Das Subjekt „Strachdieb“ für einen herumschleichenden Ganoven, war mir schon länger ein Begriff, doch dem Verb „straucheln“ begegnete ich neu.
Welchen Ursprung hat das Wort und was ist die exakte Bedeutung?
Das Subjekt „Strachdieb“ für einen herumschleichenden Ganoven, war mir schon länger ein Begriff, doch dem Verb „straucheln“ begegnete ich neu.
Welchen Ursprung hat das Wort und was ist die exakte Bedeutung?
Servus,
der Kluge/Götze dazu:
mittelhochdeutsch strucheln, mittelniederdeutsch srukelen, neuniederländisch struikelen: Intensivbildung zum althochdeutschen struhhen, struhhon.
Die Grundbedeutung ist wohl „über einen Strauch fallen“, vgl. parallel mittelhochdeutsch strunken im Verhältnis zu Strunk.
Schöne Grüße
MM
Servus Martin,
soviel ich weiss, ist ‚straucheln‘ ein selten gebrauchtes -, weil veraltetes, Synonym von ‚stolpern‘. Diesen Baum hast Du wohl vor lauter etymologischem Wald ein wenig übersehen
?
Kai
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Hallo, Shoshana,
ich habe wieder mal den „Kluge“ rausgeholt.
Danach ist „straucheln“ ein Verb mit schwacher Beugung, das sich vom ahd. „struhen“, mhd. „strunken“ ableitet. Die Verwandschaft mit „Strauch“ und „Strunk“ ist unübersehbar und deutet auf „stolpern über einen Strunk, eine hervorstehende Wurzel“ hin.
Der „Strauch“ (aus mhd. „struch“) ist in seiner Herkunft ungeklärt, mag aber, so vermutet Kluge, zu einem Wortstamm für „kurz, gestutzt“ gehören.
Gruß
Eckard
Servus Kai,
übersehen nicht - ich habe in meiner kindlichen Einfalt geglaubt, die Frage „woher kommt?“ bezöge sich auf die Etymologie des Wortes…
Dass es das Wort gibt, schien mir evident - altertümlich oder nicht, es gehört zu meinem aktiven, wenngleich nicht alltäglichen Wortschatz.
Und jetzt, wo Du das nochmal ansprichst, kommt mir außer dem „strunkeln“ vom Kluge/Götze noch eine weitere Parallelbildung in den Sinn, nämlich schwäbisch „stockala“ für Stolpern.
Ganz systematisch sollten diese Parallelen aber doch nicht verstanden werden, wenn nämlich der Anlass des Stolperns kein Strunk und kein Strauch und kein Stock ist, sondern eine Grube: Käme dabei „Grübeln“ heraus…
Schöne Grüße
MM
ich denk nicht, dass es so selten ist.
Allerdings wird es fast ausschließlich in der Vergangenheitsform genutzt. Liegt wohl daran, dass der Prozess des Strauchelns bereits abgeschlossen sein muss, um das Wort verwenden zu können. Andernfalls könnte man sich ja vielleicht nochmal berappeln.
Es gehört dehalb vielleicht auch nicht so in den Bereich der gesprochenen, sondern mehr der geschriebenen Wörter.
Gerade in der Sportberichterstattung wird es recht häufig benutzt (strauchelte letztes Jahr bereits im Viertelfinale, schon bei der ersten Hürde, erst im Finale an xxx).
Schöne Grüße, Bernhard
Danke
Vielen Dank!
Werde über dieses Verb nicht mehr strucheln müssen.