Wo ist das Subjekt?

Es geht um folgenden Satz, der angeblich aus einer Linguistik-Prüfung „auf Note eins“ stammt:

„Zur Tatzeit ist auf dem Herd des Verstorbenen gekocht worden“

Es ist für mich zunächst einmal kein Subjekt erkennbar. Dies widerspricht natürlich der Forderung, in jedem vollständigen Satz müsse ein Subjekt und ein Prädikat vorhanden sein…

Meine erste Überlegung:
Der Satz ist im Passiv konstruiert. Wird auf die adverbiale Bestimmung der Zeit („Zur Tatzeit“) verzichtet, so könnte der Satz lauten „Es ist … gekocht worden“ mit „es“ als Subjekt…
Weiter komm ich nicht.

Hallo, Hope,

verliere die Hoffnung nicht!

Meine erste Überlegung:
Der Satz ist im Passiv konstruiert. Wird auf die adverbiale
Bestimmung der Zeit („Zur Tatzeit“) verzichtet, so
könnte der Satz lauten „Es ist … gekocht worden“ mit
„es“ als Subjekt…
Weiter komm ich nicht.

Das ist auch schon die Lösung!
Du musst aber die adverbiale Bestimmung der Zeit nicht weglassen, sondern nur auf einen anderen Platz im Satz setzen.

Vollständig heißt dann der Satz:

Es ist zur Tatzeit … gekocht worden.

Wenn wir keinen Täter nennen können, wird ein „grammatisches oder unpersönliches Subjekt“ eingesetzt.
Im Aktivsatz haben wir dazu das „man“:

Man hat zur Tatzeit gekocht.

Gruß Fritz

Kleine Ergänzung
Hallo,

wahrscheinlich wollte der Prüfer auf die Frage hinaus, warum in dem Satz, so wie er ihn formuliert hat, kein „es“ steht, obwohl bei Umformulierung dann eines steht.

Das liegt daran, dass im Deutschen immer das Vorfeld (also die Position vor der Linken Satzklammer) besetzt sein muss. Ausnahme sind Verb-Erst-Sätze, das sind Fragen (Ist auf dem Herd gekocht worden?) und Aufforderungen (Koch auf dem Herd!). Dabei ist interessanterweise egal, womit das Vorfeld besetzt ist, entweder mit einer adverbialen Bestimmung (hier der Zeit: zur Tatzeit) oder eben mit dem „Platzhalter“ ‚es‘.

Gruß,
Susan