OT Freud…
oooh jaaaaaaaaaaa
eine Freud-Diskussion *reinstürz*
Die Ansprüche an eine psychologisch-wissenschaftliche Theorie lauten
Explizitheit, empirische Verankerung, Widerspruchsfreiheit, Prüfbarkeit, Vollständigkeit, Sparsamkeit, Produktivität, Anwendbarkeit.
Es geht also nicht nur darum, eine Theorie zu falsifizieren sondern sie auch zu verifizieren
Die Psychoanalyse hat zweifelsohne (zunächst mal wertfrei) das Problem, dass sie, u.a. aufgrund fehlender Testinventare, nicht überprüfbar ist. Zusätzlich gibt es Probleme bei der empirischen Verankerung und der Explizitheit (von der Sparsamkeit mal abgesehen *fg*) Freud war der Auffassung bei der Psychologie handele es sich um eine Naturwissenschaft, seine Theorien erfüllen aber die Ansprüche nicht. Also müsste es sich um eine andere Wissenschaft handeln. z.B. eine hermeneutische. Grünbaum hat das (1988) jedoch beeindruckend widerlegt. So finden sich auch Widersprüche.
Aber dann hat er den wohl entscheidenden Fehler begangen:
Hochmuth
Rosenzweig hat das Verdrängungskonzept (aus seiner Sicht) empirisch bestätigen können (die Studie ist auch nicht ganz glatt, aber das ist ein anderes Thema) Die Antwort Freuds lautete: „Ich habe Ihre experimentellen Arbeiten zur Prüfung psychoanalytischer Behauptungen mit Interesse zur Kenntnis genommen. Sehr hoch kann ich diese Bestätigungen nicht einschätzen, denn die Fülle sicherer Beobachtungen, auf denen jene Behauptungen ruhen, macht sie von der experimentellen Prüfung unabhängig. Immerhin, sie kann nicht schaden“ (zitiert nach Kiener, 1978, S. 1200).
Interessant dabei außerdem der „freud’sche Versprecher“. Er selbst spricht von Behauptungen. Nicht von Theorien oder Wissenschaftlichkeit. Fülle ist ein äußerst deeeeeeeeeeeeeeehnbarer Begriff in diesem Zusammenhang.
Was auch immer die Psychoanalyse sein mag, sie ist nach den heutigen, gängigen Maßstäben weder Naturwissenschaft, noch Wissenschaft (im Sinne der Psychologie) noch Hermeneutik. Aber Denkanstoß.
Nicht prüfbare und damit nicht replizierbare Theorien finden allerdings auch in anderen anfechtbaren Bereichen Anwendung- der Religion z.B. (alte und neue Kirchen/Gruppen) weshalb dem ganzen ein „fader“ Beigeschmack zugefügt wird.
Brecht ließ Galileo Galilei damals sagen:
„Ja, wir werden alles, alles noch einmal in Frage stellen. Und wir werden nicht mit Siebenmeilenstiefeln vorwärts gehen, sondern im Schneckentempo. Und was wir heute finden, werden wir morgen von der Tafel streichen und erst wieder anschreiben, wenn wir es noch einmal gefunden haben. Und was wir zu finden wünschen, das werden wir, gefunden, mit besonderem Mißtrauen ansehen. … Mit einem Zwinkern: Sollte uns dann aber jede andere Annahme als diese unter den Händen zerronnen sein, dann keine Gnade mehr mit denen, die nicht geforscht haben und doch reden.“ (1967, S. 1311)
Ob man nun über abstrakte Begriffe oder über Neurophysiologische
rozesse philosophiert macht meines Erachtens nach keinen :Unterschied
Dieses Erachten ist falsch. Neurophysiologische Prozesse lassen sich mit den technischen Möglichkeiten im Gegensatz zu abstrakten Begriffen messen. Die Technik dazu stammt aus anderen Disziplinen- der Biologie, Medizin, Physik und Chemie, die mit dieser Aussage zwangsläufig ebenfalls in Frage gestellt werden. Es liegen also objektive Messergebnisse vor, über die, anhand einer großen Stichprobe, Rückschlüsse gezogen werden können. Nichts anderes tut die Medizin- Marke bei 90% halfen bei diesen Symptomen Mittel gegen Schnupfen, also kriegst Du die Diagnose und ein Mittel gegen Schnupfen.
Zudem würde auch nicht allzu skeptisch an die Geschichte rangehen, da :Freud der einzige gewesen ist, der Dir anscheinend eine Theorie zur :Erklärung des Phänomens an die Hand gegeben hat
Die kognitive und biologische Psychologie hat für das Problem des eigentlichen Beitrags durchaus Theorien zur Hand.
Die Frage, die sich mir jedoch stellt ist, warum solche Diskussionen
stets undiplomatisch und z.T. unsachlich werden.
Die psychoanalytischen Theorien entsprechen den oben genannten Kriterien nicht. Punkt. Deswegen sind sie noch lange nicht grundsätzlich Schwachsinn. Und wenn ich jemandem von diesen „Theorien“ berichte, seh ich es als meine Pflicht an ihn darüberzu informieren (Falk offensichtlich auch). Die Leute kommen in der Regel, weil sie ein Problem haben und bitten um Hilfe…