Wo muss ich einen Strafantrag wegen

… Kindesentzug stellen?
Mein Ex- Mann hatte mir nach einer Auseinandersetzung mit meinem jetzigen Ehemann für drei Wochen die Kinder entzogen. Laut seiner Aussage aus einer „Notsituation“ heraus, weil die Kinder dabei waren. Ich bin sofort zum Anwalt und habe bei Gericht Antrag auf erteilung einer einstweiligen Anordnung gestellt.
Das Gericht wies meinen Ex Mann darauf hin, dass es nicht zulässig sei, den Aufenthalt der Kinder einseitig zu ändern. Es dauerte drei ganze Wochen bis die Kinder wieder zu Hause waren. Habe ich die Möglichkeit Strafantrag wegen Kindesentzug zu stellen? Und wenn Ja, wo? Polizei oder Staatsanwaltschaft?

Hallo,

pauschal kann ich dir die Frage nicht beantworten, da hierzu Details fehlen. Daher hier beide Versionen.

  1. Solltet ihr beide das Aufenthaltsbestimmungsrecht haben dann war es wohl kaum ein Kindesentzug nach dem StgB und somit auch eine Strafanzeige weitgehendst sinnlos.

  2. Solltest nur du das Aufenthaltsbestimmunsgrecht haben, dann käme eine Strafanzeige wegen Kindesentzug nach §235 StgB in Frage. Diese kannst du bei jeder Polizeidiensstelle stellen, vorzugsweise gleich bei der für deinen Wohnort zuständigen.

Allerdings schriebst du, er tat es angeblich aus einer Notsituation heraus. Da kann darauf hindeuten, dass er im Falle einer Strafanzeige gegen ihn, eine „Schlammschlacht“ bei Jugendamt beginnt, wo er wohl darauf plädieren wird, dass er durch den Streit das Kindeswohl als gefährdet gesehen hat. Die Jugendämter sind ab und an sehr seltsam in Ihrer Entscheidungsfindung, so dass du hier Gefahr läufst das Sorgerecht aufs Spiel zu setzen. Die Entscheidung musst du für dich abwägen, du kennst deinen Ex-Mann und sein handeln besser.

Grüße
Oli
www.kindesentzug24.com

Das ist richtig. Eine Schlammschlacht beim Jugendamt hat er bereits begonnen. Er behauptet, all meine Aussagen seien gelogen. Die Auseinandersetzung mit meinem jetztigen Ehemann sah folgendermaßen aus. Er hat meinem Mann zweimal ans Schienbein getreten, worauf hin mein Mann sich mit einem Faustschlag verteidigt hat. Daraufhin hat mein Ex die Polizei informiert, welche auch kurze Zeit später aufgetaucht ist. Mein Ex hat alles so dargestellt, als hätte mein Mann angefangen. Die Polizei hat auch die Beine meines Mannes mit den blauen flecken fotografiert. Daraufhin hat er die Kinder mit zu sich nach Hause genommen. Ich hatte keine Handhabe, da ich bei dem Vorfall selbst zunächst nicht anwesend war, und der Polizist meinte, er könne das nicht entscheiden, ich könne mich aber ans Jugendamt wenden. Ich hätte das ja auch alles noch verstanden, wenn er die Kinder nur ein paar Tage mit genommen hätte,und sie dann wieder gebracht hätte. Aber Jugendamt und Gericht meinten es müsse dauern und sei alles so ok für die Kinder. Telefonisch und persönlich habe ich während der Zeit mehrmals versucht Kontakt zu den Kindern zu bekommen, welcher mit aber verwehrt wurde. Das Jugendamt sagt jetzt, es sei alles so rechtens gewesen, da ich ja wusste, wo die Kinder waren. Ist das so alles richtig oder könnte ich Erfolg mit einem Strafantrag haben?

Hallo,

Zum einen JA, die möglichkeit gibt es, bei der Poliozei.

Zum anderen, es bringt relativ sehr wenig, wenn ihr das geteilte Sorgerecht habt.

Meine Ex hatte mir meine Tochter auf Grund einer falschen, nicht zu belegenden Behauptung, ich würde unser Tochter entführen wollen, (erst mal auf solche Ideen zu kommen) zwei Monate zum Umgang boykottiert. Es ging vors Gericht. Eine Strafe bekam sie nicht. Noch nicht mal den erhobenen Zeigefinger. Stattdessen nur ein bemühtes, sie um verständnis zu bitten, so etwas doch nicht mehr zu unternehmen, da es dem Kindeswohl schade. Ich kann nicht klar erkennen, weshalb er die Kinder 3Wochenlang zu sich nahm, aber sicherlich war es ein Verzweiflungsakt, dessen Wirkung du, so krass es jetzt auch klingen mag zu spüren bekommen hast. Ich denke weniger, dass er dir und deinem Ehemann damit eines auswischen wollte, vielleicht sah es für euch so aus, vielleicht dachte er zuvor sogar so, aber dann hätte es bestimmt keine drei Wochen lang angehalten. Da steckt viel mehr dahinter. Nämlich die Liebe und die Verzweiflung um seine Kinder.Und versetz dich auch mal in seine Lage und vielleicht wirst du ihn dann auch etwas verstehen. Ich kann euch beiden nur empflehlen, offen und persönlich, ohne Anfeindungen miteinander zu sprechen, nicht nur was das beste für die Kinder, sondern auch für euch beide das beste ist. Ich hoffe ich konnte dir damit ein kleinwenig weiterhelfen.

LG Nußknacker