Besser man will es wissen und kümmert sich drum, statt das allgemeine Gewäsch mit- und nachzuplappern - dann merkt man nämlich ziemlich leicht, dass handwerklich hergestelltes Brot zwar besser schmeckt, mehr Biss hat usw., aber jedenfalls nicht „gesünder“ ist.
Und, um dem nächsten Anwurf gleich zu begegnen: Ich bin Eigenbrötler und kaufe vielleicht einmal im Quartal Brot beim Bäcker.
Das ist ein dem Pumpernickel ähnliches Schwarzbrot, gebacken in einer Großbäckerei in Ahaus, erhältlich beim Discounter.
Was soll der Hersteller da noch weglassen?
Ich toaste mir morgens eine Scheibe Vollkorntoast, darauf dann Butter, etwas Salz - und als Belag kommt eine Scheibe dieses Schwarzbrotes drauf. Ja, Brot als „Aufschnitt“.
Find es absolut richtig, dass die Inhaltsstoffe am Brot angegeben werden müssen. Im Supermarkt genauso wie in der Bäckerei. Das Brot vom Bäcker hat einen anderen Duft, find ich. Und danach schmeckts dann auch. Für mich sind der Genuss und der Geruch wichtig. Wenn die Zutaten dann auch noch aus der Gegend kommen, dann kann die importierte Aufbackmischung sicher nicht mehr mithalten. Ist natürlich ganz individuell, nicht jedem ist Brot wichtig. In Wien haben wir eh Glück mit der Auswahl. Wegen der großen Auswahl finde ich dann ein paar Empfehlungen ganz hilfreich.
Also ich zitiere das mal von der Homepage weil wenn ich es schreibe glaubt es ja wieder keiner:
“Die Bäckerei Geier setzt auf regionale, natürliche Zutaten und traditionelle Herstellungsverfahren ohne chemische Zusätze. Die genauen Inhaltsstoffe variieren stark je nach Produkt, wobei die meisten Bio-Brote mit reinem Natursauerteig, Mehl, Wasser und unjodiertem Natursalz auskommen.”
Dazu dann die Inhaltsstoffe von dem Brot, was ich so in der Regel nehme:
Na da gar nichts mehr, du gehst ja eh schon zum Bäcker.
Beim Supermarkt gibts genau 4 offene Brote, gestern gezählt. Der Rest ist schon eingepackt bzw. nur im Regal erhältlich. Und wenns dann schon in Plastik eingebackt ist, dann kann man gerne die Inhaltsstoffe lesen. Da sind wir dann aber weit davon entfernt was in ein Brot eigentlich hineingehört. Nur damit es länger hält und schneller der Teig aufgeht. Weil selbst Zeit hat man in der Industrie ja nicht, auch für die schnellere Teigführung nimmt man lieber irgendwelche Zutaten anstatt zu warten.
Also daran merkt man es meiner Meinung nach nicht.
Weil auch im Supermarkt duftet es gut, wenn sie dort ihr Gebäck aufbacken. Und schmecken tun mir auch einige dieser Produkte. Aber es geht ja zumindest nach der Frage um regionales Bio Brot und das wirst du in einem Supermarkt nur selten bekommen. Ja, es gibt auch Filialen, die arbeiten mit lokalen Bäckern zusammen. Aber in der Regel findest du überall dasselbe Brot. Wieso? Weil jeder Supermarkt vom selben Lieferanten beliefert wird. Und dann hübscht man es eben auf mit ein paar lokalen Produkten und will so den Eindruck erwecken, alles passt.
Ja im Supermarkt duftet es auch gut von den Aufbackteigen. Aber eine Bäckerei hat dann oft noch so a süßliche Note, von den Mehlspeisen. Herrlich.
Natürlich gibts die Bio-Brote auch im Supermarkt. Aber weißt, das ist halt trotzdem eine Massenproduktion. Und die Aufbackhilfen haben die Bio-Brote teilweise auch. Ich find diesen Überfluss aus 20 verschiedenen Broten und 40 abgepackten, so wie im Supermarkt einfach unnötig. Eine Bäckerei hat meistens, sag ich jetzt mal, mehr offenes Brot und generell ein kleineres, spezialisierteres Sortiment. Und in meinen Augen spricht das auch für einen Qualitätsbetrieb, wenn die Auswahl kleiner als im Supermarkt ist, dafür aber hochwertiger.
Was du oben sagst von der Geier-Homepage, wo du drinnen hast Mehl, Wasser, Salz, Hefe. Punkt. Und das reicht eigentlich für a gutes Brot. Egal ob es im Supermarkt liegt oder in der Bäckerei ums Eck.
Deswegen hat auch gefühlt Jeder zweite eine Gluten-Unverträglichkeit, weil Alles im Schnellbackgang gemacht wird und dem Brot einfach nicht mehr die Zeit gegeben wird zu backen.
Nein, zum Bäcker gehe ich nicht. Haben wir nämlich nicht mehr. Wir haben hier nur noch Verkaufsstellen von Großbäckereien, die aber allesamt schöne regional und handwerklich klingende Firmennamen haben.
Die von mir zitierten Inhaltsstoffe sind die des „Industriebrotes“ Hümmlinger Schwarzbrot, gekauft beim Penny, eingeschweißt und monatelang haltbar.
@X_Strom Ist ja eigentlich auch schade, dass es in vielen Orten keine Bäckereien mehr gibt. Weiß nicht, wo du wohnst, aber grad am Land haben wir generell ein Geschäftesterben.
Wenn das Industriebrot qualitativ passt, ists eh gut. Vor allem, wenn es auch in manchen Gegenden keine Alternative dazu gibt. Da bin ich froh, dass ich in einer großen Stadt lebe und es grad da regionale Sachen auch noch gibt.
Früher kams mir so vor, als gäbs nur mehr am Land die kleinen Familienbetriebe und in der Stadt nur „Massenprodukte“. Aber das ist gar nicht der Fall. Mittlerweile kommt es mir eher umgekehrt vor.
Was natürlich nicht die Anbieter, sondern die Kunden verursacht haben. Wie bei vielen anderen Arten von Geschäften auch, kauft der Kunde halt tendenziell billig und kleine Bäckerhandwerker mit ihren Gasbrennern aus den 80ern können mit der energie- und personaloptimierten Großbäckerei preislich nicht mithalten und da beim Brot wie beim Eis oder bei Eiern genau wissen, was dieses und jenes Produkt vor 40 Jahren gekostet hat (aber leider dabei vergessen, dass ihr Einkommen seitdem auch gestiegen ist), geht den kleinen Betrieben gerade in Zeiten schneller steigender Preise die Kundschaft flöten.
Und ja: natürlich gibt es auch einzelne kleine Bäcker, die sich ungünstige Produktpolitik, schlechtes Personal oder nachlassende Qualität (und wenn sie nur „gefühlt“ war) selbst abgeschossen haben, aber tendenziell liegt es halt schon am preisorientierten Einkauf der Kunden.
Ähnliches gilt für Metzger oder Käsegeschäfte, denen die Supermärkte insbesondere von REWE und EDEKA mit ihren zehn Meter langen Theken (=größere Auswahl) und niedrigeren Preisen die Kundschaft abgegraben haben.
Ja ich auch aber trotzdem ärgere ich mich wenns dann nicht die volle Auswahl gibt. Da wurde ich schon so konditioniert, das finde ich nicht mehr schön. Ist beim Obst & Gemüse gleich.
Ja. Viele der Zutaten sollen ja nicht gerade gesund für die Darmbakterien sein. Wobei man auch erst mal Brot vom Bäcker ausprobieren sollte und nicht gleich von einer Unverträglichkeit ausgehen sollte. Meist liegt es auch nur an den kurzen bis nicht vorhandenen Ruhezeiten für den Teig. Das macht dann das Brot nicht bekömmlicher und wenn man da sensibel ist, kommts zu Problemen.
Ich hab kein Brot aus dem Supermarkt da, habe ja gesagt, ich hol es mir immer vom Bäcker. Eben genau aus diesen Gründen. Aber ich muss heute eh noch einkaufen, kann dann gerne mal den Vergleich machen.
Ja die mein ich ja auch. Bei diesen Broten sind ja zig verschiedene Inhaltsstoffe drinnen nur damit das Brot so lange wie möglich hält und so lange wie möglich nicht trocken wird.
Was redest Du da? @X_Strom hat die Zutatenliste doch aufgeführt:
Welche Zutaten meinst Du denn, die da gegen das Austrocknen helfen sollen? Salz vielleicht?
Aber nehmen wir doch mal ein anderes beliebtes Fertig-/Schnittbrot aus industrieller Fertigung, das etwas anfälliger für das Austrocknen ist:
WEIZENmehl, Wasser, Natursauerteig (Wasser, ROGGENvollkornmehl, ROGGENmehl, WEIZENmehl), ROGGENmehl, GERSTENflocken 5,0 %, Leinsamen 5,0 %, Sonnenblumenkerne 3,8 %, HAFERflocken, Hefe, Salz, Invertzuckersirup, ROGGENflocken, Emulgator Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren¹ , Säureregulator Natriumacetate.
Vorsichtshalber erkläre ich gleich, dass exakt zwei dieser Zutaten dazu dienen, das Austrocknen zu verlangsamen. Dabei handelt es sich um den Invertzucker sowie die Emulgatoren. Ohne auf die Funktionsweise jetzt im Detail eingehen zu wollen: beide Zutaten haben nicht nur die Aufgabe, das Austrocknen zu verlangsamen, sondern haben positiven Einfluss auf den Geschmack, die Textur usw.
Und nun kommt der Clou: diese Zutaten verwenden auch handwerklich arbeitende Bäcker und das aus den genau gleichen Gründen.
Ich will gar nicht unterstellen, dass Du bewusst falsche Aussagen getätigt hast, aber ein bisschen mehr Fachkunde wäre schon gut, wenn man hier so lautstark gegen Fertigbrote (die ich auch nur im äußersten Notfall kaufe, aber eben nicht wegen der Zutaten, sondern wegen des Geschmacks und der Textur) wettert.