Wo kann man seine Fotografien lukrativ verkaufen?

Hallo, liebe Wissende

wer verkauft seine Fotografien? Welche Plattformen eignen sich dafür gut und auf welche Bedingungen sollte ich besonders achten?
Habe ich nach einem Verkauf noch die Rechte an meinem eigenen Bild?

Habe mal als Fotoamateur vor ein paar Jahren einen Vertrag mit einer Hamburger Bildagentur gemacht - nach dem Motto „Das Hobby kostet mich soviel, ich will wieder was reinkriegen …“

Grundsätzlich wollen das viele. Es bringt aber in den seltensten Fällen viel Geld. Mir ist kein Fall bekannt. Du musst erstens extrem gut bzw. originell sein. Du musst zweitens sehr viele (d.h. hunderte von der Agentur angenommene Bilder) dort im Archiv haben, weil Du nur einen gewissen Prozentsatz des Honorars bekommst. Die Preise sind runtergegangen, weil alle Leute geil drauf sind, ihre Bilder kostenlos ins Netz zu stellen oder in einer Zeitung veröffentlich zu sehen (Handy-Videos bzw. Fotos von irgendwelchen Unfällen oder so können eingeschickt werden, oft für ein Taschengeld oder gratis veröffentlicht. Die professionellen Fotoreporter bringen ihre Bilder bei den Zeitungen schon gar nicht mehr an den Mann, weil der Nachbar die Bluttat und die Polizisten nebenan schon geknipst und das Foto per Mail an die Lokalzeitung gemailt hat. 2 bis 5 Euro bekommt er dafür …

Zum Thema Bildagentur: Du schickst einen Haufen Dias/Negative oder hochaufgelöste Digitalaufnahmen hin. Die suchen sich die aus ihrer Sicht geeigneten aus. Für diese Bilder musst Du, wenn Menschen dominant abgebildet sind, Model Releases (d.h. von den abgebildeten Personen oder deren Erben unterschriebenes Formular) vorlegen. Die wollen nämlich keinen Ärger, wenn eine Aufnahme irgendwo erscheint, und der Abgebildete hat was dagegen.

Das Honorar berechnet sich aus der Zeitschrift und ihrem Verbreitungsgebiet, aus der Plazierung innerhalb dieser, von der Abbildungsgröße … Ein Bild meines Sohnes beim Lauf auf der Aschenbahn in einer Gesundheitszeitung in der Größe von ca. 5x7cm hat mir bescheidene 23 Euro gebracht - die mir zustehenden Prozent hängen von der Anzahl der von mir im Archiv befindlichen Aufnahmen ab - so von 15% bis 50% (hier aber schon über 300 Aufnahmen).

Die Bedingungen sagen unter anderem, dass Du die Aufnahmen und alle vom Motiv her ähnlichen der gleichen Serie für z.B. 5 Jahre nicht mehr verwenden darfst (Veröffentlichung).

Fazit: Du musst extrem viel Material haben, es muss sehr gut sein, und Du bekommst für die einzelne Aufnahme fast nichts. Ich habe es wieder aufgegeben, weil Aufwand und Erlös in keinem befriedigenden Verhältnis standen. Nun läuft die Sperrfrist für meine 40 Aufnahmen bald ab und ich kann sie wieder selbst nutzen.

Gruß, Artefakt

Schaue doch mal bei fotolia.de oder panthermedia.de … Vielleicht ist das was Du suchst?

Hi Andrea,

das Thema ist in der Tat komplex. Ich beschäftige mich nun schon etwas länger damit. Bin Hobbyfotograf und mache den Verkauf von Fotos zum „Spaß“. Denn: Der Aufwand rechtfertigt die Gewinne nicht.

Ich versuche meine Erfahrungen auf meiner Homepage (www.schumpelick.net) ausführlich und aktuell zu beschreiben.

Das wohl wichtigste ist die rechtliche Thematik. Was darf man verkaufen, was nicht. Es gibt keine wirklich klaren Informationen im Netz. Markenrecht, Geschmacksmuster, etc… Man muss Sachen wissen, die man u.U. nicht wissen kann.

Dennoch: Die ersten Verkäufe motivieren - und nach ein paar Monaten ist man in der Sache drin und kennt sich aus. „Lukrativ“ wirst du aber wahrscheinlich nicht verkaufen können. Der Trend geht zu Midstock (Mittelpreis also um die 5€) und Microstock (1€) pro Verkauf…

Aber Achtung: Der erfolgreichste Stockfotograf verdient 25.000 Dollar im Monat. Also es geht schon was :wink:

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