Wofür das Leben riskieren?

Hallo Leute,

Das Leben eines Menschen ist bekanntermaßen das kostbarste, was er hat. Dennoch riskieren es viele Menschen bewußt, z.B.;
für ihr Vaterland, für ihre Freiheit, für die Sicherheit geliebter Menschen, für den Thrill, für ihre Prinzipien und gelegentlich auch für ihren Glauben.

In der Bibel gibt es viele Beispiele von Menschen, die ihr Leben riskierten und auch verloren, weil sie Prophezeiten oder ihren Glauben verkündigten.

Was denkt ihr dazu? Waren das Idioten, die ihr Leben für Hirngespinste verloren? Waren sie Märtyrer?

Welche Dinge sind es heute wert, daß man sein Leben riskiert?

Ich würde mich über eine intensive Diskussion über dieses ethische Thema sehr freuen.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos,

sag mal glauben die ZJ nicht an die Unsterblichkeit der Seele ?
Wenn ja, dann ist das mit dem Leben verlieren wohl etwas falsch ausgedrückt dann sollte es wohl eher heißen den physischen Körper verlieren.
Für die Anhänger der Reinkarnationslehre relativiert sich das mit dem physichen Körper dann auch noch einmal, da man dann eh schon hunderte benutzt hat.

Was soll man eigentlich darüber diskutieren, wie andere Leute ihr Eigentum verwenden solange sie niemand anderem schaden ?

Grüße von Bastet

Hallo Carlos,

sag mal glauben die ZJ nicht an die Unsterblichkeit der Seele
?

Nein, sie glauben an eine Wiederauferstehung.

Für die Anhänger der Reinkarnationslehre relativiert sich das
mit dem physichen Körper dann auch noch einmal, da man dann eh
schon hunderte benutzt hat.

Wieso hunderte, ich denke Katzen haben nur neun Leben. Und falsche Götter haben überhaupt kein Leben. Das unterscheidet sie ja vom lebendigen Gott.

Was soll man eigentlich darüber diskutieren, wie andere Leute
ihr Eigentum verwenden solange sie niemand anderem schaden ?

Weil dies durchaus diskutiert wird. Selbstmörder kommen in die Psychiatrie, Basejumper gehen in den Knast und glaubensbedingte Märtyrer werden verachtet, wenn ihr Glauben nicht als opportun gilt.

Gruß
Carlos

Märtyrer
Hallo Carlos,

und glaubensbedingte Märtyrer werden verachtet, wenn ihr Glauben
nicht als opportun gilt.

glaubensbedingte Märtyrer werden heiliggesprochen und in Wallfahrtskirchen verehrt.

Gruss Harald

Hallo Carlos,

Wieso hunderte, ich denke Katzen haben nur neun Leben. Und
falsche Götter haben überhaupt kein Leben. Das unterscheidet
sie ja vom lebendigen Gott.

Ich denke in meinem Fall täuscht Du dich, ich bin nämlich unsterblich, nur gemeine Katzen haben neun Leben.

glaubensbedingte Märtyrer werden verachtet, wenn ihr Glauben
nicht als opportun gilt.

Na dann ist Euch wennigstens das Himmelreich gewiss, denn wie heißt es doch so schön: „Selig sind die armen im Geiste, den ihrer ist das Himmelreich“

Grüße von Bastet

Auch Hallo.

Sein physiologisches Leben zu opfern macht dann „Sinn“, wenn durch dieses Opfer langfristig die Häufigkeit der Gene in der Bevölkerung steigt, welche das verhalten für eine solche Opfergabe begünstigen.

Jochen

jezt wirds ethisch schwierig
Hallo Carolos,

Das Leben eines Menschen ist bekanntermaßen das kostbarste,
was er hat. Dennoch riskieren es viele Menschen bewußt, z.B.;
für ihr Vaterland, für ihre Freiheit, für die Sicherheit
geliebter Menschen, … für ihre Prinzipien und
gelegentlich auch für ihren Glauben.

soweit kann ich persönlich noch zustimmen.

> für den Thrill,

Da aber nicht mehr - ich würde ehrlich gesagt nichtmal Bungee-Springen.

Aber jetzt mal etwas verwandtes: Wie sieht es aus, für seine Kinder das Leben zu riskieren? Dabei gibt es ein ganz dummes ethisches Problem: Man nimmt dabei u.U. den Kindern einen Elternteil - UND evtl. im Austausch mit Schuldgefühlen. Um es mal provokant auszudrücken: Ist es so gesehen nicht fast sogar egoistisch, sein Leben für seine Kinder zu riskieren?

Ein an ehrlichen Meinungen dazu interessierter
Michael

P.S. Meine eigene Meinung ist damit noch nicht ausgedrückt, es ist nur eine provokante Frage.

Keine Frage
Hallo Michael,

Aber jetzt mal etwas verwandtes: Wie sieht es aus, für seine
Kinder das Leben zu riskieren? Dabei gibt es ein ganz dummes
ethisches Problem: Man nimmt dabei u.U. den Kindern einen
Elternteil - UND evtl. im Austausch mit Schuldgefühlen. Um es
mal provokant auszudrücken: Ist es so gesehen nicht fast sogar
egoistisch, sein Leben für seine Kinder zu riskieren?

Das ist keine Frage… bezihungsweise nur eine Frage deiner Ethik, welche das sehr einfach beantwortet. Wenn der Wert des Lebens an sich (unter allen Umständen) höher ist als der Wert eine Unbeschwertheit (bzw. dem „Negativwert“ von Schuldgefühlen), ist das Opfer zu bringen. Andernfalls nicht. Wenn beide den gleichen Wert haben und die moralischen Handlungen, diese Werte zu sichern, sich wiedersprechen, stimmt was mit der Ethik nicht. [Achtung: VORRAUSSETZUNG für das Opfer ist vornherein schon mal, daß du dem (Über-)Leben des Kindes mehr Wert zusprichts als dem eines Elternteils.

In unserer Ethik hat das Leben den höchsten Wert. Damit ist deine Frage, denke ich, auch offiziell beantwortet.

Gruß,
Jochen *derglaubtdaßesnicht"die"richtigeEthikgibt*

Hallo Jo,

… Ist es so gesehen nicht fast sogar
egoistisch, sein Leben für seine Kinder zu riskieren?

Das ist keine Frage… bezihungsweise nur eine Frage deiner
Ethik, welche das sehr einfach beantwortet. Wenn der Wert des
Lebens an sich (unter allen Umständen) höher ist als der Wert
eine Unbeschwertheit (bzw. dem „Negativwert“ von
Schuldgefühlen), ist das Opfer zu bringen. Andernfalls nicht.

tja, aber genau das ist in dem Fall schwierig zu entscheiden. Zumal in dem einen Fall die Entscheidung für das eigene Kind gefällt werden müsste und nicht für einen selbst.

Wenn beide den gleichen Wert haben und die moralischen
Handlungen, diese Werte zu sichern, sich wiedersprechen,
stimmt was mit der Ethik nicht. [Achtung: VORRAUSSETZUNG für
das Opfer ist vornherein schon mal, daß du dem (Über-)Leben
des Kindes mehr Wert zusprichts als dem eines Elternteils.

Das wiederum ist keine Frage: da die statistische Restlebenszeit des Kindes länger ist, ist ein Kinderleben auch mehr wert. Ich weiss, wenn man das auf ältere Menschen bezieht, bedeutet es, dass ältere weniger wert sind. Aber ich schreibe hier nur von Relationen, nicht von absoluten Werten. Beide Leben können immer noch sehr sehr wertvoll sein - nur eben leicht unterschiedlich.

In unserer Ethik hat das Leben den höchsten Wert. Damit ist
deine Frage, denke ich, auch offiziell beantwortet.

Ist Ethik nicht etwas persönliches? Also ich habe meine ganz persönliche Ethik. Wen meinst du also mit „uns“?

Jochen *derglaubtdaßesnicht"die"richtigeEthikgibt*

ah! Dann frage ich mich jedoch noch mehr, wen du mit „uns“ meitest.

Alles Gute wünscht
Michael

Hallo !

tja, aber genau das ist in dem Fall schwierig zu entscheiden.
Zumal in dem einen Fall die Entscheidung für das eigene Kind
gefällt werden müsste und nicht für einen selbst.

Das macht rein von der Ethik her keinen Unterschied. Das Opfer ist sinnvoll. Biologisch ist es sogar noch besser, wenn’s das eigene Kind ist, weil damit auch direkt die eigenen Gene gesichert werden (wenn man davon ausgeht, das die Reproduktionswahrscheinlichkeit des Kindes mind. 2x größer ist als die des „Opfers“).

Das wiederum ist keine Frage: da die statistische
Restlebenszeit des Kindes länger ist, ist ein Kinderleben auch
mehr wert.

Das ist schon eine ethische Aussage. Fraglich, ob das so stimmt! Also, ob die Restlebenszeit das einzige Kriterium der „Bewertung“ ist.

Ich weiss, wenn man das auf ältere Menschen
bezieht, bedeutet es, dass ältere weniger wert sind. Aber ich
schreibe hier nur von Relationen, nicht von absoluten Werten.
Beide Leben können immer noch sehr sehr wertvoll sein - nur
eben leicht unterschiedlich.

Warum diese Defensivhaltung. Wir sollten so ehrlich sein gegen uns.

Ist Ethik nicht etwas persönliches? Also ich habe meine ganz
persönliche Ethik. Wen meinst du also mit „uns“?

Ethik kann und darf eigentlich gar nichts „persönliches“ sein. Ethik ist die Grundlage der Moral, welche Handlungsanweisungen im Umgang mit der Umwelt gibt. Ethik muß etwas sein, was bei ethischen Wesen übereinstimmt. Wenn sich jeder „seine“ Ethik zusammenbastelt, ist ein friedliches Überleben nicht möglich.

Jochen *derglaubtdaßesnicht"die"richtigeEthikgibt*

ah! Dann frage ich mich jedoch noch mehr, wen du mit „uns“
meitest.

Damit meine ich, daß eine Gesellschaft (mit einer konsistenten Ethik) zwar eine Ethik haben mag, diese allerdings keine Richtigkeitsanspruch haben kann. Andere Gesellschaften (Kulturen, Arten,…) können andere, vielleicht gegensätzliche Ethiken haben, die genauso richtig oder falsch sind. Wir haben die christlich geprägte Ethik. Ich ebenso wie du. Und mit „uns“ meine ich die Gesamtheit aller Kulturen, welche sich aus den Ursprüngen der heute jüdisch/islamisch/christlichen Kreise entwickelt haben. Durch den enormen Einfluß dieser Kulturen weltweit adaptieren sich auch andere Ethiken und ni nicht allzuferner Zukunft wird es wohl nur eine Ethik auf der Erde geben (die sich natürlich mit der Zeit verändert).

Auch alles Gute,
Jochen

Wohl doch eine Frage …
Hallo nochmal,

tja, aber genau das ist in dem Fall schwierig zu entscheiden.
Zumal in dem einen Fall die Entscheidung für das eigene Kind
gefällt werden müsste und nicht für einen selbst.

Das macht rein von der Ethik her keinen Unterschied.

für mich sehr wohl, da auch der psychische Zustand sehr wichtig ist. Und ich möchte nicht, dass mein Kind sich selbst einredet, an meinem Tod schuld zu sein. Damit sage ich jetzt nicht, dass ich mein Kind lieber selbst sterben sehen würde. Man muss eben tatsächlich betrachten, was besser wäre: der Tod oder ein Leben mit Schuldgefühlen - falls diese überhaupt hochkämen. Und letzteres kann ich für mich eher entscheiden, als für jemanden anders. Das war es was ich meinte.

Das Opfer
ist sinnvoll. Biologisch ist es sogar noch besser, wenn’s das
eigene Kind ist, weil damit auch direkt die eigenen Gene
gesichert werden (wenn man davon ausgeht, das die
Reproduktionswahrscheinlichkeit des Kindes mind. 2x größer ist
als die des „Opfers“).

Zustimmung.

Das wiederum ist keine Frage: da die statistische
Restlebenszeit des Kindes länger ist, ist ein Kinderleben auch
mehr wert.

Das ist schon eine ethische Aussage. Fraglich, ob das so
stimmt! Also, ob die Restlebenszeit das einzige Kriterium der
„Bewertung“ ist.

Wohl wahr! Das wird aber sehr heikel…

Ich weiss, wenn man das auf ältere Menschen
bezieht, bedeutet es, dass ältere weniger wert sind. Aber ich
schreibe hier nur von Relationen, nicht von absoluten Werten.
Beide Leben können immer noch sehr sehr wertvoll sein - nur
eben leicht unterschiedlich.

Warum diese Defensivhaltung. Wir sollten so ehrlich sein gegen
uns.

Ja, es war eine Defensivhandlung. Ich habe aber persönliche Gründe, bei dieser Aussage eine solche Defensivhandling zu zeigen. Diese kann ich hier leider nicht öffentlich nennen. Fakt ist, dass „man“ in unserer Gesellschaft nicht sagen darf, jüngere Menschen seien mehr wert als ältere.

Ist Ethik nicht etwas persönliches? Also ich habe meine ganz
persönliche Ethik. Wen meinst du also mit „uns“?

Ethik kann und darf eigentlich gar nichts „persönliches“ sein.
Ethik ist die Grundlage der Moral, welche Handlungsanweisungen
im Umgang mit der Umwelt gibt. Ethik muß etwas sein, was bei
ethischen Wesen übereinstimmt. Wenn sich jeder „seine“ Ethik
zusammenbastelt, ist ein friedliches Überleben nicht möglich.

Damit meine ich, daß eine Gesellschaft (mit einer konsistenten
Ethik) zwar eine Ethik haben mag, diese allerdings keine
Richtigkeitsanspruch haben kann. Andere Gesellschaften
(Kulturen, Arten,…) können andere, vielleicht gegensätzliche
Ethiken haben, die genauso richtig oder falsch sind. Wir
haben die christlich geprägte Ethik. Ich ebenso wie du.

Falsch! Ganz falsch! Meine Ethik hat mit Christentum sehr sehr wenig zu tun. Ich bin kein Christ und wenn der Begriff nicht schon anders belegt wäre, würde ich mich fast als Anti-Christ bezeichnen können. Und nein: ich bin auch kein Satanist, ich glaube an Satan sowenig wie an den christlichen Gott. Und ich rede hier wirklich von der Ethik, nicht „nur“ vom Glauben.

Und
mit „uns“ meine ich die Gesamtheit aller Kulturen, welche sich
aus den Ursprüngen der heute jüdisch/islamisch/christlichen
Kreise entwickelt haben. Durch den enormen Einfluß dieser
Kulturen weltweit adaptieren sich auch andere Ethiken und ni
nicht allzuferner Zukunft wird es wohl nur eine Ethik auf der
Erde geben (die sich natürlich mit der Zeit verändert).

Meinst du vielleicht „Moral“? Auch wenn sich die Ethik aller Menschen vielleicht im Durchschnitt annähert, in einigen Bereichen gibt es vielleicht gerade dadurch sehr starke Verschiebungen. Für die Moral gilt das allerdings auch.

Alles Gute
Michael

Hallo !!

für mich sehr wohl, da auch der psychische Zustand sehr
wichtig ist.

Nochmals:
Das macht rein von der ETHIK her keinen Unterschied. PERSÖNLICH kann man es durchaus besser oder einfacher finden, anders zu handeln. Ein Widerspruch zwischen moralischen und persönlichen Antrieben ist ein schwerer Konflikt. NUR die Ethik betrachtet, gibt es keinen Konflikt. Hat man aber erstmal den Konflikt, sieht man auch, daß Ethik keinen Richtigkeitsanspruch haben kann. Das macht die Sache noch schlimmer.

Falsch! Ganz falsch! Meine Ethik hat mit Christentum sehr sehr
wenig zu tun.

Das bezweifele ich. Du hast keine Chance gehabt, christlich geprägten Einstellungen zu entgehen, wenn du hier aufgewachsen bist (selbst, wenn deine Eltern Atheistisch oder Nihilistisch waren).

Ich bin kein Christ und wenn der Begriff nicht
schon anders belegt wäre, würde ich mich fast als Anti-Christ
bezeichnen können. Und nein: ich bin auch kein Satanist, ich
glaube an Satan sowenig wie an den christlichen Gott.

Das hat nichts damit zu tun, daß unsere Ethik vom Christentum beeinflußt ist.

Meinst du vielleicht „Moral“? Auch wenn sich die Ethik aller
Menschen vielleicht im Durchschnitt annähert, in einigen
Bereichen gibt es vielleicht gerade dadurch sehr starke
Verschiebungen. Für die Moral gilt das allerdings auch.

Nein, ich meine die Ethik, das Werte-System, aus welchem die Handlungsanweisungen, die Moral, abgeleitet wird. Die Ethik ist die Basis, die Moral ist nur abgeleitet, ergibt sich daraus. Ein bildliches Beispiel: Die Ethik legt fest, daß Schwerkraft existiert. Daraus läßt sich die Moral ableitet: Massen ziehen sich an (oder: „sollen sich anziehen“).

Beste Grüße,
Jochen

Hallo nochmal,

für mich sehr wohl, da auch der psychische Zustand sehr
wichtig ist.

Nochmals:
Das macht rein von der ETHIK her keinen Unterschied.

Mehrfache Wiederholung einer Behauptung macht diese nicht richtiger. Es ist schon ein ethischer Unterschied, wenn man davon ausgeht, die beiden Zustände nicht gleichwertig sind.

Falsch! Ganz falsch! Meine Ethik hat mit Christentum sehr sehr
wenig zu tun.

Das bezweifele ich. Du hast keine Chance gehabt, christlich
geprägten Einstellungen zu entgehen, wenn du hier aufgewachsen
bist (selbst, wenn deine Eltern Atheistisch oder Nihilistisch
waren).

Ich will nicht sagen, dass ich keine christlichen Einflüsse hatte. Dennoch ist meine Ethik nicht sehr christlich und ich hatte darüber schon manche heftige Diskussion mit christlichen Würdenträgern.

Beste Grüße zurück
Michael