…und wo handelt es sich lediglich um einen von Grund auf pessimistischen Menschen, der sich selbst nicht mag, der nur negative Dinge bei sich selbst und sämtlichen anderen Menschen sieht, der nur und ausschließlich über negative Dinge redet u. v. m.?
Ein paar Angaben mehr:
Es handelt sich um eine Frau, geboren Anfang der 30er. Hat mittlerweile 3 Kinder und 3 Enkelkinder und ist seit 5 Jahren verwitwet. Nach außen hin knapp 50 Jahre harmonische Ehe, selbst von innen betrachtet mehr oder weniger harmonisch. Die Frau lebt und lebte nur für ihre Familie, versorgte ihre Kinder mit 1000%iger Energie, „opferte“ sich quasi auf und betonte auch dies immer wieder. Aber sie mag und mochte sich selbst nicht leiden. Das fängt an mit ihrem Vornamen, ihrem Mädchennamen, ihrem Aussehen etc. Die einzigen positiven Aussprüche, an die ich mich erinnere, kamen, wenn sie beim Einkauf ein Schnäppchen gemacht hatte. Ansonsten war einfach ALLES negativ. Sie geht und ging vollkommen darin auf schlecht über andere Leute zu reden. Sie liebte es zu Reisen mit ihrem Ehemann, aber bei der Rückkehr erfuhr man nur was alles nicht geklappt hatte. Sie hat natürlich den schlechtesten Platz im Flieger erhalten, das schlechteste Zimmer im Hotel, den schlechtesten Platz im Restaurant, die Mitreisenden waren alle doof, der Reiseführer hinterhältig u. v. m. Die Klassenkameraden ihrer Kinder waren immer nicht gut genug, die Nachbarn sowieso dumm, selbst der Ehemann konnte „ihren Ansprüchen“ nicht gerecht werden und egal, was er z. B. handwerklich anpackte, es kam in ihren Augen immer etwas Schlechtes, Minderwertiges dabei raus. Beim besten Essen wurde etwas bemängelt, der schönste Ausflug wurde schlecht geredet, selbst Erfolge der Kinder wurden schlecht gemacht. Ganz zu schweigen von den jeweiligen Partnern ihrer Kinder, die waren nie gut genug und über die wird und wurde ständig ziemlich vernichtend hergezogen.
Diese Frau (mit mittlerem Schulabschluß), die neutral gesehen nicht viel zu bieten hat, außer daß sie 3 Kinder großgezogen hat, zugegeben mit viel Liebe und großem Eigenengagement, hat Ansprüche, die an Größenwahn erinnern. Ein Mensch ohne Hochschulstudium wird eigentlich nicht akzeptiert. Und auch bei jemandem mit Doktortitel werden dann andere Unzulänglichkeiten gefunden. Nur, richtig kennenlernen wollte diese Frau sowieso niemanden. Man könnte fast sagen sie hat und hatte eine richtige Sozialphobie. Mußte der Ehemann bei großen, dienstlichen „Events“ mit Gattin auftreten, war sie entweder unpässlich oder hatte nichts zum Anziehen. Verwandtenbesuche wurden immer wieder verschoben, inzwischen hat sie sich endgültig von jeglichen Verwandten entfernt. Aber sie hat noch enorm viel Energie über selbige schlecht zu reden (grundlos).
Seit dem Tod ihres Mannes ist alles noch viel schlimmer geworden. Wenn es darum geht über jemanden oder eine Sache negativ zu reden, kommt ein riesiger Energieschub in diese Frau, die dann plötzlich stundenlang reden kann. Die restliche Zeit wirkt sie depressiv und müde.
Dies sollte reichen an Informationen. Hoffe ich doch mal.
Worum handelt es sich? Kann man daraus eine psychische Erkrankung erkennen? Ich habe keinerlei Ahnung und werfe jetzt einfach mal „manisch depressiv“ in den Raum?
Mir fällt gerade noch was ein. Von außen betrachtet, würde ich sagen diese Frau ist sich selbst nichts wert. Im Gegensatz zu ihr selbst, hat sie übrigens ihren Kinder immer das Allerbeste zukommen lassen.
Aktuelle Lieblingssätze: „Ist mir wurscht“, „Ist doch eh egal“…
Ansonsten gibt es noch eine sehr bösartige Eigenschaft zu erwähnen: das Ausspielen ihrer Kinder gegeneinander. Seit ich mich erinnern kann, war bei dieser Frau nie eine Harmonie zwischen ihren Kindern erstrebenswert. Im Gegenteil, sie unterstützte Streits und Auseinandersetzungen und ging vollkommen darin auf über diese dann ausgiebig zu reden. Jeweils mit „anderer Tonlage“, je nach Gesprächspartner.
Lange Rede, kurzer Sinn: Liegt diesem Verhalten eine psychische Erkrankung zu Grunde?
Viele Grüße,
Christiane