Wo ist Schröder jetzt?

Hi!

Komischerweise ist Gerhard Schröder nun relativ still.

Warum wohl?

"Holzmann ruft letztmals um Hilfe

Der Baukonzern Philipp Holzmann wird nach eigenen Angaben voraussichtlich noch heute einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz erklärte der Vorstand, dies bis 0.00 Uhr tun zu können und appellierte damit noch einmal an die Banken, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Am Morgen hatte das Unternehmen erklärt, die Verhandlungen der engagierten Großbanken um einen Sanierungsplan seien definitiv ergebnislos beendet worden.

"Die Gespräche der Banken über Absicherungsmaßnahmen für die Philipp Holzmann AG sind gescheitert ", teilte Holzmann in einer 13 Worte umfassenden ad-hoc-Meldung mit. Derweil demonstrieren Hunderte Mitarbeiter des Konzerns vor dem Frankfurter Hauptbahnhof und fordern: „Holzmann muss leben“. Bereits gestern hatten Dresdner, Commerz- und HypoVereinsbank erklärt, es habe kein "tragfähiges Konzept " auf dem Tisch gelegen. Den schwarzen Peter wollen sich die Kreditinstitute aber nicht zuschieben lassen. So hat etwa die Commerzbank das von Holzmann vorgelegte Sanierungskonzept als „(…) nicht einmal in Grundzügen … tragfähig“ bezeichnet. Man sei zwar nach wie vor bereit, „sinnvolle Lösungen zu begleiten“. Was Holzmann bisher präsentiert habe, sei jedoch „bestenfalls als stille Liquidation zu bezeichnen“. Diee Dresdner Bank erteilte Holzmann ebenfalls eine Absage: Auch heute habe Holzmann kein Konzept, das eine Fortführung des Unternehmens ermöglichen würde.

Auslöser der jüngsten Holzmann-Krise sind unerwartet hohe Verluste im Jahr 2001 in Höhe von rund 237 Mio. Euro, die am Eigenkapital der Firma zehren. Begonnen hatte die Finanzmisere jedoch wesentlich früher - und wirklich bewältigt war sie seitdem zu keinem Zeitpunkt. „Nach einer zunächst ermutigend verlaufenden Restrukturierung der Gesellschaft und der Bereinigung von Altfällen aus dem Projektgeschäft hat die weitere Aufarbeitung der Probleme - auch vor dem Hintergrund etwaiger Pflichtverletzungen früherer Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter - Anlass zu einer grundlegenden Neubewertung aller Problembereiche des Philipp Holzmann-Konzerns gegeben“. So begann vor 27 Monaten am 15. November 1999, eine ad hoc-Meldung des Bauunternehmens Holzmann.

Die in ihrer Dimension unerwartet hohen Ergebnisbelastungen hätten zu einer Überschuldung der Philipp Holzmann AG geführt, hieß es damals. Was dann folgte war ein monatelanges Tauziehen um die Rettung der Firma und der mehreren Tausend direkt und indirekt betroffenen Arbeitsplätze.

Bereits zwei Wochen zuvor, anlässlich des 150-jährigen Firmenbestehens, hatte der damalige Vorstandsvorsitzende, Heinrich Binder, gewarnt: "Wir sind durch die Vergangenheit schwerer belastet als gedacht. " Diese Worte müssen in der allgemeinen Feierlaune untergegangen sein. „Wie läuft es so bei Philipp Holzmann? An manchen Tagen frage ich mich das auch“, hatte Binder seine Rede fortgesetzt - er dürfte bereits damals gewusst haben, dass seine Tage als Lenker des Traditionskonzerns gezählt waren.

Zwei Wochen später war es offiziell: Das Unternehmen, deren Aktie Merrill Lynch einen Monat zuvor noch ein Kursziel von 180 Euro bescheinigt hatte, sah sich mit Sonderbelastungen von 2,4 Mrd. DM konfrontiert. Der weitere Verlauf der Ereignisse bis zur medienwirksamen Rettungsaktion des Bundeskanzlers ist hinreichend bekannt.

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung des Konzerns im vergangenen Dezember hatten die Aktionäre schließlich einem Vergleich zugestimmt, wonach Holzmann eine Schadenersatz-Summe von rund 25 Mio. Euro erhalten sollte. Zahlbar von den ehemaligen Vorständen Lothar Mayer, Dieter Rappert, Michael Westphal, Jürgen Schönwasser, Gerhard Lögters und Lothar Freitag, beziehungsweise von deren Haftpflichtversicherung AIG. Den Ex-Managern waren grobe Pflichtverletzungen zur Last gelegt worden. Mit unsauberen Aktiengeschäften, dem Abschluss überteuerter Immobiliengeschäfte und Bilanzfälschung soll die damalige Führungsmannschaft den Konzern in die Schieflage gebracht und drohende Risiken verschwiegen haben.

Mit der Zustimmung der Hauptversammlung wurde der Fall bei der Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt zu den Akten gelegt. Zu den Akten gelegt hätte Vorstandschef Konrad Hinrichs gern auch die immer wieder aufkeimenden Spekulationen um die schwierige Finanzlage des Konzerns. Anfang März musste Hinrichs schließlich erklären lassen, der Jahresfehlbetrag für 2001 werde „deutlich höher ausfallen als zuletzt erwartet“. Maßgeblich für die Ergebnislage sei die negative Entwicklung der inländischen Baukonjunktur, so Holzmann.

Neben der defizitären Entwicklung der meisten Holzmann-Baustellen liegt aber nach wie vor der Immobilenbereich wie Blei auf der Bilanz. Eine Ausgliederung im Sinne einer Verwertung der risikobehafteten Sparte wäre die Mindestvoraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung des Konzerns. Doch ähnlich wie bei der Kirch Gruppe ist der Streit der Banken um die Besicherung einzelner Kredite eskaliert; weshalb die Sanierungsgespräche scheitern mussten und der Gang zum Insolvenzverwalter erneut unausweichlich scheint.

Und auch bei Holzmann kommt der Deutschen Bank eine Schlüsselrolle zu, die jedoch wesentlich unrühmlicher ist als im Falle Kirchs. So wollte sich der Holzmann-Großaktionär bereits 1999 - als die Schuldenlast nicht mehr zu verbergen war - denn auch nur mit einem Fünftel an den Sanierungskosten beteiligen. Die anderen Holzmann-Geldgeber liefen dagegen Sturm; schließlich hatte die Deutsche Bank über Carl von Boehm-Bezing, Vorstand der Deutschen Bank und Ex-Aufsichtsratschef bei Holzmann, direkten Einblick und Zugriff auf die Geschicke des Baukonzerns. Noch wenige Tage vor der folgenschweren Pflichtmitteilung von November 1999 hatte Holzmann den Kreditrahmen bei der Commerzbank mit der Aufnahme weiterer 25 Mio. Euro voll ausgeschöpft. Die Deutsche Bank hingegen hatte im Verlauf des Jahres 1999 an Holzmann vergebene Kredite in Höhe von 153 Mio. Euro zurück führen lassen. Dies werden die übrigen Institute, die jüngsten Sanierungsverhandlungen abgebrochen haben, nicht vergessen haben.

etwas saniert wird, was nicht funktionier t ?

Schröder hat sich in keiner anderen Firma für Arbeitsplätze eingesetzt. Für die Betroffenen ist es sicher tragisch. Aber Schröder darf nicht erneut tätig werden, denn wenn dieses Unternehmen wirtschaftlich nicht fähig ist, sich selbst zu erhalten, ist und bleibt es ein Fass ohne Boden, in welches Gelder eingebracht werden, die nichts bewirken.

Gruss Günter

Hi,

…für mich ist, warum Holzmann den vom Bundeskanzler zugesagten Kredit von 190 Mio. Euro nie in Anspruch genommen hat?

Gruss
Feanor

Hallo Mathias,

Konkurse sind tragisch, da Arbeitsplätze dran hängen. Aber jetzt den Fehler machen und mit Kanzlerwort nochmals Geld hinterherzuspülen wenn es sich nicht trägt und dabei noch die restlichen „guten Unternehmensteile“ zu ruinieren?

Ein Versuch reicht.

Gruß Ivo

Holzmann und Schröder
Hallo,

Schröder hat in Sachen damals nur einen Beitrag geleistet: Er hat die Banken dazu gebracht, sich zu einigen. Die 100 Mio. € spielten bei der Sanierung von Holzmann seinerzeit keine Rolle. Ein mir bekannter Wirtschaftsprüfer äußerte damals die Bezeichnung „Rundungsdifferenz“. Wirtschaftlich spielte die „Schröder´sche Initiative“ keine Rolle, was auch daran zu erkennen ist, daß die Mittel bisher nicht in Anspruch genommen wurden.

Ansonsten: Die Baubranche leidet unter Überkapazitäten, die nicht zuletzt in der Boomphase nach der dt. Einheit aufgebaut wurden. Keinem ist damit gedient, wenn diese weiter bestehen bleiben und statt Holzmann andere Unternehmen tausende Arbeitsplätze abbauen müssen. Mal abgesehen davon, daß es hochgradig ungerecht ist, daß sich ein Schröder an der vermeintlichen Rettung eines Großunternehmens beteiligt, aber die anderen gefährdeten Unternehmen ignoriert. Das letzte, was ich will, daß Schröder Stammgast auf Bankensitzungen wird, um mich nicht falsch zu verstehen, aber gesetzliche Regelungen (siehe unten), die Pleiten in jeder Form verhindern, sind deutlich wichtiger, als das blödsinnige Getue eines Onkel Schröders, der von wirtschaftlichen Zusammenhängen offensichtlich weniger Ahnung hat, als von Selbst-Marketing.

Um den Kreis zu schließen: Die Tatsache, daß Holzmann seinerzeit von „gerettet“ wurde, hat nur einen guten Effekt gehabt: Die Leute, die nun ihren Arbeitsplatz verlieren werden, hatten seit der „Rettung“ einen Arbeitsplatz, den sie damals sonst verloren hätten.

Allerdings ist die Regierung durchaus gefordert. Es sind Gesetze und Mechanismen zu schaffen, die die Zuwanderung von Billigarbeitskräften einschränken, die die Schwarzarbeit unterbinden (die schließlich für die versauten Preise in der Baubranche mit verantwortlich ist), und die dafür sorgen, daß sich die Prüfungen durch die Wirtschaftsprüfer verbessern bzw. die Kontrolle der Prüfungen endlich stattfindet. Aus meiner täglichen Praxis kann ich nur sagen: Viele Prüfungsberichte sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen.

Gruß
Christian

Ein Versuch reicht.
-stimmt -

ABER:

… unser Zentralstadium in L.E. wird nun auch nicht fertig-
gebaut u. es sollte bereits im Mai eingeweiht werden…
Das wär das mit modernste in Deutschland, wenn nicht sogar…
gewesen…ist doch ne Verschwendung ohnegleichen.
Und wir hätten viell. sogar zur Fußball-WM ein Spiel hierher
bekommen…
(*etwas sarkastisch im Angesicht der vielen Stellen, die verloren gehen, aber dennoch*)

Nur hab ich heut wiederum gehört, daß Holzmann die Kanzlergelder
gar nicht angerühert hat. Versteht ihr das? Spende ohne Quittung oder wie?

Ja, Herr Schröder, „Wir habens geschafft“…

Allerdings der Gerechtigkeit wegen muß man sagen, daß den Leuten
von Holzmann so einige Zeit ihre Arbeitsplätze erhalten geblieben sind.

hd

meisterprivileg?!

Allerdings ist die Regierung durchaus gefordert. Es sind
Gesetze und Mechanismen zu schaffen, die die Zuwanderung von
Billigarbeitskräften einschränken, die die Schwarzarbeit
unterbinden (die schließlich für die versauten Preise in der
Baubranche mit verantwortlich ist), und die dafür sorgen, daß
sich die Prüfungen durch die Wirtschaftsprüfer verbessern bzw.
die Kontrolle der Prüfungen endlich stattfindet. Aus meiner
täglichen Praxis kann ich nur sagen: Viele Prüfungsberichte
sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen.

hi chris,

vielmehr gehört der apparat der kammern abgeschafft, immerhin gibt es fähige handwerker in deutschland die nicht unternehmerisch initiativ werden dürfen, weil sie den meister nicht haben. EU unternehmer dürfen jedoch in deutschland arbeiten, obwohl es in KEINEM EU land eine art meister wie bei uns gibt. toll, nicht?

der dachdecker XYZ der gute dächer macht, kann nicht decken, weil der titel fehlt. der dachdecker ZYX aus den niederlanden, der einfach nur eine gewerbeanmeldung in den NL getätigt hat, kann aber in deutschland dächer decken … wo bleibt da die gerechtigkeit? wie lange soll das deutschland durchstehen? so lange bis die polen in 10 jahren legal auch noch in deutschland arbeiten dürfen? ich glaube dann wäre es ZU SPÄT fürs rütteln an alten fussfesseln!

tja, armes deutschland, erstickt an eigenem verordnungs- und verbotewahn!

findet jedenfalls,

der showbee

Hi,

es dürfte allgemein unbestritten sein, dass die Verordnungen, die in Zusammenhang mit Holzmann diskutiert werden, wohl keinerlei Einfluss auf die Insolvenz haben.

Allerdings ist die Regierung durchaus gefordert. Es sind
Gesetze und Mechanismen zu schaffen, die die Zuwanderung von
Billigarbeitskräften einschränken,

was hat dieses Thema mit den in D bestehenden strukturellen und auch wirtschaftlichen Problemen zu tun ?

die die Schwarzarbeit

unterbinden (die schließlich für die versauten Preise in der
Baubranche mit verantwortlich ist),

gerade in Baubereich, bei Fliesenlegern, bei Malern arbeiten doch viele Unternehmen selbst mit dubiosen Mitteln. Kleinere Aufträge werden nicht angenommen. Andererseits werden aber die Mitarbeiter gedeckt, wenn etwas bekannt wird. Oder man arbeitet die Aufträge selbst in Schwarzarbeit ab, in dem man die Einnahmen nicht im Unternehmen führt.

und die dafür sorgen, daß

sich die Prüfungen durch die Wirtschaftsprüfer verbessern bzw.
die Kontrolle der Prüfungen endlich stattfindet.

Um ein Unternehmen zu nennen - Flow-Tex - qualifizierte Arbeit von WPs ? Schneider - und, und, und…

Aus meiner

täglichen Praxis kann ich nur sagen: Viele Prüfungsberichte
sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen.

Da geb ich Dir recht. Viele jener, die diese Berichte erstellen,
sind auch das Honorar nicht wert. Es sollte eine Regelung eingeführt werden, dass kein WP mehr als zwei Geschäftsjahre ein Unternehmen prüfen darf und der Nachfolgeprüfer nicht mit dem Unternehmen des früheren Prüfers in irgend einer Form zu tun hat.

vielmehr gehört der apparat der kammern abgeschafft, immerhin
gibt es fähige handwerker in deutschland die nicht
unternehmerisch initiativ werden dürfen, weil sie den meister
nicht haben. EU unternehmer dürfen jedoch in deutschland
arbeiten, obwohl es in KEINEM EU land eine art meister wie bei
uns gibt. toll, nicht?

Hier besteht kein nationaler, sondern europäischer Handlungsbedarf.

der dachdecker XYZ der gute dächer macht, kann nicht decken,
weil der titel fehlt. der dachdecker ZYX aus den niederlanden,
der einfach nur eine gewerbeanmeldung in den NL getätigt hat,
kann aber in deutschland dächer decken … wo bleibt da die
gerechtigkeit? wie lange soll das deutschland durchstehen? so
lange bis die polen in 10 jahren legal auch noch in
deutschland arbeiten dürfen? ich glaube dann wäre es ZU SPÄT
fürs rütteln an alten fussfesseln!

tja, armes deutschland, erstickt an eigenem verordnungs- und
verbotewahn!

Diesen Wahn an Verordnungen und Verboten, die heute so beklagt werden, haben sich die Handwerkskammern mit Hilfe von Hitler und Co zur Verhindern der jüdischen Konkurrenz ausdrücklich selbst auferlegt und nach 1945 mit Hilfe der CDU belassen. Und da ich nun einige Handwerksmeister kenne, beruflich mit vielen zu tun habe, immer wieder an „Schwarzbaustellen“ komme, bin ich auch oft erstaunt, dass es Handwerksmeister gibt, die auch der Kammer zwangsweise angehören, die mit der Ehefrau oder Kindern am Abend oder am Wochenende Aufträge ausführen und alles ohne Rechnung oder zum Schein mit ganz gewöhnlichen Quittungen abrechnen. Wie will ich von Arbeitnehmern erwarten, dass diese nicht schwar arbeiten, wenn der Chef selbst ein Schwarzarbeiter ist.

Gruss Günter

hi

meiner meinung nach sollten politiker sich generell aus sowas raushalten und stattdessen das tun, wofür sie gewählt werden: der wirtschaft einen vernünftigen gesetzlichen rahmen schaffen, sodass diese wachsen kann.
ich hoffe mal, schröder ist grade dabei, seine leistung diesbezüglich zu optimieren… symbolische aktionen für marode firmen nutzen jedenfalls den wenigsten. höchstens dem politiker, der sie unternimmt, weil die leute doof genug sind zu glauben, dass er wirklich was bewirkt hätte.

gruss

Hallo Dilarah,

warum „heul“ ?

Es ist richtig, dass die seinerzeitigen Gelder nie von der Holzmann AG abgerufen wurden. Betrachtet man zusätzlich dann, dass mit weiteren 30 Millionen DM Holzmann nicht „den Bach hinunter gegnagen wäre“ aber die Dt. Bank lieber einen Teil des Geldes als Verlust verbucht als richtig zu helfen, sollte man vielleicht beachten, dass der Eindruck durchaus besteht, dass die Banken Holzmann liquidieren mussten, damit sich andere Riesen in der Baubranche, die bei diesen Banken Kunden sind, weiterhin am Markt bleiben können.

Selbstverständlich werden nun einige hinweisne, dass alleine die Deutsche Bank helfen wollte. Richtig, aber nur so, dass das Insolvenzverfahren nicht abwendbar ist und dass die Imageverluste der Deutschen Bank an den zahlreichen Unternehmenspleiten im Lande nicht noch größer werden.

(*etwas sarkastisch im Angesicht der vielen Stellen, die
verloren gehen, aber dennoch*)

Das sind doch Peenats. Für Riester und Schröder sind diese Arbeitslosen spätetens im Wahlkampf Faulenzer, die durch neue Gesetze zur Arbeit gezwungen werden müssen. Für den schwäbischen Hundt, ich meine den Arbeitgeberpräsidenten, wird es auf Ostern wohl keine Rede zu Gunsten der Arbeitslsoen geben, Hundt wird sich nach den Sommerferien melden udn auf diese, die bei Holzmann arbeitslos wurden, einprügeln.

Allerdings der Gerechtigkeit wegen muß man sagen, daß den
Leuten
von Holzmann so einige Zeit ihre Arbeitsplätze erhalten
geblieben sind.

und man muss ehrlich sein, dass Holzmann aus vielen Gesichtspunkten wenn es gesamtvolkswirtschaftlich nicht besser kommt, keine Überlebenschance hatte.

Gruss Günter

globalisierung auch hier!

Hier besteht kein nationaler, sondern europäischer
Handlungsbedarf.

hi,

klar sind die kammern nicht an der holzmann krise schuld, ich denke das ist mir klar :wink:

das problem ist doch aber, das grenzen durchlässig bis offen sind und trotzdem unterschiedliche regelungen herschen. das ist gelinde gesagt sch… wenn die EU zusammenwächst zu einem arbeits und finanzmarkt, dann müssen die gesetze auch gleich sein. dies ist einfach nicht ersichtlich. zwar beruhen viele heutige dt. regelungen auf eu-rech, jedoch noch viel zu wenig ist eu-weit geregelt …

problem bei der schwarzarbeit: die menschen werden doch hierzu gezwungen. es ist ein prozess der sich wie eine spirale verselbständigt und nur noch schwer zu entstricken ist. wer schwarzarbeit macht, schadet der gesellschaft da er steuern und sv nicht abführt. deswegen müssen die angepasst werden, weshalb er erst recht schwarz weiter macht. manche sind auch zur schwarzarbeit per gesetze „verpflichtet“, da sie zwar gute arbeit machen, aber keinen meister haben …

ich denke gerade das 630DM gesetz mit den horrorpauschalen von 22% SV, 20% LSt + 5,5% Solz + im schnitt 7% KiSt … was soll das? welcher kleine handwerker kann sich das leisten? oder würdest du auf LSt-klasse VI arbeiten gehen wo du 50% vom lohn in 12 monaten bekommst und die restlichen 50% vielleicht mit der EStE?!

nein, das sind grundlegende einfache schlechtregelungen die den kleinen mann ärgern …

gruss vom

showbee

p.s. was macht einen „meister“ zum besseren menschen? er hat ein paar prüfungen vielleicht vor 20 jahren absolviert, ist er deswegen nun auch jd. der unbedingt bessere arbeit liefert???

p.p.s. deutschland hat so einige gesetze, welche auf uralten gesellschaften beruhen und haengt trotzdem dran… warum wohl, dies abzuschaffen führt zur unpopulärsten maßnahme überhaupt: kündigungen im öffentlichen dienst!

der dachdecker XYZ der gute dächer macht, kann nicht decken,
weil der titel fehlt. der dachdecker ZYX aus den niederlanden,
der einfach nur eine gewerbeanmeldung in den NL getätigt hat,
kann aber in deutschland dächer decken … wo bleibt da die
gerechtigkeit? wie lange soll das deutschland durchstehen? so
lange bis die polen in 10 jahren legal auch noch in
deutschland arbeiten dürfen? ich glaube dann wäre es ZU SPÄT
fürs rütteln an alten fussfesseln!

tja, armes deutschland, erstickt an eigenem verordnungs- und
verbotewahn!

Diesen Wahn an Verordnungen und Verboten, die heute so beklagt
werden, haben sich die Handwerkskammern mit Hilfe von Hitler
und Co zur Verhindern der jüdischen Konkurrenz ausdrücklich
selbst auferlegt und nach 1945 mit Hilfe der CDU belassen.
Und da ich nun einige Handwerksmeister kenne, beruflich mit
vielen zu tun habe, immer wieder an „Schwarzbaustellen“ komme,
bin ich auch oft erstaunt, dass es Handwerksmeister gibt, die
auch der Kammer zwangsweise angehören, die mit der Ehefrau
oder Kindern am Abend oder am Wochenende Aufträge ausführen
und alles ohne Rechnung oder zum Schein mit ganz gewöhnlichen
Quittungen abrechnen. Wie will ich von Arbeitnehmern erwarten,
dass diese nicht schwar arbeiten, wenn der Chef selbst ein
Schwarzarbeiter ist.

Gruss Günter

Aber Hauptsache…
…das Management hat seine Schäfchen im Trockenen.
Sechsstellige Gehälter und ebenso hohe Abfindungen. Unter
diesen Konditionen würde ich auch gerne mal einen Betrieb an
die Wand fahren.
Aber egal ob Spitzenpolitiker oder Topmanager, die Devise
lautet: Wasser predigen, Wein saufen.
Ausbaden müssen dieses miese Spiel, wie immer, diejenigen die
eh nichts haben.

Gruß
Tom

hallo,
der damalige Aufschub der Insolvenz war nicht für die Arbeiter gedacht. Das glaubten sie und ließen Schröder bundesweit hochleben.
Nein, es war zur Rettung des obersten Managements gedacht. Deren Gelder waren noch nicht gesichert.
Grüße
Raimund

Hi!

Allerdings ist die Regierung durchaus gefordert. Es sind
Gesetze und Mechanismen zu schaffen, die die Zuwanderung von
Billigarbeitskräften einschränken,

Gegen Billigarbeitskräfte hilft nur eines:
runter mit den deutschen Gehältern. Arbeitet ein deutscher Maurer erstmal so billig wie ein polnischer oder tschechischer, gibt es auch keine Billigarbeitskräfte mehr (ach ja, alternativ könnten wir ja auch aus der EU austreten)

die die Schwarzarbeit
unterbinden (die schließlich für die versauten Preise in der
Baubranche mit verantwortlich ist)

Gegen Schwarzarbeit könnte man auch die Steuern senken, am besten auf 15 oder 10 Prozent oder noch weniger - damit wären die Arbeitnehmer glücklich, und die Bosse müßten das Wort „nicht konkurrenzfähig“ endlich streichen (natürlich hätte der Staat dann deutlich wenige Einnahmen, und vieles, was der Staat heute zahlt, müßte dann der Bürger zahlen bzw. so manches würde dann vergammeln oder könnte nicht staatlich gestützt werden).

Just my 2 ironischen Euro-Cents dazu.

Grüße
Heinrich

Hallo GünterW.

Es ist richtig, dass die seinerzeitigen Gelder nie von der
Holzmann AG abgerufen wurden. Betrachtet man zusätzlich dann,
dass mit weiteren 30 Millionen DM Holzmann nicht „den Bach
hinunter gegnagen wäre“ aber die Dt. Bank lieber einen Teil
des Geldes als Verlust verbucht als richtig zu helfen, sollte
man vielleicht beachten, dass der Eindruck durchaus besteht,
dass die Banken Holzmann liquidieren mussten, damit sich
andere Riesen in der Baubranche, die bei diesen Banken Kunden
sind, weiterhin am Markt bleiben können.

Ja, soweit bin ich im Gespräch auch gekommen, ich denke auch,
die Deutsche Bank hatte dazu noch Angst vor einem Imageverlust.
Abwendbar war die Liquidation sicher nicht.

Das sind doch Peenats. Für Riester und Schröder sind diese
Arbeitslosen spätetens im Wahlkampf Faulenzer, die durch neue
Gesetze zur Arbeit gezwungen werden müssen.

Leider, wurde ja schon öfter unter Beweis gestellt, irgendwie
hab ich das Gefühl, es müsste rein politisch betrachtet, wirklich wieder etwas grundlegendes passieren.

Herzl. Gruß
hd

…das Management hat seine Schäfchen im Trockenen.

Und Schröder hat seine Werbung kostenlos in Funk und Fernsehen, dem ist das doch auch scheissegal, was aus den Arbeitern wird, Hauptsache, er wird wiedergewählt.
Gruß
Rainer