Wo ist/frisst unser Kater?!

Hallo,
mich beschäftigt seit einiger Zeit etwas:
Unser Kater Leon, 3,5 Jahre jung, kommt kaum noch nach Hause.
Er war schon immer mehr der Einzelgänger und lässt sich auch nur selten schmusen. Dennoch hat er immer bei uns geschlafen und gefressen. Seit ein paar Monaten jedoch kommt er nur noch minutenweise nach Hause, er schläft hier nicht mehr, er frisst nicht mal mehr hier, obwohl wir ihn schon versuchen, mit tollen Leckerlis zu ködern! Die Entwurmung war schon eine Katastrophe - irgendwann kamen wir auf die Idee die Tablette in Sahne reinzubauen, was er auch fraß. Aber ich kann ihm ja nicht immer Sahne geben, zumal er eh schon ziemlich gut gebaut ist. Aufgrund seiner Statur bin ich mir sicher, dass er irgendwo anders zu fressen bekommt und auch woanders nächtigt.
Aber wie finde ich das heraus? Bzw. wie kann ich die Beziehung zum Kater wieder aufbauen das er sich daran erinnert, dass bei uns sein zu Hause ist?!
Ein Halsband mit Adresse möchte ich ihm nicht umhängen, denn ich habe Angst das er sich damit mal stranguliert oder so. Ich bin nicht damit einverstanden das ihn irgendjemand anderes füttert!
Habt ihr eine Idee?! Die direkte Nachbarschaft sagt, sie würden ihn nicht füttern.

Liebe Grüße Carina

Hallo Carina,

das hoert sich fuer mich an, als haette sich dein Kater ein neues Zuhause gesucht. Vorallem weil er ja auch nicht mehr bei dir schlaeft.

Ich sehe da nur zwei Alternativen:
Entweder du sperrst ihn fuer einige Zeit im Haus ein, sodass er wieder weiss wo er eigentlich hingehoert ( evt. eine denkbar schlechte Idee ) oder aber du haengst ihm tatsaechlich ein Halsband , lose um den Hals, mit einer Adress-Tube ( das sind so kleine aufschraubbare Blechhuelsen in die man einen Zettel reinlegen kann )
dran. Dann wuerde der "neue " Besitzer auf jeden Fall merken, das „Sein“ Katerchen schon ueber einen verfuegt *gg*
Anders waere es wohl schwer rauszubekommen.
Und so ein Halsband muss einen Kater nicht gleich strangulieren.

Eine ander Moeglichkeit waere vielleicht das Aushaengen von kleinen Zettelchen im Supermarkt etc. nach dem Motto " wer kennt diesen Kater ".

LG Manu

Hallo,

es ist leider manchmal so, dass sich Katzen bei den eigentlichen Besitzern nicht wohl fühlen.
Da gibt es jemand, der kauft besseres Futter, gibt mehr Streicheleinheiten oder da hat man mehr Ruhe… und schon ist der Kater davon überzeugt, dass das „neue“ Herrchen besser ist als das alte.

Sowas ist meinen Eltern auch mal passiert, da hat sich der Kater ein neues Zuhause gesucht, weil es ihm bei uns zu laut war (Renovierung).

Er war zwar äußerlich gekennzeichnet (Tätovierung) aber das hat die fremden Leute nicht daran gestört, ihn zu füttern, reinzunehmen und nicht wieder raus zu lassen etc.

Meine Eltern haben durch einen kleinen Trick den Kater wiederbekommen: Die haben ihm auch ein Halsband umgemacht mit einer Adressbombe. Dort haben sie dann einen Zettel reingelegt, auf dem stand, dass der Kater dann und dann geimpft werden muss, so und so lange nicht entwurmt wurde etc. und dass sich derjenige, der sich anmaßt, ein fremdes Tier tagelang bei sich einzusperren gefälligst auch darüm kümmern sollte, dass die Impfung und Wurmkur durchgeführt werde. Der Impfpass sei unter Adresse soundso abzuholen.

Daraufhin hat sich ein älteres Ehepaar gemeldet. Dieses hatte dem Kater alles schön bei denen hergerichtet, Schlafplatz, Spielzeug, Leckerchen, Futter - alles da, was ein Kater braucht (außer Kratzbaum).
Sie wollten also den Impfpass und natürlich auch das Geld für die Impfung, es sei ja unser Kater.

Meine Eltern haben den leuten dann klar gemacht, dass ein Tier nicht nur toll ist, sondern eben auch Geld kostet und sie sähen es nicht ein, ein Tier zu impfen, was nur noch bei anderen Leuten lebt. Man könne es akzeptieren, wenn der Kater sich ein neues zu Hause sucht, aber dann sollten diese Leute auch die Kosten für den kater übernehmen.

Das war dem älteren Ehepaar zu viel und sie haben den Kater dann nicht mehr reingelassen.

Wenn es anders gewesen wäre - das Ehepaar also die Kosten für den Kater übernommen hätten hätten meine Eltern ihnen den Impfpass gegeben und den Kater dort gelassen.

Man kann ein Tier nicht zwingen, bei jemandem zu bleiben, wo es nicht sein will. Einen Hamster kann man einsperren, einen Hund immer an der Leine lassen aber eine Freigängerkatze ist eigenwillig genug, sich ein neues zu Hause zu suchen, wenn ihr das alte nicht mehr gefällt.

Und wenn sich das Tier dort wohler fühlt sollte der Mensch es m. E. akzeptieren. Letztendlich ist es doch schön, wenn das Tier sich wohl fühlt. Wenn das nicht bei einem selbst ist ist das schade, nicht zuletzt auch wegen der ganzen getätigten Anschaffungen, wegen all der Krankheiten etc, die man mit dem Tier durchlebt hat und den ganzen Schmusestunden, die natürlich fehlen. Aber man sollte m. E. zuerst an das Wohl des Tieres denken als an das eigene.

Ich kann aber noch ganz allgemein sagen, dass es viele Leute gibt, die Futter und Milch rausstellen. Viele Leute locken sich so massenweise Katzen an (die Nachbarn einer Freundin von mir haben das immer getan und dort streunten immer etwa 20 Katzen herum). Diese Leute denken sich oft nichts böses dabei.
Und zum Thema schlafen: Ein beliebter Schlafplatz für Katzen ist die Autobatterie (sofern erreichbar). Unser weißer Kater hatte immer schwarze Flecken auf dem Fell. Bis wir mal herausbekommen haben, dass er es sich auf der Autobatterie des Wohnmobiles im Garten gemütlich gemacht hat und diese Flecken Öl waren vergingen einige Monate.
Also Katzen schlafen nicht zwangsläufig bei jemandem anderes in der Wohnung, wenn sie über Nacht nicht nach Hause kommen. Viele Katzen haben tolle Verstecke gefunden, wo sie die Nächte verbringen. Warum sie diese Plätze dem warmen zu Hause gegenüber vorziehen weiß der Himmel…

Liebe Grüße
Timi

Hallo,

außer Aushängen im Supermarkt („Wer kennt diesen Kater?“) sehe ich die Sache mit dem Halsband mit Adressanhänger als einzige Alternative. Es gibt Halsbänder mit einer „Sollbruchstelle“, die die Gefahr des Erwürgens eliminieren.

Gruß,

Myriam

Hallo,

wir hatten sehr lange eine Katze, die hat alle 2-3 Jahre mal für 2 Wochen Urlaub gemacht. Dann ist die einfach durchs Dorf gezogen und hat sich bei anderen Leuten einquartiert. Da meine Mutter beruflich immer im Dorf mit dem Fahrrad unterwegs war, hat sie die Katze dann auch wieder gefunden. Nach dem Minka wieder zu Hause war hat sie so getan als ob nichts geschehen wäre. Sie war einmal nur 700 Meter weiter oben im Dorf, das sie sich nicht mehr allein heimgefunden hat kann ich mir gar nicht vorstellen.

Bzw. wie kann ich die Beziehung
zum Kater wieder aufbauen das er sich daran erinnert, dass bei
uns sein zu Hause ist?!

Könnte das nicht eine reine Sommersache sein? Unsere Katze ist vom Verhalten so ähnlich wie dein Kater, die pennt den ganzen Tag draussen oder ist unsichtbar. Zum fressen kommt sie nur ganz kurz rein und wenn jemand die Tür aufmacht ist sie sofort raus, auch wenn ihr Lieblingsfutter noch gar nicht aufgefressen ist. Im Winter liegt sie dann den ganzen Tag drin, schmusst relativ viel(für ihre Verhältnisse:wink: rum und möchte Nachts am liebsten bei meiner Mutter im Bett pennen. Und so ist das jedes Jahr.

Ein Halsband mit Adresse möchte ich ihm nicht umhängen, denn
ich habe Angst das er sich damit mal stranguliert oder so.

Unsere jetzige Katze hat schon min. 10 Flohhalsbänder erfolgreich in der Umgebung verteilt. Die Sicherungen scheinen also zu funktionieren.

Gruss Jan

Hallo Carina,
natürlich ist jede Katze anders, trotzdem ein Beispiel. Der Kater der Nachbarn orientierte sich schon früh weg von seinem Zuhause. Er besuchte uns ständig (ohne bei uns etwas Essbares zu bekommen). Er war ständig da, wartete bei Abwesenheit auf uns. Jeden Abend trug ich ihn auf dem Arm in sein Heim; am nächsten Morgen stand er wieder bei uns. Schrecklich, seine „Eltern“ haben ihn als Erziehungs- und „Wieder-Eingewöhnungsmaßnahme“ tagelang eingesperrt – ohne Erfolg. Sobald er wieder raus durfte, kam er weiterhin zu uns. Das ging ca. ½ Jahr so, bis er merkte, daß er bei uns nicht bleiben konnte, da er ja dann doch wieder jeden Abend in seinem ursprünglichen Heim landete. Er war dann einige Wochen verschwunden (ich habe seinen Weg mithilfe andere aufmerksamer Katzenfreunde hier in der Gegend verfolgen können). In der Zeit hat er sich ein neues Zuhause gesucht, wo er jetzt genüsslich lebt und keine Anstalten mehr macht, erneut wegzugehen. Obwohl er das spielend könnte; es liegt nur ca. 200 m entfernt von hier.

So weh es auch tut – ich denke, man muß sich damit abfinden, schon im Interesse des Tieres. Mir tat es anschließend sogar leid, daß ich ihn (aus Rücksicht auf seine ursprünglichen „Eltern“) nicht aufgenommen habe…
Vielleicht hilft es zu wissen, daß die meisten Katzen ihren Menschen treu sind und immer wieder nach Hause kommen, auch wenn sie mal hier und da anderen Tierfreunden einen Besuch abstatten.
Vielleicht kannst Du Leon ja mal begleiten? Hört sich komisch an, aber alle unsere Katzen haben es bisher genossen, wenn ihre Menschen mit nach draußen gingen (ohne Leine natürlich!). Sie zeigen einem dann häufig die Wege, die sie auch allein gehen. Spätestens beim dritten Mal haben sie sich daran gewöhnt, daß ihr Mensch mitgeht, und dann erfährst Du möglicherweise mehr.

Viele Grüße
G.

Hi,
mich haben auch ca 2 Jahre immer die Nachbarskatzen besucht. Ein Geschwisterpaar. Die waren so niedlich und ich hatte sie gerne um mich rum. Gefuettert habe ich kaum, nur gelegentlich mal ein bisschen Trockenfutter gegeben, aber zuwenig als dass es satt gemacht haette. Weil ich wollte, dass sie zuhause essen und dass sich die Nachbarn nicht aergern. Obwohl sie stundenlang abends vor meinem Fenster sassen habe ich sie nicht einmal bei mir schlafen lassen. Ganz einfach weil ich sie den Nachbarn nicht „wegnehmen“ wollte. Das war ganz schoen schwer, wenn dich zwei Fellnasen so durchs Fenster anmaunzen.
Die beiden blieben auch manchmal den ganzen Tag bei mir und haben auf meiner Couch gepennt, tja und irgendwann kamen sie nicht mehr. Die Nachbarn waren weggezogen. Mannomann hab ich die zwei vermisst und ich vermisse sie immer noch.
vg jima

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danke *seufz*
Danke für eure Antworten.
Die Vorstellung, dass dem Kater irgendwas bei uns nicht gefallen hat und er sich deshalb was anderes gesucht hat, tut schon weh.
Dennoch hat er uns ja noch nicht ganz abgesagt, er kommt ab und an morgens kurz rein und manchmal auch abends kurz. Ich bin glücklich für jede Minute die er bei uns ist :smile:
Einsperren möchte ich den Kater auf keinen Fall. Ich kann ihn schließlich zu nichts zwingen.
Die Idee mit dem Zettelchen am Halsband, auf dem auch die Sache mit dem Impfausweis steht, gefällt mir :smile:
Vielleicht werde ich doch mal ein Halsband anschaffen (wenn auch ungerne) und dort eine Nachricht dran befestigen. Mal schauen was passiert.
Ob unser Tiger im Winter wieder nach Hause findet, werde ich wohl noch rausfinden müssen…

Nun denn, nochmal vielen Dank
Carina