Morjen Rollifern!
Tach GM,
In nostalgischen Gedanken schwelgend,
Ich schlage eine kleine Wette vor (um’s Recht):
ich habe es nicht so mit dem Wetten…
,
nicht weil ich Angst hätte zu verleiren, sondern weil es keinen Sinn macht, Spekulaionen als Wissen zu verkaufen.
Die älteren Modelle werden wieder kommen. Und das nicht nur im
Retro-Design, sondern als Gebrauchte.
Du meinst also, dass die Leute immer länger, d.h. weniger fluktuiert ihre Autos fahren?
Warum?
Erster Grund (Negativabgrenzung):
Die Entwicklung des Automobils scheint immer mehr in die
Richtung zu gehen, was es früher (vor ca. 100 Jahren) war: Das
teure Spielzeug reicher Leute…
D a s Auto pauschal vielleicht nicht, denn die zunehmende Mobilität hat nun einmal ihren Preis! Und diesen zu zahlen, sind immer mehr Leute bereit (gewesen).
Das führt nun dazu, dass gerade in heutiger Zeit wieder
Wer kann sich denn z.B.
Neuwagen der „führenden Fabrikate“ noch einfach so leisten -
gerade im Hinblick darauf,
die Frage des sozialen Gefälles, immer mehr an Bedeutung gewinnt.
dass nicht nur die neuen Gimmicks,
sondern auch die „alten Standards“ nicht wirklich mängelfrei
sind (Folgekosten!!).
Die technische Entwicklung wird man nicht aufhalten können.
Angefangen vom elektronischen Motormanagement bis hin zur Verwendung von immer leichteren Werkstoffen (Alu, Magnesium, etc.) Das macht ja auch, unter Berücksichtigung der Energieressourcen, Sinn. Ich gebe Dir absolut recht, wenn Du als Gimmicks solche Dinge wie z.B. Navi oder i-drive meinst. Diese Dinge machen ein Auto unnötig teuer, aber hier selektiert sich dann auch schon wieder die Käuferschaft. Erst wenn man das Auto konsequent auf das Nötigste (aber was ist das?) reduziert, kommt man dem Nahe, was Du zu meinen scheinst.
Zum Beispiel sah ich erst gestern die
„Familienkutsche“ 5er BMW im Autohaus… bei über 55.000 Euro
fangen die Preise erst an… sehr familientauglich, oder?
Wenn Du „Otto-Normalverbraucher“ meinst, natürlich nicht!
Aber es gilt auch den Bedarf derer zu befriedigen, die sich diese Fahrzeuge leisten können. Aber die Ansprüche wachsen nun einmal, auch die des weniger finanzkräftigen Publikums. Sonst würden solche Firmen wie „Lada“ bei uns boomen. Autokauf ist mit allen seinen sozialen Aspekten auch immer noch ein Kampf Ratio versus Emotion.
Zweiter Grund (Empirisch-induktiver Ansatz):
Die Gebrauchtwagenpreise scheinen wirklich zu steigen. Und das
kräftig. Ich, der ich mich mehr oder weniger von
„Letzthandfahrzeugen“ „ernährte“, konnte sehen, dass gerade
dort die Preise recht ansteigen.
Die Gebrauchtwagenpreise sind auch immer noch abhängig vom Gesetz der freien Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage regeln die Preise. Wenn ich mich an die Zeit nach der Wende erinnere,… dort wurden horrende Preise für Gebrauchte bezahlt.
Noch dazu kommt, dass *alle* Unternehmer nun Garantie auf
Fahrzeuge geben müssen, die sich in ihrem Unternehmensvermögen
befanden (nicht nur als Ware/Umlaufvermögen, sondern auch als
Betriebsmittel/Anlagevermögen! Also auch das Auto vom Landarzt
hat nun Garantie!). Das wertet auf. Immer mehr Leute wollen
ihr neues Auto mit dem alten anbezahlen (wie war das mit den
teurer werdenden Autos?) - auch das treibt die Preise leicht
nach oben (Stichwort: Händlerverkaufspreise).
Und gerade die Garantieproblematik (viele Händler nehmen dann auch
ganz alte Autos gar nicht mehr an, oder verscherbeln sie zum
„Export“ oder an Gewerbetreibende, da keine Garantieverpflichtung)
sorgte dafür, dass viele, viele freie Autohändler auf den Markt
drängen. Die ihre Verpflichtung über Beweisumkehr,
Car-Garantie-Versicherungen oder einfach Betriebsaufgabe und
Neueröffnung durch nahe Verwandte oder Strohmänner umgehen.
Das Thema Garantie/Gewährleistung möchte ich auf folgendes reduzieren, weil sehr umfangreich: Die Automobilhersteller nutzen, im Rahmen der rechtlichen Verpflichtung, diese zu Werbezwecke und als Kaufargument für ihr Produkt. Deshalb auch die großen Unterschiede der einzelnen Hersteller.
Das größte Argument aber: Der Trend bei der derzeitigen Lage
wird von den Finanzierungswütigen eher in Richtung der
Barkäufer zurückgehen (Stichworte: Insolvenzwelle und neue
Risiken dadurch, Kreditvergaberichtlinien durch die Bank). Was
heißt: Man fährt länger und kauft für weniger.
Du analysierst ganz richtig: Der Trend bei der derzeitigen Lage…
Solange es so ist, und es ist zu befürchten, dass es so bleibt, wird sich nichts grundlegend ändern. Jeder sechste Arbeitsplatz bei uns, hängt vom Automobilbau ab…
Dritter Grund (die technische Komponente):
Dank diverser Fernsehberichte weiß inzwischen jeder, was Honen
ist. Wie die Fachleute einen Motor überholen. Verschleißteile
gibt’s über Zweit- und Drittanbieter
(„Erstausrüsterqualität“). Und seit MTV’s Sendung „Pimp my
Ride“ ist auch klar, dass man was tun kann, wenn die Teile
nicht mehr passen. Und Rost ist inzwischen auch nicht mehr so
das Thema.
…die Anzahl der „Youngtimer“ wird zunehmen.
Aaaaber: Irgendwenn wird der Zeitpunkt eines Autolebens kommen, wo die Nutzen/Kostenrelation auseinanderklafft, nämlich wenn die Investitionskosten (Reparatur) den des Zeitwertes bei weitem zu übersteigen beginnt.
Was nun noch passieren kann:
Die markengebundenen Händler sagen irgendwann „wir können
nicht mehr reparieren; es sind keine Teile vom ursprünglichen
Hersteller lieferbar“.
*Das* wäre aber das beste, was dem Mittelstand passieren kann:
Ja, aber der ursprüngliche Hersteller (Zulieferer) war oder ist ja auch Mittelständler…
denn dieser ist nicht immer an die
„Nur-Originalteile-Mentalität“ gebunden. Folge: Niedrigere
Teilekosten, Arbeitszeit kostet klassischerweise auch weniger
(da flachere Hierarchien mitfinanziert werden). Der
Mittelstand, zur heutigen Zeit relativ aussterbend, könnte
wieder gestärkt werden.
Ob Originalteil oder nicht, es ist und bleibt ein „circulus vitiosus“.
Der Autohersteller zwingt seine Zulieferer mit den Preisen in die Knie. Er kann sich schon aus logistischen gründen kein Monopolisten leisten. Wenn ja…Ford ist schon damit auf die Nase gefallen (ich glaube, es waren irgendwelche Schlösser), die Bänder standen still!
Bis irgendwann die Hersteller doch aufwachen und
zurückschlagen (zuerst Squeeze-Out der Kleinaktionäre, dann
spielt nicht der Shareholder Value mehr eine Rolle, sondern es
ist Kampfbereitschaft angesagt). Aber mehr als einen Kreislauf
wird das auch nicht bewirken.
Sagte ich ja. Meine Prognose ist, dass sich dieser Kreislauf auf die
„mittelalten“ (Nutzen/Kostenbilanz)Wagen beschränkt.
Wette angenommen? Fragen? Spinnerei meinerseits?
Zur Wette habe ich mich bereits geäußert, Fragen ersteinmal keine, und zu Spinnerei: Absolut n e i n! Zumindest solange nicht, wie jemand kommt und Dir das Gegenteil b e w e i s t! Auch dann war es keine Spinnerei, sondern eine Fehleinschätzung. Du liegst vielleicht nahe an der noch werdenden Realität. Jeder darf andere Prognosen stellen, aber keiner kann diese dann als Spinnerei abwerten.
Auch ich kann und will mir dieses nicht anmaßen, denn dann habe ich auch gesponnen
Deshalb auch keine Wette…
Dann warte ich gespannt auf die Antwort!
S.o.
Gruß
GM
Gruß, Rollifern