Woher kommt diese Energielosigkeit und Müdigkeit?

Guten Tag,

vermutlich wird dieser Text etwas länger. Also erstmal zu mir, ich bin 19Jahre alt und habe eine Festanstellung als Chemielaborant. Ich denke, dass ich von mir behaupten kann nicht auf den Kopf gefallen zu sein, dennoch habe ich Dinge gemacht die mehr als dumm waren. Das weiß ich aber erst jetzt…
Ich „leide“ schon seit ca. 1 Jahr an extremer Müdigkeit und Energielosigkeit, die ich nicht mehr in den Griff bekomme. Ich war ein Junge der schon immer eher dem mesomorphen Körpertyp entsprach, allerdings war damals noch eine Gewisse Motivation und ein Antrieb der mich jede Woche sehr viel laufen und Fitness betreiben ließ. Ich wollte kräftig werden und Ausdauer bekommen, es gelang mir ganz gut und ich war ziemlich zu frienden… aber ich wollte mehr… nicht mehr Muskeln, dass was alle wollen, ich wollte mein restliches Körperfett weghaben. Ich lief jede Woche 4-5mal 60minuten und hatte eine Kalorienaufnahme von ca. 1600-1800/d was nicht gerade viel ist (190cm 85kg 14%KFA. Ich find an Ephedrin zu nehmen. Anfangs war es großartig, doch mit der Zeit (nach 2Jahren) merkte ich, dass ich ohne Ephedrin total schlapp und energielos wurde. Ich beschloss eine Auszeit zu machen. Es kam was kommen musste… ich wurde fetter, weil ich keine Lust mehr hatte auf Sport. Ich habe mich gehasst fürs fetter werden, so sehr… Dann kam der 2. -noch viel größere- Fehler. Als Laborant hatte ich die Möglichkeit an 2,4-DNP ranzukommen und ich vergaß alle Warnungen meiner Mitmenschen und war fixiert aufs schlanker werden. Ich dosierte 1x 1Woche 200mg/d und nach 2 Wochen Pause nochmal 2Wochen mit 300mg/d… Es kamen die bekannten Nebenwirkungen auch bei mir: extrem gelbes Urin, gelbes Sperma, schwitzen ohne sich auch nur ein wenig zu bewegen, extrem hoher Wasserverlust usw. usw. Nach der 2. Woche begannen mein Gesicht und Hände, Füße und Gelenke derart anzuschwillen (von heute auf morgen…), dass ich beschloss sofort aufzuhören. Ich hatte bis dahin schon 4kg abgenommen… Aber um wieder auf den Damm zu kommen, fraß ich willenlos alles in mich hinein worauf ich Lust hatte und fing wieder an mit Ephedrin um meinem Körper die notwendige Energie zu liefern, um den Arbeitstag zu überstehen. Das ist ca. 1 Jahr her. Mittlerweile bin ich einen Monat ohne Ephedrin und probierte zum Absetzten Johanniskrautextrat (1275mg/d) aus. Nach 2 Wochen kamen die Glücksgefühle, doch von Motivation keine Spur. Ich setzte auch diese Kapseln ab. Und nun bin ich seit dem ich keine Ephedrin mehr nehme, so geschwächt und Müde, dass ich mich zur Arbeit schleppe und wenn ich zu Hause bin nur vor dem Fernseher sitzte oder schlafen gehe. Ich wünschte mir einefach die Situation wie sie war, doch ich vermute meinem Körper fehlt etwas. Ich habe das Gefühl es kommt einfach der Sauerstoff nicht richtig da an wo er hinsoll, Hirn und Muskulatur. An Tagen, wo es draußen richtig kalt und feucht ist, habe ich dann erst das Gefühl, der Körper schubst den Sauerstoff dahin, wo er hinkommen soll. Ich dachte an Eisenmangel oder Schilddrüsenunterfunktion. Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Gibt es noch andere Ursachen/Möglichkeiten, wie zB. Kardiomyophatie? Sollte ich im Falle eines vllt bestehenden Eisenmangels, vorerst eine Selbstmedikation vornehmen? Wenn nein, wie erkläre ich das oben beschriebene einem Arzt?

Zur Hypothyreose:
Ich habe schon einen Test gemacht, die T3 und T4 Werte sind im normalen Bereich. Allerdings waren diese das bei meiner Tante auch und die hat eine Unterfunktion. Meine Großmutter ist auch betroffen, also ist eine erblich bedingte Veranlagung gegeben. Kann die durch das DNP ausgelöst sein? Wenn ja, wie kann man Nachweisen, dass es sich um eine Unterfunktion handelt, wenn nicht durch T3 oder T4?

Zum Eisenmangel:
Kann dieser durch DNP ausgelöst sein? Oder durch den langen Ephedrinkonsum? Meine Ernährung umfasst viel Fleisch und von daher dürfte diese als Fehler ausscheiden. Große blutende Verletzungen oder Hämorrhoiden hab/hatte ich auch nicht. Fingernägel sind rissig, leider kann ich nicht Beurteilen ob sie eine Löffelform besitzen. Ich vermute aber nicht. Meine Hände waren selten mal etwas bläulich, aber das ist wohl eher aufs Herz zurückzuführen, währrend des Ephedrinkonsums.

Sonstiges:
Ich rauche überhaupt nicht und trinke äußerst selten Alkohol. Selten kommen auch mal Baby-Woodrose Samen oder GBL (analytische Reinheit) ins Spiel. Aber wirklich selten!
Das Ephedrin war in pflanzlicher Form kombiniert mit ASS (White Willow Bark) und Coffein. Das DNP war normalerweise als Indikator gedacht und hatte einen Wasseranteil von 50%. Die oben genannten Dosierungen waren aber auf das trockene DNP bezogen.

Ich hoffe sehr ihr könnt mir helfen, ich verzweifel sonst… Das der Konsum von DNP dumm war, muss ich nicht noch einmal hören, genausowenig wie „selber Schuld“ o.ä… Ich hoffe auf viele Antworten und Danke für das Lesen diesen langen Textes.

Schön’ Gruß
aus HH

Hallo,

ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, aber ich würde mal vermuten, dass du dir irgendeine Art Vergiftung durch das DNP zugezogen hast. Vielleicht ist es auch so eine Art „kalter Entzug“, da du ja mehrere Jahre lang Substanzen genommen hast, die dein Körper eigentlich nicht braucht, bzw. die giftig sind.

Ich würde an deiner Stelle zum Arzt gehen und die Wahrheit sagen. Das das wahrscheinlich ein rechtliches Nachspiel haben wird, muss ich dir ja nicht sagen…

Aber ich würde lieber eine Geldbuße oder Bewährungsstrafe auf mich nehmen, als an irgendwelchen Folgekrankheiten zu leiden…

Ich wünsche dir alles Gute!
Sabine

Hallo Sabine,

danke zunächst einmal für die Antwort. Wenn ich mich richtig daran erinnere, dann wird Jugendlichen und anderen Leuten immer gesagt, Ärzte hätten eine Schweigepflicht. Trifft das in diesem Fall nicht zu? Wenn ja, warum nicht? Die rechtlichen Folgen mögen ja zu „ertragen“ sein, aber die Auswirkungen auf meine Arbeit… Das wäre für diesen Berufszweig wohl unverzeihlich. Und ich möchte nicht für einen dummen Fehler, den ich im Alter von 17 Jahren gemacht hab, mein Leben lang gerade stehen müssen.

schön’ gruß

Hi!

Die andere Antwort ist falsch. Drogenkonsum ist nicht strafbar. Ärzte haben Schweigepflicht.

Wenn Du aber wegen Verstössen gegen BTMG auffällst, droht Dir ein Berufsverbot.

Da Du aber ziemlich ungewöhnliche Drogen konsumierst, würde ich erstmal eine Drogenberatungsstelle kontaktieren und mich dort anonym beraten lassen.

http://www.bzga.de/?uid=74a541decd345793b0811f79f600…

Viel Erfolg

PS Zu Deiner eigentlichen Frage- da Du lange verschiedene Drogen konsumiert hast, und immer noch Halluzinogene und GBL nimmst, ist es durchaus möglich, dass Du unter den Nebenwirkungen und Nachwirkungen leidest.

Ich möchte Dir keine Moralpredigt halten, du kannst Dir bei dem Link selbst ein Bild machen, wie gefährlich die Drogen sind, die Du noch nimmst.

http://www.suchtzentrum.de/drugscouts/dsv3/stoff/sto…

Bye

Schon der Anfang dieses Berichtes ließ mich an eine Intoxikation denken, allerdings an eine ungewollte.
Der Rest des Berichtes zeigt, daß man es hier in Ihrem Falle, so leid es mit tut, mit einem Polytoxomanen zu tun hat, der ohne Droge offensichtlich nichts mehr gebacken kriegt.
Vorschlag: Vorstellung beim Arzt zur Erhebung eines Gesundheitsstatus, dann für einige Monate in eine Suchtklinik.

Hallo,

erstmal nocheinmal danke für die Antworten. Sicherlich ist bekannt, dass sich Süchtige selber oftmals nicht als süchtig sehen bzw. die Sucht an sich wahrnehmen. Ich behaupte keinesfalls ich sei da die Ausnahme, aber weil ich die lange Zeit über nur Ephedrin (=3Jahre) zu mir nahm und DNP (=3Wochen, wobei DNP mit Sicherheit kein Suchtstoff ist), denke ich das ein Klinikaufenthalt etwas übertrieben ist. Ich rauche wie gesagt nicht und trinke auch nicht. Mein GBL-Konsum beschränkt sich auf ca. 2-4ml halbjährig, was ein Witz zu richtigen abhängigen ist. Ich betrachte es deshalb eher als Ersatz für das, was andere Leute mit Alkohol oder sonstigem erreichen wollen. Und damit meine ich auch nicht das „breit“ sein an sich.
Außerdem ist, um zurück zum Ephedrin zu kommen, das Abhängigkeitspotential, zumindest von Ephedrin nicht sehr hoch. Leider ein Grund mehr der mich zu dem Zeitpunkt unvorsichtiger werden ließ. Kann sich eine Intoxikation mit DNP über 1 Jahr hinwegziehen?

Also: Mein Problem ist nicht eine Sucht, sondern die Mattigkeit und Kraftlosigkeit die ich nicht mehr los werde. Ich vermute eher, dass das Ephedrin diese Symptome überdeckt hat, so dass ich deswegen immer wieder etwas zu mir nahm. Mittlerweile weiß ich ja, dass es so nicht weitergehen kann/ wird. Ich bin seit 4 Wochen ohne Ephedrin und mein Wille keines zu nehmen ist seitdem noch gewachsen.

Bitte noch weitere Einschätzungen!
Danke =)

Hi,

Also: Mein Problem ist nicht eine Sucht,

Das ist ja die klassische Ausrede der Süchtigen… Auch ich habe wie Priamos sofort an Sucht gedacht. Es ist nicht immer die Dosis, die einen zum Süchtigen werden lässt. Allein die Tatsache, dass Du Deine körperliche/geistige/seelische Befindlichkeit ständig mit irgendwelchen Stoffen zu manipulieren versuchst ist doch aussagefähig genug!

Gruß,

Anja

1 „Gefällt mir“

Hallo,

je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr wird mir klar, was eigentlich bei mir abläuft. Ihr habt Recht. Einfach gesagt, aber es ist so. Ich habe mir den Text von mir und eure Antworten nochmal durchgelesen und dabei ist mir aufgefallen, dass ich schon wieder auf der Suche nach Substanzen bin die ich zu mir nehmen kann. Es scheint mir dabei egal zu sein, ob es sich um Drogen, Hormone oder andere Medikamente handelt. Ich bin darauf aus, wieder was zu mir zu nehmen --> würde es sich um einen Eisenmangel handeln hätte ich versucht Eisensulfat zu nehmen, bei einer -> Hypotyreose hätte ich versucht Thyroxin zu bekommen. Es stimmt, ich versuche durch Substanzen mein Wohlbefinden zu regulieren und suche die Schuld für meine Energielosigkeit in irgendwelchen Mängeln. Ich danke vielmals für diese Erkenntnis! Nun noch eine Frage: Bedarf es trotzdem eine klinische oder ärztliche Überwachung?
Ich werde keine Substanzen mehr nehmen, um mein Wohlbefinden zu regulieren! Ich habs begriffen. Ich denke, weil keine physische Abhängigkeit besteht, dass eine klinische Überwachung übertrieben ist. Das würde viel nach sich ziehen: beruflich, auf meine sozialen Kontakte (besonders Familie) und ich selbst fühle mich bei dem Gedanken auch unwohl. Einer ärztlichen würde ich, falls überhaupt notwendig, zustimmen. Was meint ihr dazu?

Danke nochmal, für die Erkenntnis!

Hi,
Schön, dass unsere Gedanken bei dir angekommen sind…

Ich denke, weil keine
physische Abhängigkeit besteht, dass eine klinische
Überwachung übertrieben ist.

Das Problem bei der Sucht ist nicht die physische, sondern die psychische Abhängigkeit. Die physische Abhängigkeit tritt durch die Abstinenz schon nach kurzer Zeit in den Hintergrund. Was bleibt, ist die psychische Abhängigkeit - und die ist meist nur mit Hilfe einer Therapie in den Griff zu kriegen und das ist oft ein langwieriges Unterfangen.

Das würde viel nach sich ziehen:
beruflich, auf meine sozialen Kontakte (besonders Familie)

Nunja, aber Deine Familie wird es dir danken, wenn Du deine Probleme in den Griff kriegst. Auf Dauer ist Sucht leider in der Lage, ganze Familenverbände aufzulösen…

und ich selbst fühle mich bei dem Gedanken auch unwohl.

Es ist auch keine einfache Arbeit, die dir da bevorsteht, kein Wunder, dass Dir unwohl ist.

Einer ärztlichen würde ich, falls überhaupt notwendig, zustimmen.

Suche dir einen auf Sucht spezialisierten (!) Psychotherapeuten, u.U. mit Hilfe einer Suchtberatungsstelle.

Was meint ihr dazu?

s.o.

Danke nochmal, für die Erkenntnis!

Bedanke dich bei Dir dafür, die hast du gewonnen :wink:

Schönes WE
wünscht
Anja

Ich würde eventuell, trotz aller guten Ratschläge, auch in Betracht ziehen, daß die Leber durch die verschiedenen Substanzen, insbesondere durch das DNP, Schaden genommen haben könnte und dieses ärztlich abklären lassen. Symptome wie Mattigkeit können durch eine eingeschränkte Funktion der Leber natürlich auf jeden Fall hervorgerufen werden. Liegt denn vielleicht auch eine Unverträglichkeit gegenüber einiger (fett- bzw. fleischhaltiger) Lebensmittel vor?