Wo ist denn der Frank?

Hallo!

So aus Erinnerung heraus hab ich mal im Archiv bischen gesucht,
aber nicht genau das gefunden, was ich eigentlich wollte.

Aber trotzdem was sehr schönes, knapp 7 Jahre altes:
Der Frank wurde ja immer verspottet und belächelt, ist dann auch verschwunden, ich will ihn hier mal rehabilitiern.
Vielleicht ist er ja auch immer noch unter einen andern Namen unter uns???

ZITAT ANFANG:
(Autor: Frank 17.11.2002 11:12 Uhr, 65x geklickt)
Haalo Leutz,

soebend wiedermal was interessantes gefunden zum nachgrübeln:

LE MONDE diplomatique

In der Schuldenfalle

Kürzlich hat die amerikanische Federal Reserve mit ihrer vierten diesjährigen Zinssenkung den Aktienmärkten einen kurzfristigen Auftrieb gegeben. Doch das verstärkt eher noch die Befürchtungen, die US-amerikanische Ökonomie könnte eine Rezession erleben. Noch verharrt die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer orthodoxen monetären Position. Doch es fragt sich, wie der Rest der Welt auf die Entwicklung reagieren wird, die sich mit dem Abschwung der US-Wirtschaft ankündigt.


Frédéric F. Clairmont

Das längste Gelage in der Geschichte der amerikanischen Konjunkturzyklen geht seinem Ende zu und wird wohl einen gigantischen Kater nach sich ziehen. Die „Wunderwirtschaft“, wie die New York Verdana sie einst betitelte, ist in Schwierigkeiten, und das nicht ohne Grund. In den letzten neun Jahren wurde die US-amerikanische Wirtschaft vor allem durch das Anlagekapital aus dem Ausland gespeist und angetrieben. Der klarste Beleg dafür ist die Wachstumsrate der Börsenkapitalisierung (also des Koeffizienten, der das Verhältnis von börsengebundenem Kapital zu Bruttoinlandsprodukt ausdrückt), die von 81 Prozent in 1994 innerhalb von fünf Jahren auf 184 Prozent anstieg. Mit anderen Worten: 1999 überstieg der Wert des Börsenkapitals das Bruttoinlandsprodukt um 84 Prozent. So rasant akkumulierte sich das US-Kapital nicht einmal in den Jahren zwischen 1925 und 1929. Doch die Finanzblase droht nunmehr zu explodieren.

Was uns bevorsteht, ist keineswegs die „sanfte Landung“ oder die „Marktkorrektur“, von der die Ideologen der Finanzsphäre ausgehen. Vielmehr erleben wir die ersten Anzeichen der schwersten Wirtschaftskrise seit Ende des Zweiten Weltkriegs, deren Konsequenzen sich als weit schwerwiegender herausstellen könnten als die Folgen des Finanzkrachs in Thailand im Juli 1997 oder der Einstellung des Schuldendienstes durch Russland im August 1998. Das internationale Finanzsystem stößt an seine Grenzen.

Anders als die Schönredner des globalen Kapitalismus glauben machen wollen, sollte dieses System, das einem Kasino der systematischen Falschspielerei gleicht, noch nie der „optimalen Ressourcenallokation“ dienen. Ihr einziger Zweck war und ist die Bereicherung einer kleinen Minderheit von Aktionären der transnationalen Konzerne. …

weiter hier: http://www.economics.uni-linz.ac.at/M

oder auch:http://www.google.de/search?sourceid=

Gruß
Frank
ZITAT ENDE.

Frank hat auch das Platzen gewaltiger Finanzblasen in Amerika vorhergesagt, den Beitrag hab ich aber leider nicht gefunden.

Aber irgendwie lag er doch richtig, oder?

Grüße, Steffen!

Kassandras Rache?
Hallo,

Aber irgendwie lag er doch richtig, oder?

seit ewigen Zeiten gibt es Propheten, die Krisen vorhersagen. Ein prominenter Fondsmanager tat prognostizierte von Mitte der 80er bis Ende der 90er den großen Börsenabsturz. Als dann die Asienkrise kam, rühmte er sich damit, das alles vorhergesagt zu haben. Dummerweise hatte er bis dahin um rund 100% Aktienkurse verpaßt.

Franks Prognosen waren ähnlicher Art. Auch wenn Du sicherlich nicht der einzige bist, der der Ansicht ist, daß er recht hatte, bleibt festzuhalten, daß er weder das Wort US-Immobilien erwähnte noch die Kreditverbriefungen noch die nicht risikoadäquat bezahlten Kreditrisiken im allgemeinen.

Sein Argument war immer, daß dem Papiergeld kein echter Wert gegenübersteht und genau das ist heute nicht das Problem. Daher gibts auch aus heutiger Sicht keinen Gummipunkt für seinen ständigen Kampf gegen unser Wirtschaftssystem.

Gruß
Christian