die wird es wohl an die Börse weitergegeben haben. Jedenfalls ist das Geld erst einmal weg. Auch wenn die Aktie im Depot noch so sehr steigt - bevor man sie nicht verkauft, hat man damit keinen Gewinn gemacht.
Es ist also nicht tatsächlich Geld vernichtet worden. Nur die Buchgewinne - also die theoretischen Gewinne - sind zusammengeschrumpft.
Warum ist ein Unternehmen nun 7% weniger wert als noch vor
einem Tag? Denen sind ja nicht über Nacht mehrere Gebäude
abgebrannt, sodass sie nun tatsächlich einen Wertverlust zu
beklagen hätten.
Das ist es ja nicht. Aber sehr oft sind Aktien überbewertet. Eine Aktie hat ja einen inneren Wert, der durch die Vermögenswerte des Unternehmens (Maschinen, Gebäude, Geld, etc.) gedeckt ist. Wenn man das alles verkaufen würde, dann würde man dafür ja einen bestimmten Preis bekommen. Den teilt man durch die Anzahl der Aktien und erhält einen tatsächlichen Wert von beispielsweise EUR 20,- für eine Aktie.
Nun steigt aber die Aktie an der Börse, weil jeder glaubt, dass sie noch weiter steigt, und sie deshalb kauft, wodurch sie wieder steigt, wodurch wiederum mehr Leute glauben, dass die Aktie auch in Zukunft steigen wird, und sie kaufen. Natürlich verkaufen auch mal welche, deshalb geht der Kurs zwischendurch immer wieder einmal nach unten. Aber prinzipiell geht dieses Spiel eine ganze Weile so weiter. Bis es eben irgendwann nicht mehr gut geht -> Crash am Aktienmarkt.
Wenn man eine Aktie mal für einen Preis bekommt, der unter ihrem inneren Wert liegt, sollte man zuschlagen. Ansonsten kann man auch kaufen, aber wie gesagt, irgendwann geht es eben nicht mehr gut.
Was ist denn dann Geld überhaupt, wenn es ja nichts fest greifbares
ist?
Ein diskursives Konstrukt? Du kannst ja mal nach Jelinek, „der Staat als diskursives Konstrukt“ googeln. Ich denke nämlich, dasselbe gilt auch für Geld.
Geld ist eigentlich nur bedrucktes Papier. Es hat nur dadurch einen Wert, dass jeder glaubt, es habe einen Wert.
Schöne Grüße
Petra