Wo physik studieren

hallo leute

ich will nächstes jahr irgendwo in süddeutschland physik studieren, ich weiss nur noch nicht wo. kann mir jemand eine gute uni empfehlen, evtl. mit pros und contras? ich dachte da so an ulm, stuttgart irgendwas in der ecke.
danke im voraus,

sebastian

hallo leute

ich will nächstes jahr irgendwo in süddeutschland physik
studieren, ich weiss nur noch nicht wo.

Hallo Sebastian,

ich würde mir (hätte ich noch einmal die Gelegenheit, mein Studium von Vorne anzufangen) die kleinste Uni überhaupt suchen, die mein Fach anbietet. Dort würde ich mein Grundstudium absolvieren. Da braucht man nämlich vor allem motivierte Profs und gute Betreuung. Wenn man das Grundstudium hinter sich hat (nach dem Vordiplom), hat man einen recht guten Überblick über die einzelnen Fachgebiete. Dann sucht man sich die Uni, an der dieses Fachgebiet besonders gut vertreten ist. Dort wechselt man hin und macht das Hauptstudium. Dort braucht man erst die Koryphäen und Top-Labore.

Keine guten Kriterien für die Uni-Wahl sind:

  • Nähe zum Heimatort
  • Nähe zu Schulkameraden
  • Ruf des Fachbereichs (fürs Grundstudium nicht entscheidend)
  • Standort (Merke: Wo Studenten sind, ist Abends eh immer was los, egal in welcher Stadt :smile:

Gute Kriterien:

  • Verhältnis Professoren/Studenten
  • Räumliche Ausdehnung der Uni (Campus ist besser als 30 auf eine grosse Stadt verteilte Standorte)
  • Aussagen von Deinen Vorgängern (ist klasse, weil …)
  • Angebot an Veranstaltungen ausserhalb des regulären Lehrbetriebs (sind die Profs engagiert oder ist es nur ein 9 bis Mittag Job)

Danach erkundigen kannst Du Dich auf den Webseiten der Universitäten. Schau doch auch mal bei unseren europäischen Nachbarn vorbei. Auch dort lässt es sich mitunter recht gut studieren.

Gruss

Jens

Hi!

Wenn man mal die von Jens aufgestellten Kriterien zugrunde legt, so wäre die TU Clausthal eine hervoragende Wahl:

  • nur 11 Erstsemester im Fach Physik
  • Campus-Uni mit nur 2500 Studenten insgesamt
  • hervorragende Betreuung

allerdings nicht in Süddeutschland!

Gruß
Tom

Hi,

ich würde mir (hätte ich noch einmal die Gelegenheit, mein
Studium von Vorne anzufangen) die kleinste Uni überhaupt
suchen, die mein Fach anbietet.

Ne, würde ich nicht. So ein Mittelding wäre es.
Ich habe mit 200 anderen Physik studiert, gut das waren eindeutig zuviele. Aber dafür hatte und habe ich jede Menge Kontakte.
Aber jetzt kommts: Promoviert habe ich in so einem Mininstitut mit wenigen Studis.

Also, nach den Pluspunkten, die Jens schon erwähnt hat, nun die Minuspunkte kleiner Studiengänge:

  • Klar, die Betreuung der Studis ist Klasse, aber die Auswahl an Kursen ist nicht so üppig. Du hast ganz einfach die Auswahl zwischen einem Übungstermin und einem Nebenfach.
    Falls du beispielsweise gerne einen Sprachkurs willst: geht oft nicht. Weil dein Grundstudium sehr verschult ist. Wenn die Termine kollidieren hast du Pech gehabt, du kannst auf keine andere Übung ausweichen. In andere Fächer schnuppern ist genauso schwer. Das ist gerade vor der DVP ungut, weil das genau die Phase ist, in der du noch intensiv an deiner Allgemeinbildung basteln kannst. Im Hauptstudium hast du anderes zu tun.

  • Kleine Auswahl an Kommilitonen. Wenn du einer von 11 bist, mußt du mit den anderen 10 auskommen, sonst gehst du ohne Seilschaften ins spätere Leben. Andersrum gesagt: Wo hast du schon die Möglichkeit 100 Leute gut kennenzulernen (sieh die Masse auch mal positv! Klar sind kleine Parties auch fein. Aber einfach 100 zukünftige Kollegen ist auch Klasse).
    Wenn ich heute ein physikalisches Problem habe, das ich nicht selbst lösen kann, kein Thema: irgendjemanden kenne ich schon, der das drauf hat. Ein Telefonanruf und fertig.

  • Du hast keine Leistungskontrolle mehr: Wenn der Jahrgang aus 5 Leuten besteht kann man keinen mehr rausprüfen. Bei 200 macht es nichts aus, wenn 60% durchfallen. Bei fünf Leuten?
    Du hast also keine Ahnung, ob dein Wissenstand wirklich gut ist, oder ob du nur ein Einäugiger unter Blinden bist.
    Da du bei dieser Variante später wechseln willst, ist das aber wichtig, wenn du im Hauptstudium nicht auf die Schnautze fallen willst.

  • Das an kleinen Unis gute Profs sind ist auch nicht zwingend zutreffend. Es gibt Universitätsstädte, die von Hochschullehrern eher als Orte der Strafversetzung gesehen werden. Ob die Motivation wieder weg zukommen ausreicht um einen guten Unterricht zu machen?

  • An einer zu kleinen Uni bekommt man keinen guten Überblick über das Fach. Woher denn auch? Man wird lediglich die Grundlagenfächer (Atom-, Kern-, Festkörper- und Teilchenphysik) und die Forschungsgebiete der wenigen Lehrstühle kennenlernen. Was es sonst gibt, erfährst du, falls dein Prof über den Tellerrand blickt.

Keine guten Kriterien für die Uni-Wahl sind:

  • Nähe zum Heimatort
  • Nähe zu Schulkameraden
  • Ruf des Fachbereichs (fürs Grundstudium nicht entscheidend)

sehe ich auch so.

  • Standort (Merke: Wo Studenten sind, ist Abends eh immer was
    los, egal in welcher Stadt :smile:

Hmm, kommt auf deine kulturellen Wünsche an. Nicht jedes Provinztheater hat ein erstklassiges Ensemble :wink:

Gute Kriterien:

  • Verhältnis Professoren/Studenten

heute eigentlich überall in erfüllt

  • Räumliche Ausdehnung der Uni (Campus ist besser als 30 auf
    eine grosse Stadt verteilte Standorte)

Gut, dass war bei meinem Studium zwar lästig (LMU), mehr aber auch nicht. Ich würde es eher als unwichtiges Kriterium einstufen.

  • Aussagen von Deinen Vorgängern (ist klasse, weil …)

jau

  • Angebot an Veranstaltungen ausserhalb des regulären
    Lehrbetriebs (sind die Profs engagiert oder ist es nur ein 9
    bis Mittag Job)

Tja, das findest du aber immer erst hinterher raus.

Danach erkundigen kannst Du Dich auf den Webseiten der
Universitäten. Schau doch auch mal bei unseren europäischen
Nachbarn vorbei. Auch dort lässt es sich mitunter recht gut
studieren.

Genau dieses (Auslandsstudium) solltest du rechtzeitig in die Wege leiten. Auslandsstipendien haben unglaublich große Zeitkonstanten.

Fazit:
Geh an eine große Uni. Selbst dort sind die Studentenzahlen soweit zurückgegangen, dass das Verhältnis Studis/Prof super ist.
Den Massenbetrieb gibt es zur Zeit in Physik einfach nicht. Dafür bekommst du früh einen guten Überblick und du lernst die Gurus früh kennen. Und vergiss das Auslandsjahr nicht.

Viel Glück
Rossi

PS.: Lieber Jens, klar, zu unserer Studienzeit war das anders, überfüllte Praktika und Übungen, aber die Studentenzahlen sind heute überall niedrig.

[…]

  • Klar, die Betreuung der Studis ist Klasse, aber die Auswahl
    an Kursen ist nicht so üppig. Du hast ganz einfach die Auswahl
    zwischen einem Übungstermin und einem Nebenfach.

Das ist im Grundstudium auch an den grossen Unis nicht anders. Meistens hat man gar keine Wahl und muss Chemie nehmen. In Bonn gabs auch noch Astronomie zur Auswahl. Obwohl man da gleich drei Vorlesungen mitmachen musste, gegenüber nur einer in Chemie, habe ich mich damals dafür entschieden. Trotzdem würde ich Bonn nicht unbedingt empfehlen.

Falls du beispielsweise gerne einen Sprachkurs willst: geht
oft nicht. Weil dein Grundstudium sehr verschult ist. Wenn die
Termine kollidieren hast du Pech gehabt, du kannst auf keine
andere Übung ausweichen.

Dito an grossen Unis. Wo gabs denn da „koordinierte Sprachkurse“? Die konnte man immer nur nebenbei machen. Das Angebot steht einem auch an kleinen Unis zur Verfügung.

In andere Fächer schnuppern ist
genauso schwer. Das ist gerade vor der DVP ungut, weil das
genau die Phase ist, in der du noch intensiv an deiner
Allgemeinbildung basteln kannst. Im Hauptstudium hast du
anderes zu tun.

Das sehe ich anders. Gerade im Grundstudium muss man zusehen, dass man mit der Materie und dem Studium an sich klar kommt. Für viele Blicke über den Tellerrand in Form von zusätzlichen Vorlesungen oder Seminaren bleibt da ganz sicher nicht. Von einigen Genies einmal abgesehen. Die sind sicherlich an grossen, renomierten Unis besser aufgehoben.

  • Kleine Auswahl an Kommilitonen. Wenn du einer von 11 bist,
    mußt du mit den anderen 10 auskommen, sonst gehst du ohne
    Seilschaften ins spätere Leben. Andersrum gesagt: Wo hast du
    schon die Möglichkeit 100 Leute gut kennenzulernen (sieh die
    Masse auch mal positv! Klar sind kleine Parties auch fein.
    Aber einfach 100 zukünftige Kollegen ist auch Klasse).

Naja, wenn Du ehrlich bist, hast Du von diesen 100 doch höchstens 20 gut kennen gelernt. Das ist an keiner Uni ein Problem. Ich habe übrigens die meisten Leute nicht im Studium, sondern im Wohnheim kennen gelernt. Einige Semester im Studentenwohnheim möchte ich hiermit sehr empfehlen. Vor allem, weil man da automatisch weit über den berühmten Tellerrand hinauskommt :smile:

Wenn ich heute ein physikalisches Problem habe, das ich nicht
selbst lösen kann, kein Thema: irgendjemanden kenne ich schon,
der das drauf hat. Ein Telefonanruf und fertig.

Ich mache das meistens per email :smile:

  • Du hast keine Leistungskontrolle mehr: Wenn der Jahrgang aus
    5 Leuten besteht kann man keinen mehr rausprüfen. Bei 200
    macht es nichts aus, wenn 60% durchfallen.

Gaaanz toll. Das erinnert mich an die Klausur zum Elektronik-Praktikum in Bonn. Es wurde keine Punktzahl angegeben, mit der man sicher bestehen würde, sonder einfach lapidar gesagt: 1/3 fällt mindestens durch. Basta. Man musste also nur besser sein, als das letzte Drittel. Super Methode.

Bei fünf Leuten?
Du hast also keine Ahnung, ob dein Wissenstand wirklich gut
ist, oder ob du nur ein Einäugiger unter Blinden bist.

Man hat nach spätestens einem Semester ein ganz gutes Gefühl über den eigenen Wissensstand, auch wenn einem das die Professoren nicht ohne Prüfung glauben :smile:

Da du bei dieser Variante später wechseln willst, ist das aber
wichtig, wenn du im Hauptstudium nicht auf die Schnautze
fallen willst.

Wieder subjektive Erfahrung: Die Leute, die von kleinen Unis gewechselt haben, hatten i.d.R. die Grundlagen wesentlich besser drauf, als die eigenen Leute. Bestätigt wurde das damals von einem neuen Prof, der selbst auch von einer kleinen Uni wegberufen wurde. Er war erschüttert über die praktischen Fähigkeiten mit dem abstrakten Wissen auch umgehen zu können.

  • Das an kleinen Unis gute Profs sind ist auch nicht zwingend
    zutreffend. Es gibt Universitätsstädte, die von
    Hochschullehrern eher als Orte der Strafversetzung gesehen
    werden. Ob die Motivation wieder weg zukommen ausreicht um
    einen guten Unterricht zu machen?

Da hast Du sicherlich recht. Aber an kleinen Unis haben die Profs weit weniger Gelegenheit, sich zu verstecken. Negativ ist vielleicht, dass man auch weniger Chancen hat, bestimmten Leuten aus dem Weg zu gehen. Hinwiederum auch eine Chance, soziale Kompetenz zu erlangen :smile:

  • An einer zu kleinen Uni bekommt man keinen guten Überblick
    über das Fach. Woher denn auch? Man wird lediglich die
    Grundlagenfächer (Atom-, Kern-, Festkörper- und
    Teilchenphysik) und die Forschungsgebiete der wenigen
    Lehrstühle kennenlernen. Was es sonst gibt, erfährst du, falls
    dein Prof über den Tellerrand blickt.

Äh, im Grundstudium hat man meistens mit den Spezialitäten des Faches wenig zu tun. Man bekommt Grundlagen mit, es liegt an einem selbst, damit in die Fachdisziplinen hineinzuschnuppern (Fachliteratur, Zeitschriften, Internet … stehen an kleinen Unis meistens überproportional gut zur Verfügung).

[…]

  • Standort (Merke: Wo Studenten sind, ist Abends eh immer was
    los, egal in welcher Stadt :smile:

Hmm, kommt auf deine kulturellen Wünsche an. Nicht jedes
Provinztheater hat ein erstklassiges Ensemble :wink:

Stimmt. Aber ich wahr da einfacher gestrickt, mir haben ein gutes Kino, Uni-Aktivitäten (Orchester, Chor, Theater etc.) sowie etliche gemütliche Kneipen gereicht.

  • Verhältnis Professoren/Studenten

heute eigentlich überall in erfüllt

Das mag wohl in der Tat momentan so sein. Physik zählt nicht gerade zu den Modefächern :frowning:

  • Räumliche Ausdehnung der Uni (Campus ist besser als 30 auf
    eine grosse Stadt verteilte Standorte)

Gut, dass war bei meinem Studium zwar lästig (LMU), mehr aber
auch nicht. Ich würde es eher als unwichtiges Kriterium
einstufen.

Ein Campus fördert das gegenseitige Kennenlernen und macht Extra-Aktivitäten einfach. Insbesondere, wenn auch noch das Wohnheim auf dem Campus ist. Das finde ich an manchen US und Englischen Unis so schön. Ich habe es immer vermisst.

  • Aussagen von Deinen Vorgängern (ist klasse, weil …)

jau

Das kann man gar nicht hoch genug bewerten. Frage die Studenten, wie sie ihre Uni einschätzen.

  • Angebot an Veranstaltungen ausserhalb des regulären
    Lehrbetriebs (sind die Profs engagiert oder ist es nur ein 9
    bis Mittag Job)

Tja, das findest du aber immer erst hinterher raus.

Auch wahr. Aber wie gesagt, an kleinen Unis in kleinen Städten ist es schlechter mit dem verstecken.

Danach erkundigen kannst Du Dich auf den Webseiten der
Universitäten. Schau doch auch mal bei unseren europäischen
Nachbarn vorbei. Auch dort lässt es sich mitunter recht gut
studieren.

Genau dieses (Auslandsstudium) solltest du rechtzeitig in die
Wege leiten. Auslandsstipendien haben unglaublich große
Zeitkonstanten.

Der DAAD ist ein lahmer, elitärer Haufen (so wie ich ihn kennen gelernt habe). Ich habe mich dann einfach selbst um alles gekümmert. Das ging dann erstaunlich schnell.

Fazit:
Geh an eine große Uni. Selbst dort sind die Studentenzahlen
soweit zurückgegangen, dass das Verhältnis Studis/Prof super
ist.
Den Massenbetrieb gibt es zur Zeit in Physik einfach nicht.
Dafür bekommst du früh einen guten Überblick und du lernst die
Gurus früh kennen. Und vergiss das Auslandsjahr nicht.

Die Gurus wollen meistens nur die besonderen Überflieger kennen lernen. Der Rest der Studenten ist für solche Leute eher eine Belästigung. Insbesondere im Grundstudium habe ich den Eindruck gehabt, als wären wir so eine Art Ungeziefer. Nach dem Vordiplom werden Studenten erst interessant, weil es dann darum geht, den Doktoranden-Nachwuchs zu rekrutieren. Irgendwer muss die Arbeit ja machen :smile:

PS.: Lieber Jens, klar, zu unserer Studienzeit war das anders,
überfüllte Praktika und Übungen, aber die Studentenzahlen sind
heute überall niedrig.

*Seufz* Ja, in Deutschland sieht es mit den Natur- und Ingenieurwissenschaften nicht gerade rosig aus. Das Studium ist zu wenig sexy und die Industrie hat noch nicht richtig gemerkt, dass sie demnächst ein massives Problem mit zu geringen qualifizierten Leuten in dem Bereich haben werden. Daher sind die Gehälter zur Zeit im Vergleich zur „IT“ Branche ein Witz. Warten wir mal ein paar Semester – dann wird da das Katzenjammern auch anfangen.

Vielleicht investieren die Regierungen dann mal die Portokasse (so rund vier Milliarden schwer wie es scheint) anstatt in eine große Promi-Party in der niedersächsischen Pampa mal in den Ausbau von Schulen und Universitäten. Aber halt … da hat man ja gerade erst großzügig 400 Mio. zur Verfügung gestellt. Verteilt auf die nächsten 20 Jahre versteht sich. Und so darf es in deutschlands Schulen weiter durchs Dach regnen, während Oberdumpfbacke Feldbusch auf Steuerzahlers Kosten im Golfkarren über vergoldete Expo-Wege brettert. Was tut man nicht alles für die Bildung.

Gruss

Jens

ich will nächstes jahr irgendwo in süddeutschland physik
studieren, ich weiss nur noch nicht wo. kann mir jemand eine
gute uni empfehlen, evtl. mit pros und contras? ich dachte da
so an ulm, stuttgart irgendwas in der ecke.

Hi sebastian!

Zuerstmal: es gibt einen Studienf"uhrer Physik, erstellt von den Physikfachschaften (Studentenvertretungen) zu erreichen hier:

http://mathphys.fsk.uni-heidelberg.de/studi/

Dann gute Uni:

schwer das zu beurteilen. Ich denke, Physik studiert sich "uberall recht gut. Ich studiere in Erlangen, da hat es mir gut gefallen, aber woanders ist auch sch"on.

Weisst du schon, was dich interessiert? Evtl Medizintechnik etc? Danach kann man auch gehen. Aber nicht zu sehr. Eine bew"ahrte Regel ist:
ca 80% aller erstsemester wollen astrophysik oder kerne&teilchen machen. Nach ein zwei Jahren, wenn man dann mal mitbekommt, was es sonst noch alles so interessantes gibt "andert sich das schnell. Viele der Forschungsgebiete der Physik lernt man ja auch als interessierter SCh"uler nicht kennen. Deswegen: lieber eine Uni, die viele Forschungsschwerpunkte hat. Erlangen kommt da recht gut weg.

Ansonsten: die Anf"angerzahlen in Physik sind immer noch recht niedrig, deswegen wird die Betreuung wohl "uberall gut sein.

Wichtig ist auch, dass du dich so wohlf"uhlst: legst du Wert auf Zuganbindung, Parties, Kultur, Wandern, etc.

In einem Physikstudium kann man nach dem Vordiplom recht gut wechseln, du musst dich also nicht endg"ultig entscheiden. Ein wichtiger Punkt ist vielleicht noch ein Auslandsstudium. Gut ein viertel aller physikstudenten geht mal ins ausland, an manchen Unis ist das angebot sehr gut, an manchen mau. DAs sollte aber im studienf"uhrer stehen.

frag nur weiter!
michaela

Hi,
vielleicht können wir uns ja auf mittelgroße Unis einigen :wink:.
Bei den ganz kleinen sehe ich im Moment das Problem, dass die „kritische Masse“ an Studienanfängern unterschritten wird.
(Auch das war vor fünf Jahren kein Thema). IMO sollte man so um die 30 Leute am Anfang mindestens sein. Bis zum Vordiplom hören normalerweise 50% auf, dann bleiben noch 15 Leute, mit denen man auf die DVP lernen kann. Weniger sollten es eigentlich nicht sein.

[…]

Wieder subjektive Erfahrung: Die Leute, die von kleinen Unis
gewechselt haben, hatten i.d.R. die Grundlagen wesentlich
besser drauf, als die eigenen Leute. Bestätigt wurde das
damals von einem neuen Prof, der selbst auch von einer kleinen
Uni wegberufen wurde. Er war erschüttert über die praktischen
Fähigkeiten mit dem abstrakten Wissen auch umgehen zu können.

Jaaa, aber das war der Massenbetrieb damals. Im übervollen Praktikum lernt man halt nichts.

  • Das an kleinen Unis gute Profs sind ist auch nicht zwingend
    zutreffend. Es gibt Universitätsstädte, die von
    Hochschullehrern eher als Orte der Strafversetzung gesehen
    werden. Ob die Motivation wieder weg zukommen ausreicht um
    einen guten Unterricht zu machen?

Da hast Du sicherlich recht. Aber an kleinen Unis haben die
Profs weit weniger Gelegenheit, sich zu verstecken. Negativ
ist vielleicht, dass man auch weniger Chancen hat, bestimmten
Leuten aus dem Weg zu gehen. Hinwiederum auch eine Chance,
soziale Kompetenz zu erlangen :smile:

Äh, im Grundstudium hat man meistens mit den Spezialitäten des
Faches wenig zu tun.

Klar doch. Am interessantesten waren die Profs, die nebenbei auch wieder aktuelle Fragen aus ihrem Gebiet geschickt so „nebenbei“ erzählt haben. Fand ich zumindestens. Dann weiss man nämlich, wozu die Grundlagen überhaupt gut sind…

Man bekommt Grundlagen mit, es liegt an
einem selbst, damit in die Fachdisziplinen hineinzuschnuppern
(Fachliteratur, Zeitschriften, Internet … stehen an kleinen
Unis meistens überproportional gut zur Verfügung).

Hmm, wenn ich so in die Liste der online-verfügbaren Zeitschriften (über Uni Regensburg) schaue, kann ich das nicht bestätigen. Jedenfalls nicht direkt. Ob jetzt poportional mehr Literatur da ist oder nicht, macht kaum einen Unterschied. Entscheidend ist wieviel verschiedene Titel im Querschnitt gesehen da ist, da man gerade für Spezialfragen kein extra Buch kaufen will.
Standard-Lehrbücher sind aus Zeiten des Studentenüberandrangs meistens reichlich vorhanden.

Ein Campus fördert das gegenseitige Kennenlernen und macht
Extra-Aktivitäten einfach. Insbesondere, wenn auch noch das
Wohnheim auf dem Campus ist. Das finde ich an manchen US und
Englischen Unis so schön. Ich habe es immer vermisst.

Ich fand die Cafés und Kneipen in München lustiger (weil es da auch Nichtstudenten gibt) als die Campus-Szene in Regensburg. Aber vielleicht war ich einfach nur zu kurz dort. Ist wohl Geschmackssache.

[…]

Die Gurus wollen meistens nur die besonderen Überflieger
kennen lernen. Der Rest der Studenten ist für solche Leute
eher eine Belästigung. Insbesondere im Grundstudium habe ich
den Eindruck gehabt, als wären wir so eine Art Ungeziefer.

Waren wir in diesen Massen doch auch, oder :wink:

[…]:

*Seufz* Ja, in Deutschland sieht es mit den Natur- und
Ingenieurwissenschaften nicht gerade rosig aus. Das Studium
ist zu wenig sexy und die Industrie hat noch nicht richtig
gemerkt, dass sie demnächst ein massives Problem mit zu
geringen qualifizierten Leuten in dem Bereich haben werden.
Daher sind die Gehälter zur Zeit im Vergleich zur „IT“ Branche
ein Witz.

Och weisst du, ich kenne keinen Physiker, der sich ernsthaft über sein Gehalt beschwert hat. Selbst die Leute, die vor fünf Jaheren für ein „Hungergehalt“ angefangen haben - es gab Leute, die erst mal ein unbezahltes Praktikum machen „durften“ - verdienen heute gut. Asonsten hilft nur Wechseln. Das geht im Moment sehr gut.

Gruss Rossi