Woher kommt eigentlich

Hallo,

mich würde mal interessieren, warum bei verhaltensauffälligen Tieren (z. B. markieren etc.) immer so schnell zu irgendwelchen Mittelchen geraten und gegriffen wird anstelle erst mal die Ursachen abzuklären?

Erst sollte man doch prüfen, ob man nicht einfach die Dinge, die das verursachen abstellen kann und erst dann sollte man zu solchen Mitteln greifen.

Dies ist kein Angriff gegen die Homöopathie. Ordentlich angewandt kann es da hervorragende Resultate geben.

Ich frage mich halt wirklich nur, ob sich das viel Menschen nicht zu einfach machen. Das Fernsehen suggeriert das ja auch immer ganz toll. Ein paar Tröpfchen hiervon und ein paar Tröpfchen davon (möglichst noch mit einer Glaspipette!!! ins Pferdemaul gespritzt) und alles wird gut. Ist das nicht ein bischen zu einfach und kann sich da der Tierhalter nicht auch ein Stück weit aus der Verantwortung ziehen?

Viele Grüße
„einegrübelnde“ Yvonne

du sprichst mir aus dem Herzen, aber das ist leider nicht einmal in der Humanmedizin gebräuchlich.
Da gehst mit Schnupfen, Husten und Fieber zum Arzt, und bekommst Antibiotika beim „normalen“ bzw. diverse Kügelchen oder Tees beim „alternativen“ - und erst, wenn sich nach einer Woche nichts wesentliches geändert hat, schaut man, ob es eine Verkühlung, oder doch Grippe, oder sonst was ist.
D.h. es wird nicht einmal die Krankheit echt diagnostiziert, geschweige denn die Ursachen.
Wenn du als Patient - oder deiner Anfrage entsprechend als Tierhalter - nicht ein entsprechendes Feeling und den Ärzten gegenüber ein entsprechende Durchsetzungsvermögen entwickelst, bist du (oder dein Tier) immer nur der passiv „Behandelte“.

lg. Christine

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Hallo Christine,

du sprichst mir aus dem Herzen, aber das ist leider nicht
einmal in der Humanmedizin gebräuchlich.
Da gehst mit Schnupfen, Husten und Fieber zum Arzt, und
bekommst Antibiotika beim „normalen“ bzw. diverse Kügelchen
oder Tees beim „alternativen“ - und erst, wenn sich nach einer
Woche nichts wesentliches geändert hat, schaut man, ob es eine
Verkühlung, oder doch Grippe, oder sonst was ist.
D.h. es wird nicht einmal die Krankheit echt diagnostiziert,
geschweige denn die Ursachen.
Wenn du als Patient - oder deiner Anfrage entsprechend als
Tierhalter - nicht ein entsprechendes Feeling und den Ärzten
gegenüber ein entsprechende Durchsetzungsvermögen entwickelst,
bist du (oder dein Tier) immer nur der passiv „Behandelte“.

Die meisten Tierhalter wollen sich doch aber gar nicht erst damit beschäftigen. Ursachenforschung setzt ja voraus, dass man sich mit der Sache auseinandersetzt und auch, m. E. nach, dass man Ahnung von seinen Tieren hat.

Gruß
Yvonne

lg. Christine

Hallo,

Du hast Dir deine Frage doch irgendwie schon selbst beantwortet.
Es ist eben um Längen einfacher ein Tier mit Medikamenten(gleich welcher Art)vollzustopfen als Ursachenforschung zu betreiben.
Ich habe oft mit „spinnerten“ Tieren zu tun.Häufig werden total normale Sachen als störend bezeichnet,weil es an Grundkenntnissen über das Tier fehlt.
Dann gibt es auch noch relativ häufig Tierhalter,die sich nicht durchsetzen können.Natürlich machen ihre Tiere(bevorzugt große Hunde oder Pferde)„Hugoles“ mit ihnen.Aber durchgreifen??Nein-schließlich ist ihr Tier doch ihr Partner(bei Rudeltieren eine eher ungesunde Einstellung) und zudem beleidigt,wenn es mal die Grenzen gezeigt kriegt.
Ich bin der Meinung,daß viele Verhaltensstörungen hausgemacht sind.
Mir persönlich sind die Tierhalter am liebsten,die nachfragen und auch bereit sind Zeit und Energie einzusetzen.Leider werden die immer seltener.Die meisten meiner Patientenbesitzer wollen am liebsten einen Zaubertrank,der ihr Problem löst ohne das sie selbst mehr machen müssen als selbigen einzufüllen.
Warum das so ist-keine Ahnung.Aber vielleicht wäre das mal neFrage fürs Philosophiebrett?:smile:
Vielleicht könnte man da auch gleich klären warum es seit einigen Jahren einen Trend zu sog. "pflegeleichten"Tieren(Fische,Vögel und auch Katzen)gibt?
Gruß
Andrea

mich würde mal interessieren, warum bei verhaltensauffälligen
Tieren (z. B. markieren etc.) immer so schnell zu
irgendwelchen Mittelchen geraten und gegriffen wird anstelle
erst mal die Ursachen abzuklären?

Erst sollte man doch prüfen, ob man nicht einfach die Dinge,
die das verursachen abstellen kann und erst dann sollte man zu
solchen Mitteln greifen.

Dies ist kein Angriff gegen die Homöopathie. Ordentlich
angewandt kann es da hervorragende Resultate geben.

Ich frage mich halt wirklich nur, ob sich das viel Menschen
nicht zu einfach machen. Das Fernsehen suggeriert das ja auch
immer ganz toll. Ein paar Tröpfchen hiervon und ein paar
Tröpfchen davon (möglichst noch mit einer Glaspipette!!! ins
Pferdemaul gespritzt) und alles wird gut. Ist das nicht ein
bischen zu einfach und kann sich da der Tierhalter nicht auch
ein Stück weit aus der Verantwortung ziehen?

Viele Grüße
„einegrübelnde“ Yvonne

Hallo,

mich würde mal interessieren, warum bei verhaltensauffälligen
Tieren (z. B. markieren etc.) immer so schnell zu
irgendwelchen Mittelchen geraten und gegriffen wird anstelle
erst mal die Ursachen abzuklären?

Erst sollte man doch prüfen, ob man nicht einfach die Dinge,
die das verursachen abstellen kann und erst dann sollte man zu
solchen Mitteln greifen.

Hallo Yvonne,

ja, du hast völlig recht. Eigentlich müsste man die Ursachen abstellen. Das Problem dabei ist aber, dass sich gelegentlich die Ursache gar nicht abstellen lässt oder das störende Verhalten häufig keine Verhaltensstörung im engeren Sinn ist, sondern einfach im Zusammenleben mit dem Menschen lästig ist.

Beispiel :
Du hast dir ein neues Sofa gekauft und jetzt pieselt deine Miezekatze dauernd drauf. Wenn du die Ursache für dieses Markierungsverhalten abstellen willst, musst du dein altes Sofa wieder reinstellen und das Neue rauswerfen. Weil das nicht praktikabel ist, wird man versuchen die Angelegenheit mit künstlich hergestellten Duftstoffen zu bereinigen.

Oder anderes Beispiel:
Ein Hund regiert panisch, wenn auch nur kurze Zeit allein gelassen wird und beginnt binnen weniger als 1 Minute Alleinseins anhaltend zu jaulen und zu bellen. Die Nachbarn beschweren sich. Ein Verhaltenstraining ist für die Besitzer so kaum durchführbar. Mit Hilfe von bestimmten angstlösenden Medikamenten wird der Hund einer Therapie überhaupt erst zugänglich und bleibt nach 4 Wochen Training anstandslos allein. Die Medikamente braucht er nicht mehr.

Oder:
Unkastrierte Kater stinken natürlicherweise ganz erbärmlich. Verbannen wir sie also nach draußen ? Nein, sicher nicht. Sie werden kastriert und das Problem ist behoben. Das ist streng genommen ein widernatürlicher Eingriff. Aber er muss nunmal durchgeführt werden, wenn wir Kater als Haus-Tiere halten wollen.

Leider ist es bei echten Verhaltensstörungen manchmal gar nicht möglich die Ursache herauszufinden. Wir können ja ein Tier nicht dazu befragen. Die Verhaltenstherapie kann nur erreichen, dass ein Tier durch eine Art Dressurakt mit Belohnungen in einer bestimmten Situation anders reagiert als zuvor.

Gruß
Lexi

Hallo Lexi,

klar, geht es oft nicht anders. Ich bin ja auch kein Feind davon. Aber auf der anderen Seite wird halt zu schnell dazu gegriffen und manchmal sind es nur kleine Änderungen für den Menschen, die dann aber dafür sorgen, dass das Tier sein Verhalten nicht beibehalten muss. Beispiel: eine meiner Katzen haßt es, wenn Dinge auf dem Boden liegen (Handtücher, Badvorleger etc.). Da wird dann sofort markiert. Daraus ergibt sich für uns: nichts auf dem Boden liegen lassen.

Gruß
Yvonne

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Hallo,
ist es beim Menschen anders ?

Gruss
Enno

Hallo,

ein Unterschied: der Mensch (die meisten) können sich selber drum kümmern und ja oder nein sagen. Kinder mal ausgenommen.

Gruß
Yvonne

Hallo,
ist es beim Menschen anders ?

Gruss
Enno

Hallo,

Kinder mal ausgenommen.

und sicher auch die echt „auffälligen“.

Gruss
Enno