Moin,
Ein Arbeitnehmer ist seit 2 Wochen wegen eines Bandscheibenvorfalls in der Halswirbelsäule (bereits der 4.!) krankgeschrieben.
Leider hatte er schon lange eine Wochenendreise geplant, die übermorgen (4.12.) starten sollte. Er hat nun entschieden, dass er trotz Schmerzen fliegen wird, zumal er sonst auch das Geld verlieren würde, da er nichts mehr stornieren kann.
Na wenn das kein stichhaltiger Grund ist, dann weiß ich nicht. Im Zweifel zahlen ja Arbeitgeber und/oder Krankenkasse.
Er wird sich somit ab morgen "gesund"schreiben lassen und will versuchen, am Dienstag wieder arbeiten zu gehen.
Also Spontanheilung durch geplanten Kurztrip.
Nun berichtet eine Kollegin am Telefon, dass die Chefin richtig sauer ist, dass er am Wochenende wegfahren will.
Da würde ich mir mal Gedanken machen, woher die Chefin das weiß bzw. wer ihr das zugetragen hat.
Sie meint, wenn er verreisen kann, ist er auch wieder voll einsatzfähig und sie würde dann auch keine Rücksicht nehmen.
Gut, das wird sie als Nichtmedizinerin kaum umfassend beurteilen können. Aber nachvollzienbar sind solche Gedankenspiele schon.
Voll einsatzfähig wird er am nächsten Dienstag (mit oder ohne Wochenendreise) mit Sicherheit noch nicht sein.
Aber für eventuell stundenlanges Rumstehen oder Rumsitzen auf wahrscheinlich wenig bandscheibenvorfallfreundlichen Sitzmöglichkeiten reicht es? Bei einigen Fluglinien bzw. Sitzklassen bekommt man schon als „normaler“ Mensch Rückenprobleme
Es ist nun mal ein großer Unterschied, ob man 10 Stunden täglich unter größtem Streß am PC sitzt, oder ob man spazieren geht, essen geht, in die Sauna, sich zwischendurch ausruhen und hinlegen kann…
Ja. Und genau das sollte er zur Wiederherstellung seiner Gesundheit und Arbeitsfähigkeit auch tun.
Und was spricht dagegen, während der Arbeit gelegentlich aufzustehen und sich ein bißchen zu bewegen?
Hat jemand Erfahrungen in einer ähnlichen Situation, bzw. wie sieht das denn arbeitsrechtlich aus, falls er am Mittwoch feststellen sollte, dass er wirklich noch nicht so lange sitzen kann?
Weil sich vielleicht die Situation durch die Reise nicht nur nicht verbessert sondern eventuell verschlimmert hat?
Arbeitsrechtlich ist das Ganze ohne konkrete Kenntnisse und Umstände hinsichtlich des Ausgangs schwierig zu beurteilen. Dier Rechtssprechung ist hier jedenfalls äußerst viuelfältig.
Aber wenn die Chefin schon weiß, dass man trotz Krankschreibung plant, sich für eine Reise eventuell „Gesundschreiben“ zu lassen, um sich dann wieder krank schreiben zu lassen, dann könnte das zumindest darauf hindeuten, dass man bereits auf der Abschußliste steht und man nur noch auf einen entsprechenden Anlaß wartet. Auch Kollegen, die dessen Arbeit in der Zwiaschenzeit miterledigen müssen, haben da möglicherweise wenig Verständnis für und beteiligen sich an entsprechenden Aktionen.
Im Interesse der eigenen Gesundheit (und das sollte der wesentliche Enzscheidungsfaktor sein) und auch um möglichen Ärger mit dem AG aus dem Weg zu gehen, sollte das mal mit dem Arzt abgekaspert werden. Wenn der sein OK gibt, dann ist man fein raus. Schließlich könnte auch die Krankenkasse auf die Idee kommen Leistungen zu verweigern, wenn sich herausstellt, dass diese Flugreise alles andere als gesundheitsfördernd war.
Dann ist man wirklich dreimal in den Allerwertesten gekniffen: Gesundheit beschädigt, Job weg und die Kasse zahlt nicht für weitere Behandlungen. Und das Ganze um nicht auf ein paar Euro zu verzichten, wobei angesichts der Wetterlage nicht mal alzu unwahrscheinlich ist, dass man sie gar nicht (wie geplant) durchführen kann.
Grüße