Wo ist das neue Marktgleichgewicht?

Guten Tag,

habe folgendes Problem. Gegeben sind zwei Funktionen, Ersparnisfunktion u. Investitionsfunktion:S(i)=10+0,8i u.I(i)=20-0,6i.

Gleichgewichtszinssaz i=ca.7,1429 u. das Gleichgewichtskreditvolumen ist 15,71432.

Es muss dabei beachtet werden, dass es sich hier um eine geschlossene Volkswirtschafts handelt und der Nettoexport dementsprechend „0“ ist.

Wie verhält es sich allerdings, wenn das Staatsdefizit jetzt „5“ beträgt. Ich weiß nur, dass sich das Kreditangebot verringert u. ein Verdrängungseffekt stattfindet, da der Staat sein Haushaltsdefizit mit dem Geld finanziert, was eig. für Investionen im Privatsektor gedacht war.

Meine Frage ist nun, ob das neue Gleichgewicht nun beim Kreditvolumen bei 15,71432-5=10,71432 ist oder ob sich das neue Gleichgewicht dadurch ergibt, in dem ich die komplette Angebotskurve bei jedem Zinssatz um 5 Milliarden nach links verschiebe??

Würd mich freuen, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

MFG

H.Dogan

Also ich sehe das so:

Wenn das Staatsdefizit von 0 auf 5 steigt, dann steigt die Nachfrage nach Krediten, weil der Staat unbedingt Kredite zur Finanzierung seines Haushaltes braucht, egal wie viele Zinsen er dafür zahlen muss. Diese erhöhte Nachfrage nach Krediten führt zu einem höheren Marktzinssatz. Da der Marktzinssatz nun höher ist, verleitet dies vermutlich einige Investitoren dazu, weniger Geld für Investionen auszugeben und dafür mehr Geld zu sparen (z.B. in Staatsanleihen).
Ein höheres Staatsdefizit allein beeinflußt weder die Ersparnisfunktion noch die Investitionsfunktion. Doch das, was das Staatsdefizit verursacht hat, das könnte auch die Ersparnisfunktion und die Investitionsfunktion ändern. Aber die Ersparnisfunktion und die Investitionsfunktion könnten auch gleich bleiben, und wenn dies der Fall ist, dann ändert sich auch das Marktgleichgewicht in Ihrem Beispiel nicht.

Gruß

M. Zorn