Wo soll ich anfangen?

Hallo,

demnächst werde ich stolze Besitzerin eines Kleingartens sein. Ich kann das Steinhaus darauf supergünstig erwerben, da es schon längere Zeit leersteht.

Der Haken an der Sache: Der Garten ist völlig verwildert und muss von Grund auf neu angelegt werden.

Wie bekomme ich wieder Struktur in den Garten? Klar, erst einmal umgraben, Rasen neu säen, Wegplatten säubern, usw. Aber mit der Nutzfläche, die ja zu 30 % vorgeschrieben ist, bin ich überfordert.

Was empfiehlt sich für den Anfang? Was muss ich beachten?

Vor dem Haus befindet sich ein Rankgitter. Mein Sohn möchte dort Wein ranken lassen, wäre sicher auch sehr dekorativ.

Gebt mir bitte ein paar Tipps! Zwar hatte ich früher auch einen Garten, aber ich hatte nur Rasen und Zierpflanzen.

Ich sage jetzt schon Danke und liebe Grüße,

Annette.

hallo Annette,
A & O jeden guten Gartens ist eine gute Kompostwirtschaft. Über Anlage eines Komposthaufens müßtest Du eh nachlesen, für dies und alles andere empfehle ich Dir als absolute Basislektüre für alles, was Nutzgarten angeht,Eva Herrmann-Lejeune Unser Hausgarten ISBN 3-7690-0468-X Buch anschauen. Da für zeitknappe, arbeitsökonomisch denkende Landfrauen gedacht, kein Buch romantischen Firlefanzes, sondern ein klares knappes (umfangreiches) Sachbuch. Das wirklich gute Basis-Buch.

Du kannst so anfangen wie jeder - umgraben, säen in Reihen, Möhren-Zwiebeln abwechselnd, Salat, Bohnen, Zucchini (lohnt sich sehr, wenn Ihrs mögt), naja was eben so üblich ist, keine sehr anspuchsvollen Gewächse. Anspruchsvoll z.B. Tomaten, die brauchen ordentlich viel Dünger. Da erstmal im Herbst Kompost herstellen und fürs nä. Frühjahr Mist beschaffen (wenn Ihr jetzt nicht drankommt).

Du kannst Mulchwirtschaft in engere Wahl ziehen, darüber müßtest Du lesen. Prinzip: Bodenbedeckung, um das - fruchtbarmachende - Bodenleben zu intensivieren, mit organischen Materialien (Stroh, Häcksel, Rindenmulch, Gemüseabfälle, noch nicht aussamendes Unkraut - Vorsicht, Nadelbaum-Mulch kann sauer machen) - das spart viel Arbeit, weil es den Boden mürbe und gut bearbeitbar bleiben läßt, feucht hält, Humus bildet und Bodenleben aktiv hält einschließlich Regenwürmern und so die Bodenstruktur und -fruchtbarkeit sehr deutlich verbessert. Dazu aber müßtest Du Zusätzliches lesen. Immerhin kann eine Autorin eines solchen Buches, ich glaube, Ruth Stout, noch vom Rollstuhl aus ihren Garten bewirtschaften dank der Mulchwirtschaft.

Schließlich könntest Du auch jetzt auf das gesamte Nutzfeld Kartoffeln setzen. Sie lockern den Boden - und schmecken unvergleichlich, wenn aus dem eigenen Garten (versuche, Saatkartoffeln „Linda“ zu bekommen). So gewinnst Du Zeit zum Lernen und Planen und kannst im Herbst so richtig loslegen, ohne daß alles unkrautüberwuchert ist. Kartoffeln brauchen viel Kalium - das ist reichlich in der Asche aus Holz enthalten ( nicht Asche aus Kohle oder imprägniertem / lackiertem Holz nehmen!). Dann brauchst Du keinen künstlichen Dünger.

Wegen Wein - müßte das Rankgitter nach Süden liegen. Geeignete Weinsorten für unser Klima s.u., vor kurzem wurde danach gefragt, vielleicht aber schon im Archiv zu finden?
Viel Glück und Gruß, I.

Hallo Annette,
hallo Irmtraud,

Schließlich könntest Du auch jetzt auf das gesamte Nutzfeld
Kartoffeln setzen. Sie lockern den Boden - und schmecken
unvergleichlich, wenn aus dem eigenen Garten (versuche,
Saatkartoffeln „Linda“ zu bekommen). So gewinnst Du Zeit zum
Lernen und Planen und kannst im Herbst so richtig loslegen,
ohne daß alles unkrautüberwuchert ist.

Wenn der Garten momentan verwildert ist würde ich genau das fürs erste Jahr vorschlagen. Der Vorteil darin wäre, dass nach dem Setzen der Kartoffeln bis zur Ernte Ruhe herrscht und die Zeit für die „Kultivierung“ des restlichen Gartens (Wege etc.) genutzt werden kann. Was dann im Herbst nach der Ernte bzw. im nächsten Frühjahr mit den Beeten passiert steht auf einem ganz anderen Blatt.

Grüße von
Tinchen

Hab´gestern angefangen!
Hallo Irmtraud,
hallo Tinchen,

gestern habe ich schon mal so richtig losgelegt. Lacht nicht, aber als erstes habe ich die wild wuchernden Pflanzen vor der Eingangstür entfernen müssen, um diese überhaupt öffnen zu können.

Als nächstes werde ich jemanden finden müssen, der mir den Garten umgräbt, und danach werde ich Eure Ratschläge in die Tat umsetzen. Ich bin überzeugt, das wird jetzt auch was, und sage nochmals Danke!

Viele Grüße,

Annette.

Hallo!
Ich kann dir nur das Buch „Der Garten für intelligente Faule“ empfehlen, damit habe ich meinen Garten super angelegt, und es ist wirklich so dass du im nächsten Jahr damit ziemlich wenig Arbeit hast!
VG nat