Wohl doch eine Frage …
Hallo nochmal,
tja, aber genau das ist in dem Fall schwierig zu entscheiden.
Zumal in dem einen Fall die Entscheidung für das eigene Kind
gefällt werden müsste und nicht für einen selbst.
Das macht rein von der Ethik her keinen Unterschied.
für mich sehr wohl, da auch der psychische Zustand sehr wichtig ist. Und ich möchte nicht, dass mein Kind sich selbst einredet, an meinem Tod schuld zu sein. Damit sage ich jetzt nicht, dass ich mein Kind lieber selbst sterben sehen würde. Man muss eben tatsächlich betrachten, was besser wäre: der Tod oder ein Leben mit Schuldgefühlen - falls diese überhaupt hochkämen. Und letzteres kann ich für mich eher entscheiden, als für jemanden anders. Das war es was ich meinte.
Das Opfer
ist sinnvoll. Biologisch ist es sogar noch besser, wenn’s das
eigene Kind ist, weil damit auch direkt die eigenen Gene
gesichert werden (wenn man davon ausgeht, das die
Reproduktionswahrscheinlichkeit des Kindes mind. 2x größer ist
als die des „Opfers“).
Zustimmung.
Das wiederum ist keine Frage: da die statistische
Restlebenszeit des Kindes länger ist, ist ein Kinderleben auch
mehr wert.
Das ist schon eine ethische Aussage. Fraglich, ob das so
stimmt! Also, ob die Restlebenszeit das einzige Kriterium der
„Bewertung“ ist.
Wohl wahr! Das wird aber sehr heikel…
Ich weiss, wenn man das auf ältere Menschen
bezieht, bedeutet es, dass ältere weniger wert sind. Aber ich
schreibe hier nur von Relationen, nicht von absoluten Werten.
Beide Leben können immer noch sehr sehr wertvoll sein - nur
eben leicht unterschiedlich.
Warum diese Defensivhaltung. Wir sollten so ehrlich sein gegen
uns.
Ja, es war eine Defensivhandlung. Ich habe aber persönliche Gründe, bei dieser Aussage eine solche Defensivhandling zu zeigen. Diese kann ich hier leider nicht öffentlich nennen. Fakt ist, dass „man“ in unserer Gesellschaft nicht sagen darf, jüngere Menschen seien mehr wert als ältere.
Ist Ethik nicht etwas persönliches? Also ich habe meine ganz
persönliche Ethik. Wen meinst du also mit „uns“?
Ethik kann und darf eigentlich gar nichts „persönliches“ sein.
Ethik ist die Grundlage der Moral, welche Handlungsanweisungen
im Umgang mit der Umwelt gibt. Ethik muß etwas sein, was bei
ethischen Wesen übereinstimmt. Wenn sich jeder „seine“ Ethik
zusammenbastelt, ist ein friedliches Überleben nicht möglich.
…
Damit meine ich, daß eine Gesellschaft (mit einer konsistenten
Ethik) zwar eine Ethik haben mag, diese allerdings keine
Richtigkeitsanspruch haben kann. Andere Gesellschaften
(Kulturen, Arten,…) können andere, vielleicht gegensätzliche
Ethiken haben, die genauso richtig oder falsch sind. Wir
haben die christlich geprägte Ethik. Ich ebenso wie du.
Falsch! Ganz falsch! Meine Ethik hat mit Christentum sehr sehr wenig zu tun. Ich bin kein Christ und wenn der Begriff nicht schon anders belegt wäre, würde ich mich fast als Anti-Christ bezeichnen können. Und nein: ich bin auch kein Satanist, ich glaube an Satan sowenig wie an den christlichen Gott. Und ich rede hier wirklich von der Ethik, nicht „nur“ vom Glauben.
Und
mit „uns“ meine ich die Gesamtheit aller Kulturen, welche sich
aus den Ursprüngen der heute jüdisch/islamisch/christlichen
Kreise entwickelt haben. Durch den enormen Einfluß dieser
Kulturen weltweit adaptieren sich auch andere Ethiken und ni
nicht allzuferner Zukunft wird es wohl nur eine Ethik auf der
Erde geben (die sich natürlich mit der Zeit verändert).
Meinst du vielleicht „Moral“? Auch wenn sich die Ethik aller Menschen vielleicht im Durchschnitt annähert, in einigen Bereichen gibt es vielleicht gerade dadurch sehr starke Verschiebungen. Für die Moral gilt das allerdings auch.
Alles Gute
Michael