Wofür sind Partitionen gut?

Hallo Leute,

ich habe schon versucht, mir im Internet über den Sinn von Partitionen klar zu werden. Im Wesentlichen bin ich aber genauso schlau wie am Anfang.
Da meine alte 40 GB Festplatte mir langsam zu klein wurde, habe ich mir jetzt eine mit 160 GB besorgt. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten ist es mir gelungen, meine alte Festplatte incl. Betriebssystem auf die neue zu klonen und Windows 2000 (SP4) zeigt endlich 157 statt nur 127 GB an. Puh :wink:
Bisher hatte ich nur eine einzige große Partition über die gesamte Platte. Allerdings muss es doch auch einen Grund haben, warum so viele Leute mit mehreren Partitionen arbeiten. Ich habe z.B. gelesen, dass man so zwei Betriebssysteme auf einer Platte betreiben kann. Oder dass die persönlichen Daten nicht so leicht verloren gehen (wie das?), wenn eine Partition mal crashen sollte. Heißt das also, dass ich in Windows auf mehrere Partitionen gleichzeitig zugreifen kann, andererseits aber z.B. zwei Betriebssysteme durch die Partitionen strikt getrennt sein können?
Daneben habe ich hier auch noch folgendes entdeckt: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Jedenfalls habe ich noch gut 3/4 der Festplatte frei. Die Sache mit den OS interessiert mich eingetlich nicht weiter, aber das mit der Datensicherheit klingt schon ganz gut. Außerdem frage ich mich, was ich noch mit der alten 40 GB Festplatte machen soll. Kann ich die z.B.
für Back-ups benutzen, obwohl ich jetzt mehr Daten habe, als da draufpassen? Man könnte doch etwa das OS oder Programme, von denen man eh das Setup hat weglassen?

Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu viel auf einmal, aber wie gesagt hab ich von Partitionen null Ahnung und ich wäre deshalb froh, wenn einer hier mal einen Rundum-Schlag probieren könnte.

Danke schonmal
Oliver

Hallo, Oliver!

Ich rede jetzt mal von mir: Ich habe nur einmal meine Daten verloren, da ich das System neu aufsetzen musste. Das war Ende 1999 mit Win98se. Damals wusste ich noch nicht, dass nach dem Neu-Aufsetzen (war eigentlich als drüberbügeln geplant) alle Daten weg sind. Daraus hab ich gelernt. Ich nutze die Partition „C:“ fürs Betriebssystem u die Partition „D:“ für die entsprechenden Daten. Ordnung schaffe ich relativ einfach: Ich habe grösstenteils Ordner, die wie Dateiendungen (z.B. jpg, pdf, rar) heissen oder eine Kategorie zusammenfassen (Musik, Videos, Word, Excel). So kann ich ganz beruhigt mein System neu aufsetzen u spare mir einen Haufen Arbeit. Okay, ich nehme auch Datensicherung vor, falls die Platte technisch in die Knie geht. Aber das nur alle 14 Tage bis 3 Wochen. Je nachdem, wieviel Zeit mir meine Tochter (3 Monate) lässt :o)

Gruss

Mutschy

Hallo Oliver,

Bisher hatte ich nur eine einzige große Partition über die
gesamte Platte. Allerdings muss es doch auch einen Grund
haben, warum so viele Leute mit mehreren Partitionen arbeiten.

Ja es wird übersichtlicher.
Partitionen sehen für das Betriebsystem aus, wie wenn mehrere Festplatten eingebaut wären.

Wenn du dein Betriebssystem (BS) zerschossen hast, musst du die Festplatte formattieren, bevor du das BS neu installierst, dabei gehen alle Daten dieses Laufwerks verloren.

Also kommt das BS und die Programme auf die erste Partition und die Daten auf eine Andere. Die Programme musst du ja eh neu installieren, wenn du das BS neu installierst.

Dann gibt es noch den TEMP-Ordner in welchem Programme Dateien anlegen, welche sie nur temporär zum Arbeiten benötigen. Auch dein Browser legt jede Menge an Dateien an, in welchen er aufgerufene Seiten ablegt. DIese Dateien und Ordner legt man am besten auf einer 3. Partition ab, da es keinen Sinn macht diese in einem Backup zu sichern.

Nun musst du eigentlich nur die erste und die zweite Partition backupen.
Die erste Partition musst du aber eigentlich nur sichern, wenn du neue Programme installiert hast oder Einstellungen verändert hast. Zudem hast du die Möglichkeit ein Image von dieser Partition zuerstellen, das ist dann wesentlich schneller wieder auf die Platte kopiert, als wenn du BS und alle Programme neu installieren musst.

Dann musst du nur von der Partition mit den Daten regelmässig Backups erstellen.

Von der Partition mit dem temporären Zeugs musst du eigentlich keine Backups erstellen.

Allerdings helfen dir die Partitionen wenig, wenn deine Festplatte einen SChaden hat.

Außerdem frage ich mich, was ich noch mit der alten 40 GB
Festplatte machen soll. Kann ich die z.B.
für Back-ups benutzen, obwohl ich jetzt mehr Daten habe, als
da draufpassen?

Das solltest du eigentlich nicht tun, da diese schon alt ist und in nächster Zeit ausfallen könnte.

Aber du kannst darauf dein BS ein zweites malinstallieren um Programme testen zu können. Wenn etwas schief geht, kannst du einfachformattieren …

MfG Peter(TOO)

hallo!
ok…versuchen wir es :smile:
wozu partitionen (aus meiner sicht) gut sind:

  • man findet bei zig hundert gigabyte an speicher einfach schneller was man sucht, z.b. kann man programme, filme und musik auf getrennte partitionen machen.
  • es ist einfach schneller. wenn man z.b. das swap-file (die auslagerungs-datei) auf eine eigene bzw. eine kleinere partition macht, muss windows (oder andere os) nicht so lange suchen, bis sie den benötigten teil vom swap-file gefunden haben.
  • man kann partitionen mit unterschiedlichen dateisystemen formatieren, was das einsetzen von mehreren betriebssystemen erleichtert.

die datensicherheit erhöht sich aber nur signifikant, wenn man die wichtigen daten auf eine andere festplatte sichert, deine idee die 40er als sicherungs-datenträger zu benutzen ist also nicht schlecht :wink: die wahrscheinlichkeit dass eine ganze platte crasht ist nämlihc höher, als die, dass nur eine partition crasht…außer du fummelst öfter mal am MBR rum :wink:

beispiel mein pc: (ich möchte jetz nicht auf die partitions-arten eingehen, da das sicher das war was dich so verwirrt hat :wink:
das in den klammern ist das dateisystem.

  1. Windoof + swap (NTFS), ca. 4.5 gb (damit ichs auf ne dvd sichern kann)
  2. Programme und Dateien (NTFS), ist zwar nicht „ganz“ die empfohlene version mit max. 50gb aber auch mit 100gb läuft alles recht angenehm :smile:
  3. Linux-swap (swap), eine eigene partition für die linux-auslagerungsdatei (eine eigene partition für swap is bei linux zwecks stabilität standard)
  4. Linux (Ext3), linux mit allen programmen für linux
  5. Partition die linux und windoof lesen können (FAT32) (wobei das nur für nicht experimentierfreudige gut is, da man mit aktuellen ntfs-treibern in linux auch auf ntfs schreiben kann und man kann windoof auch beibringen von ext3 zu lesen und darauf zu schreiben)

warum ich jetzt aber insgesamt 6 partitionen hab musst du schon selbst rausfinden :smiley:

nochmal zu den betriebssystemen (os = operating system):
windoof kann von haus aus nur FAT (ob nun 12, 16 oder 32) und NTFS lesen. deshalb lässt es die finger von deinen linux-partitionen, außer du zeigst ihm wie es drauf zugreifen kann :wink:
da linux wohl der inbegriff der offenheit ist, kann man mit linux alles lesen und schreiben wofür man treiber einbaut, oder einbauen lässt. von haus aus liest und schreibt es aber auch nur auf FAT und die „typischen“ linux-dateisysteme (ext2, ext3, reiserfs)

bevor du jetz aber wild drauf los partitioniert, hier die goldenen regeln des partitionierens:

  1. du machst es garantiert falsch.
  2. wenn du nicht die möglichkeit hast „dynamische“ partitionen zu machen (was ich bei windows noch nie gehört hab…) dann mach es möglichst allgemein und lieber nur grob umrissen. denn es bringt nichts, wenn auf deiner partition für videos 100mb zu wenig sind und du auf die partition für musik ausweichen musst :wink:
  3. umpartitionieren und die daten die drauf sind behalten, ist oft ein glücksspiel.
  4. beim nachträglichen umpartitionieren immer(!!!) vorher defragmentieren, wobei der windoof-interne defragmentieren nichts bewirkt, du brauchst dafür einen, der die daten nicht nur neu mixt, sondern sie auch an den anfang der partition schiebt.
  5. du solltest dich vielleicht doch damit auseinandersetzen, was hda1 bedeutet, warum es erst bei hda5 weitergeht und warum meine platte eigendlich 6 partitionen hat :wink: sonst könntest du beim nachträglichen partitionen nicht den blassesten schimmer haben, wovon der partitionierer grad spricht.
  6. also ich hab ja keine probleme mit einer 100gb großen partition, aber ich glaub der tipp mit den max. 50 ist doch gar nicht so schlecht :wink:

kurzerklärung: hda1 heißt: laufwerk am ersten ide-connector, erste partition. wobei die erste partition bei festplatten eine „hauptpartition“ ist, genauso wie die nächsten 3, wobei man aber immer nur eine auf einmal nutzen kann. deshalb gibt es wohl nur wenige leute die mehrere „hauptpartitionen“ haben.
6 partitonen hat meine platte, da: alle partitionen, bis auf die erste, in einer erweiterten partition liegen, die sich über den gesamten rest der platte erstreckt und darin liegen dann die einzelnen partitionen als logische partitionen (und eine wird z.b. mit hda7 bezeichnet)

vielleicht erwischst du aber auch ein programm das dich nicht mit einzelheiten nervt :wink: z.b. der partitionierer der windows-installation :smile:

viel glück und immer sichern! :wink:

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

erstmal danke für eure guten Antworten. Da bin ich schon ein gutes Stück weiter! Aber noch nicht am Ziel…

D.h. also, wenn ich gerne -sagen wir eine Partition für
1.) SWAP-Daten,
2.) Windows incl. andere Programme,
3.) Eigene Dateien
4.) und eine Partition für temporäre Dateien
hätte, dann müsste ich mit Partition Magic (hab ich zufällig) erst meine Monsterpartition von 160 GB in mindestens vier Partitionen aufteilen. Dabei müssten die SWAP- und die TEMP-Partition aber nicht sonderlich groß sein. Soweit richtig?
Dann habe ich aber erstmal vier Partitionen. Damit Win2000 die Festplattenkapazität „sieht“, muss ich sie in ein virtuelles Laufwerk verpacken. Richtig? Aber wie geht das?

Dann sehe ich also statt nur einer Festplatte wie bisher vier Festplatte.
Bei meinen Eigenen Dateien kann ich ja selber bestimmen, wo ich sie gerne hinspeichere, klar.(Bzw. erstmal zusammensammeln und auf die passende Partition verscheiben). Aber wie kann ich Win2000 beibringen, die SWAP-Daten oder auch die TEMP-Daten in meine extra eingerichteten Partitionen zu schreiben?

Wenn jetzt nochmal so hilfreiche Antworten von euch kämen, wär ich echt froh.
Oliver :smile:

Hallo Oliver,

D.h. also, wenn ich gerne -sagen wir eine Partition für
1.) SWAP-Daten,
2.) Windows incl. andere Programme,
3.) Eigene Dateien
4.) und eine Partition für temporäre Dateien

Bei Windows kannst du 1. und 4. auf die selbe Platte legen, etwas anderes mach da keinen Sinn.

hätte, dann müsste ich mit Partition Magic (hab ich zufällig)
erst meine Monsterpartition von 160 GB in mindestens vier
Partitionen aufteilen. Dabei müssten die SWAP- und die
TEMP-Partition aber nicht sonderlich groß sein. Soweit
richtig?

Die SWAP (pagefile.sys) sollte etwa das doppelte des installierten RAMs haben.
Bei den TEMP-Dateien kommt es darauf an was du tun willst. Wenn du DVDs rippen willst oder beim Download einer DVD kommen da problemlos 5GB zusammen, nur für die eine DVD, je nach Programm auch mal das doppelte.

Dann habe ich aber erstmal vier Partitionen. Damit Win2000 die
Festplattenkapazität „sieht“, muss ich sie in ein virtuelles
Laufwerk verpacken.

Nein, die Partitionen müssen nur Formattiert werden.
bei Win2000 bin ich mir jetzt nicht mehr sicher, aber die erste Partition kannst du beim Installieren von Win einrichten. Die anderen kannstdu dann mit Bordmitteln von Win einrichten nachdem es installiert ist.

Dann sehe ich also statt nur einer Festplatte wie bisher vier
Festplatte.

Richtig.

Aber wie kann
ich Win2000 beibringen, die SWAP-Daten oder auch die
TEMP-Daten in meine extra eingerichteten Partitionen zu
schreiben?

„Systemsteuerung“ -> „System“

Bei den Umgebungsvariablen findest du „TMP = C:…“ und „TE M P = C:…“ einfach die Pfade anpassen und Win neu booten.

Irgendwo im Programm „System“ findest du auch die Einstellung für die „Auslagerungs-Datei“. Allerdings musst du 2MB oder so als Minimum auf Laufwerk C: stehen lassen, aber das Minimum kannst du gar nicht zu klein angeben.

Sorry für die ungenauen Angaben, aber ich habe die genauen Menüpunkte fur W2k nicht mehr im Kopf.

MfG Peter(TOO)

Erklär mir doch mal…
Hallo Peter(TOO),

Die SWAP (pagefile.sys) sollte etwa das doppelte des
installierten RAMs haben.

das habe ich schon oft gelesen.

Aber erklär mir mal bitte einer, daß wenn ich bisher mit 256MB Ram und 512 MB SWAP auskam, warum soll ich jetzt, mit 1 oder 2 GB RAM gleich 2 oder 4GB SWAP einstellen ? Man sollte doch meinen, eher gar keinen SWAP mehr zu brauchen.

Gruß,
Klaus

Es scheint zu funktionieren
Hallo @all,

ich wollte mich nochmal bei allen bedanken, die mir in diesem Board geantwortet haben. Es scheint zu funktionieren (jedenfalls hängt er sich nicht auf :wink:
Bloß weiß ich nicht, ob ich für die temporären Dateien bei Systemsteuerung -> System -> Erweitert -> Umgebungsvariablen nur die „Systemvariablen“ oder auch die „Benutzervariablen für Administratoren“ auf meine neue Partition umleiten muss.

Oliver

Hallo Klaus,

Die SWAP (pagefile.sys) sollte etwa das doppelte des
installierten RAMs haben.

das habe ich schon oft gelesen.

Das ist so ganz grob das Optimum. Die Verwaltung der Auslagerungsdatei benötigt eine Tabelle im RAM, welche abhängig von der Grösser der Ausgageungsdatei ist. Und wenn das ganze RAM mit dieser Tabelle belegt ist, macht das ganze keinen Sinn mehr …

Aber erklär mir mal bitte einer, daß wenn ich bisher mit 256MB
Ram und 512 MB SWAP auskam, warum soll ich jetzt, mit 1 oder
2 GB RAM gleich 2 oder 4GB SWAP einstellen ? Man sollte doch
meinen, eher gar keinen SWAP mehr zu brauchen.

Grundsätzlich, lagert das Betriebssystem schon Teile von sich selbst aus. Zudem werden bei mehr RAM auch grössere Pufer für die Laufwerke und Dateien angelegt, somit steht das zusätzliche RAM nicht komplett für die Anwendungen zur Verfügung.

Theoretisch hast du ja Recht, aber der Umgang mit Speicher wird bei MS halt anders gehandhabt.

MfG Peter(TOO)

Hallo Oliver,

ich wollte mich nochmal bei allen bedanken, die mir in diesem
Board geantwortet haben. Es scheint zu funktionieren
(jedenfalls hängt er sich nicht auf :wink:
Bloß weiß ich nicht, ob ich für die temporären
Dateien bei Systemsteuerung -> System ->
Erweitert -> Umgebungsvariablen nur die "Systemvariablen"
oder auch die „Benutzervariablen für Administratoren“ auf
meine neue Partition umleiten muss.

Du musst alle TMP und TEMP anpassen.

MfG Peter(TOO)