ich habe das Gefühl, dass in einer mir bekannten Gemeinde die Funktion des 1-Euro-Jobes missbraucht wird. Wo kann ich mich hinwenden? Oder ist es besser, darüber hinwegzusehen und den Leuten ihren Job zu lassen? Für wen hätte ein solcher Missbrauch Konsequenzen - für den der arbeitet oder für die Gemeinde, die ihn beschäftigt?
Hallo Lydia,
eine konkrete Stelle kann ich Dir nicht melden - ich würde mich an die lokale Presse wenden. Konsequenzen hätte eine Veröffentlichung hoffentlich für die Gemeinde und natürlich auch für die Leuten, die dann Ihren Super-1 € Job verlieren. Ich finde die Regelung mit diesen Jobs sehr grenzwertig, z.B. werden in sozialen Vereinen in Berlin nun die ersten Euro-Jobber eingestellt, das sind mit unter ausgebildete Erzieher und Sozpäds., dh die machen nen Job, der offensichtlich zu besetzen ist und werden zu mehr als Lohn-Dumping Konditionen eingestellt. Wo ist da die Grenze? Da können sich ja alle noch Angestellten schon ausrechnen, wann sie gegen preisgünstigere Kollegen ausgetauscht werden.
Ich bin kein grundsätzlicher Hartz4-Gegner, aber ich finde diese Regelung einfach sehr gefährlich. Dies nur als Argumentation, warum Du im konkreten Fall eingreifen solltest.
Pat
ich habe das Gefühl, dass in einer mir bekannten Gemeinde die
Funktion des 1-Euro-Jobes missbraucht wird. Wo kann ich mich
hinwenden? Oder ist es besser, darüber hinwegzusehen und den
Leuten ihren Job zu lassen? Für wen hätte ein solcher
Missbrauch Konsequenzen - für den der arbeitet oder für die
Gemeinde, die ihn beschäftigt?
Liebe Grüße,
HalloLydia,
es war doch so von der sozial-grünen Regierung gewollt. Dass hier auch Kommunen den Mitnahmeeffekt umsetzen und statt dem Bauhof eben nun 1-Euro-Jobs tätig werden dürfte ziemlich sicher sein. Im Prinzip wäre das System ja nicht zu verurteilen.
Nur sehe ich bei den Kommunen das Problem, dass sie eine nicht gerechtfertigte Konkurrenz zum Handel und Gewerbe werden und dort eben die fehlendne Aufträge zu Entlassungen , zumindest aber zu keinen weiteren Einstellungen führen werden. Wre kann schon bei eienr Auftragsvergabe mithalten, wenn eine Seite mit 1.-Euro-Jobs arbeitet.
Dasselbe Problem besteht auch bei Hilfsorganisationen und Pflegeeinrichtungen. Die Gefahr, dass hier Fachkräfte durch 1-EURO-Jobs ersetzt werden, Angelernte künftig tun, was Fachkräfte getan haben, ist eine Gefahr.
na wende dich doch zum B. mal an http://www.tacheles-sozialhilfe.de
Diese Organisation und auch andere sammeln nämlich INFOS bezüglich der
Umsetzung des soviel „Gelobten“ HARTZ IV-Konzeptes…
Aber was willst du von unseren Politikern schon erwarten?..
Wenn ein gewisser Herr Clement „tönt“,er könne den ALG II- Antrag in 30 Minuten ausfüllen…naja der „Gute“ muß ja auch nicht wegen eines
falschen Kreuzes da auf Geld verzichten…
Da stimme ich dir voll zu und erlaube mir noch einen (wirtschaftspolitischen) off topic Hinweis, den die MOD’s mir hoffentlich erlauben:
Viele der wirtschaftlichen Probleme entstehen dadurch, dass man viel zu oft im Sinne einer bestimmten wirtschaftspolitischen Denkweise Mikro- mit Makroökonomie gleichsetzt. Im Einzelfall mag es durchaus richtig sein, dass jemand besser einen 1 Euro Job hat, als ohne etwas zu tun. Gesamtwirtschaftlich kann aber ein Verdrängungswettbewerb einsetzen, der die Normalverdiener hinausdrängt.
Das gleiche gilt übrigens für niedrige Löhne: für einen Unternehmer ist es gut, wenn die Löhne nicht zu hoch sind, weil er dann mehr Leute einstellen kann, steigen die Löhne, kann er sich weniger Arbeitnehmer leisten.
Sinken allerdings alle Löhne, also die Masseneinkommen, dann sinkt die Gesamtkaufkraft, was die Unternehmer dazu zwingt, weniger einzustellen, umgekehrt bewirken steigende Masseneinkommen, also insb. Einkommen der unteren bis zur unteren Mittelschicht, einen Anstieg der Nachfrage und damit wieder die Schaffung von Arbeitsplätzen.
Es ist daher ein Unsinn vereinfacht damit zu argumentieren, dass hohe Löhne Arbeitsplätze vernichten, weil die Sache eben viel komplexer ist.
1-Euro-Job gibt es erst ab 1.1.05. Kann also jetzt noch nicht
mißbraucht werden.
so auch nicht richtig…die gab es schon vorher…nur nannte sich das Kind da noch anders und die Bedingungen waren auch ganz anders…
Seit Anfang Dezember ist aber verstärkt ein „Zugang“ an solchen Stellen zu verzeichnen…